Schlaganfall (Hirnschlag, Apoplex)

Sie suchen Informationen zum Schlaganfall und Spezialisten für die Diagnose oder Behandlung? Hier finden Sie ausschließlich erfahrene Fachärzte und Kliniken in Deutschland, Schweiz oder Österreich. Informieren Sie sich über Symptome, Ursachen, Therapie und Reha oder kontaktieren Sie unsere Experten.

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Ärzteliste Schlaganfall


Informationen zum Bereich Schlaganfall

Was ist ein Schlaganfall?

Schlaganfälle sind gefürchtete plötzliche Ereignisse, die schwere Behinderungen als Folge haben können. Bei einem Schlaganfall sind Gehirnzellen mit Sauerstoff unterversorgt und sterben ohne Eingreifen schnell ab, deshalb können Funktionen des Gehirns teilweise oder komplett ausfallen.

Mögliche Symptome eines Schlaganfalls sind beispielsweise Lähmungen, Bewusstseinsstörungen oder Taubheitsgefühle. Nach dem Eintritt eines Schlaganfalls ist Zeit ein extrem wichtiger Faktor.

Je früher ein Betroffener behandelt wird, desto größer ist die Chance die betroffenen Gehirnzellen zu retten. Daher ist es auch für den Laien wichtig, die Anzeichen eines Schlaganfalls zu kennen und bei Verdacht auf Schlaganfall sofort einen Notarzt zu rufen.

Was passiert bei einem Schlaganfall?

Etwa 80% aller Schlaganfälle werden durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht. Dabei kommt es bei ein oder mehreren Blutgefäßen durch Ablagerungen an den Gefäßwänden oder durch ein Blutgerinnsel zu einer Einengung oder gar einem Verschluss. Die betroffenen Gehirnregionen werden dadurch nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Es kommt nach kurzer Zeit zum Absterben von Nervenzellen.

Sowohl große Hirnarterien als auch kleine Gefäße im Inneren des Gehirns können bei einem Schlaganfall verschlossen sein. Das Ausmaß der Hirnschädigung hängt vom Einzugsgebiet der betroffenen Arterie ab. Bei 10 bis 15% aller Patienten sind Blutungen in das Gehirngewebe die Ursache für einen Schlaganfall.

Was verursacht einen Hirnschlag?

Eine Durchblutungsstörung kann auch durch einen Blutpfropf (Thrombus) entstehen. Der Blutpropf entsteht aus Bluttplättchen. Diese Blutplättchen, die auch als Thrombozyten bezeichnet werden, sollen Verletzungen der Blutgefäße schnell wieder verschließen. Die Thromben entstehen meist nicht im Kopf, sondern in anderen Körperregionen. Dort reißen sie irgendwann von der Arterienwand ab und werden mit dem Blutstrom in den Kopf geschwemmt. Erreicht der Thrombus eine Stelle in der Arterie, die nicht mehr groß genug ist, bleibt er hängen und verlegt den Weg für das fließende Blut.

Blutungen im Kopf können geschehen, wenn der Blutdruck in den Arterien zu hoch ist und/oder die Gefäßwände geschädigt sind. Das Blutgefäß platzt dann auf, weil die Gefäßwand dem Druck des Blutstroms nicht mehr Stand hält. Auch Gefäßmissbildungen wie Aneurysmata können eine Hirnblutung verursachen.

Symptome: Wie bemerkt man einen Schlaganfall?

Schlaganfälle verlaufen individuell und können ohne Symptome oder starke Anzeichen auslösen. Auch der Behinderungsgrad nach einem Schlaganfall ist unterschiedlich. Die meisten Schlaganfälle passieren plötzlich und ohne Vorwarnung. Je nach betroffenem Gehirngebiet kommt es zu motorischen, sensiblen und kognitiven Ausfällen. Konkret bedeutet das:

  • Bewegungsstörung
  • Kribbeln, Brennen, Ziehen an bestimmten Körperstellen
  • Taubheitsgefühle
  • Sehstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Schwäche oder Lähmungen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Atemnot
  • Störungen der Blasenfunktion
  • Sprach- und Sprechstörung

Schlaganfall Diagnose

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall muss für die anschließende Therapie herausgefunden werden, ob es sich um eine Blutung oder einen Verschluss handelt. Diese Unterscheidung ist am besten mit einer kranialen Computertomographie (cCT) möglich. Dabei werden mit Röntgenstrahlung Schnittbilder des Kopfes erstellt und im Computer zu einem 3D-Bild zusammengesetzt. Der Vorteil der CT ist, dass es besonders schnell gemacht wird und frische Blutungen gut sichtbar sind.

