Wirbelsäulentumoren

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Informationen zum Bereich Wirbelsäulentumoren

Was sind Wirbelsäulentumoren?

Ein Tumor bezeichnet im wörtlichen Sinn die Zunahme des Volumens eines Gewebes im Körper. Dabei können unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Umgangssprachlich verwendet man den Begriff meistens, um eine Krebserkrankung zu beschreiben. Genauer gesagt liegt bei einer Krebserkrankung jedoch ein bösartiger Tumor vor, der deutlich von einem gutartigen Tumor unterschieden werden muss.

Unter Wirbelsäulentumoren versteht man also Raumforderungen, die in der Wirbelsäule liegen und in gutartig und bösartig unterschieden werden müssen. Dabei kann es sich um primäre Tumore, die direkt in der Wirbelsäule entstehen, und sekundäre Tumore handeln, die ihren Ursprung in anderen Geweben haben und durch eingeschwemmte Tumorzellen entstanden sind. Man spricht dabei von Metastasen.

Obwohl gutartige Knochentumore insgesamt deutlich häufiger vorkommen als bösartige, sind die häufigsten Tumore im Bereich der Wirbelsäule Metastasen. In diesem Fall muss immer der Ursprung der Krebszellen ermittelt werden, sodass eine adäquate Therapie eingeleitet werden kann.

Je nach Charakter, Lokalisation und vor allem Wachstumsgeschwindigkeit sollten Wirbelsäulentumore schnell behandelt werden, da die Gefahr bestehen kann, dass die Tumore das im knöchernen Wirbelkanal verlaufende Rückenmark und die daraus austretenden Nerven bedrängen kann. Gefühlsstörungen, schlaffe oder vollständige Lähmungen von Muskeln bilden daher wichtige Warnsymptome.

Welche Tumore der Wirbelsäule gibt es?

Die primären Wirbelsäulentumore sind relativ selten. Sie entstehen aus Zellen der Wirbelkörper und wachen sehr langsam. Allgemein können die Tumore aus Zellen des Knochens, des Knorpels, der Blutgefäße, des Bindegewebes und der Blutzellen entstehen.

Gutartige Tumoren der Wirbelsäule

Gutartige Tumore sind gut vom umliegenden Gewebe abgrenzbar, wachsen und verdrängen dieses nur langsam. Außerdem metastasieren sie nicht in andere Gewebe. Zu den gutartigen Wirbelsäulentumoren werden unter anderem gezählt:

Bösartige Wirbelsäulentumoren

Bösartige Tumore wachsen in der Regel schnell und infiltrierend. Das heißt, sie bedrängen andere Gewebe und wachsen in diese hinein, sodass die Gewebe ihrer ursprünglichen Funktion nicht mehr nachgehen können. Zudem können die Zellen sich auch über Blut- oder Lymphbahnen in andere Körperbereiche ausbreiten.

Zu den bösartigen Wirbelsäulentumoren werden unter anderem gezählt:

Wirbelsäulenmetastasen

Metastasen treten im Bereich der Wirbelsäule im Gegensatz zu primären Tumoren relativ häufig auf. Im Unterschied zu den meisten primären Tumoren sind die Metastasen oft invasiv und destruktiv, das heißt sie zerstören den Wirbelkörper und führen so zu Instabilitäten und Deformitäten der Wirbelsäule.

Die häufigsten Tumorarten, die in die Wirbelsäule metastasieren sind: Brustkrebs , Prostatakarzinom , Lungenkrebs ,  Schilddrüsenkrebs und Nierenkrebs . Das Multiple Myelom ist jedoch der am häufigsten knöchern metastasierende Tumor. Dabei handelt es sich um ein Non-Hodgkin-Lymphom, also eine Krebserkrankung bestimmter Immunzellen (B-Lymphozyten).

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Was sind Ursachen und Risikofaktoren für Wirbelsäulentumore?

Auch bezüglich der Ursache muss zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren unterschieden werden. Für gutartige Tumore kann in den allermeisten Fällen keine genaue Ursache identifiziert werden, sodass diese oft unbekannt bleibt.

Bei bösartigen primären Tumoren der Wirbelsäule kann ebenfalls nur selten eine Ursache ermittelt werden. In einigen Tumorzellen können bestimmte genetische Anomalien vorliegen. Diese können angeboren oder auch im Laufe des Lebens erworben werden. Grundsätzlich entstehen bösartige Tumore durch die Entartung von Zellen aufgrund verschiedener Mutationen im Erbgut, sodass die Zellen unabhängig von äußeren Signalen wachsen und sich ausbreiten.

Wirbelsäulenmetastasen stammen aus Krebszellen anderer Gewebe und wandern über Blut- oder Lymphgefäße in die Wirbelsäule ein. Obwohl auch bei Krebserkrankungen außerhalb des Knochengewebes oft die genaue Ursache unbekannt bleibt, so konnten verschiedene Risikofaktoren identifiziert werden, bei deren Vorliegen die bösartige Veränderung der Zellen begünstigt wird.

