Schlittenprothese Knie

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Informationen zum Bereich Schlittenprothese Knie

Was ist eine Schlittenprothese am Knie?

Bei einer Schlittenprothese handelt es sich um einen teilweisen Gelenkersatz am Kniegelenk. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn nur ein Teilbereich krankhaft verändert ist, während das übrige Gelenk weitestgehend gesund ist. Die Schlittenprothese stellt somit eine Alternative zur sogenannten totalen Endoprothese (TEP) dar, bei der das gesamte Kniegelenk durch eine Prothese ersetzt wird. 

Knieprothesen werden in Deutschland sehr häufig eingesetzt. Im Jahr 2025 waren es rund 190 000 Prothesen. In fast 15% der Fälle wurde dabei eine Teilprothese gewählt.

Wann ist eine Schlittenprothese sinnvoll und für wen kommt sie infrage?

Eine Schlittenprothese kommt für Patienten in Frage, deren Knie nur teilweise so krankhaft verändert ist, dass ein Gelenkersatz notwendig ist. Der Gelenkschaden sollte sich dabei nur auf die Innen- oder die Außenseite beschränken, während der restliche Teil des Gelenkes sowie die verschiedenen Kreuz- und Seitenbänder intakt sind. Außerdem sollte die Beinachse möglichst gerade sein und keine größeren Fehlstellungen vorliegen. 

Die mit Abstand häufigste Erkrankung, die einen Gelenkersatz notwendig macht, ist die Arthrose des Kniegelenkes. Dies wird im Medizinischen auch als Gonarthrose bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen Verschleiß des Gelenkes, der vor allem dazu führt, dass der schützende Gelenkknorpel abgenutzt wird und zunehmend verschwindet. 

Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung reiben dann oft der Oberschenkel- und der Unterschenkelknochen aneinander, was zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Ist die Arthrose einseitig ausgeprägt, kann eine Schlittenprothese zur Behandlung eingesetzt werden. 

Schlittenprothese oder Knie-TEP: Unterschiede, Vorteile und Nachteile

Bei einer herkömmlichen Knieprothese, der Knie-TEP, wird die gesamte Gelenkfläche durch ein Implantat ersetzt. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der Schlittenprothese um eine Teilprothese, bei der entweder nur der innere oder nur der äußere Gelenkanteil ersetzt wird. Die restlichen Gelenkanteile werden durch die Operation nicht verändert. 

Der Vorteil einer Teilprothese liegt darin, dass hierdurch die „normale“ Anatomie und Funktion des Kniegelenkes zu einem großen Teil erhalten bleiben kann. Der Bewegungsradius des Gelenkes ist bei dieser Form der Prothese häufig größer als bei einer Knie-TEP. Dies liegt unter anderem auch daran, dass die Kreuzbänder erhalten bleiben können, während sie beim Einsatz einer Knie-TEP teilweise oder vollständig entfernt werden müssen. 

Ein weiterer Vorteil des teilweisen Gelenkersatzes liegt darin, dass es sich insgesamt um einen kleineren operativen Eingriff handelt, der oft mit einem geringeren Weichteilschaden einhergeht. Somit verringert sich das Risiko für das Auftreten von Komplikationen. 

Leider kommt eine Schlittenprothese nicht für alle Patienten mit geschädigtem Kniegelenk in Frage. Liegt eine Schädigung der gesamten Gelenkfläche vor, sind die Kreuz- bzw. Seitenbänder beschädigt oder liegt eine Fehlstellung der Beinachse von mehr als 15° vor, dann sollte der Einsatz einer Knie-TEP erwogen werden. 

Bei vielen Patienten ist ein zweischrittiges Vorgehen möglich. Liegt zunächst nur ein einseitiger Kniegelenkschaden vor, dann kann in einem ersten Schritt eine Schlittenprothese zum Einsatz kommen. Schreitet der Gelenkschaden im Laufe der Zeit fort und breitet sich auch auf der Gegenseite zunehmend aus, kann der Einsatz einer totalen Endoprothese zu einem späteren Zeitpunkt immer noch erfolgen.

Wie läuft die Operation einer Schlittenprothese ab?

Eine Schlittenprothese kann im Rahmen eines minimal-invasiven operativen Eingriffs eingesetzt werden. In der Regel sind dabei nur kleine Hautschnitte erforderlich. Die Patienten erhalten entweder eine Vollnarkose oder eine regionale Anästhesie, bei der nur die untere Körperhälfte betäubt wird. 

