Sprunggelenksprothese (Künstliches Sprunggelenk)

Sie suchen eine Klinik oder einen Spezialisten für eine Sprunggelenksprothese? Hier finden Sie erfahrene Fachärzte und Zentren in Deutschland und der Schweiz sowie Informationen zu Vorteilen und Ablauf einer Operation Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns auf Ihre herausragende Spezialisierung im Bereich Sprunggelenksprothese überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.

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Informationen zum Bereich Sprunggelenksprothese

Was ist eine Sprunggelenksprothese?

Eine Sprunggelenksprothese ist ein künstliches Gelenk, das bei einer Gelenkschädigung des Sprunggelenks implantiert werden kann, um die schmerzfreie Beweglichkeit des Fußgelenks wiederherzustellen.

Das Sprunggelenk ist das Gelenk, das Unterschenkel und Fuß miteinander verbindet. Es lässt sich in ein oberes und ein unteres Sprunggelenk unterteilen und dient vor allem der Abrollbewegung des Fußes. Während das obere Sprunggelenk vor allem für die Streckung und Beugung des Fußes zuständig ist, dient das untere Sprunggelenk eher der seitlichen Beweglichkeit nach außen und innen. Beide Teilgelenke ermöglichen zusammen den Bewegungsradius des Fußes gegen den Unterschenkel.

Wird das Gelenk durch eine Krankheit oder eine Verletzung stark geschädigt, kann es durch ein künstliches Gelenk, eine Prothese, ersetzt werden. Diese orientiert sich an der Anatomie des natürlichen Gelenks, um Form und Funktion möglichst genau nachzubilden.

Bei welchen Krankheiten kann eine Sprunggelenksprothese sinnvoll sein?

Meist ist ein künstliches Sprunggelenk bei einer fortgeschrittenen Sprunggelenksarthrose notwendig. Eine Arthrose bezeichnet den Verschleißprozess eines Gelenkes, bei dem vor allem der Gelenkknorpel abgebaut wird und schließlich Anteile der Knochen bei der Bewegung schmerzhaft aneinanderreiben. Die Arthrose gehört zum normalen Alterungsprozess, kann aber dennoch bei den Betroffenen starke Gelenkschmerzen hervorrufen.

Verschiedene Faktoren und Erkrankungen können einen das altersübliche Maß weit übersteigenden Verschleiß eines Gelenks hervorrufen. Dabei wird der Gelenkknorpel so stark geschädigt, dass der normale Bewegungsablauf des Gelenks nicht mehr möglich ist oder dem Betroffenen Schmerzen bereitet.

Die Arthrose des oberen Sprunggelenkes äußert sich vor allem in Form von belastungsabhängigen Schmerzen, die typischerweise zu Beginn einer Bewegung und nach längerer Belastung auftreten. Ein fortgeschrittener Verschleiß des unteren Sprunggelenkes wird von den Betroffenen oft als Instabilitätsgefühl beschrieben.

Eine solche Arthrose kann verschiedene Ursachen haben: Frakturen, Bandverletzungen, Knochenfehlstellungen und systemische Erkrankungen spielen dabei die wichtigste Rolle. In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich bei einer Sprunggelenksarthrose, die einen Gelenkersatz erfordert, um eine sogenannte posttraumatische Arthrose, die sich in Folge einer Verletzung des Sprunggelenkes entwickelt.

Schreitet die Krankheit fort, werden Bewegungen zunehmend schmerzhaft, das Gangbild verändert sich und die Lebensqualität sinkt.

Konservative Therapien bei Arthrose im Sprunggelenk

Ist eine Sprunggelenksarthrose so weit fortgeschritten, dass sie zu einer merklichen Beeinträchtigung des Alltags führt, sollte eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Hierbei stehen grundsätzlich sowohl konservative als auch operative Maßnahmen zur Auswahl. In der Regel sollten jedoch erst die konservativen Maßnahmen ausgeschöpft werden, bevor eine Operation erwogen wird.

Ziel der Therapie einer Sprunggelenksarthrose ist die Linderung der Schmerzen und die Verbesserung der Beweglichkeit. Daher besteht die Basis der konservativen Behandlung in der Regel in einer medikamentösen Schmerztherapie. Hier werden bevorzugt entzündungshemmende Mittel eingesetzt, da sie zusätzlich den durch die Arthrose hervorgerufenen Reizzustand des Gelenkes lindern.

