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Informationen zum Bereich Aortenklappenersatz

Der Aortenklappenersatz ist der Austausch einer zerstörten Aortenklappe eines Patienten gegen eine Klappenprothese. Die Aortenklappe ist die Herzklappe im menschlichen Herzen, die ...

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Informationen zum Bereich Aortenklappenersatz

Der Aortenklappenersatz ist der Austausch einer zerstörten Aortenklappe eines Patienten gegen eine Klappenprothese. Die Aortenklappe ist die Herzklappe im menschlichen Herzen, die die linke Hauptkammer von der Hauptschlagader trennt und verhindert, dass das sauerstoffreiche Blut ins Herz zurückfließt.

Patienten mit einer Aortenklappenstenose (Verengung der Herzklappe) oder einer Aortenklappeninsuffizienz (Undichtigkeit der Klappe) sollten, sobald sie Symptome ihrer Erkrankung entwickeln, einem Klappenersatz zugeführt werden. Die Aortenstenose ist der häufigste erworbene Herzklappenfehler. Mit über 65 Jahren hat über 3% der Bevölkerung diese Krankheit.

Wie entwickelt sich eine Aortenstenose oder eine Aorteninsuffizienz?

Eine Klappeninsuffizienz entwickelt sich u.a. durch eine angeborene Veränderung der Aortenklappe oder eine Entzündung der Herzklappe (z. B. Endokarditis), die zu Vernarbungen der Klappe führt. Dabei fließt das Blut fälschlicherweise in das Herz zurück, wodurch die Herzarbeit steigt und die Patienten mit der Zeit über Kurzatmigkeit und Schwindel klagen. Die Aortenstenose (= AS) entsteht meist durch altersbedingte Verkalkung (kalzifizierende AS). Dadurch kann sich die Klappe nicht mehr regelgerecht öffnen und es gelangt nicht mehr ausreichend Blut in den Körperkreislauf. Als heute seltenere Form gibt es die rheumatische AS, die vor allem nach Infektionen mit Streptokokken (Bakterien) entsteht. Diese tritt inzwischen aber nur noch wenig auf durch die gute antibiotische Behandlung unseres modernen Gesundheitssystems.

Was sind Symptome einer Aortenstenose/Aorteninsuffizienz, die einen Klappenersatz nötig machen?

Die Aortenklappeninsuffizienz bleibt bei den meisten Betroffenen sehr lange symptomlos. Erst in weit fortgeschrittenem Krankheitsstadium können die Patienten Atembeschwerden, primär bei Belastung, oder stechende Herzschmerzen beklagen. Es gibt sogar Klappenerkrankte, die stets symptomfrei bleiben.

Die Symptome der Aortenstenose entstehen durch die Folgen der verringerten Öffnungsfläche der Aortenklappe. Auch bei diesem Krankheitsbild weisen die Patienten meist schon ein operationswürdiges Erkrankungsstadium auf, wenn sie die ersten Symptome zeigen. Das Herz muss durch die Engstelle vermehrt Pumparbeit leisten, deshalb kann es zu stechendem Herzschmerz und Luftnot kommen. Durch den Mangel an sauerstoffreichem Blut im Körperkreislauf leiden viele Betroffene an Schwindel, Kreislaufkollapsen und rascher Ermüdung. Unter körperlicher Belastung ist sogar ein plötzlicher Herzstillstand möglich. Bis zu 20% der Patienten entwickeln Herzrhythmusstörungen

Welche Untersuchungen sind vor einem Herzklappenersatz durchzuführen?

Alle Betroffenen sind genau körperlich zu untersuchen. In einem EKG können eine mögliche Herzvergrößerung oder Herzrhythmusstörungen detektiert werden. Die Untersuchung der Wahl ist heute der Herzultraschall (Echokardiografie). Dabei können sowohl Aortenstenose, als auch Aorteninsuffizienz gut erkannt werden und ihr Schweregrad exakt ermittelt werden. Eventuell kann eine MRT-Untersuchung oder CT-Untersuchung zusätzlich hilfreich sein. Eine Herzkatheteruntersuchung ist vor der Herzoperation durchzuführen, um zusätzlich Engstellen der Herzkranzgefäße auszuschließen. Falls die Betroffenen verengte Herzkranzgefäße aufweisen, könnten diese bei einem Eingriff am offenen Herzen zum Klappenersatz gleichzeitig mittels Bypassversorgt werden.

