Endoskopische OP gegen chronische Rückenschmerzen


Wirbelsäulenchirurgie

Immer mehr Operationen an den Bandscheiben und dem Spinalkanal können heute endoskopisch, mit nur punktförmigen Zugängen, durchgeführt werden.

Susanne Amrhein, PRIMO MEDICO

 

Dauerhafte Rückenschmerzen führen schnell in einen Teufelskreis: Viele Betroffene nehmen immer stärkere Schmerzmittel, um sich bewegen zu können oder um ihren Alltag zu bewältigen. Am Ende stehen häufig sogar Opiate. Das muss nicht sein, betont Prof. Dr. med. Guido Saxler, Spezialist für Hüftchirurgie und Wirbelsäulenchirurgie und Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in Dormagen. „In den meisten Fällen können wir mit konservativen Therapien Abhilfe schaffen. Von den 1200 Patienten, die jedes Jahr zu uns kommen, raten wir lediglich einem Teil tatsächlich zu einer Operation. In der Regel nur dann, wenn Nervenschäden, motorische Störungen, oder Inkontinenzerscheinungen auftreten.“ Eine Wirbelsäulen-OP ist keine Wellness-Behandlung, so Prof. Saxler. Aber um einen dauerhaften Schmerzmittel- oder Drogenkonsum zu verhindern, sei es dank moderner Techniken heute möglich, die erkrankten Bereiche schonend zu operieren.

 

Wann ist eine Operation der Wirbelsäule ratsam?

Oberstes Ziel sei es, die Patienten von ihren Schmerzen zu befreien, erklärt Wirbelsäulenspezialist Saxler. Diese betreffen neben der Lenden- oder Halswirbelsäule nicht selten auch  Arme oder Beine. Gleichzeitig kann eine Wirbelsäulen-OP helfen, die Länge der möglichen Gehstrecken wieder zu normalisieren, die z.B. durch eine Spinalkanalstenose massiv eingeschränkt werden. Bei Bandscheibenvorfällen, die heftige Nervenschmerzen verursachen, ist es daher ratsam, das hervorquellende Bandscheibengewebe zu entfernen. Prof. Saxler und sein Team führen diesen Eingriff endoskopisch aus. D.h. der Zugang zum schmerzenden Bereich der Wirbelsäule erfolgt nur durch punktförmige Hautöffnungen. Die gleiche Methode ist bei den sogenannten Spinalkanalstenosen möglich. Der Spinalkanal ist ein knöcherner Schutz für die austretenden Nervenwurzeln. Bei Veränderungen der Bandscheiben, Wirbel oder Bänder können die Nerven zusammengedrückt oder eingeklemmt werden. Dies kann heftige Rückenschmerzen auslösen und führt häufig auch zu einer raschen Ermüdung der Beine, Schmerzen beim Gehen oder einem Taubheitsgefühl. Auch gebrochene Wirbelkörper, z.B. nach einem Unfall, können minimal-invasiv wieder aufgerichtet werden (Kyphoplastie), erklärt Wirbelsäulenspezialist Saxler. „Einen reinen Rückenschmerz, der durch einen Verschleiß der Facettengelenke ausgelöst wird, können wir endoskopisch denervieren. Das heißt wir veröden die sensiblen Nerven, die an der Kapsel der Facettengelenke verlaufen, durch Vereisung oder Strom.“

 

Welche Vorteile hat eine endoskopische Wirbelsäulenoperation?

Bei endoskopischen Wirbelsäulenoperationen sind Hautschnitte von weniger als einem Zentimeter Länge notwendig. Weil dank dieser Methode nur kleinste Verletzungen von Haut und Weichteilen notwendig sind, gilt sie als besonders schonend, so Prof. Saxler. „Selbst bei mikroskopischen Eingriffen, für die auch nur Hautschnitte von maximal vier Zentimetern notwendig sind, kann es zu Verklebungen des Nervenkanals oder einem Liquorverlustsyndrom kommen, das neue, heftige Schmerzen auslöst. Bei der endoskopischen Methode dagegen sind Verwachsungen oder Verklebungen äußerst selten.“ Nicht selten liegen im Bereich der Wirbelsäule mehrere Erkrankungen gleichzeitig vor, z.B. eine Verengung des Wirbelkanals und ein Wirbelgleiten. „Der Vorteil für unsere Patienten ist, dass wir beide Befunde in einer Operation beheben können“, betont Prof. Saxler. „Bei einer Instabilität oder einer Verformung der Wirbelsäule (Skoliose) haben wir die Möglichkeit, diese durch eine Versteifung (Spondylodese), wieder belastbar zu machen. Dazu werden zwei oder mehr Wirbelkörper miteinander verbunden. Das Bandscheibengewebe zwischen den Wirbelkörpern wird komplett entfernt und durch sogenannte ‚Körbchen’ aus knochenähnlichem Material ersetzt.“

 

Wie gut sind die Heilungsaussichten bei einer Wirbelsäulenoperation?

Dank der endoskopischen Wirbelsäulenchirurgie kommen die Patienten nach der Operation schnell wieder auf die Beine. Die kleinen Schnitte schmerzen deutlich weniger und es entstehen nur unauffällige Narben. Eine Entlassung ist in der Regel bereits nach 1-2 Tagen möglich. „Es ist herrlich anzusehen, wenn Patienten kurz nach der OP strahlend durch die Flure gehen , weil ihre jahrelangen Schmerzen endlich verschwunden sind“, berichtet Prof. Saxler. „Falls sie durch eine Spinalkanalstenose kaum noch gehen konnten, können sie bei der Reha ihre Strecken nach und nach wieder auf ein normales Maß verlängern.“ Bei Fusionsoperationen dauert die Genesung etwas länger. Hier bleiben Patienten sieben bis vierzehn Tage zur Beobachtung im Krankenhaus. „Die endoskopische Operation war eine großartige Revolution für die Wirbelsäulenchirurgie“, so Prof. Saxler. Große Hoffnungen setzt er nun in die Entwicklung patientenspezifischer Maßnahmen zur Positionierung von Schrauben in der Wirbelsäule, z.B. bei Patienten mit erheblichen Deformationen. Dazu werde auf Basis von CT- (Computertomographie) oder MRT- (Magnetresonanztomographie) Bildern ein 3D-Druck der Wirbelsäule angefertigt, an dem die individuelle Position der Schrauben präzise geplant werden kann.

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