Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

Sie suchen Informationen zum Bronchialkarzinom und Lungenkrebsspezialisten? Hier finden Sie ausschließlich erfahrene Fachärzte, Kliniken und Lungenkrebszentern in Deutschland, Schweiz oder Österreich. Informieren Sie sich über Ursachen, Anzeichen, Behandlung und Operation oder kontaktieren Sie unsere Spezialisten für die Lungenkarzinom-Therapie.

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Informationen zum Bereich Lungenkrebs

Wie entsteht Lungenkrebs?

Wie genau das Bronchialkarzinom entsteht ist nicht eindeutig geklärt. Die Zellen der Atemwege haben grundsätzlich die Möglichkeit zur Regenerierung. Kommen sie in Kontakt mit schädigenden Substanzen versuchen sie sich anzupassen. Dies kann dazu führen, dass die Oberflächenzellen der Luftwege sich zu Oberflächenzellen umändern, die der Haut ähneln oder vermehrt Schleim produzieren.

Ist der Kontakt mit der schädigenden Substanz zu lange, entarten diese Zellen und greifen das umliegende Gewebe an. Sie hören auch nicht mehr auf Signale die der Körper sendet. So entstehen verschiedene Arten des Lungenkrebses, die entsprechend der Art der Zellen  eingeteilt werden in eine kleinzellige und eine großzellige Tumorform.

Ursachen für Lungentumore

Die Hauptursache des Bronchialkarzinoms ist im Zigarettenrauch zu finden. Rund 85% der Fälle sind dadurch verursacht. Dabei führt nicht nur das aktive Rauchen sondern ebenso das passive Einatmen des Rauchs zu Zellveränderungen bis hin zur krankhaften Entartung von Zellen in den Lungenwegen.

Ausschlaggebend für die Entwicklung des Tumors sind sowohl die Dauer, als auch das Ausmaß des Zigarettenkonsums. Das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken kann durch die Multiplikation von Anzahl der gerauchten Packungen pro Tag und Anzahl der Raucherjahre eingeschätzt werden (sogenannte PackYears). So entsteht bei 40 PackYears ein 10-faches Krebsrisiko.

Jedoch gibt es neben dem Tabakrauch auch weitere Auslöser für das Bronchialkarzinom. So zählten insbesondere berufliche Belastung durch krebsauslösende Stoffe wie Asbest, Quarz und Nickelstäube zu den Ursachen. Auch Feinstaub und insbesondere Dieselabgase haben einen Einfluss.

In den letzten Jahren wurden auch der Einfluss von Infektionserkrankungen wie EBV (Pfeiffersches Drüsenfieber) und HPV (Humanes Papillomavirus, verantwortlich auch für Gebärmutterhalskrebs) besprochen. Zusätzlich kann sich auch im Narbengewebe der Lunge (zum Beispiel nach Entzündungen oder Lungenoperationen) ein Tumor entwickeln.

Wie bei vielen anderen Krebserkrankungen ist auch beim Lungenkrebs von einem erhöhten Risiko auszugehen (ungefähr 2-3 faches Risiko), wenn ein Elternteil davon betroffen ist.

Wie merkt man, dass man Lungenkrebs hat?

Aufgrund der guten Kompensationsmechanismen der Lunge treten Symptome bei Lungenkrebs meist erst relativ spät auf. Zudem handelt es sich um unspezifische Symptome wie Fieber, Husten, Brustschmerzen, Heiserkeit und Müdigkeit, die gerne mit einer verschleppten Erkältung abgetan werden.

Kommen dann weitere Symptome wie Gewichtsabnahme und Blut im Auswurf dazu, führt dies meist zu einem Besuch beim Allgemeinmediziner. Leider handelt es sich dabei oft schon um Spätsymptome, in denen der Tumor über das Lungengewebe hinaus die umliegenden Strukturen beschädigt.

Die Ausbreitung der Tumorzellen über die Blutbahn führt zu verschiedensten Symptomen je nach Ort der Metastasierung. Hauptsächlich werden Hirnmetastasen , Lebermetastasen , Nebennierenmetastasen oder Knochenmetastasen in Zusammenhang mit Lungenkrebs festgestellt.

Wie wird ein Lungenkarzinom festgestellt?

Anhand der Raucheranamnese oder beruflicher Belastung mit Schadstoffen und den körperlichen Symptomen, kann der Allgemeinarzt oder Internist im Gespräch mit dem Patienten eine Tumorerkrankung vermuten.

Zur weiteren Abklärung wird daher ein Radiologe zu Rate gezogen. Mittels Röntgenuntersuchung lassen sich im Bereich der Lunge, besonders in den Luftwegen der Lunge (Bronchien) verdächtige Herde erkennen. Das Röntgenbild gibt erste Hinweise. Zur genaueren Untersuchung müssen jedoch weitere Untersuchungen stattfinden.

