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Informationen zum Bereich Colitis Ulcerosa

Hinter dem Begriff der Colitis Ulcerosa verbirgt sich eine chronisch verlaufende entzündliche Darmerkrankung. Neben dem Morbus Crohn, ist sie die häufigste chronisch-entzündliche ...

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Informationen zum Bereich Colitis Ulcerosa

Hinter dem Begriff der Colitis Ulcerosa verbirgt sich eine chronisch verlaufende entzündliche Darmerkrankung. Neben dem Morbus Crohn, ist sie die häufigste chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Rund 4 von 100.000 Menschen erkranken jährlich daran. Meist handelt es sich um Menschen zwischen 20 und 40 Jahren.

Als Colitis bezeichnet der Gastroenterologe (Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen) eine Entzündung (-itis) des Dickdarms (Colon). Ulcerosa bedeutet ulzerierend, geht also mit kraterförmigen Schleimhautdefekten einher.

Im Gegensatz zum Morbus Crohn, ist die Colitis Ulcerosa auf den Dickdarm begrenzt und breitet sich vom Enddarm (Rektum) kontinuierlich Richtung Dünndarm aus. Das Rektum ist dabei immer betroffen, der ganze Dickdarm nur in 25% der Fälle.

Was sind die Ursachen der Colitis Ulcerosa?

Nicht allzu viel ist über die Auslöser der Colitis Ulcerosa bekannt. Verschiedene Umweltfaktoren werden verdächtigt. Sicher ist nur, dass diese Erkrankung vererbt werden kann. Eine familiäre Häufung von Fällen, geht mit einem 15-fach höheren Risiko der Erkrankung einher.

Im Gegensatz zu Morbus Crohn führt das Rauchen hier zu einem selteneren Auftreten von Colitis Ulcerosa, wirkt sich also positiv aus.

Man vermutet, dass eine eventuell durch Entzündungen ausgelöste, gestörte Immunregulation des Körpers, zum Angriff der Abwehrzellen auf körpereigene Darmzellen führt.

Welche Symptome verursacht die Colitis Ulcerosa?

Das Leitsymptom der Colitis Ulcerosa sind die blutig-schleimigen Durchfälle. Diese sind oftmals begleitet von Bauchschmerzen, die vor dem Stuhlgang krampfartig auftreten können (Fachbegiff: Tenesmen). Auch Fieber ist möglich.

Zusätzlich zum Befall des Darms, treten auch andere Entzündungen bei Colitis Ulcerosa gehäuft auf. Dazu gehören Hauterscheinungen wie beispielsweise Aphthen (kleine Mundschleimhautdefekte mit weißlichem Belag), sowie Entzündungen an Augen, Gelenken und den Gallengängen.

In den meisten Fällen verläuft die Colitis Ulcerosa chronisch rezidivierend. Dies bedeutet, dass das Wiederauftreten durch körperliche oder psychische Belastung ausgelöst werden kann. Zwischendurch gibt es Jahre der Beschwerdefreiheit.

In 10% der Fälle verläuft die Colitis Ulcerosa chronisch kontinuierlich. Hier fehlen die beschwerdefreien Zeiträume.

Akut fulminante Fälle sind selten (5%). Der plötzliche Krankheitsbeginn ist begleitet durch cholera-ähnliche Durchfälle, Wassermangel, Fieber und Schock. Nicht selten kommt es zu gefährlichen Komplikationen, wie der extremen Aufblähung des Darms mit Gefahr des Durchbruchs (Perforation). Die Lethalität liegt daher bei rund 30%.

Wie wird die Colitis Ulcerosa diagnostiziert?

Erste Hinweise erlangt der Gastroenterologe durch die Krankengeschichte. Nach dem Patientengespräch folgt die körperliche Untersuchung. Insbesondere die Betrachtung (Inspektion) und das Abtasten des Enddarms (Rektum) können weitere Hinweise geben. Es folgen eine Ultraschalluntersuchung und eine Blutentnahme, sowie eine Stuhluntersuchung um eine Darminfektion als Ursache auszuschließen.

