Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs erfolgreicher Einsatz von DaVinci-Operationsroboter


Bauchspeicheldrüsenkrebs

Das roboterassistierte Verfahren bei Pankreaskarzinomen ermöglicht Patienten eine schonende Operation mit kleinen Schnitten, eine schnellere Genesung und eine deutlich reduzierte Komplikationsrate.

Susanne Amrhein, Primo Medico

 

Prof. Dr. med. Tobias Keck, Spezialist für Viszeralchirurgie

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist bösartig: Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei nur etwa einem Prozent. Die einzige Therapie, die eine Heilung ermöglicht, ist die chirurgische Entfernung des Tumors mit anschließender Chemotherapie. Und diese Operation birgt viele Risiken. Bei einem einzigen Eingriff müssen viele perfekte Nähte gesetzt werden, die verhindern, dass das aggressive Sekret der Bauchspeicheldrüse das Gewebe angreift. Prof. Dr. med. Tobias Keck, Spezialist für Viszeralchirurgie, Direktor der Klinik für Chirurgie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und Leiter des Onkologischen Zentrums Lübeck und das Team am UKSH in Lübeck haben im vergangenen Jahr über 200 Operationen mit dem DaVinci Operationsroboter durchgeführt. Prof. Keck zieht eine positive Bilanz: „Wir haben festgestellt, dass durch die kleinen Zugangsschnitte und die Präzision des Roboters die Zahl der Wundinfektionen und Komplikationen, die eine notwendige Chemotherapie im Anschluss oftmals verzögern, deutlich abgenommen haben. Die Patienten kommen schneller wieder auf die Beine und ich als Operateur habe durch das Robotersystem eine exzellente Sicht und Messdaten z.B. zur Durchblutung , die mir helfen, den Eingriff noch sicherer und präziser auszuführen“

 

Der Chirurg lenkt, der Roboter führt aus

Der Chirurg lenkt, der Roboter führt aus

Wer die Vorstellung als unheimlich empfindet, von einer Maschine operiert zu werden, sei unbesorgt. Der DaVinci Operationsroboter handelt keineswegs selbständig, sondern wird manuell durch den Chirurgen gesteuert. Dabei ermöglicht das Telematik-System eine feine Übersetzung: Wenn Prof. Keck an der Konsole beispielsweise den Daumen vier Zentimeter nach vorne bewegt, führt der Roboter lediglich einen 10 Millimeter Schnitt aus. Dank der hervorragenden Kameraoptik, für die einer der vier Roboterarme reserviert ist, sieht der Pankreas-Spezialist den Operationsbereich dreidimensional in siebenfacher Vergrößerung. „Bei einer laparoskopischen Operation haben wir in der Regel  nur eine zweidimensionale Sicht. Die benötigten Instrumente werden über Hülsen in den Bauchraum eingeführt und von meinen Händen bewegt, die naturgemäß nicht so feine Bewegungen ausführen können, wie der Roboter. Hinzu kommt, dass wir dank der Robotertechnik Zusatzmodule nutzen können, die z.B. die Durchblutung eines Darmanteils misst. Dies ist ansonsten schwierig zu erkennen, aber gleichzeitig sehr wichtig  für die erfolgreiche Anlage von Nahtverbindungen. Wenn die kapillare Mikrodurchblutung gestört ist, droht das genähte Darmstück abzusterben und wir müssen im ungünstigsten Fall den Patienten erneut operieren.“

 

Schonende Pankreas-OP mit vier Roboterarmen

DaVinci-OP-Roboter

Das am UKSH verwendete derzeit modernste verfügbare DaVinci System hat vier Roboterarme, die der Chirurg mir seinen zwei Händen steuert. Die Vorbereitung der Operation erfolgt manuell, d.h. die Zugangsschnitte werden manuell gesetzt. Sie werden in der Regel mittig am Bauch platziert, etwa zwei Fingerbreit oberhalb des Nabels. Die vier kleinen Schnitte heilen weitaus unkomplizierter als die breite Öffnung der Bauchdecke und der darunter liegenden Muskelschichten bei klassischen offenen Operationen. „Ein Roboterarm ist für die Kamera reserviert“, erklärt Prof. Keck. „Ein weiterer übernimmt in der Regel eine statische Aufgabe, so dass ich zwei Roboterarme habe, die ich mit meinen beiden Händen an der Konsole bequem steuern kann.“ Die Operationszeit mit oder ohne DaVinci ist nahezu gleich, so der Viszeralspezialist. Verlängert hat sich lediglich die Operationsvorbereitung. „Der DaVinci ist die logische Weiterentwicklung der minimalinvasiven und laparoskopischen Verfahren und wird von einigen Patienten sogar selbst angefragt“, betont Prof. Keck. „In den Vorgesprächen sind männliche Patienten zur Zeit noch etwas leichter für die Technik zu begeistern als weibliche. Aber letztendlich sind die Vorteile des DaVinci bei minimal invasiven Pankreasoperationen nicht von der Hand zu weisen.“

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