Wann sollte der Herzklappenersatz erfolgen?

Generell ist wichtig zu wissen, dass eine Aortenklappenstenose oder Aortenklappeninsuffizienz NUR durch einen Herzklappenersatz zu therapieren ist. Da diese Erkrankungen meist erst in fortgeschrittenem Stadium Symptome ausbilden, sind die Betroffenen zeitnah nach Symptomauftritt einer Operation zuzuführen. Wird die Operation zu spät durchgeführt können die Veränderungen am Herzen irreversibel sein und der Patient profitiert nicht mehr von dem Eingriff. Wenn eine Aortenklappenstenose Symptome hervorruft, leben nach 2 Jahren nur noch 50% der nicht operierten Patienten!

Wie läuft der Aortenklappenersatz ab?

Im Allgemeinen unterscheidet man beim Klappenersatz eine offenchirurgische von einer minimalinvasiven Methode. Bei der offenchirurgischen Therapie wird unter Vollnarkose der Brustkorb am Brustbein eröffnet, das Herz wird freigelegt, an eine Herz-Lungen-Maschine angehängt und zum Stillstand gebracht. Dann entfernt der Spezialist Herzchirurg über die Hauptschlagader (Aorta) die zerstörte Herzklappe und tauscht sie gegen eine Ersatzklappe aus. Der operative Aortenklappenersatz gehört zu den risikoärmsten Eingriffen der modernen Herzchirurgie, heute versterben nur ca. 1-4% der Patienten bei dieser Operation.

Die minimalinvasive Ersatztechnik wird inzwischen bei knapp einem Drittel der Patienten angewandt, falls die Patienten ein zu hohes Operationsrisiko beste (z. B. sehr viele Nebenerkrankungen). Bei dieser Methode (TAVI= Transkatheter-Aortenklappenimplantation) wird durch einen Katheter die Prothese über die Arterien zum Herzen gebracht. Die Klappe ist hierbei auf ein Metallgerüst (= Stent) gesetzt. Das Metallgerüst wird an der richtigen Position entfaltet und verankert sich damit im Herzgewebe. Die alte, kaputte Herzklappe des Patienten verbleibt hier im Herzen und wird lediglich durch die neue Klappe verdrängt. Aktuell ist der minimalinvasive Aortenklappeneingriff noch kein genereller Ersatz für die offene Operation, da Langzeitergebnisse für diese Therapieform noch fehlen.

Beim Ersatz von Herzklappen sind zwei Klappenformen als Prothese möglich. So gibt es mechanische Kunstklappen (v.a. aus Metall) oder biologische Klappen, die entweder von Menschen oder Tieren (Schwein/Rind) sind. Der Vorteil einer mechanischen Klappe ist, dass diese eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer haben, aber die Patienten mit einer solchen Klappe müssen lebenslang Blutverdünner einnehmen. Bei biologischen Klappen ist keine lebenslange Blutverdünnung nötig, aber diese Klappenform ist meist nur 10-15 Jahre haltbar.

Als Sonderform beim Aortenklappenersatz gibt es noch die sog. Ross-OP, bei der die verengte Aortenklappe durch die Pulmonalklappe ersetzt wird und die Pulmonalklappe durch eine biologische Prothese.

Wie geht es nach dem Klappenersatz weiter?

Nach dem Eingriff werden die Patienten durch Physiotherapie und angemessene Trainingsmaßnahmen („Reha“) meist innerhalb von ca. 12 Wochen wieder fit für den Arbeitsalltag gemacht. Nach dem Klappenersatz sind engmaschige Kontrollen mit Herzultraschalluntersuchungen nötig, denn häufig entwickelt sich eine geringgradige Klappenundichtigkeit. Selten kommt es nach der Operation zu Herzrhythmusstörungen (z. B. AV-Block), die eine Behandlung mit einem Herzschrittmacher verlangen. Ein Jahr nach dem Klappenersatz leben noch 90% der Patienten, nach 5 Jahren noch 75%.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Spezialisten für Kardiochirurgie oder Kinderherzchirurgie.

 

Quellen

Innere Medizin, Gerd Herold, 2014

Chirurgie, Duale Reihe, Henne-Bruns, Doris: 2012

 


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