Weitere diagnostische Möglichkeit ist die kraniale Magnetresonanztomographie. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Schnitt-Bildgebung des Kopfes. Sie hat den Vorteil, dass sie das betroffenen Gehirngebiet und die umliegende Schwellung besser darstellen kann als die cCT.

Schlaganfall Therapie

Patienten werden auf einer Spezialstation, der Stroke Unit, behandelt. Als Erstes steht die Wiederherstellung der Durchblutung des Gehirns im Vordergrund. Hierfür wird sich einer Lyse-Therapie bedient. Mit bestimmten Substanzen, bevorzugt mit dem rekombinanten Gewebsplasminogenaktivator rtPA, wird das Blutgerinsel aufgelöst. Für diese Methode ist ein Zeitfenster von maximal 4,5 Stunden nach Eintritt des Schlaganfalls vorgesehen.

Nach diesem Zeitfenster ist eine Lyse-Therapie nicht mehr sinnvoll. Sollte ein großes hirnversorgendes Gefäß verschlossen sein, kann auch eine mechanische Rekanalisation erfolgen. Dies kann auch nach einer Lyse-Therapie erfolgen. Das maximale Zeitfenster für diese Intervention beträgt 6 Stunden. Bei der Rekanalisation wird über die Leistenarterie ein Metaldraht mit einem Stent bis in den Kopf vorgeschoben zu der verschlossenen Stelle. Der Stent wird durch die verschlossene Stelle geschoben und öffnet so die Arterie wieder. Anschließend wird der Stent dorthin platziert und verankert, um eine erneute Schließung zu verhindern. Dieses Verfahren wird bei Schlaganfall-Patienten aber relativ selten angewendet. Nur 1-5% der Patienten mit Verschluss kommen dafür in Frage.

Schlaganfall Prognose

Der Krankheitsverlauf und die Chancen auf eine Heilung hängen beim Schlaganfall in erster Linie vom Ort und der Größe der dauerhaften Hirnschädigungen ab. 20% der Betroffen verstirbt nach 4 Wochen, 50% der überlebenden bleibt aufgrund der Behinderungen pflegebedürftig und schwerstbehindert.

Wie lange ein Patient im Krankenhaus bleibt ist individuell von den Ärzten zu entscheiden. Je älter Patienten sind, und je schwerer die Behinderungen nach dem Schlaganfall, desto schlechter ist die Prognose. Jüngere Patienten haben bessere Chancen, dass sich die eingetretenen Behinderungen weitgehend zurückbilden.

Es sollten Allgemeinmaßnahmen zur Prävention von einem weiteren Schlaganfall oder einer Gefäßerkrankung unternommen werden. Dazu gehört die adäquate Einstellung der Grunderkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Hypercholesterinämie usw. Eine durchgehende Blutverdünnung sollte in Erwägung gezogen werden.

Reha nach Schlaganfall

An einen Krankenhausaufenthalt schließt sich in den meisten Fällen eine Rehabilitation an. Während dieser Zeit werden die Betroffenen von Krankengymnasten, Sprach- und Ergotherapeuten behandelt. Ziel der Rehabilitation ist es mit bleibenden Beeinträchtigungen zu leben und sich damit im Alltag zurechtzufinden. In den meisten Fällen findet die Rehabilitation stationär in einer darauf spezialisierten Klinik statt. Für leichtere Fälle gibt es ambulante Tageseinrichtungen. Je nach Behinderungsgrad wird eine Reha von 4 bis 6 Wochen empfohlen.

Welche Fachärzte und Kliniken sind Spezialisten bei einem Schlaganfall?

Ärzte der Neurologie und Neuroradiologie arbeiten Hand in Hand, wenn es um Schlaganfall Patienten geht. Die CT-  und MRT-Bilder werden von Neuroradiologen befundet und auch die Rekanalisation wird von ihnen durchgeführt. Neurologen sind für die medikamentöse Therapie und Nachsorge verantwortlich. In Kliniken für Neurologie arbeiten in Stroke Units beide Abteilungen eng zusammen.

Wir helfen Ihnen einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden. Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns auf Ihre herausragende Spezialisierung im Bereich Schlaganfall überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.

Quellen:

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