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Informationen zum Bereich Kardiomyopathie

(Kardiomyopathien)

Myopathien sind Muskelerkrankrungen. Bei Kardiomyopathien handelt es sich um Erkrankungen des Herzens, welches hauptsächlich aus Muskel besteht. Dabei treten entweder Vergrößerungen, ...

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Informationen zum Bereich Kardiomyopathie

(Kardiomyopathien)

Myopathien sind Muskelerkrankrungen. Bei Kardiomyopathien handelt es sich um Erkrankungen des Herzens, welches hauptsächlich aus Muskel besteht. Dabei treten entweder Vergrößerungen, Verhärtungen oder Erweiterungen/Aufblähungen einzelner Teile des Herzens auf, was zu mechanischen oder elektrischen Fehlfunktionen des Herzens führen kann. Wenn dies der Fall ist, können plötzliche Todesfälle eintreten oder man ist aufgrund der Fehlfunktion des Herzens in seinem Alltag eingeschränkt und nicht mehr so leistungsfähig. Meistens sind Kardiomyopathien genetisch bedingt, werden also von Mutter oder Vater vererbt.

Aufbau des Herzens

Um die Probleme zu verstehen, die bei Kardiomyopathien auftreten, muss man sich einige Eigenschaften des Herzens vor Augen führen. Das Herz ist wie eine Pumpe, die den Körper und die Organe ständig mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Diese Pumpe besteht aus zwei Teilen. Zum einen besitzt das Herz einen rechten Teil, der dafür zuständig ist, das sauerstoffarme Blut aus dem Körper aufzunehmen, und zur Lunge zu befördern. Dieser rechte Teil unterteilt sich wiederum in zwei Teile. Den rechten Vorhof, der das „verbrauchte“ Blut des Körpers aufnimmt, und die daran angeschlossene rechte Herzkammer, die das Blut dann zur Lunge pumpt. In der Lunge wird das Blut dann wieder mit Sauerstoff versetzt. Dieses sauerstoffreiche Blut kommt nun in den zweiten Teil des Herzens, den linken Vorhof, an den wieder eine Kammer angeschlossen ist, die linke Herzkammer. Diese linke Herzkammer pumpt das nun wieder sauerstoffreiches Blut in den Körper. Hat das Blut seinen Sauerstoff an den Körper und die Organe abgegeben, wird es wieder vom rechten Vorhof „angesaugt“ und von der rechten Kammer wieder in die Lunge gepumpt. So schließt sich der Kreislauf des Blutes. Der Pumpvorgang des Herzens wird dadurch erreicht, dass sich das Herz, welches vor allem aus Muskel besteht, zusammenziehen kann, um so das Blut weiterzubefördern. Ist das Herz vergrößert oder verhärtet, können Probleme bei der Beförderung des Blutes entstehen. Hierfür sind meist Herzmuskelerkrankungen verantwortlich, die nun kurz dargestellt werden.

Die typischen Kardiomyopathien (dilatativ, hypertroph, restriktiv)

Man kann die Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) aufgrund ihrer Veränderungen der Struktur und Form des Herzens unterteilen in dilatative, hypertrophische und restriktive Kardiomyopathien, die nun erklärt werden sollen.