Zu diesen Risikofaktoren gehören eine ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung und einer unausgewogenen Ernährung. Auch Stress kann die Entstehung verschiedener Erkrankungen begünstigen. Für viele Krebserkrankungen gilt auch Rauchen oder ein übermäßiger Alkoholkonsum als Risikofaktor.

Bei Risikofaktoren ist jedoch immer zu beachten, dass diese die Krankheitsentstehung zwar begünstigen können, das alleinige Vorliegen jedoch niemals zwangsläufig zur Entwicklung bösartiger Tumore führen muss.

Symptome und Häufigkeit von Wirbelsäulentumoren

Primäre Tumore der Wirbelsäule können länger symptomfrei bleiben und werden oft nur zufällig entdeckt, zum Beispiel im Rahmen einer Bildgebung aufgrund anderer Beschwerden. Das häufigste und erste Symptom bei Wirbelsäulenmetastasen sind Schmerzen. Diese können nicht nur im befallenen Segment der Wirbelsäule auftreten, sondern auch in die Körperregionen, die durch die entsprechenden Nerven aus der Wirbelsäule versorgt werden, ausstrahlen. Die Schmerzen entstehen durch die Schädigung der Knochenhaut der Wirbelkörper, die auch als Periost bezeichnet wird. Im Gegensatz zum Knochen selbst ist diese sehr schmerzempfindlich.

Die durch die eingedrungenen Krebszellen verursachte Entzündungsreaktion fördert die Schmerzen weiter. Einige Metastasen verursachen einen Umbau- oder Auflösungsprozess an den Wirbelkörpern, sodass Calcium ins Blut freigegeben wird. Der hohe Calciumspiegel kann zu Funktionsstörungen der Niere oder auch zu Herzrhythmusstörungen führen.

Größere Tumore der knöchernen Anteile der Wirbelsäule führen zu einer Instabilität. Hierdurch kann es auch durch geringe Krafteinwirkung zu Frakturen kommen. Bei jeglichen Frakturen, bei denen kein adäquates Trauma identifiziert werden kann, muss daher das Vorliegen von Tumoren ausgeschlossen werden.

Bei einer Bedrängung von Nervengewebe im Bereich der Wirbelsäule können Gefühlsstörungen oder Lähmungen auftreten. Auch bei Entleerungsstörungen der Blase oder des Darms kann ein bedrängender Tumor in der Wirbelsäule als Ursache vorliegen.

Wie wird ein Wirbelsäulentumor diagnostiziert?

Da viele Wirbelsäulentumore nur langsam wachsen und keine Symptome verursachen, werden die Tumore nur zufällig entdeckt. Dies kann beispielsweise bei der Diagnostik von Rückenschmerzen im Rahmen einer Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchung der Fall sein. Dann muss jeweils entschieden werden, ob der Tumor lediglich als Zufallsbefund gewertet wird oder auch selbst die Ursache der Beschwerden darstellt.

Bildgebende Verfahren, in denen das Knochengewebe besonders gut dargestellt werden kann, sind Röntgen- und CT-Untersuchungen. Hierdurch können also Tumore der knöchernen Wirbelsäule beurteilt werden. Die MRT-Untersuchung eignet sich gut für die Darstellung der umgebenden Weichteile, sodass Tumore des Knorpels oder Nervengewebe hier besser untersucht werden können.

Besteht durch die Bildgebung der Verdacht auf das Vorliegen von bösartigen primären Tumoren, dann muss im Rahmen der Diagnostik auch nach Absiedelungen in anderen Geweben gesucht werden. Hier kommt beispielsweise die Lunge als Metastasierungsort in Frage. Andersherum liegt der Fokus bei Wirbelsäulenmetastasen auf der Suche des Primärtumors in anderen Organen.

Behandlung von Wirbelsäulentumoren und Metastasen

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie (Radiotherapie) ist neben der Operation  und Chemotherapie eine der drei Grundpfeiler der Krebstherapie. Bei dieser Methode werden die Krebszellen mithilfe ionisierender Strahlung oder Teilchenstrahlung zerstört. Die Strahlung schädigt die DNA der Zellen soweit, dass diese untergehen. Somit können Tumore verkleinert oder sogar gänzlich therapiert werden.

Protonentherapie

Die Protonentherapie ist ein besonders präzises Verfahren der Strahlentherapie, das eine neue schonende Möglichkeit darstellt, Krebs zu behandeln. In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass Patienten mit Chondromen und Chondrosarkomen von dieser Art der Strahlentherapie profitieren können.

