Herzrhythmusstörungen: Ursachen, Behandlung & Spezialisten in Deutschland und der Schweiz

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Informationen zum Bereich Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen

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Herzrhythmusstörungen

Sie suchen einen erfahrenen Spezialisten für Herzrhythmusstörungen oder möchten sich einfach informieren? Hier finden Sie ausschließlich erfahrene Fachärzte, Kliniken und Zentren sowie ausführliche Informationen zu Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bei Arrhythmien.

Was sind Herzrhythmusstörungen?

Unter Herzrhythmusstörungen werden Abweichungen vom normalen Herzschlag zusammengefasst. Diese können harmlos sein oder einen Krankheitswert aufweisen. Man unterscheidet zwischen Bradykardie, wenn das Herz zu langsam schlägt, Tachykardie, wenn das Herz zu schnell schlägt und Extrasystolen, wenn das Herz unregelmäßig schlägt. Nicht alle Varianten der Herzrhythmusstörungen sind behandlungsrelevant. So hat beispielsweise jeder gesunde Mensch immer wieder vereinzelte Extrasystolen.

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Was ist ein normaler Herzschlag?

Das menschliche Herz schlägt rhythmisch mit einer Frequenz zwischen 60 und 100 Schlägen pro Minute. Der Herzschlag entsteht, indem Herzmuskelzellen elektrisch erregt werden und diese Erregung auf jede Zelle des Herzens weitergeleitet wird. Die Erregung beginnt an einem kleinen Bereich im rechten Vorhof des Herzens, dem sogenannten Sinusknoten. Er generiert eigenständig einen Rhythmus und leitet ihn über bestimmte Leitungsbahnen an den Rest des Herzens weiter. Diese Frequenz kann von verschiedenen Parametern beeinflusst werden (z.B. Sympathikus, Parasympathikus bzw. Erregung/Stress/Sport versus Entspannung/Verdauung).

Kommt das Herz aus diesem Rhythmus, spricht man von Herzrhythmusstörung oder Arrhythmie (aus dem Griechischen: unrhythmisch). Man kann die Herzrhythmusstörungen, je nach Ausprägung und Art, in verschiedene Gruppen unterteilen. Schlägt das Herz zu langsam (unter 60 Schlägen pro min.), spricht man von einer Bradykardie. Ein zu schneller Herzschlag dagegen wird als Tachykardie (über 100 Schläge pro min. in Ruhe) bezeichnet. Des Weiteren gibt es Extraschläge (Extrasystolen) oder Blockierungen der Erregungsweiterleitung im Herzen.

Was sind Ursachen für Herzrhythmusstörungen?

Herzrhythmusstörungen können die verschiedensten Ursachen haben. Es gibt jedoch auch Fälle von Herzrhythmusstörungen, bei denen auch nach intensiver Suche, keine Ursache gefunden werden kann. Folgende Herzerkrankungen können den Herzrhythmus beeinflussen:

  • Angeborene Herzfehler: Diese können angeboren sein, wie manche Arten von Herzfehlern, Störungen der elektrischen Leitungsbahnstörungen oder defekte Ionenkanäle.
  • Erworbene Herzmuskelschädigungen: Durch eine Entzündung des Herzens (Myokarditis), einen Herzinfarkt oder Herzklappenerkrankungen können Störungen des Herzrhythmus auftreten.
  • Zusätzlich dazu können auch Störungen außerhalb des Herzens zu Herzrhythmusstörungen führen. Da die elektrische Leitung im Herzen durch Veränderung von Ionen (wie Kalium und Magnesium) zwischen Zelle und Zelläußerem getragen wird, können auch Elektrolytstörungen, Störungen der Schilddrüse und Medikamente zu Herzrhythmusstörungen führen.
  • Auch Stress, Sauerstoffmangel oder Alkohol können zu Störungen führen. So kann durch Alkohol bei manchen Menschen ein Vorhofflimmern ausgelöst werden, was auch als Holiday-Heart-Syndrom bezeichnet wird, da es vermehrt bei übermäßigen Alkoholkonsum im Urlaub oder am Wochenende entsteht.

Anzeichen und Symptome von Herzrhythmusstörungen

Je nach Art der Herzrhythmusstörung, machen sich diese unterschiedlich bemerkbar. Häufige Anzeichen sind:

  • Herzstolpern: Extraschläge des Herzens führen zu einem kompensatorischen Aussetzen des nächsten Schlages, was als Herzstolpern spürbar ist.
  • Herzrasen: Palpitation sind sogenannte unregelmäßige oder kräftige bzw. anstrengende Herzaktionen. Wird das Herz zu schnell, ob nun regelmäßig oder unregelmäßig, kann sich das als bisweilen unangenehmes oder angstmachendes Herzrasen bemerkbar machen. Manchmal spürt man dies sogar bis in den Hals.
  • Herzschmerzen: Ebenso können Herzschmerzen auftreten (Angina Pectoris), dies sollte immer vom Internisten oder Kardiologen überprüft werden, weil die Gefahr eines Herzinfarktes besteht.
  • Schwindel und Ohnmacht: Da eine Herzrhythmusstörung in bestimmten Fällen zu einer massiven Einschränkung der Herzfunktion führen kann, besteht die Gefahr einer zu geringen Hirndurchblutung.
  • Luftnot und Ödeme

Wie werden Herzrhythmusstörungen abgeklärt?