Die dilatative Kardiomyopathie

Die häufigste Form der Kardiomyopathien ist die dilatative Muskelerkrankung (15 Fälle pro 100,000 Einwohner). Bei der dilatativen Kardiomyopathie (DCM) sind ein oder beide Herzvorhöfe vergrößert bzw. erweitert, was dazu führt, dass diese das Blut nicht mehr gut genug weiterbefördern können, weil das Herz sich aufgrund der Vergrößerung nicht mehr so gut zusammenziehen kann. Man muss sich das Herz in diesem Zusammenhang wie einen schlaffen Sack vorstellen, der nicht mehr genug Spannung aufbauen kann, um das Blut weiterzubefördern. Die Ursachen sind entweder nicht bekannt, vererbt, durch einen Virus ausgelöst, durch Giftstoffe ausgelöst (v.a. Alkohol) oder entstehen aufgrund einer anderen Erkrankung des Herzens (z.B. Koronare Herzkrankheit oder Herzklappenfehler). Bei 60% der betroffenen Patienten entsteht die dilatative Kardiomyopathie im Anschluss an einen verheilten Virusbefall des Herzmuskels. Dabei sind vor allem Männer betroffen, die 40 Jahre alt oder älter sind. Symptome: Viele Kardiomyopathien treten auch auf, weil das Herz aufgrund einer Koronare Herzkrankheit mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird oder weil zu viel Alkohol getrunken wurde. Häufig treten Herzrhytmusstörungen auf, die der Patient als Schwindel, Ohnmacht oder bewusstes Wahrnehmen des eigenen Herzschlags erlebt. Wenn bei Ihnen diese Symptome auftreten, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, da aufgrund einer dilatativen Kardiomyopathie (DCM) ein plötzlicher Herztod eintreten kann. Zudem können sich aufgrund des vermehrt im Vorhof „stehenden“ Blutes Blutgerinnsel bilden, die verschiedene Gefäße des Körpers verstopfen können. Wird beispielsweise ein Gefäß verstopft, welches für die Versorgung des Gehirns verantwortlich ist, kann dies zu einem Schlaganfall führen. Zudem kann es zu Durchblutungsstörungen der Arme und Beine oder anderer Teile des Körpers kommen. Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist ein häufiger Grund für eine Herztransplantation, wenn dem Patienten mit Medikamenten, einem Herzschrittmacher oder einer Operation zur Erweiterung der versorgenden Herzgefäße nicht geholfen werden kann. Diagnose: Bei einem Verdacht auf eine dilatative Kardiomyopathie (DCM) mit typischen Symptomen, wird die Diagnose durch das Abhören des Herzens, bildgebende Verfahren (Ultraschall, MRT) oder durch ein Gewebeentnahme der betroffenen Stelle gestellt. Zudem kann man die Größe des Herzens mithilfe eines Röntgengerätes bestimmen. Des Weiteren kann man einen dünnen Schlauch über ein Gefäß bis in das Herz einführen (Herzkatheter). Am Ende dieses Schlauches befinden sich empfindliche Sensoren, welche die Druckverhältnisse und das Pumpverhalten des Herzens messen können. Therapie: Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) kann zum einen mit Medikamenten behandelt werden (Kardiovaskuläre Pharmakologie), da diese einen positiven Effekt auf das Pumpverhalten des Herzens haben. Zudem kann man bei ernsten Herzrhythmusstörungen einen Herzschrittmacher einsetzen. Wichtig ist auch, dass der Patient keinen Alkohol mehr zu sich nimmt. Darüber hinaus müssen weitere herzbelastende Störungen wie Fieber, Bluthochdruck und Blutarmut behandelt werden. Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung können auch zu einer Besserung des Symptome einer DCM führen. In letzter Not besteht die Möglichkeit einer Herztransplantation, wobei mechanische Pumpsysteme die Herzfunktion übernehmen können, bis ein neues Herz für eine Transplantation zur Verfügung steht. Prognose: Die jährliche Sterblichkeit liegt nach der Feststellung der Krankheit und deren Behandlung bei 10-20%, wobei sich diese Rate in den letzten Jahren unter der modernen Herztherapie verbessert hat.

Die hypertrophe Kardiomyopathie

Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die zweithäufigste Form der Kardiomyopathie. Dabei ist im Durchschnitt einer von 500 jungen Erwachsenen betroffen. Die hypertrophe Kardiomyopathie HCM ist genetisch bedingt. Sie ist also eine angeborene Herzmuskelerkrankung, die meist mit einer unregelmäßigen Verdickung der linken Herzkammer einhergeht. Es ist also der Teil des Herzens betroffen, der das Blut von der Lunge in den Körper befördern soll. Bei einem Teil der Patienten kommt es dadurch bei körperlicher Belastung zu einer zunehmenden Verengung der Ausflussbahn der linken Herzkammer, da der verdickte Teil des Herzens die Ausflussbahn für das Blut zusammendrückt. Zudem kommt es zu einer Versteifung des Herzmuskels. Symptome: Bei vielen Patienten treten keine Symptome oder wenige Beschwerden auf. Wenn es allerdings zu Symptomen kommt, verspüren 90% der betroffenen Patienten Luftnot, weil sich die Herzkammer nur eingeschränkt füllen kann und sich das Blut in die Gefäße zurückstaut, die das Blut von der Lunge zum linken Herzabschnitt transportieren sollen. Bei 75% der Patienten mit körperlichen Beschwerden treten Schmerzen in der Brust auf, die in den Hals oder in den linken Arm ausstrahlen können (Angina Pectoris). Zudem nehmen die Patienten ihren Herzschlag plötzlich bewusst wahr, bekommen Herzrhythmusstörungen , erleiden Ohnmachtsanfälle, im schlimmsten Fall kann ein plötzlicher Herztod eintreten. Diagnose: Der Arzt kann die hypertrophe Kardiomyopathie HCM durch das Abhören des Herzens diagnostizieren. Zudem können die elektrischen Aktivitäten des Herzens durch ein Elektrokardiogramm angezeigt werden (EKG). Hier besteht auch die Möglichkeit ein Langzeit-EKG aufzunehmen, welches die elektrischen Aktivitäten über einen längeren Zeitraum misst. Des Weiteren kann man das Herz mithilfe eines Ultraschallgerätes, eines Katheters oder mit einem Röntgengerät untersuchen. Therapie: Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) kann mit Medikamenten behandelt werden, die die Herzkraft senken. Zudem kann chirurgisch eine Entfernung des überschüssigen Herzmuskels durchgeführt werden oder ein Herzschrittmacher eingesetzt werden. Wichtig ist auch die Vermeidung großer Körperlicher Belastung. Prognose: Die häufigsten Komplikationen sind der plötzliche Herztod sowie eine fortschreitende Herzschwäche. Die jährliche Sterblichkeit betragt bei hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) Patienten 1%, wobei eine hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) im Kindes- und Jugendalter eine sehr schlechte Prognose hat. 25% der Patienten mit hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) erreichen allerdings ein Alter von 75 Jahren.

