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Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

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Spezialisten für Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

2  Spezialisten gefunden

Prof. Dr. med. Markus Frings

Psychiatrie und Psychotherapie

Oberhausen

Kliniken Schmieder Allensbach

Neurologische Frührehabilitation und Rehabilitation

Allensbach

Informationen zum Bereich Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)?

Die posttraumatische Belastungsstörung, auch als PTBS abgekürzt, gehört zu den Traumafolgestörungen. Sie wird definiert als eine verzögerte oder länger andauernde Reaktion auf ein traumatisches, emotional belastendes Ereignis. Dieses Ereignis geht in der Regel mit einer außergewöhnlichen Bedrohung und einer Erschütterung des Selbst- oder Weltbildes einher.

Meist tritt die PTBS innerhalb von wenigen Wochen bis Monaten nach dem Ereignis ein. In etwa 20-30% der Fälle kommt ein chronischer Verlauf vor, bei dem die Symptomatik über mehrere Jahre andauern kann. Selten geht sie dann sogar in eine andauernde Persönlichkeitsänderung über. Der Mehrzahl der Patienten kann jedoch mit einer adäquaten Therapie die Heilung ermöglicht werden.

Belastungsreaktionen auf traumatische Ereignisse sind häufig. Statistisch gesehen erleben etwa 21-28% der Erwachsenen in Deutschland mindestens ein traumatisches Erlebnis in ihrem Leben. Die 12-Monats-Prävalenz der PTBS, also die Anzahl der Erkrankungsfälle innerhalb eines Jahres, liegt bei etwa 2,3%. Zu beachten ist, dass Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Ein möglicher Erklärungsansatz liegt darin, dass Frauen statistisch häufiger traumatische Ereignisse wie Vergewaltigungen oder Kindesmissbrauch erleben.

Ursachen und Auslöser einer posttraumatischen Belastungsstörung

Die Ursache einer PTBS ist immer das Erleben eines traumatischen Ereignisses, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Da nicht jeder Mensch, der ein solches Ereignis durchlebt, auch an einer posttraumatischen Belastungsstörung erkrankt, geht man vom Vorliegen weiterer begünstigender Faktoren aus. Hierzu gehören beispielsweise traumatische Erlebnisse in der Kindheit, ein plötzliches Auftreten des Traumas oder fehlende soziale Unterstützung nach dem Ereignis.

Bezüglich des auslösenden Traumas unterscheidet man zwischen den sogenannten Typ-1-Traumata und den Typ-2-Traumata. Ein Trauma der ersten Kategorie ist durch ein einmaliges, überraschendes Auftreten gekennzeichnet. Es kann sich dabei beispielsweise um Unfälle, Naturkatastrophen, Raubüberfälle oder sexuellen Missbrauch handeln.

Ein Typ-2-Trauma tritt mehrfach oder über einen längeren Zeitraum auf. Hierunter fallen unter anderem Traumatisierungen durch Kriege, Folterungen, wiederholte Vernachlässigung in der Kindheit oder wiederholter sexueller Missbrauch.

Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften gehen davon aus, dass eine PTBS bei etwa 50% der Betroffenen in Folge einer Vergewaltigung auftritt, ebenso entwickelt auch etwa die Hälfte aller Opfer von Krieg, Vertreibung oder Folter eine posttraumatische Belastungsstörung. Zudem beobachtet man das Auftreten auch in vielen Fällen nach dem Tod eines nahstehenden Menschen oder bei einer schweren körperlichen Erkrankung.

PTBS Symptome: Wie macht es sich bemerkbar?

Die posttraumatische Belastungsstörung kann bei den Betroffenen vielfältige Symptome hervorrufen. Die Erkrankung wird jedoch besonders durch einige Merkmale gekennzeichnet.

Wiedererinnerung

Patienten mit einer PTBS leiden unter einer zwanghaften Wiedererinnerung an das traumatische Erlebnis, wobei sich dies auf verschiedene Weise manifestieren kann.

Oft lösen sogenannte Trigger diese Erinnerungen aus. Dabei kann es sich beispielsweise um Gerüche, Orte oder Geräusche handeln, die an das Trauma erinnern.

Patienten erleben dann ein eindringliches, ungewolltes Erinnern, das im Medizinischen auch als Intrusion bezeichnet wird. Im Rahmen sogenannter Flashbacks wird das traumatische Ereignis erneut in Gedanken und Gefühlen erlebt. In vielen Fällen leiden die Patienten auch unter Albträumen, in denen das Erlebte im Vordergrund steht.

Vermeidungsverhalten

Um dem Wiedererleben des Traumas zu entgehen, neigen Patienten dazu, jegliche Reize, die an das Erlebnis erinnern könnten, zu vermeiden. Hierbei werden beispielsweise bestimmte Orte, Tätigkeiten oder auch Gespräche vermieden. Dies beeinträchtigt die Betroffenen sehr in ihrem Alltag, so wird beispielsweise nach einem schlimmen Unfall ein großer Umweg in Kauf genommen, um den Ort des Ereignisses zu vermeiden.

Oft resultieren aus dieser Vermeidung insgesamt ein Rückzugsverhalten und eine Teilnahmslosigkeit. Betroffene leiden unter einer Gefühlsabstumpfung und distanzieren sich zunehmend auch vom sozialen Umfeld.

