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(Operation nach Ross)

Die Ross-Operation (= Pulmonary autograft procedure) ist ein technisch hochkomplexes Verfahren zum Ersatz einer geschädigten Aortenklappe. Bei dieser Technik ...

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(Operation nach Ross)

Die Ross-Operation (= Pulmonary autograft procedure) ist ein technisch hochkomplexes Verfahren zum Ersatz einer geschädigten Aortenklappe. Bei dieser Technik wird die Aortenklappe durch die eigene Pulmonalklappe des Patienten (Autograft) ersetzt, während die Pulmonalklappe gegen eine biologische Prothese oder eine Spenderklappe ausgetauscht wird.

Welche Patienten benötigen eine Operation nach Ross?

Die Aortenklappe ist die Herzklappe im linken Herzanteil, die die linke Herzkammer von der Hauptschlagader (= Aorta) trennt und den Rückfluss des Blutes ins Herz verhindert. Wenn die Aortenklappe verengt ist (Aortenklappenstenose) leiden die Patienten vermehrt unter Kreislaufkollapsen und Schwindel, da nicht mehr ausreichend Blut in das Gehirn gelangt. Auch gibt es die sogenannte „Aortenklappeninsuffizienz“, bei der die Klappe undicht ist und das Blut in das Herz zurückfließen kann. Patienten mit einer insuffizienten Aortenklappe sind weniger leistungsfähig, verspüren gehäuft stechende Herzschmerzen und bekommen v. a. unter Belastung schlecht Luft.

Eine Behandlung dieser Herzklappenfehler ist im fortgeschrittenen Stadium lebensnotwendig. Als ersten Therapieschritt bringt bei der Aortenklappenstenose meist eine Ballondilatation (Aufweitung durch einen Ballon im Herzkatheter) gewisse Erleichterung. Langfristig ist aber meist ein Ersatz der Klappe nicht zu verhindern. Vor allem junge und sehr sportliche Patienten profitieren von der Operationsmethode nach Ross.

Was sind Vor- und Nachteile der Ross-Operation?

Beim Ersatz von menschlichen Herzklappen stehen im Allgemeinen mechanische Prothesen aus Metall oder biologische Klappen von menschlichen Spendern („Homograft“) oder Tieren wie Rind/Schwein zur Verfügung. Eine mechanische Prothese hat den großen Vorteil einer nahezu unbegrenzten Haltbarkeit. Die Patienten mit dieser Klappenform müssen aber lebenslang Blutverdünner (Antikoagulanzien) einnehmen, was vor allem bei jüngeren und aktiven Patienten vermieden werden sollte. Beim Einbau einer biologischen Klappe ist zwar keine Blutverdünnung nötig, die Herzklappen verkalken aber recht schnell, sodass ihre „Lebenszeit“ auf ca. 10 Jahre begrenzt ist und damit eventuell weitere Herzoperationen nötig werden. Aufgrund dieser nicht idealen Konstellationen bei beiden Arten des Klappenersatzes vor allem für junge Patienten hat Dr. Donald Ross 1967 erstmalig diese nach ihm benannte Operationsmethode angewandt.

Bei der Operation wird die zerstörte Aortenklappe entnommen und durch die patienteneigene Pulmonalklappe, die Herzklappe, die die rechte Herzkammer von den Lungengefäßen trennt, ersetzt. Die Pulmonalklappe ist an dieser Stelle quasi unbegrenzt haltbar. Sie ist in Form, Größe und Funktion der Aortenklappe nahezu identisch, was von großem Vorteil ist, da es für Kleinkinder und Neugeborene noch keine so kleinen Prothesen gibt. Auch kann die körpereigene Herzklappe bei den Patienten noch mitwachsen, weswegen dieses Verfahren besonders für Kinder sehr interessant ist. In diesem Fall verkalkt auch die ersetzte Klappe kaum, was weitere Eingriffe erspart. Die entnommene Pulmonalklappe wird entweder durch eine menschliche Spenderklappe oder durch eine biologische Prothese ersetzt. Im rechten Herzanteil, in dem sich die Pulmonalklappe befindet, herrscht nur ein Bruchteil des Blutdruckes im Körperkreislauf, sodass an dieser Position auch biologische Klappen eine verhältnismäßig lange Haltbarkeit haben.

Als Nachteil dieser Operationsmethode wird die Tatsache betrachtet, dass man bei lediglich einer geschädigten Herzklappe an zwei Klappen operieren muss. Auch muss die ersetzte Pulmonalklappe im Laufe des Lebens in jedem Fall irgendwann ausgetauscht werden.

Diese Therapieform einer irreversibel geschädigten Aortenklappe ist vor allem für Kinder und junge Erwachsene von Vorteil. Denn die Klappen sind länger haltbar als bei anderen Verfahren, es ist keine lebenslange Blutverdünnung nötig und es besteht geringere Gefahr für Gerinnselbildungen oder Klappeninfektionen. Auch wächst die Klappe mit und eine sportliche Betätigung ist nach der Operation in normalem Umfang möglich.

Nach der Operation nach Ross können die Patienten ein normales und aktives Leben führen, lediglich lebenslange kardiologische Kontrollen bei Ihrem Spezialisten der Kardiologie sind nötig.

 

Quellen

Innere Medizin, Gerd Herold, 2014

Die Ross-Operation bei Kindern, Zeitschrift für Herz-, Thorax- und Gefäßßchirurgie, Springer-Verlag, 2010, J. Hörer, U. Stierle, T. Hanke

https://www.uke.de/kliniken/kardiochirurgie/index_51989.php (09.09.2015)

http://www.dhm.mhn.de/de/kliniken_und_institute/klinik_fuer_herz-_und_gefaessc/chirurgie_bei_angeborenen_herz/fachwissen/ross-operation.cfm (09.09.2015)

 

 


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