So folgen eine Computertomographie von Oberkörper und Bauch. Dies dient der Abschätzung der Tumorausbreitung. Befallene Lymphknoten sowie suspekte Läsionen in Organen wie der Leber lassen sich hier erkennen.

Zur exakten Diagnostik erfolgt dann eine Bronchoskopie . Dabei geht man mit einer Kamera über die Luftröhre in die Bronchien. Hier kann mittels einer kleinen Zange eine Gewebeprobe entnommen werden. Diese wird vom Pathologen ausgewertet. Bei einem PET-Scan können Metastasen im ganzen Körper gefunden werden. Vor einer möglichen Operation müssen zudem noch die Lungenfunktion und die Blutwerte überprüft werden. Diese geben Anhaltspunkte ob eine Lungenkrebs Operation überhaupt möglich ist.

Wie wird Lungenkrebs behandelt?

Die Behandlung des Bronchialkarzinoms ist abhängig von der Tumorart (kleinzellig versus nicht-kleinzellig), der Größe des Tumors und dem Befall von anderen Organen. Im Gespräch mit dem Pneumologen werden die im Spezialfall möglichen Optionen eingehend besprochen.

Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms

Handelt es sich um ein nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom ist die Therapie der Wahl die operative Entfernung des Lungentumors. Je nach Größe des Tumors werden Teile der Lunge bis hin zu einem ganzen Lungenlappen oder einer ganzen Lungenhälfte entfernt. Besteht die Möglichkeit zu einer Operation aus bestimmten Gründen nicht, kann alternativ eine Bestrahlung erfolgen. Bei größeren Tumoren muss eventuell zusätzlich eine Strahlentherapie und/oder Chemotherapie erfolgen.

Therapie des kleinzelligen Lungenkarzinoms

Bei frühzeitiger Diagnose erfolgt die Therapie des kleinzelligen Lungenkarzinoms mit dem Ziel der Heilung. Dabei handelt es sich meist um eine Polychemotherapie (Chemotherapie bestehend aus verschiedenen Medikamenten). Vorsorglich sollte auch die Bestrahlung des Schädels erfolgen, da die Bildung von Hirnmetastasen relativ häufig vorkommt. Eine Lungenkrebs OP erfolgt hier nur in Ausnahmefällen.

Behandlung von nicht-operablen Lungentumoren

Grundsätzlich erfolgt bei nicht-operablen Tumoren eine palliative Therapie. Da eine Heilung nicht mehr möglich ist, soll die Therapie das Leben verlängern und Leiden mindern. Hierbei kommen sowohl Strahlentherapie als auch Chemotherapie in Frage. Das Ziel dabei ist es Schmerzen zu lindern, die Atmung zu erleichtern und die Lebensqualität zu verbessern. Die Vor- und Nachteile müssen mit dem betreuenden Arzt besprochen und speziell für den Fall gegeneinander abgewogen werden.

Prognose und Lebenserwartung bei Lungenkrebs

Die Prognose beim Bronchialkarzinom ist im fortgeschrittenen Stadium schlecht. In fünf Jahren überlebt nur einer von fünf Patienten. Der Grund dafür liegt im späten Entdecken der Erkrankung aufgrund fehlender und fehlgedeuteter Symptome. In diesem Zustand ist meist nur noch eine Schmerzlindernde (palliative) Therapie möglich.

Wird der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Überlebenschancen mit erfolgreicher Therapie vergleichsweise hoch (ca. 50%). Hierbei sind die Verlaufskontrollen äußerst wichtig. Dazu gehören unter anderem Kontrollen von bestimmten Tumormarkern (die aber zur Früherkennung nicht verwendet werden können), Blutwerten und Röntgenkontrollen in vorgegebenen Zeiträumen.

Welche Ärzte und Kliniken sind Lungenkrebsspezialisten?

Lungenkrebs sollte nur von qualifizierten Ärzten und Zentren diagnostiziert und behandelt werden. In Lungenkrebszentren können individuell angepasste  Therapien nach dem neusten wissenschaftlichen Erkentnissen durchgeführt werden. In einer Tumorkonferenz wird jeder Fall interdisziplinär unter den verschiedenen Fachdisziplinen besprochen. Onkologen, Pneumologen, Thoraxchirurgen und Radioonkologen arbeiten so Hand in Hand. Bei Primo Medico finden Sie erfahrene Fachärzte für die Diagnose, Behandlung und Operation von Lungenkrebs. Eine Liste aller zertifizierten Lungenkrebszentren in Deutschland finden Sie bei der Deutschen Krebsgesellschaft.

Quellen:

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-007.html

Arastéh, Keikawus; Baenkler, Hanns-Wolf : Innere Medizin. 2., vollst. überarb. und erw. Aufl. Stuttgart: Thieme 2009.

Herold, Gerd: Innere Medizin. Köln, Eigenverlag 2012.

https://pneumologie.de/aktuelles-service/zertifizierte-zentren/?L=0


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