Des Weiteren kann Krankengymnastik verordnet werden, wodurch die das Gelenk umgebende Muskulatur ganz gezielt trainiert werden kann. Auch Bandagen oder spezielle Orthesen können zur Stabilisierung des Gelenkes sowie zur Schmerzreduktion beitragen.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, sollten chirurgische Verfahren erwogen werden. Je nach Ausmaß der Arthrose kann dabei zunächst eine Gelenkspiegelung (Sprunggelenksarthroskopie) als relativ kleiner Eingriff durchgeführt werden. Reicht diese Maßnahme nicht aus, kommen die Versteifung oder der Gelenkersatz in Frage.

Künstliches Sprunggelenk oder Sprunggelenksversteifung (Arthrodese)?

Wurden bis vor einigen Jahren noch die meisten Sprunggelenksarthrosen mit einer Arthrodese behandelt, gewinnen Prothesen dank verbesserter Materialien und Operationstechniken mehr und mehr an Bedeutung.

Der Vorteil der Prothese gegenüber der Gelenksversteifung liegt auf der Hand: Der künstliche Gelenkersatz erlaubt dem Patienten nahezu normale Bewegungsabläufe und einen natürlichen Gang – selbstverständlich schmerzfrei.

Auch die Gelenkversteifung nimmt den Betroffenen die Beschwerden, hat jedoch einen erheblichen Nachteil: das Gelenk kann nicht mehr seine Funktion erfüllen, diese muss von anderen Teilen des Fußes übernommen werden. Der veränderte Bewegungsablauf führt häufig zu Arthrosen anderer Gelenke, insbesondere der Fußgelenke, die nicht für die ungewohnte Belastung gemacht sind.

In bestimmten Fällen ist die Arthrodese dennoch Therapie der Wahl. Prothesen bieten im Vergleich eine geringere Stabilität gegenüber stoßweise einwirkenden Kräften. Bei Personen, die sehr aktiv entsprechende Sportarten (wie Kampfsport oder Fußball) ausüben, ist unter Umständen zunächst von einem künstlichen Sprunggelenksersatz abzusehen. Wird eine Arthrodese aber sehr schonend durchgeführt, ist ein künstlicher Gelenkersatz auch noch nach Jahren möglich.

Ob im individuellen Fall eher die Arthrodese oder der Gelenkersatz zu erwägen ist, hängt zudem auch davon ab, in welchem Teil des Sprunggelenkes der Verschleiß lokalisiert ist. Bislang existieren nur Endoprothesen zum Ersatz des oberen Sprunggelenkes. Daher verbleibt im Bereich des unteren Sprunggelenkes oft nur die Versteifung als Behandlungsoption.

Wie läuft die Implantation des künstlichen Sprunggelenks ab?

Vor einer Sprunggelenksprothesen-Operation müssen zahlreiche Voruntersuchungen durchgeführt werden. Wichtig ist dabei neben dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten dessen Knochendichte und -stabilität sowie die normale Ausrichtung des Sprunggelenks. Eine Fehlstellung sowie mangelnde Stabilität durch Muskel- oder Sehnendefekte stellen eine Kontraindikation für eine Operation dar.

Beim Eingriff selbst verschafft sich der Chirurg von vorn Zugang zum Gelenk. Der Gelenkknorpel wird entfernt und die beteiligten Knochen leicht reseziert, um optimale Platz- und Anpassungsverhältnisse für die Prothese zu schaffen.

Das künstliche Sprunggelenk selbst wird mit Schrauben an den Knochen fixiert. Mit der Zeit bilden sich nun dünne Bälkchen, die von Sprungbein, Schienenbein und Wadenbein gebildet werden und mit der rauen Oberfläche der Prothese verwachsen.

Neuste Sprunggelenksprothesen versprechen eine verbesserte Anforderung an die komplexen Bewegungsabläufe und eine längere Haltbarkeit des Gelenksersatzes im Fuß. Lesen Sie dazu ein Interview mit Prof. Valderrabano.

Nachsorge und Rehabilitation

Beim Einsatz einer Sprunggelenksprothese handelt es sich um einen Eingriff, der einen stationären Aufenthalt notwendig macht. In der Regel verbleiben die Patienten für etwa 5-7 Tage im Krankenhaus. Der Vorteil liegt darin, dass die Wundheilung gerade in der frühen Phase nach der Operation regelmäßig kontrolliert werden kann. Zudem sollte das Sprunggelenk zunächst weitestgehend entlastet werden.

Meist finden noch während des Krankenhausaufenthaltes die ersten Lymphdrainage-Anwendungen statt. Diese spezielle Behandlung fördert den Lymphabfluss aus dem betroffenen Gelenk und verbessert somit den Rückgang der Schwellung.

