Schulterspiegelung (Schulterarthroskopie)

Sie suchen Informationen zur Schulterspiegelung und Spezialisten für die Behandlung oder Operation? Hier finden Sie ausschließlich erfahrene Fachärzte und Kliniken in Deutschland, Schweiz oder Österreich. Informieren Sie sich über Indikation, Ablauf und Nachsorge oder kontaktieren Sie unsere Experten.

SPEZIALIST FINDEN

Spezialisten für Schulterarthroskopie

7  Spezialisten gefunden

Informationen zum Bereich Schulterarthroskopie

Was ist eine Schulterarthroskopie?

Bei einer Schulterarthroskopie handelt es sich um eine minimal-invasive Untersuchungsmethode des Schultergelenks. Arthroskopie setzt sich aus den beiden griechischen Wörtern „Arthros“ = Gelenk und „Skopein“ = Schauen zusammen. Man „schaut“ also in das Schultergelenk hinein. Eine gängigere Bezeichnung ist die Schulterspiegelung.

Dabei wird eine kleine Kamera (Arthroskop) über einen winzigen Hautschnitt in das Schultergelenk eingeführt. So können die inneren Strukturen, wie der Schleimbeutel, Knorpel, verschiedene Sehnen und Bänder genauer beurteilt werden. Außerdem ist es auch möglich, während der Spiegelung einen operativen Eingriff am Schultergelenk durchzuführen. Somit ist die Schulterarthroskopie sowohl diagnostisch als auch therapeutisch anwendbar. 

Gründe für eine Schulterspiegelung

Eine Schulterspiegelung kann bei zahlreichen Beschwerden des Schultergelenks durchgeführt werden, um die Ursache zu erkennen. Manche Erkrankungen können sogar gleichzeitig minimal-invasiv behandelt werden. Somit stellt die Schulterarthroskopie eine deutlich schonendere Alternative mit weniger Gewebetrauma im Vergleich zur offenen Operation. 

Die Arthroskopie wird häufig zur Abklärung von Schulterbeschwerden eingesetzt, wenn die Befunde anderer bildgebender Verfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomographie (MRT) unschlüssig sind. Dazu gehören, unter anderem:

Viele dieser Erkrankungen lassen sich nach diagnostischer Sicherung behandeln. Bei Verschleißerkrankungen wie Schulterarthrose mit vorhandenen Knorpelschäden können Unebenheiten im Knorpel geglättet und entzündetes Gewebe entfernt werden. Das gleiche gilt für die entzündlichen Erkrankungen wie Synovitis und Bursitis. Gerissene Bänder und Sehnen können minimal-invasiv wieder vernäht oder fixiert werden, war vor allem für traumatische Erkrankungen relevant ist. Auch freie Gelenkkörper und Verkalkungen (Kalkschulter) lassen sich gut beheben. 

Ablauf einer Schulterarthroskopie

Eine Schulterarthroskopie erfolgt meist in Vollnarkose. Auf Wunsch der Patienten ist aber auch lediglich eine Betäubung der Nerven im Schultergelenk möglich, die sogenannte Plexusanästhesie. Hier sind die Patienten also während der Untersuchung bei vollem Bewusstsein. Trotzdem ist man durch das sterile OP-Tuch, welches das Operationsgebiet markiert, gut abgeschirmt und kann z.B. über Kopfhörer Musik hören.

Bei der Arthroskopie selbst wird die betroffene Stelle zunächst sorgfältig desinfiziert. Über zwei kleine Hautschnitte werden eine Sonde mit Lichtquelle und eine spezielle Kamera ins Schultergelenk eingeführt, die Bilder werden auf einen Monitor übertragen. So kann der Chirurg Knochen und Knorpel der Schulter beurteilen und Gelenkschäden gleich vor Ort diagnostizieren. Ist eine Operation notwendig, werden über weitere Hautschnitte kleine Scheren, Fräsen und andere Instrumente eingeführt. Nach der Untersuchung werden alle Instrumente entfernt und die Wunden sorgfältig vernäht. Um einer Infektion vorzubeugen, wird ein steriler Verband angelegt.

Postoperative Nachbehandlung 

In der Regel kann das Schultergelenk am ersten Tag nach der Operation wieder schrittweise belastet werden. Erfolgte die Arthroskopie in Vollnarkose, wurde viel Gewebe entfernt oder war die Therapie insgesamt komplizierter, bleiben die Patienten nach dem Eingriff noch einige Tage in der Klinik. Allgemein empfiehlt sich ein Krankenhausaufenthalt von zwei bis drei Tagen zur Wundversorgung und Schmerztherapie.

Um Wundflüssigkeit abzuleiten und Blutergüsse zu vermeiden, wird häufig ein steriler Plastikschlauch (Drainage), in der Wunde gelegt. Dieser wird aber nach ungefähr drei Tagen entfernt. Parallel zur schrittweisen Belastung erfolgt schon die erste Krankengymnastik unter Anleitung. Zur Vorbeugung von Thrombosen bekommen Patienten zusätzlich ein Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung verabreicht.