Meist führen die Symptome den Patienten zum Allgemeinarzt oder Internisten der nach einem Anamnesegespräch und einer körperlichen Untersuchung (u.a. Puls- und Blutdruckmessung, Herz und Lunge abhören), im nächsten Schritt eine EKG-Untersuchung anordnen wird.

Beim EKG werden bis zu 12 Elektroden am Körper angebracht. Dann kann berechnet werden, wie der Stromfluss im Herzen ist, ob verzögert oder zu schnell, auch erste Anhaltspunkte zur Ursache können gefunden werden. Da eine einmalige EKG Messung noch keine sonderliche Aussagekraft hat (bei normal aussehendem EKG) kann auch ein EKG unter Belastung (meist am Fahrrad) stattfinden. Hier zeigen sich eventuell Rhythmusstörungen, die in Ruhe nicht auftreten.

Zudem kann auch ein Langzeit-EKG gemacht werden. Dabei trägt der Patient für meist 24 Stunden die EKG-Elektroden und ein kleines Mess- und Speichergerät am Körper. Nach den 24 Stunden, wird das EKG dann vom Kardiologen ausgewertet.

Da Elektrolytstörungen oder Schilddrüsenüber- bzw. Unterfunktion ebenfalls zu Herzrhythmusstörungen führen können, sollte je nach Anamnese auch eine Blutabnahme mit Überprüfung der speziellen Werte stattfinden.

Eine weitere Untersuchungsmethode ist das Herzecho. Hierbei handelt es sich um eine Art Ultraschall, bei dem sowohl die Struktur und Bewegung von Herzwänden und -klappen, sowie der Blutfluss im Herzen gemessen und beobachtet werden können. Das Herzecho kann sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung (Stressecho) gemacht werden. Zusätzlich gibt es zur Ultraschalluntersuchung von außen auch eine Herzechountersuchung durch die Speiseröhre (TEE-Trans Ösophageales Echo), welche durch die Nähe zum Herzen andere Sichtweisen auf das Herz bieten.

Des Weiteren gibt es als invasive Methode die elektrophysiologische Untersuchung. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Art der Herzkatheteruntersuchung. Sie bietet die Möglichkeit, mittels kleiner Drähte, die über Vene oder Arterie ins Herz vorgeschoben werden, die elektrischen Ströme und den Ursprungsort von Herzrhythmusstörungen zu identifizieren und gegebenenfalls mittels Stromimpulsen (je nach Ursache) zu therapieren.

Was tun bei Herzrhythmusstörungen?

Im Grunde sollten alle Herzrhythmusstörungen zumindest einmal beim Kardiologen oder Internisten abgeklärt werden. Manche Arten von Herzrhythmusstörungen können harmlos sein und bedürfen keiner Therapie. Es gibt jedoch andere Arten, die extrem gefährlich und sogar tödlich sein können. Dabei gilt, dass heute nur noch behandelt wird, wenn es zwingend erforderlich ist.

Wann ist eine Herzrhythmus Behandlung notwendig?

Folgende Indikationen machen eine Behandlung von Herzrhythmusstörungen notwendig:

  • Gefahr eines plötzlichen Herztodes
  • Gefahr für einen Schlaganfall droht
  • Die körperliche Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt
  • Hohe Belastung für den Betroffenen durch Schwindel, Herzrasen oder ausgeprägtes Unwohlsein

Welche Therapieverfahren können eingesetzt werden?

Sind Grunderkrankung vorhanden, die für die Herzrhythmusstörungen verantwortlich gemacht werden können, gilt es zunächst diese zu behandeln. Bei Schilddrüsenstörungen, Vergiftungen und Elektrolytstörungen führt eine entsprechende Therapie zu einem raschen abklingen der Herzbeschwerden.

Treten die Rhythmusstörungen als Folge von Stress, Alkoholkonsum oder psychischen Problemen auf, sollte eine Umstellung der Lebensgewohnheiten erfolgen. Wichtige Faktoren sind Verzicht auf Alkohol und Zigaretten, ausreichend Schlaf und keine Mahlzeiten, die über das Sättigungsgefühl hinausgehen. Auch Entspannung und ausreichende Bewegung sind wichtig für ein gesundes Herz.

