Neurologische Rehabilitation

Sie suchen Informationen zur Rehabilitation bei neurologischen Erkrankungen oder eine spezialisierte Rehaklinik? Hier finden Sie ausschließlich erfahrene Fachärzte und Kliniken in Deutschland, Schweiz oder Österreich. Informieren Sie sich über Ursachen, Diagnose und Therapie oder kontaktieren Sie unsere Experten.

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Ärzteliste Neurologische Rehabilitation


Behandlungsfokus Neurologische Rehabilitation

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Informationen zum Fachbereich Neurologische Rehabilitation

Was ist eine neurologische Rehabilitation?

Die neurologische Rehabilitation ist eine Spezialform der allgemeinen Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung. Unter der medizinischen Rehabilitation versteht man die koordinierte und berufsgruppenübergreifende Behandlung zur Bewältigung von Krankheitsfolgen. Die neurologische Rehabilitation im Speziellen befasst sich mit Patienten, die an Störungen oder Erkrankungen des peripheren oder zentralen Nervensystems leiden.

Im Zuge neurologischer Erkrankungen können die Betroffenen akut oder schleichend Kompetenzen zu Fähigkeiten wie Bewegung, Kommunikation oder auch Körperpflege und Kognition, verlieren. Da diese Fähigkeiten essentiell sind für eine selbstständige und selbstbestimmte Teilhabe am Leben, ist es zum Erhalt der Lebensqualität entscheidend diese zu verbessern und wenn möglich zurück zu erlangen – mit Hilfe neurologischer Rehabilitationstechniken ist dies oft möglich.

Patienten, die von einer guten neurologischen Rehabilitation profitieren können, sind beispielsweise Betroffene von Akutereignissen wie Schlaganfällen (Apoplex), Bandscheibenvorfällen, Hirnblutungen (z.B. Hirnaneurysmen) oder Schädelhirntraumata, aber auch von chronisch verlaufenden Erkrankungen wie Polyneuropathie, Morbus Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose, Gehirntumoren (z.B. Glioblastom) oder auch chronischen Schmerzen.

Aufgrund der immer weiter steigenden Patientenanzahl und der stetigen Fortschritte der Therapieverfahren gewinnt die neurologische Rehabilitation zunehmend an Bedeutung.

Was macht man in einer neurologischen Reha?

Jede Therapie im Rahmen einer neurologischen Rehabilitation, ob ambulant oder stationär, wird direkt auf die Bedürfnisse der Patienten und ihre Einschränkungen angepasst. So hat der direkte Patientenkontakt mit exakter Kommunikation der Wünsche und Sorgen von Seiten der Patienten und der realisierbaren Möglichkeiten und Ziele von Seiten der Therapeuten höchste Priorität, um frühzeitig ein gemeinsames Therapieziel festzulegen. Meist werden auch die Angehörigen der Patienten in die Therapieplanung miteingebunden, um auch das soziale Gefüge um die Betroffenen herum bestmöglich zu erfassen und zu unterstützen. Vor Beginn der Therapien erfolgt gezielte neurologische Diagnostik, um die Defizite der Patienten möglichst exakt zu erfassen.

Der Therapieplan setzt sich in der Regel aus verschiedenen Elementen aus Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und weiteren individuellen Anwendungen zusammen. Es gibt verschiedene und vielseitige Therapiekonzepte, die aktuell in der neurologischen Rehabilitation angewandt werden, z.B. das Bobath-Konzept, Proproceptive Neuromuskuläre Facilitation (PNF), Laufbandtraining, neuromuskuläre Elektrostimulation (NMES) oder auch geräteunterstütze motorische Rehabilitation. Neben der physiotherapeutischen, ergotherapeutischen und logopädischen Behandlung gibt es zur Unterstützung neurologischer Patienten zahlreiche weitere Therapieansätze, wie Tanztherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie und auch die Förderung des individuellen Gesundheits- und Körperbewusstseins. Da neurologische Erkrankungen häufig schwerwiegende Einschränkungen für die Betroffenen bedeuten ist auch die psychotherapeutische Betreuung ein zentraler Baustein bei der Rehabilitation der Patienten. Die Therapien erfolgen je nach Bedarf für die Patienten einzeln oder als Gruppenangebot.

Zentrale Ziele der neurologischen Rehabilitationsmaßnahmen sind unter anderem die passive und aktive Mobilisierung, das Fördern von Sensorik und Motorik, das Fördern der Sinneswahrnehmungen und Fördern der Schluck-, Sprech- und Schreibfähigkeiten.

Voraussetzungen für einen Aufenthalt in einer neurologischen Rehaklinik

Jährlich erkranken etwa 260.000 Menschen in Deutschland an einem Schlaganfall. Etwa 80% dieser Patienten weisen sensomotorische Defizite auf und bei etwa zwei Drittel der Patienten ist zu Beginn die Motorik gestört. 270.000 Menschen erleiden ein Schädelhirntrauma und weitere 400.000 Menschen entwickeln weitere neurologische Erkrankungen und Schädigungen des Nervensystems. Darüber hinaus haben etwa 800.000 Menschen in Deutschland eine schwere Behinderung oder chronische Erkrankung des Nervensystems. Jeder Patient mit neurologischen Einschränkungen hat einen Anspruch auf selbstbestimmtes Leben, Erhalt der Erwerbsfähigkeit und die Vermeidung oder Reduktion von Pflegebedürftigkeit.