Übererregung

Die nach einer PTBS auftretende psychische Übererregung wird auch als Arousal bezeichnet. Die Betroffenen sind vermehrt reizbar, angespannt, leiden unter Konzentrationsstörungen und neigen zu Wutausbrüchen. Oft ist auch das Ein- und Durchschlafen gestört.

Begleitend können auch körperliche Symptome wie Herzrasen, Engegefühl in der Brust oder Zittern auftreten.

Weitere Symptome

Neben den oben genannten können bei den Patienten auch noch weitere Krankheitszeichen vorhanden sein. Hierzu gehören beispielsweise Depressionen oder Erinnerungslücken in Bezug auf das traumatische Ereignis. In einigen Fällen leiden die Betroffenen auch unter Selbstmordgedanken oder greifen zur Linderung der Symptomatik zu Substanzen, wodurch eine Suchterkrankung entstehen kann.

Komplexe PTBS (cPTBS)

Als komplexe posttraumatische Belastungsstörung wird ein Erkrankungsbild bezeichnet, das sich in der Schwere der Symptomatik von einer klassischen PTBS unterscheidet. Ursächlich hierfür sind meist besonders schwerwiegende und wiederholte oder länger andauernde Traumatisierungen. Man beobachtet das Auftreten dieser Erkrankung häufig nach Folterungen, Kriegsgefangenschaften oder anhaltendem sexuellem Missbrauch.

Die Symptome der PTBS treten hier in besonderem Schweregrad auf. Zusätzlich findet sich eine Störung der Impulskontrolle, wodurch es beispielsweise zu gewaltsamen Emotionsausbrüchen kommen kann. Des Weiteren leiden die Patienten unter Minderwertigkeitsgefühlen und einem negativen Selbstkonzept, wodurch häufig problematische zwischenmenschliche Beziehungen entstehen.

Diagnose und Screening: Wie kann eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt werden?

Die Diagnose einer PTBS wird in der Regel durch die Symptomkonstellation gestellt. Patienten suchen in der Regel zunächst den Hausarzt auf, der dann zu einem Psychologen oder Psychotherapeuten überweist. In einem ausführlichen Gespräch wird hier die genaue Symptomatik ermittelt und anhand derer die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gestellt wird.

Bei einer PTBS ist ein vorsichtiges Vorgehen bei diagnostischen Gesprächen besonders wichtig, da immer die Gefahr besteht, Themen ansprechen zu müssen, die potenziell Trigger für das Erlebte sein können. Diese Problematik sollte dann bereits zu Beginn des Gesprächs angesprochen und entsprechende Pausen eingelegt werden.

Welche Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten einer PTBS gibt es?

Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung sollten einer Psychotherapie zugeführt werden. Ergänzend können auch bestimmte Medikamente eingesetzt werden, um die Symptomatik zu lindern. Ziel der Therapie ist es, das Trauma und die Erinnerungen daran zu verarbeiten und das Vermeidungsverhalten zu reduzieren.

Der psychotherapeutische Ansatz bei einer PTBS wird als traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie bezeichnet. Zunächst ist dabei die allgemeine Stabilisierung des Patienten notwendig, sodass ein offenes Sprechen über das traumatische Ereignis möglich ist. In einem nächsten Schritt können Patienten dann schrittweise mit dem Trauma konfrontiert werden (Exposition) und lernen unter Hilfestellung durch den Therapeuten, das Ereignis einzuordnen und in die eigene Biografie zu integrieren.

Um eine starke Symptomatik zu lindern, können Patienten ergänzend zur Gesprächstherapie auch Psychopharmaka verordnet werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass diese niemals als alleinige Therapie und immer nur als Ergänzung zur Psychotherapie eingesetzt werden dürfen.

Findet die Psychotherapie der posttraumatischen Belastungsstörung im Rahmen eines stationären Aufenthaltes statt, dann können gegebenenfalls noch weitere ergänzende Behandlungsmaßnahmen stattfinden. Hierzu gehören beispielsweise die Ergotherapie, Kunst- und Musiktherapie oder bewegungstherapeutische Ansätze.

Rehabilitation bei einer posttraumatische Belastungsstörung

Nach der akuten Therapie der posttraumatischen Belastungsstörung kann in einigen Fällen die Teilnahme an einer psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll sein. In dieser können Patienten ein ganzheitliches Therapiekonzept erhalten, das sie bei der Wiedereingliederung in den gesellschaftlichen und beruflichen Alltag unterstützt.

In spezialisierten Rehabilitationskliniken wird Patienten ein individuelles Behandlungskonzept geboten, das neben einer Psychotherapie auch komplementäre Therapien wie Gruppengespräche, Kunst- oder Bewegungstherapien ermöglicht. Betroffenen wird somit die selbstständige Bewältigung des Alltags und der Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtert.

Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten bei einer posttraumatischen Belastungsstörung?

Die Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung erfordert ein besonders behutsames Vorgehen und sollte ausschließlich durch erfahrene Psychotherapeuten mit einer Spezialisierung auf die Behandlung von Traumatisierungsstörungen erfolgen.

Alle hier gelisteten Fachärzte und Kliniken verfügen über weitreichende Erfahrungen in der Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung. Sie alle zeichnet eine besondere Spezialisierung auf diesem Gebiet aus, sodass Patienten ein multimodales Therapiekonzept angeboten werden kann.

Überzeugen Sie sich selbst von der hohen Fachexpertise unserer Spezialisten und vereinbaren Sie direkt ein erstes persönliches Gespräch.

Quellen:

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