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Informationen zum Bereich Hämangiome

Nach der komplikationslosen Geburt eines Kindes befinden sich die Eltern gewöhnlich wie in einer anderen Welt. Alles dreht sich um das Neugeborene. ...

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Informationen zum Bereich Hämangiome

Nach der komplikationslosen Geburt eines Kindes befinden sich die Eltern gewöhnlich wie in einer anderen Welt. Alles dreht sich um das Neugeborene. Es wird in den ersten Tagen ausführlich und liebevoll von den Eltern begutachtet und von Ärzten untersucht.

Bei jedem zehnten Kind fallen in den Tagen und Monaten nach der Geburt sogenannte Blutschwämme (Hämangiome) auf. Hierbei handelt es sich um eine gutartige Ansammlung von Gefäßknäuel die hauptsächlich Hals und Kopf (60%) aber auch die restliche Haut und verschiedene Organe wie Leber oder Gehirn betreffen kann.

Diese roten schwammartigen Male können zwischen der Form einer Erbse und einer Faust jegliche Größe annehmen. Es ist der häufigste gutartige Tumor (Geschwulst) im Kindesalter. Mädchen sind dreimal so häufig davon betroffen wie Jungs.

Meist nehmen die Hämangiome im ersten Lebensjahr deutlich an Größe zu, bilden sich dann aber zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr wieder zurück.

Seltene Formen können auch im Erwachsenenalter auftreten, beispielsweise nach Hautverletzungen oder im Alter als kleine punktförmige Blutschwämmchen (senile Hämangiome)

Treten vermehrt Hämangiome auf, spricht man von einer Hämangiomatose.

Es gibt zwei Formen von Hämangiomen:

Das kapilläre Hämangiom (30-40% der Fälle) ist angeboren (bei Geburt vorhanden) und ist aus kleinsten Blutgefäßen aufgebaut. Das kavernöse Hämangiom entsteht meist in den ersten Lebenstagen und ist mit weiten Blutgefäßen (Kaverne=Hohlraum) durchsetzt.

Eine bösartige Entartung ist möglich, kommt aber nur in seltenen Ausnahmefällen vor.

Was sind die Ursachen für Hämangiome?

Bisher sind nicht alle Informationen über Hämangiome bekannt. Was man aber weiß ist: Hämangiome sind meistens schon vor der Geburt angelegt und somit angeboren (aber nicht vererbt!). Es handelt sich um einen embryonalen Tumor (Geschwulst der vorgeburtlichen Entwicklung) mit einer begrenzten Wachstumsphase und Lebensdauer.

Wissenschaftler vermuten die Herkunft der schnell wachsenden Gefäßzellen im Mutterkuchen der Frau. Besonders die Embryonalphase des Nachwuchses ist eine Zeit des Wachstums, dabei hören die Gefäßzellen des Hämangioms aber nicht bei einer bestimmten Größe mit dem Wachstum auf, sondern fahren 6-9 Monate nach Geburt damit fort. Dies ähnelt dem Verhalten des Mutterkuchens.

 Der Mutterkuchen besteht aus schnell wachsenden Blutgefäßen, welche sich bis zur Geburt des Kindes immer weiter entwickeln um den Nachwuchs mit genügend Blut mitsamt der Lebenswichtigen Bestandteile versorgen zu können. Nach den 9 Monaten Schwangerschaft, sterben die Mutterkuchengefäßzellen ab.

Neben den sporadischen Hämangiomen gibt es auch verschiedene Krankheitsbilder, die mit einem vermehrten Auftreten assoziiert sind. Dazu gehören unter anderem das Mafucci-Syndrom und das Kasabach-Merritt-Syndrom. Hier kommt es zu vielen Hämangiomen mit Haut- und Organbeteiligung und verschiedenen anderen Defekten.

Was sind die Symptome dieser Erkrankung?

Die Hämangiome (Blutschwämmchen) sind meist symptomlos und stören (außer kosmetisch) den Betroffenen nicht.

Je nach Größe und Sitz können sie bei vermehrter Reibung (z.B. im Achselbereich) leicht Bluten, druckempfindlich sein oder Schmerzen verursachen.

