Effektive Arthrosetherapie aus Eigenfett


Kniegelenksarthrose

Vor zwei Jahren hat Prof. Dr. med. Gerald Zimmermann, Spezialist für Orthopädie, Praxisinhaber und Chefarzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Theresienkrankenhaus Mannheim als einer der ersten Mediziner in Deutschland die Zulassung erhalten, sogenannte SVF-Zellen aus Bauchfett zur Therapie von Kniearthrosen zu verwenden. Mit großem Erfolg, wie er berichtet.

Interview: Susanne Amrhein, PRIMO MEDICO

 

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Verwendung von SVF-Zellen bei Kniearthrosen?

Prof. Zimmermann: „Wir haben diese Therapie in den vergangenen zwei Jahren regelmäßig durchgeführt und professionalisiert. Nicht selten behandeln wir beide Knie während einer Sitzung, die nur noch etwa zwei Stunden dauert. Anschließend fahren die meisten Patienten mit ihrem eigenen Auto nach Hause. Während der Bauchfett-Entnahme in örtlicher Betäubung messen wir die Anzahl der SVF-Zellen, dabei steht SVF für ‚Stromar Vascular Fraction’, eine Mischpopulation von Zellen in unserem Bauchfett mit regenerativen Eigenschaften. Durch Optimierung der SVF-Zellen-Entnahme können wir mittlerweile die doppelte Menge an Zellen gewinnen und so den Erfolg der Behandlung nochmals verbessern. Alle behandelten Patienten werden von uns in einer Studie kontrolliert. So dass wir auch wissenschaftlich fundiert nachweisen können, dass sich dank dieser Therapie signifikante Verbesserungen in der Funktion des Kniegelenks, der Schmerzbelastung und der Entzündungsreaktionen erreichen lassen.“

Wie genau funktioniert eine Kniegelenkstherapie mit SVF-Zellen?

Prof. Zimmermann: Durch einen nur 5-mm-kleinen Schnitt unterhalb des Bauchnabels werden in örtlicher Betäubung mit einer Kanüle etwa 50 Kubikzentimeter Bauchfett entnommen. Das entspricht etwa der Menge von sechs Esslöffeln. Bei dieser geringen Menge sieht man hinterher nicht, dass dort etwas fehlt. Der winzige Schnitt muss nicht genäht, sondern nur geklebt werden. Aus dem entnommenen Eigenfett werden dann die SVF-Zellen extrahiert und bereits eine Stunde später in das betroffene Kniegelenk gespritzt, wo sie die Verschleißbeschwerden stoppen und neuen, funktionsfähigen Knorpel bilden können. Dieser schnelle Ablauf sichert, dass wir bis zu 90 Prozent lebende Zellen erhalten und verabreichen können. Nach etwa zwei Stunden ist die Behandlung abgeschlossen.“

Wie schnell tritt eine Besserung der Beschwerden ein?

Prof. Zimmermann: „Wir freuen uns sehr darüber, dass viele Patienten bereits nach ein bis zwei Wochen eine deutliche Verbesserung spüren. Der Heilungs- bzw. Regenerationsprozess kann allerdings bis zu einem halben Jahr dauern.“

Für welche Patienten kommt die Therapie mit SVF-Zellen in Frage?

Prof. Zimmermann: „Es gibt kaum Einschränkungen. Fast alle Patienten mit einer Kniearthrose bzw. einer Entzündung im Kniegelenk können von dieser Therapie profitieren. Ich würde sie nicht primär bei Instabilitäten in Betracht ziehen. Hier sollten vielleicht zunächst andere Eingriffe bzw. Therapien erfolgen. Auch bei einem aktiven Tumorleiden oder anderen Grunderkrankungen ist es nicht ratsam. Von allen Anfragen, die ich von Patienten mit einer Entzündung oder Arthrose des Kniegelenks erhalten habe, musste ich allerdings noch keine einzige ablehnen.“

Werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen?

Prof. Dr. med. Gerald Zimmermann, Spezialist für Orthopädie

Prof. Zimmermann: „Bisher nicht konsequent. Es gibt einige private Krankenkassen, die aufgeschlossener sind. Zur Zeit verhandle ich gerade über Testreihen mit zwei großen Krankenkassen. Sofern diese zufriedenstellend verlaufen, würden sie die Therapiekosten in Zukunft vermutlich übernehmen. Allerdings muss man sagen, dass die Behandlung eines Knies ca. 3.200 Euro kostet. Sie liegt also in der Preisklasse von neuen exklusiven Winterreifen oder einer Urlaubsreise, für die man sich stattdessen allerdings einen erheblichen Rückgewinn von Lebensqualität erkauft.“

Kommt diese Methode der Arthrosebehandlung in Zukunft auch für andere Gelenke mit Verschleißerscheinungen in Frage?

Prof. Zimmermann: „In anderen außereuropäischen Ländern wird sie bereits für den gesamten Körper verwendet. Man muss bei der Antwort nicht spekulieren, es ist eine Frage der Zulassungsgeschwindigkeit. Ich arbeite seit vier Jahren an dieser Zulassung und hoffe auf eine Genehmigung für alle Gelenke des Körpers im kommenden Jahr.“

 

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