Ein Großteil dieser Patienten, die nach akuten oder chronischen neurologischen Erkrankungen Spätfolgen aufweisen oder deren Funktionsfähigkeit im Alltag noch nicht gänzlich zurückerlangt werden konnte, profitiert von einer neurologischen Rehabilitation. Der Bedarf und die damit verbundenen Therapiemaßnahmen hängen hierbei stets vom Einzelfall ab, da jede neurologische Erkrankung bei den Patienten unterschiedlich ausgeprägt sein kann und die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten stets von deren Lebenssituation (Alter, soziales Umfeld, Arbeit, Aktivitätsstatus, etc.) abhängen.

Die Akutphase der neurologischen Erkrankungen wird in der Regel stationär in Kliniken betreut und nach Abschluss der Akuttherapien erfolgt die Überweisung an die neurologischen Rehabilitationskliniken. Die Patienten können entweder direkt nach dem Aufenthalt die Rehabilitation beginnen oder nach einer Phase zu Hause. Vor allem bei Akuterkrankungen, wie Schlaganfällen, Hirnblutungen oder Bandscheibenvorfällen, ist ein möglichst fließender Übergang ratsam, um den Therapiefortschritt möglichst zu erhalten und fortzuführen. Denn je früher und konstanter die Rehabilitationsmaßnahmen beginnen, desto höher ist deren Erfolgswahrscheinlichkeit. So zeigte sich in wissenschaftlichen Studien, dass die Funktionsfähigkeit des Armes nach Schlaganfall wenige Wochen nach dem Akutereignis mit der Stärke der Behinderung nach sechs Monaten assoziiert ist. Eine möglichst frühzeitige Therapie kann hierbei das langfristige Outcome verbessern. Der größte Teil der funktionell bedeutsamen Erholung ist in der Regel drei bis sechs Monate nach einem Schlaganfall abgeschlossen.

Generell kann eine neurologische Rehabilitation ambulant oder stationär durchgeführt werden. Dies hängt von der individuellen Situation des Patienten ab. Die Frühphasen der Rehabilitation erfolgen meist stationär. Wenn die Selbstständigkeit der Patienten wieder gut hergestellt ist und die Mobilität der Betroffenen es erlaubt, können die Therapien gut ambulant von zu Hause aus absolviert werden.

Phasen der Rehabilitation

In der Medizin hat sich seit 1995 eine Einteilung der Rehabilitationsmaßnahmen in Phasen A bis G durchgesetzt. Die Phaseneinteilung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und nach dem Pflege- und Betreuungsbedarf der Patienten. Je nach Spezialisierung betreuen die Rehabilitationskliniken verschiedene Rehabilitationsphasen.

  • Phase A: Akutbehandlung der Erkrankung in der Klinik
  • Phase B: Frührehabilitation mit intensivmedizinischer Betreuung – die Patienten sind in der Regel bettlägerig und bewusstseinsgestört bis bewusstlos
  • Phase C: weiterführende Rehabilitation – Patient ist mobil und nimmt bewusst an verschiedenen Therapieeinheiten teil, Patient ist jedoch noch kurativ medizinisch betreut und bedarf eines hohen Pflegeaufwands
  • Phase D: Anschlussheilbehandlung – Patient kann grundlegende Alltagsaufgaben selbstständig erledigen, bewältigt Alltag größtenteils allein
  • Phase E: Nachsorge und berufliche Rehabilitation – Ziel des Übergangs von medizinischer Rehabilitation in die Erwerbsfähigkeit und nachhaltige Sicherung des Rehabilitationserfolgs
  • Phase F: aktivierende Langzeitpflege – für Patienten mit verbliebenden Fähigkeitsstörungen und unverändert hoher Pflegebedürftigkeit, z.B. Wachkoma
  • Phase G: betreutes/begleitendes Wohnen

Ziele der Neurorehabilitation

Die Neurorehabilitation unterstützt die spezielle Fähigkeit des menschlichen Nervensystems, sich nach irreversiblen Schädigungen zu reorganisieren und seine Funktionen entsprechend anzupassen. Die therapeutischen Anwendungen aktivieren und optimieren die Plastizität des Nervensystems und die Kompensationsfähigkeit des Gehirns.

Ziel der Neurorehabilitation ist allen voran die Lebensqualität und die Selbstständigkeit der Betroffenen zu steigern. Je nach Erkrankung können die Patienten ihre vorherigen Fähigkeiten, wie Hilfsmittelfreies Gehen oder fehlerfreies Sprechen, trotz intensiver Rehabilitation nicht mehr wiedererlangen. Jedoch ist es in der Regel immer möglich, diese Fähigkeiten zu verbessern, um den Betroffenen eine bessere Teilhabe am sozialen Leben und Berufsleben zu ermöglichen.

Im Rahmen neurologischer Rehabilitation muss stets multidisziplinär gearbeitet werden, da sich die Erfolge der Therapien auch im konkreten Arbeits- und Alltagsumfeld bewähren müssen.

Vor allem die Planung einer möglichst individuellen Versorgungskette und deren Überleitung, eine echte Orientierung an Selbstbestimmung der Betroffenen und eine Beachtung des Rechts auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stellen bei neurologischen Patienten eine sehr hohe Herausforderung dar. Dank immer besserer Therapieverfahren und der Ausarbeitung immer besserer Netzwerke ist den modernen neurologischen Rehabilitationskliniken das immer besser möglich.

Welche Rehakliniken sind auf neurologische Rehabilitation spezialisiert?

Eine der führenden Kliniken für neurologische Rehabilitation in der Schweiz ist cereneo unter der Leitung unseres Spezialisten Prof. Dr. med. Andreas R. Luft.

Quellen

https://www.bv-neurologe.de/themen-bdn/rehabilitation-bdn (Stand 16.10.2019)

https://www.dgnr.de/ (Stand 16.10.2019)


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