In seltenen Fällen ist ein Hämangiom (oder mehrere) so groß, dass es Auswirkungen auf den Kreislauf  haben kann.

Aber auch die Lage des Hämangioms kann störend sein. Ein Hämangiom im Nasenbereich kann beim Säugling zur Erschwerung der Atmung führen (da Säuglinge bis zu einem gewissen Alter nur durch die Nase atmen können). Große Hämangiome im Mundbereich können das Trinkverhalten das Säuglings einschränken und Hämangiome im Augenbereich können das Sehverhalten enorm einschränken.

Was sind die Diagnoseverfahren?

Bei Hämangiomen reicht die genaue Untersuchung des Kinderarztes oder Hautarztes. Es ist somit eine Blickdiagnose. Man erkennt sie durch ihre Form, wobei man bei genauem Betrachten die Gefäßknäuel erkennen kann, die hellrote bis blaue Verfärbung je nachdem wie tief sie in der Haut liegen, sie können erhaben oder flach sein und nehmen in der Größe zu.

Hämangiome die im Inneren des Körpers liegen sind meist Zufallsdiagnose, wie beim Leberhämangiom, das oft bei Ultraschalluntersuchungen entdeckt wird.

Wie werden Hämangiome behandelt?

In den meisten Fällen kann die eigenständige Rückbildung abgewartet werden.

Sollte aufgrund von Funktionsstörungen (Atembehinderung, Trinkbehinderung, Sehbehinderung) ein frühzeitiges Eingreifen notwendig sein, um die normale Kindesentwicklung nicht zu behindern, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten.

Zu den operativen Varianten gehören die Lasertherapie und Kryotherapie (Vereisung).

Aber auch konservative Behandlungsmethoden sind möglich.

Durch die Kortisonbehandlung (3-4 Wochen) kann das Hämangiom deutlich in seiner Größe reduziert oder ganz zum Verschwinden gebracht werden. Sollte es nötig sein, kann die Behandlung auch wiederholt werden.

Sehr erfolgsversprechen ist auch der Einsatz von Betablockern. Dabei handelt es sich eigentlich um ein Herzmedikament, welches zur Verengung von Gefäßen führt. 

Bei langsam gesteigerter Dosis sollten Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen verhindert werden können. 

Führen all diese Methoden zu keiner Besserung, kann auf Interferon-Alpha (ein Medikament aus der Tumortherapie, welches das Zellwachstum verhindert) zürückgegriffen werden.

Was sind die Prognosen und Krankheitsverläufe bei Hämangiomen?

Das Hämangiom ist eine gutartige Erkrankung, welche nur selten zu Komplikationen führt. In den meisten Fällen bildet es sich nach wenigen Jahren vollständig zurück.

In seltenen Fällen bleiben kleine Narben oder Hautbereiche mit sichtbaren Gefäßerweiterungen (Teleangiektasie) bestehen. Behaarte Stellen können manchmal nach Rückbildung kahl bleiben.

Der Krankheitsverlauf lässt sich in drei Stadien einteilen: Wachstumsphase (6-9 Monate), Stillstandphase (unklare Dauer), Rückbildungsphase.

Sollten Sie weitere Fragen bezüglich der Behandlung von Hämangiomen haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren behandelnden Kinderarzt oder Hautarzt.

 

Quellen:

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/006-100l_S2k_Haemangiome_112012-122014.pdf

http://www.stern.de/gesundheit/haut/erkrankungen/blutschwamm-wenn-aderknaeuel-in-der-haut-wachsen-638935.html

Augustin, Matthias; Jung, Ernst G.; Moll, Ingrid (2010): Dermatologie. 104 Tabellen ; [mit Blickdiagnosen und Quizfragen auf CD-ROM]. 7., komplett überarb. und erw. Aufl. Stuttgart: Thieme (Duale Reihe).

Rassner, Gernot (2009): Dermatologie. Lehrbuch und Atlas. 9., durchges. und aktualisierte Aufl. München: Elsevier, Urban & Fischer.


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