Herzrasen (Tachykardie)

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Ärzteliste Herzrasen


Informationen zum Bereich Herzrasen

Definition: Was ist eine Tachykardie?

Herzrasen (med.: Tachykardie) bezeichnet einen Anstieg der Herzfrequenz von über 100 / min. Für Kinder gelten je nach Alter andere Grenzwerte. Die Ursache für eine solche Tachykardie ist meist harmlos, z.B. Aufregung oder Angst.  Ist der Herzschlag jedoch dauerhaft beschleunigt, kann das Hinweis auf eine Herzerkrankung sein und das Herz sollte dringend einmal unter die ärztliche Lupe genommen werden.

Welche Tachykardie Arten gibt es?

  1. Supraventrikuläre Tachykardie: Der Entstehungsort des Herzrasens liegt außerhalb der Herzkammern, z.B. in den Vorhöfen.
  2. Ventrikuläre Tachykardie: Der hohe Puls entsteht in der Herzkammer.

Ist Herzrasen gefährlich?

Der normale Puls liegt bei Erwachsenen in Ruhe zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Bei einer Tachykardie kommt es zu einem dauerhaften Anstieg auf über 120 Schläge pro Minute, wobei ein anhaltender Puls von über 120 bedrohlich ist und über 150 lebensbedrohlich ist. Doch nicht hinter jedem Herzrasen steckt eine ernsthafte Erkrankung. Bei plötzlichen Attacken, die aber auch schnell wieder vergehen und die durch Hinsetzen und zur Ruhe kommen vergehen, sind die Chancen hoch, dass es sich um das gutartige Herzjagen handelt.  Dies kann im Augenblick belastend erscheinen, ist aber in der Regel ungefährlich. Gefährlich ist Herzrasen, das durch eine Herzerkrankung ausgelöst wird. Hier sollte eine Therapie erfolgen, um langfristige Schäden zu vermeiden.

Ursachen: Warum bekommt man Herzrasen?

Ursachen können Erkrankungen sein wie:

Tachykardie Symptome

Typischerweise spürt der Betroffene neben dem Klopfen und Pochen des Herzens auch folgende Symptome:

  • Schwitzen und feuchte Hände.
  • Schwindel.
  • schneller Atem oder Atemnot
  • Zittern und innere Unruhe
  • Übelkeit

Diagnose: Wie wird eine Tachykardie festgestellt?

Als Erstes wird der Betroffene zu seiner Problematik genau befragt. Dabei geht es um den erstmaligen Eintritt des Herzrasens, die Begleitumstände wenn es eintritt, andere Beschwerden, Vorerkrankungen, aktuelle Medikamenteneinnahme und ähnliches. Anschließend führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch. Dabei werden Puls und Blutdruck gemessen. Außerdem werden die Organe betastet und mit dem Stethoskop abgehört. Außerdem wird Blut für Laboruntersuchungen abgenommen.

Ein praktisches Hilfsmittel zur Diagnose ist das Elektrokardiogramm (EKG). Das EKG bietet eine schnelle Erfassung der Herzfunktion und liefert viele Informationen über eine mögliche Herzerkrankung. Allerdings ist es nur eine kurze Aufzeichnung der Herzaktivität, sodass im Ruhe-EKG eine Rhythmusstörung oft übersehen wird, da sie in dem Moment der Aufzeichnung nicht eintritt. Daher ist bei Herzrasen auch immer ein Langzeit-EKG indiziert. Der Patient trägt dabei ein EKG Gerät für 24h, sodass über den gesamten Zeitraum die Messung stattfinden kann. Zudem können weitere Untersuchungen indiziert sein. Dazu gehören ein Belastungs-EKG , eine Ultraschalluntersuchung des Herzen und eine Langzeitmessung des Blutdrucks.

Therapie: Wir werden Tachykardien behandelt?

Sollten sich das Herzrasen als natürlich darstellen, ist in der Regel keine Therapie nötig. Erst bei Herzrhythmusstörungen, sollte etwas getan werden. Beispielsweise basiert die Behandlung von Vorhofflimmern auf folgenden Grundsätzen:

  • Verhinderung thromboembolischer Ereignisse
  • Verhinderung zu hoher Kammerfrequenzen
  • Wiederherstellung des Sinusrhythmus bei geeigneten Patienten
  • „Upstream-Therapie“

Dafür können Medikamente gegeben werden, die die Frequenz oder den Rhythmus des Herzens unter Kontrolle bringen. Auch eine operative Maßnahme zur Auslöschung der Arhythmie Ursache kann eine Option sein.

Bei vorliegenden Bluthochdruck gibt es Medikamente, die den Blutdruck senken und gleichzeitig das Herz schützen, also kardioprotektiv wirken. Auch durch eine Veränderung des Lebensstils, dabei ist Ernährung, sportliche Tätigkeit und rauchfrei leben gemeint, kann zu einer Blutdrucksenkung beitragen.

Liegt die Ursache in einer Schilddrüsenüberfunktion, muss eine Schilddrüsen-OP oder die Einnahme von Thyreostatika oder eine Radiojodtherapie erfolgen. Anschließend sollte der Schilddrüsenhaushalt normalisiert sein oder eine äußere Zufuhr von Schilddrüsenhormonen ist nötig.

Auch Stress kann zu pathologischen Herzrasen führen. Eine Stressreduktion durch Änderung im Berufsleben, durch besseren Schlaf oder auch psychologischer Behandlung kann sich positiv auswirken.

Heilungschancen und Verlauf

Der Verlauf ist abhängig von der Erkrankung, die das Herzrasen auslöst. Eine individuelle Vorhersage für die Heilungschancen oder den Verlauf ist schwer zu treffen. Wird die Ursache jedoch frühzeitig erkannt und behandelt, verlängert sich die Lebenserwartung der Betroffenen, gegenüber Betroffenen mit spät erkannten Erkrankungen.

Quellen:

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