Moderne Prothesen für natürliches Gehen bei Sprunggelenksarthrose


Sprunggelenksarthrose

Das obere Sprunggelenk (OSG) ist besonders anfällig für Verschleißerscheinungen wie Arthrose, erklärt  Prof. Dr. med. Dr. phil Victor Valderrabano, international renommierter Spezialist für Orthopädische Chirurgie und Orthoädie in Basel sowie Chefarzt des SWISS ORTHO CENTER.

Interview: Susanne Amrhein, PRIMO MEDICO 

 

Warum ist denn ausgerechnet das OSG so anfällig für Verschleißerkrankungen?

Prof. Valderrabano: „Zum einen muss das Obere Sprunggelenk von allen Gelenken im Körper die größte Belastung tragen. Zum anderen ist es ein sehr unfallgeplagtes Gelenk. Erlittene Bandzerrungen führen häufig zu chronischen Instabilitäten. Frakturen und Brüche können eine Arthrose auslösen und auch Fehlstellungen, die punktuelle Mehrbelastungen im Gelenk bewirken, führen auf Dauer zu Verschleißerscheinungen.“

 

Für wen macht eine Prothese Sinn, für wen nicht?

Sprunggelenkprothese

Prof. Valderrabano: „Ein künstlicher Gelenkersatz kommt nur bei endgradigen Arthrosen in Frage und steht auch erst in der Mitte der Behandlungskette. Im ersten Schritt versuche ich immer, die Verschleißerscheinungen konservativ zu behandeln. Im zweiten Schritt kann eine Knorpelrekonstruktion versucht werden. Erst danach sollte man über eine Prothese nachdenken. Diese Entscheidung muss immer individuell in Absprache mit den Patienten getroffen werden. Mein oberstes Ziel ist, eine Versteifung zu vermeiden, die erst als allerletzter Behandlungsschritt bei einer Arthrosebehandlung in Erwägung gezogen werden sollte. Sie stellt einen unnatürlichen Zustand her, indem sie ein bewegliches Körperteil unbeweglich macht. Die Versteifung verhindert die natürliche Kraftübertragung zwischen Unterschenkel und Fuß und bewirkt dadurch die Entstehung neuer Probleme im Bewegungsapparat. Eine moderne OSG-Prothese dagegen erlaubt nicht nur normale Alltagsbewegungen, sondern auch „Low Impact“-Sportarten wie z.B. Radfahren, Wandern, Golf, Skifahren, Schwimmen und andere. Das heißt ein künstliches Oberes Sprunggelenk ermöglicht dem  Großteil der Betroffenen einen Rückgewinn an Lebensqualität. Voraussetzungen sind eine ausreichende Bandstabilität und ein gerader Rückfuß, wobei dieser während des Einsetzens der Prothese gleichzeitig korrigiert werden kann. Nur bei einer schweren Knochennekrose oder erheblichen neuromuskulären Störungen würde ich von einer OSG-Prothese abraten.“

 

Was hat Sie dazu bewogen, eine eigene Prothese mit zu entwickeln?

Prof. Valderrabano: „Ich bin nicht nur Orthopäde, sondern von der zweiten Ausbildung her Biomechaniker. Mein großer Wunsch ist, meinen Patienten eine möglichst natürliche Bewegung zu ermöglichen. Daher habe ich gemeinsam mit drei amerikanischen Kollegen die vorhandenen Prothesenmodelle weiterentwickelt, indem wir die Probleme aufgegriffen und versucht haben, diese zu beheben. Da von einer Arthrose des Oberen Sprunggelenks häufig aktive Menschen betroffen sind, die weiterhin Wandern, Radfahren oder Tennis spielen möchten, haben wir bei der Planung Wert darauf gelegt, dass die Prothesen eine gute Verankerungsmöglichkeit bieten, eine möglichst natürliche Biomechanik aufweisen und sehr gutes Material verwendet wird.“

 

Welche Rückmeldungen haben Sie bisher zu ihrer Prothese bekommen?

Prof. Valderrabano: „Die OSG-Prothesen sind sehr gut aufgenommen worden und ermöglichen eine vielversprechende Prognose. Wir erreichen mit den OSG-Prothesen heute Standzeiten von 15 Jahren und länger. Und falls die OSG-Prothese sich doch mal lockern sollte oder andere Probleme auftreten, kann sie durch eine Revisionsprothese ausgetauscht oder dann in eine Versteifung umgewandelt werden.“

 

Welche Herausforderungen stellt das Einsetzen einer OSG-Prothese dar?

SWISS ORTHO CENTER Rezeption

Prof. Valderrabano: „Im Gegensatz zu der recht einfachen Versteifung des Gelenks sind für das Einsetzen einer Sprunggelenksprothese besondere Fähigkeiten notwendig und verlangt dem Chirurgen vieles ab. Die Operation ist schwierig, weil man auf die mechanischen Gegebenheiten Rücksicht nehmen muss. In vielen Fällen ist es notwendig, die Bänder zu rekonstruieren oder den Knochen zu korrigieren. Bei 30 bis 40 Prozent der OSG-Prothesen sind Zusatz-OPs notwendig. Daher gehört dieser Eingriff unbedingt in die Hände von Fussspezialisten.“

 

KONTAKT:
Prof. Dr. med. Dr. phil. Victor Valderrabano, MD PhD
SWISS ORTHO CENTER
Schmerzklinik Basel, Swiss Medical Network
Hirschgässlein 15, 4010 Basel, Schweiz
T +41 61 295 88 80, F +41 61 295 89 74
vvalderrabano@swissmedical.net
www.swissorthocenter.ch 

 

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