Rehabilitationsphase nach einer Schulterarthroskopie

Die Rehabilitationsphase startet parallel zur Nachbehandlung mit dem Fokus der langfristigen Funktionswiderherstellung. Bereits am Tag der OP fängt die erste Phase der Rehabilitation an und zieht sich über die ersten sechs Wochen. Diese beschäftigt sich vor allem mit passiver Mobilität, beispielsweise Pendelübungen. Es kann auch für Zuhause eine CPM (Continuous Passive Motion) Bewegungsschiene eingesetzt werden, welche das Schultergelenk mit einem kleinen Motor kontinuierlich bewegt. Ziel ist es, Verklebungen vorzubeugen.

Ab Woche sechs wird dann auf ein aktives Training umgestellt, um den Kraftaufbau der Muskeln zu fördern. Diese Phase beinhaltet eine Kombination aus Physiotherapie und Eigenübungen für Zuhause. Die Physiotherapie findet üblicherweise zwei- bis dreimal die Woche statt und kann bei diagnostischer Arthroskopie ambulant durchgeführt werden. Bei therapeutischen und invasiveren Arthroskopien ist eine stationäre Reha sinnvoll. Außerdem soll das Schultergelenk in regelmäßigen Abständen ärztlich kontrolliert werden. Die genauen Abstände gibt der behandelnde Arzt vor. 

Welche Risiken und Komplikationen gibt es

Da es sich bei der Schulterspiegelung um einen minimalinvasiven Eingriff handelt, sind Komplikationen extrem selten. Dennoch ist es wichtig, dass die Patienten trotzdem darüber aufgeklärt werden. Wie bei allen anderen chirurgischen Eingriffen besteht ein Risiko für eine Infektion durch Bakterien über die Eintrittspforte, jedoch wird das aktiv minimiert durch das sterile Arbeiten. Außerdem besteht ein geringes Verletzungsrisiko der benachbarten Strukturen. Dazu gehören Gefäßverletzungen mit Blutungen sowie Nervenverletzungen mit Taubheitsgefühl und Schwäche. Sollten derartige Komplikationen auftreten, ist es möglich, dass der Chirurg sich intraoperativ entscheidet, auf eine offene Operation umzusteigen. Aber auch das ist heutzutage selten. 

Prognose und Erfolgsaussichten

Die Prognose einer Schulterarthroskopie ist in der Regel ausgezeichnet, mit hohen Erfolgsraten bei korrekter Indikation. Die Heilungsdauer hängt vom jeweiligen Eingriff ab. Nach einfachen diagnostischen Eingriffen ist das Gelenk sofort wieder funktionsfähig. Bei aufwendigeren Resektionen und therapeutischen Arthroskopien muss man mehr Geduld mitbringen. 

Eine Bursitis-Behandlung bringt eine Besserung etwa 6 Wochen nach dem Eingriff, bei Sehnennähten (z.B. nach Rotatorenmanschettenriss) ist die volle Belastbarkeit erst nach 3-6 Monaten erreicht. Eingriffe bei Schulterarthrose zeigen eine hohe Patientenzufriedenheit durch die langfristige Symptomlinderung, jedoch kann der Verschleiß dadurch nicht angehalten werden. Der Erfolg hängt maßgeblich von der Erfahrung und Expertise des behandelnden Arztes ab. Daher sollte eine Behandlung ausschließlich durch einen erfahrenen Spezialisten erfolgen.

Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten für eine Schulterspiegelung?

Für eine Schulterspiegelung Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Schwerpunkt Schulterchirurgie die besten Ansprechpartner. Die Schulterchirurgie, worunter der Eingriff der Schulterarthroskopie fällt, erfordert eine hohe Spezialisierung und Weiterbildung.

Schulterspezialisten lassen sich häufig an Zertifikaten erkennen und an Fachgesellschaftsmitgliedschaften erkennen, die eine hohe Kompetenz in der Schulterarthroskopie belegen. Dazu gehören beispielsweise das DVSE-Zertifikat (Deutsche Vereinigung für Schulterchirurgie) und eine Mitgliedschaft in der SECES (European Society for Shoulder & Elbow Surgery).

Wir helfen Ihnen, einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden. Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns hinsichtlich ihrer herausragenden Spezialisierung im Bereich Schulterarthroskopie überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.

Quellen:

  • AMBOSS Wissen. Weichteilläsionen der Schulter [Internet]. Hamburg: AMBOSS GmbH; 2024 [zitiert 2025 Dez 18]. Verfügbar unter: www.amboss.com/de/wissen/weichteillasionen-der-schulter
  • Kriegs-Au R, Imhoff AB. Arthroskopie der Schulter. In: Orthopädie und Unfallchirurgie. Stuttgart: Thieme; 2016
  • Baur-Muyleart A, et al. Häufige Muster in der postoperativen Schulterrehabilitation. Springer Medizin. 2023;14(2):1-12
  • 4Donatelli R. Shoulder Rehabilitation: Physiotherapie nach Schulter-OPs. New York: Thieme; 2025