Rhythmologie

Sie suchen Informationen zur Rhythmologie und Spezialisten für die Diagnostik oder Therapie? Hier finden Sie ausschließlich erfahrene Fachärzte und Kliniken in Deutschland, Schweiz oder Österreich. Informieren Sie sich über Definition, Indikationen und Behandlungsmethoden oder kontaktieren Sie unsere Experten.

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Ärzteliste Rhythmologie


Behandlungsfokus Rhythmologie

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Informationen zum Fachbereich Rhythmologie

Definition: Was ist Rhythmologie?

Die Rhythmologie beschreibt die Wissenschaft der elektrischen Erregung im Herzen und ist dem Fachgebiet der Kardiologie zuzuordnen. In der Praxis wird das Wissen zur Erregungsausbreitung wichtig, wenn Rhythmusstörungen des Herzens auftreten und diese diagnostiziert, zugeordnet und therapiert werden sollen. Die gängigen Hilfsmittel in der Rhythmologie zur Diagnose sind das Elektrokardiogramm (EKG) und die Herzkatheteruntersuchung. Die Therapie mit Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren gehört neben der elektrischen Verödung (Katheterablation) zu Therapieoptionen bei Herzrhythmusstörungen. Dabei werden Herzschrittmacher bei zu langsamem Herzschlag und Defibrillatorsysteme zur Therapie von zu schnellen Herzrhythmusstörungen der Herzkammern eingesetzt.

Welche Krankheiten werden durch Rhythmologen behandelt?

Das Krankheitsspektrum der Rhythmologen umfasst alle Herzrhythmusstörungen. Die Beschwerden von Patienten mit Rhythmusstörungen sind vielfältig. Sie reichen von Beschwerdefreiheit über Herzstolpern bis hin zu Schwindel oder sogar Ohnmachtsanfällen. Bei manchen Erkrankungen besteht die Gefahr während eines solchen Anfalls am plötzlichen Herztod zu versterben. Im Folgenden sind einige Herzrhythmusstörungen aufgezählt:

  • Herzstolpern
  • Herzrasen
  • Vorhofflimmern
  • Vorhofflattern
  • Sick Sinus Syndrom
  • Supraventrikulären Extrasystolen
  • Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie
  • Sinustachykardie
  • AV-Reentry Tachykardie
  • Ventrikuläre Tachykardie
  • Ventrikuläre Extrasystolen
  • Torsade-de-pointes Tachykardien

Rhythmologische Diagnostik

Die wichtigsten diagnostischen Mittel der Rhythmologie sind das EKG und die elektrophysiologische Untersuchung (EPU). Das EKG beschreibt elektrische Ableitungen anhand von Elektroden, die auf die Brustwand und Extremitäten geklebt werden. Das EKG kann in Ruhe oder unter Belastung, entweder durch Fahrradfahren auf dem Ergometer oder medikamentös, aufgezeichnet werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit eines Langzeit-EKGs bei dem ein kleines Gerät für 24 Stunden getragen wird und das die Ableitungen in dieser Zeit aufzeichnet.

Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) ist eine spezielle Form der Herzkatheter-Untersuchung. Über die Leistenvene werden mittels Röntgen-Durchleuchtung zwei bis drei Elektrophysiologie-Katheter im Herzen positioniert. Am Ende dieser Katheter sind Elektroden befestigt, sodass ein EKG direkt im Herzen abgeleitet werden können. Außerdem können mit einem Stimulator die Herzfrequenz erhöht oder Extra-Schläge abgegeben werden. Dadurch lässt sich ein manchmal auftretendes Herzrasen während der Untersuchung auslösen. Diese Untersuchungen sind wenig belastend und in der Regel schmerzfrei.

Was sind die Therapieverfahren in der Rhythmologie?

In der Rhythmologie können konservative und operative Methoden angewandt werden. In erster Linie wird eine Therapie mit Medikamenten, sogenannten Antiarrhythmika versucht. Sind die Erfolge damit nicht ausreichend, können Herzschrittmacher oder Kardioverter-Defibrillatoren eingebaut werden. Diese helfen dem Herzen den Takt beizubehalten bzw. springen ein, falls eine Unregelmäßigkeit erkannt wird

Liegt der Grund für eine Herzrhythmusstörung an einem zusätzlichen Taktgeber im Herzen, kann dieser durch eine Katheter-Ablation, also eine Verödung, abgeschaltet werden. Die Erfolgswahrscheinlichkeit liegt hierfür je nach Art der Rhythmusstörung und klinischer Situation zwischen 60% und nahe 100%.

Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten für Rhythmologie?

Ärzte in der Fachrichtung Kardiologie mit Weiterbildung in Rhythmologie sind die Spezialisten in diesem Fach. Die elektrophysiologischen Untersuchungen werden in den Abteilungen der Kardiologie in Kliniken angeboten. In großen Kliniken sind auch eigene Unterabteilungen für Rhythmologie etabliert.

Quellen :

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  • Karow, Lang-Roth: Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2010.
  • Wenzel-Seifert et al.: Psychopharmakaassoziierte QTc-Intervall-Verlängerung und Torsade de Pointes. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 108, Nummer 41, 2011, doi: 10.3238/arztebl.2011.0687, S. 687–693.
  • Delacrétaz: Medikamente und verlängertes QT-Intervall. In: Schweizerische Medizin-Forum. Nummer 7, 2007, S. 814–819.
  • Haverkamp et al.: Medikamentenbedingte QT-Verlängerung und Torsade de pointes - Ein multidisziplinäres Problem. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 99, Nummer 28-29, 2002, S. A1972 ff..
  • Flasnoecker (Hrsg.): TIM, Thieme's Innere Medizin. Thieme 1999, ISBN 978-3-131-12361-9.
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