Profisportler muss man bändigen


Sportmedizin

Die Behandlung von Sportprofis stellt eine besondere Herausforderung dar: Verletzungen sollen möglichst ohne bleibende Schäden ausheilen – aber schnell, bitte!

Susanne Amrhein, PRIMO MEDICO

 

Muskel- und Bänderrisse gehören zu den häufigsten Verletzungen der Fußball-Profis. Die Liste der internationalen Top-Spieler, die aufgrund dieser oder ähnlicher Verletzungen gar nicht erst zur WM 2018 nach Russland fahren konnten, ist lang. Und das, obwohl Teamärzte, Physiotherapeuten und Fachspezialisten alles geben, um die Profis schnell wieder fit zu bekommen. Dr. med. Peter Schäferhoff ist Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin und ausgewiesener Spezialist für Schulter- und Kniechirurgie. Seit 22 Jahren, seit 1996,  betreut er den 1. FC Köln als Mannschaftsarzt und behandelt darüber hinaus internationale Leistungsträger verschiedener Sportarten. „Im Profisport ist der Erfolgsdruck für den behandelnden Arzt enorm hoch“, weiß Dr. Schäferhoff. „Natürlich ist mir bewusst, dass der betreffende Sportler möglichst schnell wieder einsatzbereit sein soll. Aber ich bin in erster Linie der Arzt des Spielers. Erst danach kommen die Belange des Vereins.“ Zu jedem Sportler gehören noch der persönliche Berater, Manager, Trainer, Physiotherapeuten und nicht zuletzt wird auch von Seiten der Medien häufig Druck aufgebaut. Als Arzt im Profisport bedarf es nicht nur Kompetenz, sondern auch Rückgrat, so Schäferhoff.

 

Schnellere Heilung für Sportprofis?

Der Vormarsch der minimal-invasiven Operationstechniken hat deutlich dazu beigetragen, dass anstehende chirurgische Eingriffe ihren Schrecken verloren haben. „Einen Kreuzbandriss musste man früher mit einem großen Schnitt freilegen. Danach gab es 6 Wochen Gips und dann war das Gelenk häufig steif. Heutzutage operieren wir häufig Kreuzbandrisse ambulant und minimal-invasiv. Nach nur zwei Wochen Teilbelastung kann man das Gelenk bereits wieder voll belasten. Fußball ist meist nach 6-8 Monaten wieder möglich“, erklärt Sportmediziner Schäferhoff. Genau wie bei allen anderen Patienten achtet er darauf, die Gesundheit und möglichst vollständige Genesung des Spielers in den Vordergrund zu stellen. Natürlich gibt es einige Maßnahmen, die eine Heilung beschleunigen können: „Wie bei einer Arthrose kann man auch bei Sportverletzungen eine ACP (Autologous Conditioned Plasma)-Eigenbluttherapie durchführen und die Behandlung und auch Physiotherapie damit effektiver gestalten.“ Bei Knorpelschäden fügt Dr. Schäferhoff im Rahmen einer Mikrofrakturierung gerne Wachstumsfaktoren (ACP) hinzu, die die Knorpelneubildung beschleunigen. „Ich habe einige Knorpelschäden von Fußballprofis der Bundesliga mit Hilfe der Mikrofrakturierung und ACP behandelt. Mit guten Erfolgen. Ein verletzter Spieler der zweiten Liga konnte sogar nach 13 Monaten einen neuen Vertrag unterschreiben, obwohl wir bei ihm sogar noch eine Achskorrektur vornehmen mussten.“ Andere „Wundermittel“ verwendet Dr. Schäferhoff nicht. Selbstverständlich hält er sich auf dem Laufenden, was neue Trends der Orthopädie und Sportmedizin betrifft. „Aber ich folge ihnen nicht zwangsläufig. Nur, wenn ich von der Wirksamkeit einer neuen Entwicklung tatsächlich überzeugt bin, mich selbst nach dieser Methode behandeln lassen würde, wende ich sie bei den Profisportlern auch an.“

 

Profisportler – diszipliniert bei Reha und Leistungsaufbau?

Egal welchen Druck Trainer, Verein oder auch die Medien aufbauen: Dr. Schäferhoff bestimmt, wann der Sportler wieder einsatzbereit ist. „Während manche Patienten über eine längere Zwangspause nicht unbedingt unglücklich sind, muss man Sportprofis eher bändigen“, schmunzelt Dr. Schäferhoff. „Mit dem Institut für funktionelle Diagnostik in Köln haben wir ein wunderbares Instrument an der Hand, weil wir hier genau messen können, wie weit die Biomechanik nach einer Verletzung wieder hergestellt ist. Wir können den Profis also nicht nur unsere Einschätzung, sondern verlässliche Daten präsentieren. Das überzeugt dann auch die ganz Ungeduldigen.“ Ansonsten wünscht er sich, dass sich auch seine normalen Patienten ein Beispiel an den Profisportlern nehmen, was Reha und Prävention von Verletzungen angeht. Die Sportler seien oft von ihrer Jugend an dazu erzogen worden, auf ihren Körper zu achten, weiß Dr. Schäferhoff: Sie dehnen sich vor und nach dem Sport, ernähren sich gesund, halten Trainingspläne ein und achten auf ihre Fitness, bevor sie sich einer Herausforderung stellen.

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