Zur Diagnosesicherung erfolgt eine Darmspiegelung (Dickdarm und beginnender Dünndarm) mit Entnahme mehrerer Gewebeproben. Diese werden vom Pathologen auf spezifische Veränderungen hin untersucht. In 10% der Fälle lässt sich jedoch ein Morbus Crohn nicht von einer Colitis Ulcerosa unterscheiden.

Wie wird die Colitis Ulcerosa behandelt?

Die Behandlung ist abhängig von der Ausbreitung der Colitis Ulcerosa.

Primär wird (außer in fulminanten Fällen) medikamentös therapiert. Die Medikamente (5-ASA, Kortison, Immunsuppressiva) werden lokal (als Schaum, Klysma oder Suppositorium) oder bei größerem Befall auch systemisch gegeben. Letzteres hat den Nachteil, dass sich die Nebenwirkungen auch auf den ganzen Körper auswirken können.

Die Medikation führt zum Abklingen der Erkrankung, muss aber, um ein Wiederauftreten zu verhindern auch dauerhaft eingenommen werden.

Die operative Entfernung des gesamten Dickdarms ist bei akuten und schwerwiegenden Komplikationen wie einem Darmdurchbruch notfallmäßig nötig. Ansonsten kann die Operation bei rezidivierenden, schweren Schüben, schlechtem Allgemeinbefinden und Vorstufen bösartiger Zellveränderungen durchgeführt werden.

Eine Teilresektion des Dickdarms ist aufgrund der Sicherheit des erneuten Befalls nicht sinnvoll.

Die operative Entfernung des Dickdarms durch den Bauchchirurgen bietet die einzige Möglichkeit der Heilung von Colitis Ulcerosa. Um die Stuhlkontinenz zu erhalten wird ein Teil des Dünndarms zu einem Reservoir geformt und mit dem Anus verbunden.

Wie sind die Prognosen und die Krankheitsverläufe bei Colitis Ulcerosa?

Unbehandelt kann die Colitis Ulcerosa zu Komplikationen wie Wachstumsstörungen im Kindesalter, Gewichtsverlust, massiven Blutungen, Darmperforation und Ähnlichem führen.

Komplikationen gehen mit einem Lethalitätsrisiko von 30% einher. Daher sollte eine Operation bei Versagen der medikamentösen Therapie möglichst frühzeitig erfolgen (nötig in 25% der Fälle).

Ist der Darmbefall durch Colitis Ulcerosa nur begrenzt, ist die medikamentöse Behandlung ausreichend. Die Betroffenen können dann mit einer normalen Lebenserwartung rechnen.

Da Colitis Ulcerosa mit einem erhöhten Risiko für Dickdarmkrebs (Kolorektales Karzinom) einhergeht, sind teilweise jährliche Kontrolluntersuchungen mit Darmspiegelung und Gewebeprobenentnahme nötig, um den Krebs möglichst frühzeitig zu diagnostizieren. Nach 20 Jahren liegt das Krebsrisiko bei 8%, nach 30 Jahren bei 18%.

Da eine solche Erkrankung oft mit einer großen psychischen Belastung einhergeht, wird die aktive Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe von vielen Betroffenen als hilfreich empfunden.

Sollten Sie weitere Fragen bezüglich der Prognose und Therapie von Colitis Ulcerosa haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an einen behandelnden Gastroenterologen oder Viszeralchirurgen.

 

Quellen:

http://www.internisten-im-netz.de/de_was-ist-colitis-ulcerosa_249.html

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/021-009.html

http://www.kompetenznetz-ced.de/colitis-ulcerosa-2.html

Herold, Gerd: Innere Medizin. Köln, Eigenverlag 2012.

Arasteh, K. ; Baenkler, H.-W. ;  Bieber, C. ; et al.: Innere Medizin. Stuttgart, Georg Thieme Verlag KG 2009.


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