Die restriktive Kardiomyopathie

Bei einer restriktiven Kardiomyopathie wird zusätzliches Gewebe in den Herzmuskel eingebaut, wodurch sich das Herz verhärtet. Von dieser Krankheit sind doppelt so viele Frauen betroffen als Männer. Hauptursache ist, dass sich Proteine zwischen die Herzzellen einlagern. Dadurch können sich die Kammern des Herzens nicht mehr so gut mit Blut füllen, da sie nun hart anstatt schlaff sind. Ein harter Luftballon ist beispielsweise schwerer aufzublasen als ein weicher. Dadurch staut sich das Blut vor den Herzkammern in den Herzvorhöfen, wodurch diese vergrößert werden. Die einwandfreie Pumpfunktion des Herzens ist also nicht mehr gewährleistet. Symptome: Die ersten auffälligen Symptome sind Atemnot bei körperlicher Belastung und Ansammlungen von Wasser/Schwellungen in den Beinen, da eine Herzschwäche vorliegt. Zudem können sich Arterien verschließen (Embolie) und es kann sich Flüssigkeit in der Lunge ansammeln, da ein Gefäß der Lunge verstopft ist (Lungenembolie). Selten kommt es zu Schmerzen in der Brust, die in den Hals oder in den linken Arm ausstrahlen können (Angina Pectoris). Diagnose: Um herauszufinden, ob eine restriktive Kardiomyopathie vorliegt, kann man die elektrische Aktivität des Herzens mittels eines EKG untersuchen, eine Röntgenaufnahme der Brust und des Herzens machen (Röntgenthorax), das Herz mit einem Ultraschallgerät untersuchen (Echokardiographie), einen Schlauch in das Herz einführen, der mithilfe von Sensoren misst, wie viel Druck das Herz zur Beförderung des Bluts erzeugen kann (Herzkatheter), Gewebe des Herzens entnehmen und untersuchen (Herzbiopsie) oder Bilder des Herzens mithilfe eines MRT machen. Therapie: Zur Therapie kann man Medikamente gegen Blutgerinnung geben oder chirurgisch Muskelmasse entfernen, wobei allerdings eine hohe Sterblichkeit nach der Operation besteht. Prognose: Erkrankungen des Herzmuskels verlaufen meiste chronisch und schleichend, werden daher relativ spät bemerkt. Sobald eine restriktive Kardiomyopathie festgestllt wird, schreitet diese Krankheit meist schnell voran. In tropischen Ländern sterben 95% der betroffenen Menschen nach zwei Jahren.

Wenn Sie einmal einige der hier genannten Beschwerden wie Schmerzen in der Brust, Atemnot unter Belastung oder Ohnmachtsanfälle hatten oder immer noch haben, zögern Sie nicht, sich von einem Herz-Spezialisten untersuchen zu lassen. Viele Untersuchungen zur Abklärung von Herzmuskelerkrankungen können auch nicht invasiv geschehen, was bedeutet, dass sie von Ihrem Arzt abgehört werden oder dieser mit Geräten Aufnahmen Ihres Herzens macht, ohne dabei in Ihren Körper eindringen zu müssen. Sie müssen also keine Angst haben, sich einen Termin machen zu lassen, zudem geht es um Ihr Wohlbefinden.

 

Quellen:

Angstwurm, Matthias und Kia, Thomas (2013): Mediscript StaR 1; Kardiologie und Angiologie. München: Urban und Fischer


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