Prof. Beate Timmermann - Protonentherapie bei Prostatakrebs


Protonentherapie

Klinik für Partikeltherapie am Westdeutschen Protonentherapiezentrum Essen (WPE)

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Jedes Jahr werden allein in Deutschland mehr als 60.000 Neuerkrankungen registriert. Neben einer Operation und der herkömmlichen Strahlentherapie rückt zunehmend die Protonentherapie in den Fokus. Die Klinik für Partikeltherapie am Westdeutschen Protonentherapiezentrum Essen (WPE) unter der Leitung von Prof. Dr. med. Beate Timmermann hat eine Studie initiiert, die bei Prostatakarzinomen die Verträglichkeit der Behandlung verbessern  und gleichzeitig die Behandlungsdauer verkürzen könnte. Nachfolgend beantwortet sie die wichtigsten Fragen zur Protonentherapie bei Prostatakrebs.

Susanne Amrhein, Primo Medico

 

Warum ist eine Protonenbestrahlung eine interessante Therapieoption bei Krebserkrankungen der Prostata?

Protonentherapiezentrum Essen (WPE)

Prof. Beate Timmermann: „Die Herausforderung bei der Strahlentherapie eines Prostatakarzinoms liegt darin, dass die Prostata in einer sehr sensiblen Körperregion liegt: in direkter Nachbarschaft zum Enddarm, zur Blase und zur Harnröhre. Gleichzeitig wissen wir, dass sich die Heilungschancen bei einem Prostatakarzinom erhöhen, wenn die Strahlungsdosis hoch ist. Genau hier setzen die Vorteile der Protonenbestrahlung an: Anders als bei einer normalen Radiotherapie geben die Protonen bei ihrem Weg durch den Körper weniger Strahlung an das umliegende gesunde Gewebe ab, sondern werden punktgenau im Zielvolumen, dem Prostatatumor, gestoppt, um dort ihre volle Wirkung zu entfalten. Wir hoffen dadurch auch hohe Strahlendosen besser applizieren zu können, ohne dabei relevante Nebenwirkungen im gesunden Gewebe zu erzeugen.“

 

Wie verhindern Sie eine Fehlleitung der Protonenstrahlen, wenn die Prostata ihre Lage während der Behandlungswochen verändert?

Prof. Beate Timmermann: „Zur genauen Lokalisation des Tumors lassen wir Goldmarker implantieren, um Änderungen der Prostata-Position nachvollziehen und den Strahl gegebenenfalls anzupassen zu können. Ein genaues Trinkprotokoll standardisiert die Blasenfüllung. Übrigens können auch noch sogenannte Spacer eingesetzt werden, wodurch die Darmwand zusätzlich geschont wird. Die verschiedenen Applikationen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Essen (UKE).“

 

Für welche Patienten mit Prostatakarzinomen kommt eine Protonenbestrahlung in Frage?

Prof. Beate Timmermann - Protonentherapie bei Prostatakrebs

Prof. Beate Timmermann: „Grundsätzlich können alle lokal begrenzten Tumore mit Protonen behandelt werden, solange also der Krebs auf die Prostata und die Umgebung begrenzt ist und noch keine Metastasen gebildet hat.  Natürlich werden alle Fälle interdisziplinär im Tumorboard des Prostatazentrums der Universitätsmedizin Essen besprochen. Hier legt das Expertenteam gemeinsam die beste Therapie für betroffene Patienten fest.  In unsere Studie sind konkret Prostatatumoren mit mindestens einem mittleren Risiko (Gleason-Score ab 7 oder PSA-Wert von mehr als 10 ng/ml) eingeschlossen. Mit diesen Kriterien übernehmen übrigens auch viele Krankenkassen die Kosten der Behandlung. Wir sind froh, dass unser exzellentes Behandlungs- und Beratungsangebot natürlich ebenso Patienten, die von extern zugewiesen wurden, angeboten werden kann.“

 

Welche Ergebnisse erhoffen Sie sich von Ihrer Studie zur Protonenbestrahlung bei Prostatakarzinomen?

Prof. Beate Timmermann: „Wir gehen davon aus, dass die Protonentherapie bei gleichen Behandlungsergebnissen vermutlich weniger unerwünschte Nebenwirkungen nach sich zieht. Um dies wissenschaftlich nachzuweisen, muss natürlich so eine Studie genau die Verträglichkeit, aber auch die Durchführung der Therapie dokumentieren. Die setzen wir in unserer Studie „HypoPros“ zur moderat hypofraktionierten Bestrahlung um. Im Vergleich mit älteren Konzepten möchten wir zudem eine Verkürzung der Behandlungszeiten von früher acht auf jetzt etwa vier Wochen erreichen. Wenn wir nachweisen können, dass bei dieser Methode die Wirksamkeit hoch ist bei sehr guter Verträglichkeit, bedeutet dies ein Zugewinn an Lebensqualität für die betroffenen Patienten“.

 

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