Operation

Die operative Entfernung des Tumors bildet die dritte Säule der Krebstherapie . Sie kann auch diagnostischen Wert haben, zum Beispiel können Proben des Tumors entnommen und unter dem Mikroskop untersucht werden. Tumore, die sich gegenüber dem Rückenmark gut abgrenzen, können meist gut entfernt werden.

Radiochirurgie

Eine weitere mögliche Therapie von Wirbelsäulentumoren ist die Cyberknife Bestrahlung. Durch die präzise Radiochirurgie kann der Tumor im Gegensatz zur herkömmlichen Strahlentherapie hochdosiert in einer meist einmaligen Anwendung erfolgreich zerstört werden. Das gesunde, empfindliche Gewebe im Bereich der Wirbelsäule und des Rückenmarks wird dabei weitestgehend geschont. Für die Durchführung gelten strenge Kriterien, die im Vorfeld geprüft werden müssen.

Grundsätzlich richtet sich die Therapie nach der Art des Tumors sowie nach den individuellen Patientengegebenheiten. Nach einer ausführlichen Diagnostik entscheiden dann Arzt und Patient gemeinsam, welche Therapie im jeweiligen Fall angestrebt werden soll.

Wie sieht die Rehabilitation und Nachsorge nach der Behandlung von Wirbelsäulentumoren aus?

Je nach Therapie eines Wirbelsäulentumors wird im Anschluss ein bestimmtes Nachsorgeschema angewandt. Da es sich in den meisten Fällen um Metastasen handelt, wird nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung in regelmäßigen Abständen kontrolliert, ob sich wieder Krebszellen nachweisen lassen. Man spricht dabei von einem sogenannten Rezidiv. Bei Rezidiven bestimmter Krebserkrankungen wird dann auch die Wirbelsäule auf Metastasen untersucht.

Ist es durch einen Knochentumor zu Frakturen an Wirbelkörpern gekommen, dann kann gegebenenfalls eine Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll sein. Dabei erhalten die Patienten verschiedene intensive Therapien, um den Wiedereinstieg in den beruflichen und sozialen Alltag zu erleichtern.

Grundsätzlich lässt sich eine allgemeine Aussage zur Rehabilitation und Nachsorge nach der Behandlung von Tumoren der Wirbelsäule nur schwer treffen, da die Maßnahmen nicht nur von der Art des Tumors und der Therapie abhängig sind, sondern oft auch durch ganz individuelle Faktoren beeinflusst werden.

Heilungschancen bei Wirbelsäulentumoren

Die Heilungschancen sind sehr individuell und richten sich unter anderem nach:

  • Zeitpunkt der Erstdiagnose

  • Art des Tumors

  • Ausbreitung des Tumors

  • Größe des Tumors

  • Alter und Allgemeinzustand des Patienten

  • Ansprechen auf Behandlungsmethode

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Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten für die Behandlung von Wirbelsäulentumoren?

Da es sich in den meisten Fällen bei Wirbelsäulentumoren um Metastasen von Primärtumoren aus anderen Körpergeweben handelt, werden die Tumore meist von Fachärzten der Gynäkologie oder Urologie entdeckt, da sich der Primärtumor oft in der Brust, Prostata oder Niere befindet. Grundsätzlich sind Fachärzte für Onkologie auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert.

Die Operation an der Wirbelsäule wird von Fachärzten der Neurochirurgie durchgeführt. Ärzte der Fachrichtung Strahlentherapie und Radioonkologie kümmern sich um die Bestrahlung des Wirbelsäulentumors. In sogenannten Tumorboards der jeweiligen Kliniken und Universitätskliniken treffen sich Ärzte der verschiedenen Fachrichtungen und besprechen den Patientenfall, um einen individuellen und interdisziplinären Therapieplan festzulegen.

Wir helfen Ihnen, einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden. Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns auf Ihre herausragende Spezialisierung im Bereich Wirbelsäulentumoren überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.

Quellen:

  • Wannemacher et al. (Hrsg.): Strahlentherapie. 2. Auflage. Springer 2013, ISBN 3-540-88304-5.

  • Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Springer 2012, ISBN 978-3-642-33107-7.

  • Wirth et al.: Facharztprüfung Orthopädie und Unfallchirurgie, 1000 kommentierte Prüfungsfragen. 2. Auflage. Thieme 2013, ISBN 978-3-131-40652-1.

  • Grifka, Krämer: Orthopädie Unfallchirurgie. 9. Auflage. Springer 2013, ISBN 978-3-642-28875-3

  • Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN 978-3-981-46602-7.

  • Böcker et al.: Pathologie. 3. Auflage. Urban & Fischer 2004, ISBN 3-437-44470-0.

  • Joachim Grifka: Orthopädie, Unfallchirurgie. 10. Auflage. Springer-Verlag 2021. ISBN 978-3-662-60519-6

  • Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner: https://next.amboss.com/de/article/HQ0Kxf?q=maligne%20knochentumoren

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