Nach etwa 14 Tagen kann der Fuß in einem speziellen Schuh langsam belastet werden, der weitere 6-8 Wochen getragen werden muss. Im Rahmen regelmäßiger physiotherapeutischer Behandlungen kann die Belastung des Fußes dann zunehmend gesteigert werden. Die vollständige Rehabilitation dauert – abhängig von der Gesundheit des Patienten – ca. 12 Wochen. Um den Genesungsprozess stetig zu kontrollieren und therapeutische Maßnahmen gegebenenfalls anzupassen, finden regelmäßige klinische und radiologische Kontrolluntersuchungen statt.

Grundsätzlich besteht nach der Implantation eines künstlichen Sprunggelenkes die Möglichkeit einer ambulanten oder stationären Rehamaßnahme. Diese muss jedoch bei der zuständigen Krankenkasse beantragt werden. Die Rehamaßnahme unterstützt Patienten beim Wiedereinstieg in den beruflichen und sozialen Alltag. Unter fachkundiger Anleitung wird hier der Umgang mit dem künstlichen Gelenk erlernt und das Bewegungsausmaß schrittweise gesteigert.

Welche Tätigkeiten sind mit einem künstlichen Sprunggelenk möglich und welche nicht?

Nach der Eingliederung einer Sprunggelenksprothese kann der Patient alle alltagsüblichen Aktivitäten sowie die meisten Sportarten ausüben. Die einzige Ausnahme stellen dabei Sportarten dar, die mit abrupten, heftigen Krafteinwirkungen auf das Gelenk, Sprints oder schnellen Belastungswechseln einhergehen. Abzuraten ist daher von Kampsport, Fußball, Tennis, Handball und dergleichen.

Grad der Behinderung bei künstlichem Sprunggelenk

Ein sogenannter Grad der Behinderung drückt aus, wie sehr ein Mensch durch eine bestimmte Behinderung körperlich, seelisch, geistig und sozial eingeschränkt ist. Dieser wird nach entsprechender Beantragung beim zuständigen Versorgungsamt durch einen ärztlichen Gutachter festgelegt. Der Grad der Behinderung kann einen Wert zwischen 20 und 100 annehmen. Je nach Höhe erhalten die Betroffenen bestimmte Nachteilsausgleiche; das kann beispielsweise ein besonderer Kündigungsschutz oder ein veränderter Rentenanspruch sein.

Obwohl zur Festlegung des Grades der Behinderung bestimmte Versorgungsmedizinische Grundsätze zur Orientierung festgelegt wurden, handelt es sich stets um eine individuelle Einschätzung, sodass dieser nicht pauschal angegeben werden kann. Der Grad der Behinderung bei Vorhandensein eines künstlichen Sprunggelenkes variiert je nach Ausmaß der Bewegungseinschränkung sehr stark. Er liegt in der Regel in einem Bereich von etwa 20 bis maximal 40.

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Welche Fachärzte sind Spezialisten für ein künstliches Sprunggelenk?

Wer ein künstliches Sprunggelenk benötigt, möchte für sich die beste medizinische Versorgung. Darum fragt sich der Patient, wo finde ich die beste Klinik für ein künstliches Sprunggelenk?

Da diese Frage objektiv nicht zu beantworten ist und ein seriöser Arzt nie behaupten würde, dass er der beste Arzt ist, kann man sich nur auf die Erfahrung eines Arztes verlassen. Je mehr Sprunggelenksprothesen Operationen ein Arzt durchführt, desto erfahrener wird er in seinem Spezialgebiet.

Somit sind Spezialisten für ein künstliches Sprunggelenk Orthopäden, die sich auf die Endoprothetik Versorgung des Sprunggelenks spezialisiert haben. Durch ihre Erfahrung und langjährige Tätigkeit als Orthopäden mit dem Schwerpunkt Sporttraumatologie und Fußchirurgie sind sie für die Durchführung einer Sprunggelenks-OP der richtige Ansprechpartner.

Autor: PRIMO MEDICO Redaktion | Erstellt am 16.10.2016 | Zuletzt aktualisiert 17.02.2020

Quellen:

  • https://www.schmerzklinik.ch/de/actualites/20180523-artikel-baz-prof-valderrabano-sprungelenk
  • https://gelenk-klinik.de/orthopaedische-operation/sprunggelenksoperation/sprunggelenks-endoprothese.html
  • https://gelenk-doktor.de/sprunggelenk/sprunggelenksprothese.html#alternativen
  • Peter Engelhardt, Reinhard Schuh, Axel Wanivenhaus: Orthopädische Fußchirurgie. 2. Auflage. Springer-Verlag 2018.
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Broschueren/k710-anhaltspunkte-fuer-die-aerztliche-gutachtertaetigkeit.html
  • Sozialverband VdK Deutschland e.V. https://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/behinderung/9216/grad_der_behinderung_gdb?dscc=essenc

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