Defibrillator Implantation: Indikationen, Operation, Risiken und Spezialisten in Deutschland und der Schweiz

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Informationen zum Bereich Defibrillator Operation

Defibrillator (ICD) Implantation

Die Todesursache Nummer eins in der westlichen Welt ist der plötzliche Herztod, dessen Ursache in 80% der Fälle das ...

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Defibrillator (ICD) Implantation

Die Todesursache Nummer eins in der westlichen Welt ist der plötzliche Herztod, dessen Ursache in 80% der Fälle das sogenannte Kammerflimmern ist. Jährlich sterben allein in Deutschland 100.000 –   200.000 Menschen an dieser Herzerkrankung. Zur Vorbeugung eines solchen Ereignisses ist es bei manchen Patienten wichtig und sinnvoll einen Defibrillator (ICD) zu implantieren.

Was ist ein ICD?

Ein ICD ist ein Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator. Es handelt sich um kleines Gerät, das unter die Haut implantiert wird und zum Einsatz kommt, wenn das Herz zu schnell schlägt. Ein zu schneller Herzrhythmus kann im Idealfall durch einen gut dosierten Stromschlag wieder reguliert werden. Der Stromimpuls wird bei einem ICD über Elektroden direkt in den Herzmuskel abgegeben.

Da ein zu schnelles Herz nicht langsam heruntergeregelt werden kann, wird ein Stromschlag abgegeben, der für einen Moment die gesamt elektrische Eigenaktivität im Herzen zum Stillstand bringt. Danach fängt das Herz üblicherweise mit einem normalen Tempo selbst wieder an zu schlagen. Zu den schnellen (tachykarden) Rhythmusstörungen gehören das Kammerflimmern und die Ventrikuläre Tachykardie. 

Die Implantation des ICD zählt zur effektivsten Therapieform bei der Behandlung lebensbedrohlicher überschneller Herzrhythmen. Das primäre Ziel beim Einbau des Defibrillators ist die Lebensverlängerung durch das Verhindern des plötzlichen Herztodes, als sekundäres Ziel wird eine Erhöhung der Lebensqualität angestrebt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Defibrillator und einem Herzschrittmacher?

Ein Herzschrittmacher ist ein Gerät, das ständig Impulse an das Herz gibt, damit es im richtigen Rhythmus schlägt. Er wird bei bestimmten Herzrhtymusstörungen eingesetzt, bei denen das Herz zu langsam schlägt. Der Defibrillator dahingegen wacht im Hintergrund ständig über das Herz und greift nur in akut lebensbedrohlichen Situationen ein, falls es zu einem zu schnellen Herzschlag kommt, z. B. Kammerflimmern oder einer ventrikulären Tachykardie.

Was sind die Indikationen für eine Defibrilator Implantation?

Patienten, die bereits einen Herz-Kreislauf-Stillstand überlebt haben, sollten sobald wie möglich mit einem implantierbaren Defibrillator versorgt werden. Patienten mot folgenden Herzerkarnungen können von einer ICD Implantation profitieren:

Welche Untersuchungen sind vor dem Einbau eines ICD durchzuführen?

Von den Patienten muss ein aktuelles Ruhe- und Belastungs-EKG aufgezeichnet werden. Des Weiteren müssen durch eine Herzkatheteruntersuchung der Zustand der Herzkranzgefäße wie auch die elektrischen Bahnen des Herzens erfasst werden.

Wie ist der Ablauf einer Defibrillator-OP?

Der Einbau eines Defibrillators erfolgt inzwischen in der Regel über einen kurzen minimalinvasiven Eingriff im Herzkatheterlabor. Dabei sind die Patienten nur in eine leichte Narkose versetzt. Unter örtlicher Betäubung wird im oberen linken Brustbereich, unterhalb des Schlüsselbeines, ein kleiner Hautschnitt gesetzt unter dem später das Defibrillator-Gerät eingenäht wird. Im nächsten Schritt werden über die Vene eine oder zwei Elektroden (isolierte, dünne Drähte) bis ins Herz vorgeschoben und dann an den Defibrillator angeschlossen.

Nach dem Testen der wichtigen Funktionen des Gerätes wird der Defibrillator unter die Haut geschoben und vernäht. Nach der Implantation des ICD sind die Patienten meist sofort wieder fit und dürfen aufstehen. Sie müssen aber für 48 Stunden in stationärer Überwachung verbleiben.

Was sind die Risiken einer ICD Implantation?

Bei der ICD implantation handelt es sich um einen risikoarmen Eingriff. Wie bei jeder Operation können im Einzelfall Komplikationen auftreten. Diese sind allerdings sehr selten. Folgende Risiken und Komplikationen können auftreten:

  • Blutungen
  • Schmerzen
  • Thrombose
  • Infektionen

Was müssen Patienten mit ICD beachten?

Nach wenigen Wochen können sich die Patienten im Normalfall wieder ganz normal belasten und aktiv sein. Sie erhalten in der Klinik einen Defibrillator-Ausweis, den sie immer bei sich tragen sollten, welcher Auskunft gibt über Art und Funktion des eingebauten Gerätes. Im weiteren Verlauf müssen ca. alle 3-6 Monate Kontrollen des Gerätes durch einen Spezialisten durchgeführt werden. Dabei werden alle wichtigen ICD-Funktionen getestet, führt der Arzt ein EKG durch und der Patient wird körperlich untersucht (u. a. Narbe des ICD) und zu seinem Befinden befragt.

Quellen:

Innere Medizin, Gerd Herold, 2014

Leitlinien: Implantation von Defibrillatioren, W. Jung, D. Andresen, M. Block, D. Böcker, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie

http://www.medtronic.de/erkrankungen/tachykardie/eingriff/vorbereitung-ablauf/index.htm (11.09.2015)

 


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