Protonentherapie: Vorteile, Kosten und Spezialisten in Deutschland und der Schweiz

spezialisierte Ärzte und medizinische Zentren für Protonentherapie

Informationen zum Bereich Protonentherapie

Was ist Protonentherapie?

Die Protonentherapie ist eine Art der Strahlentherapie und dient der Behandlung von Tumoren. Dabei werden Protonen, also positiv geladene ...

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Informationen zum Bereich Protonentherapie

Was ist Protonentherapie?

Die Protonentherapie ist eine Art der Strahlentherapie und dient der Behandlung von Tumoren. Dabei werden Protonen, also positiv geladene Atombestandteile, erzeugt, sehr stark beschleunigt, und auf das Zielgewebe geschossen. Beim Eindringen in den Körper werden sie abgebremst und können ihre Energie direkt auf die Tumorzellen übertragen und sie so abtöten. Dadurch treten bei der Protonentherapie nur wenige Nebenwirkungen auf.

Wie läuft die Protonenbestrahlung ab?

Bei der Protonentherapie werden Protonen mit Hilfe eines Teilchenbeschleunigers auf ca. 180.000 km/h beschleunigt und zielgenau auf das Gewebe geschossen. Dabei lässt sich nicht nur die Richtung des Protonenstrahls lenken, sondern auch, wie weit er in den Körper des Patienten eindringen soll. Der Patient liegt dazu auf einer Liege unter dem Gerät.

Die Protonen dringen in die vorher berechnete Tiefe in den Körper ein. Auf dem Weg durch den Körper werden die Teilchen abgebremst. Aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften geben sie mehr Energie ab, je langsamer sie werden. Diese Energie ist auf dem Weg zum zu bestrahlenden Gewebe sehr gering, steigt aber explosionsartig an, sobald die Teilchen ihr Ziel erreicht haben, ein Phänomen, das als „bragg-peak“ bezeichnet wird.

Welche Vorteile hat die Protonentherapie gegenüber konventioneller Bestrahlung?

Die so erzeugte Protonenstrahlung funktioniert nach einem grundlegend anderen Prinzip als die konventionelle Strahlentherapie mit Röntgen- bzw. Photonenstrahlung. Bei Photonenstrahlung handelt es sich um elektromagnetische Wellen, deren Richtung sich zwar sehr genau steuern lässt, die aber stets den ganzen Körper durchdringen. Die Reichweite lässt sich nicht kontrollieren. Dadurch wird auch vor und hinter dem Tumor Energie abgegeben. Gesundes Gewebe wird unnötig bestrahlt.

Protonenstrahlung dagegen kann in drei Dimensionen gelenkt werden, das heißt, ihre Eindringtiefe in das Gewebe kann auf die zu behandelnde Region abgestimmt werden. Dadurch konzentriert sich die abgegebene Energie auf den Bereich, in dem der Tumor lokalisiert ist und kann ihn zielgenau zerstören. Die Strahlung, die von den Protonen ausgeht, greift die DNA der Tumorzellen an und bringt sie zum Absterben. Das übrige Gewebe wird aber geschont. Dadurch kann die Strahlendosis, die auf das Tumorgewebe einwirkt, erhöht werden, während die Strahlenbelastung für das gesunde Gewebe sinkt.

Welchen Krebsarten können durch die Protonenbestrahlung behandelt werden?

Der Einsatzschwerpunkt der Protonentherapie ist die Behandlung von Krebserkrankungen. Prinzipiell ist die Protonentherapie auf alle Tumorarten anwendbar, die auch konventionell bestrahlt werden können. Für bestimmte Tumorarten oder Lokalisationen birgt die herkömmliche Bestrahlung aber erhebliche Risiken:

Protonenbestrahlung schont benachbartes gesundes Gewebe

Besonders indiziert ist eine Protonentherapie, wenn ein Tumor in enger räumlicher Beziehung zu empfindlichem und wichtigem Gewebe steht. Dies ist beispielsweise bei folgenden Krebsarten der Fall:

  • Tumoren im Kopf und Halsbereich
  • Hirntumoren
  • Augentumoren
  • Schilddrüsentumoren
  • Beckentumoren
  • Wirbelsäulentumoren
  • Speicheldrüsentumoren

Bei konventioneller Bestrahlung wird gesundes, funktionell wichtiges Gewebe geschädigt. Die Patienten leiden häufig unter den Folgen einer Bestrahlung, wie Mundtrockenheit bei Schädigung der Speicheldrüsen. Bei Tumoren in der Wirbelsäule besteht die Gefahr einer Schädigung des Rückenmarks.

Protonentherapie bei Prostatakrebs

Auch für kleine Organe, in denen ein Tumor gezielt angegriffen werden soll, ohne die Funktion des Organs zu beeinträchtigen, bietet die Protonentherapie gute Möglichkeiten. Im Falle des Prostatatumors beispielsweise, ermöglicht die Protonentherapie den Erhalt von möglichst viel gesundem Gewebe - eine deutliche Steigerung der Lebensqualität.

Protonenbestrahlung bei Kindern

Kinder sollten nach Möglichkeit nur mit Protonen und nicht konventionell bestrahlt werden. Das Risiko der Schädigung von Strukturen, die sich noch im Wachstum befinden, wie knöcherne Wachstumsfugen oder Organe, wird dadurch gesenkt.

Standorte für Protonentherapie in Deutschland, Österreich und der Schweiz

In Deutschland gibt es zurzeit fünf Protonentherapiezentren: In Essen, Heidelberg, München, Dresden und Berlin. Weitere Zentren in Gießen/Marburg, Köln/Bonn/Aachen, sowie in Hamburg/Schleswig Holstein befinden sich in Planung. Weitere Zentren im Deutschsprachigen Raum befinden sich in Wien und Villigen (Schweiz).

Kostenübernahme bei Protonentherapie

Die Kostenübernahme der Protonenbestrahlung durch die Krankenkassen muss immer vor Ort mit dem zuständigen Protonentherapiezentrum besprochen werden. Mit einigen gesetzlichen Krankenkassen bestehen Versorgungsverträge. Zunächst müssen die behandelnden Ärzte die Notwendigkeit und die Vorteile einer Protonenbestrahlung feststellen. Sollte ein Versorgungsvertrag mit der Krankenkasse bestehen, werden die Kosten vollständig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. In Einzelfällen wird der MDK (Medizinische Dienst der Krankenkassen) eingeschaltet. Für Privatpatienten und Selbstzahler wird in der Regel ein individueller Kostenvoranschlag erstellt.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Protonentherapie#Bestehende_Einrichtungen

http://mit-marburg.de/arzt-patienteninformationen/therapieanlagen-weltweit/

https://www.wpe-uk.de/patienten/behandlung-von-kindern/

http://www.rptc.de/de/protonentherapie/bestrahlung-mit-protonen.html

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/HIT.123830.0.html

http://www.krebsprotontherapie.de/vorteile-der-protonentherapie/

 


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