Bei Arytmien, die auf das Herz selbst zurück zu führen sind, stehen folgende Therapieverfahren, je nach Art der Herzrhythmusstörungen, zur Verfügung.

Medikamente bei Herzrhythmusstörungen

Zur medikamentösen Behandlung werden sogenannte Rhythmusmedikamente oder Antiarrhythmika eingesetzt. Das sind Medikamente, die auf unterschiedliche Art (je nach Wirkungsweise) die Herzfrequenz regulieren. Sie können dafür sorgen, dass die Rhythmusstörungen seltener auftreten und besser auszuhalten sind. Leider ist im Vorfeld nie abzusehen wie der einzelne Patient auf ein bestimmtes Medikament reagiert. Darum müssen häufig unterschiedliche Medikamente und Dosierungen getestet werden, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden kann. Dies kann sich über Monate hinziehen.

Die erste Gabe eines Rhythmusmedikaments sollte immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Entweder in der kardiologischen Praxis oder während eines Krankenhausaufenthalts in einer Herzklinik. Patienten sollte nie eigenständig die Dosierung ändern oder ohne Rücksprache mit einem Kardiologen die Medikamente absetzen. Wichtig sind auch bei gut eingestellten Patienten regelmäßige Kontrollen durch den behandelnden Arzt. Diese sollten im Idealfall alle drei Monate erfolgen.

Rhythmuschirurgie – Operative Verfahren bei Herzrhythmusstörungen

Manche Ursachen der Rhythmusstörungen bedürfen einer Operation durch einen Herzchirurgen etwa bei Herzklappenfehlern oder eine Bypassoperation bei Koronarer Herzkrankheit. Auch helfen Medikamente nicht dem plötzlichen Herztod vorzubeugen. Folgende wichtige Operationsverfahren können bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Verfahren erhalten Sie bei klick auf den Link.

Wie sind die Prognosen und Lebenserwartung bei Herzrhythmusstörungen?

Viele Arten von Herzrhythmusstörungen können tödlich enden und sollten daher keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden. Hier herrscht absolutes Handlungsgebot. Erfolgt nach der Ursachenforschung eine gezielte Therapie, stehen die Chancen gut, wieder ein normales Leben führen zu können.

Natürlich birgt auch jede Therapie ihre Gefahren, sowohl die Medikamente, als auch die Operationen. Jedoch wird ihr behandelnder Kardiologe bzw. Internist alle Möglichkeiten mit deren Vor- und Nachteilen mit Ihnen vor dem Beginn einer Therapie ausführlich besprechen. Falls Sie irgendwelche Fragen haben sollten, scheuen Sie sich nicht, zu fragen. Es ist Ihr Leben und Ihre Krankheit. Je besser Sie darüber Bescheid wissen, desto besser können sie damit umgehen.

Die Therapie bietet die Möglichkeit wieder sorgloser zu leben, ohne die Gefahr von Ohnmacht, anfallsweise Bewusstseinstrübung und Bewusstseinsverlust durch Herzrhythmusstörungen - bei diesen Symptomen ist übrigens auch das Führen von Kraftfahrzeugen untersagt.

Welche Fachärzte und Kliniken sind Spezialisten für Herzrhythmusstörungen?

Wer unter Herzrhythmusstörungen leidet, möchte für sich die beste medizinische Diagnostik und Behandlung. Darum fragt sich der Patient, wo finde ich die beste Klinik für Herzrhythmusstörungen oder die besten Herzkliniken in Deutschland, Österreich oder der Schweiz? Da diese Frage nicht objektive zu beantworten ist und ein seriöser Arzt nie von sich behaupten würde der Beste zu sein, kann man sich nur auf die Erfahrung eines Arztes oder einer Klinik verlassen.

Für die Diagnose von Rhythmusstörungen sind in erster Linie der Hausarzt und niedergelassene Kardiologen zuständig. Die Behandlung kann je nach Ursache durch einen Kardiologen oder in einer Herzklinik durch einen Herzchirurgen erfolgen. Es gibt mittlerweile einige Herzzentren, die einen eigenen Teilbereich Rhythmologie und Rhythmuschirurgie anbieten. Hier arbeiten Herzspezialisten, die sich ausschließlich mit Herzrhythmusstörungen beschäftigen. Und je mehr Patienten ein Arzt behandelt oder operative Verfahren durchführt, desto erfahrener wird er in seinem Fachbereich.

Quellen:

http://www.herzstiftung.de/Herzrhythmusstoerungen-Sonderband.html

http://www.herzstiftung.de/pressemeldungen_artikel.php?articles_ID=651

Herold, Gerd: Innere Medizin. Köln, Eigenverlag 2012.

Arasteh, K. ; Baenkler, H.-W. ;  Bieber, C. ; et al.: Innere Medizin. Stuttgart, Georg Thieme Verlag KG 2009.


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