Bei der Operation erhalten die knöchernen Gelenkanteile einen speziellen metallischen Überzug, dazwischen wird ein Gleitelement aus Kunststoff eingesetzt, das die Beweglichkeit des Gelenkes ermöglicht. Im Falle der Schlittenprothese wird nur die erkrankte Gelenkseite – innen oder außen – durch das Implantat ersetzt, die restlichen Gelenkanteile werden nicht verändert. 

Welche Risiken und Komplikationen sind möglich?

Wie bei jedem operativen Eingriff besteht auch beim Einsatz einer Schlittenprothese ein gewisses Risiko für das Auftreten von Komplikationen. Durch die verhältnismäßig kleinen Hautschnitte und die Beschränkung der Operationsschritte auf einen Gelenkanteil, kann dieses Risiko jedoch im Vergleich zu größeren Eingriffen am Kniegelenk reduziert werden.

Mögliche Komplikationen der Operation sind unter anderem: 

  • Verletzung von umliegendem Gewebe
  • Blutungen und Nachblutungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Infektionen
  • Verrutschen der Prothese
  • bleibende Bewegungseinschränkung des Kniegelenkes
  • Fortschreiten des Gelenkverschleißes und Notwendigkeit eines totalen Gelenkersatzes 

Schmerzen nach der Schlittenprothese: Was ist normal und wann ist eine Kontrolle nötig?

Grundsätzlich gehören Schmerzen im Kniegelenk in den ersten Wochen nach der Schlittenprothesen-Operation zum normalen Heilungsprozess. Diese können in der Regel gut mit einer Schmerzmedikation behandelt werden, sodass der Alltag bewältigt und auch die notwendige Physiotherapie durchgeführt werden kann. 

Die Schmerzen sollten im Verlauf der Heilung abnehmen und schließlich ganz verschwinden. Nehmen die Beschwerden jedoch wieder zu, sollte eine zeitnahe Abklärung erfolgen. Zudem sollten sich Patienten erneut ärztlich vorstellen, wenn die Schmerzen von Symptomen wie Rötung, starker Schwellung, Überwärmung oder Fieber begleitet werden.  

Wie sehen Nachbehandlung, Belastung und Übungen aus?

Um die Stabilität und Funktionsweise des operierten Kniegelenkes zu fördern, ist die Durchführung einer Physiotherapie nach Einsatz einer Schlittenprothese essenziell. Diese wird in der Regel bereits während des stationären Krankenhausaufenthaltes begonnen und nach der Entlassung fortgeführt. Dabei werden Belastung und Bewegungsausmaß nach einem vom Operateur festgelegten Schema zunehmend gesteigert. 

Patienten haben zudem die Möglichkeit, eine Rehabilitationsmaßnahme nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zu beantragen. Diese kann stationär oder teilstationär durchgeführt werden. Die Patienten erhalten dabei ein multidisziplinäres Behandlungskonzept, um den Wiedereinstieg in den privaten und beruflichen Alltag zu erleichtern. 

Wie lange dauern Reha, Heilung und Arbeitsunfähigkeit?

Der stationäre Krankenhausaufenthalt dauert nach dem Einsatz einer Schlittenprothese in der Regel nur einige Tage bis maximal eine Woche. Die Rehamaßnahme erfolgt in den meisten Fällen unmittelbar nach der Entlassung und nimmt etwa zwei bis drei Wochen Zeit in Anspruch. Je nachdem, welche körperlichen Belastungen bewältigt werden müssen, sind die Patienten nach vier bis sechs Wochen wieder arbeitsfähig. 

Auch nach Beendigung der Rehamaßnahme sollte weiterhin Physiotherapie durchgeführt werden. Hier sollten die Patienten zudem ein Übungsprogramm vermittelt bekommen, das im häuslichen Rahmen nach Beendigung der Therapie fortgeführt werden kann.

Welcher Sport ist mit einer Schlittenprothese möglich und wie lange hält sie?

Grundsätzlich können und sollten Patienten mit einer Schlittenprothese regelmäßig Sport treiben. Welche sportlichen Belastungen jeweils möglich sind, hängt dabei stark vom individuellen Trainingszustand der Patienten ab. Sehr stark Knie-belastende Sportarten wie beispielsweise Skifahren können Betroffenen zwar Probleme bereiten, sind aber in Einzelfällen auch möglich.

Grundsätzlich sollte die sportliche Belastung nach dem Einsatz einer Schlittenprothese zunächst langsam gesteigert werden und in Absprache mit dem Behandlungsteam erfolgen. Die Haltbarkeit von modernen Knieprothesen liegt bei durchschnittlich etwa 15 Jahren. Da es sich dabei um Durchschnittswerte handelt, kommt häufig aber auch eine deutlich längere Haltbarkeit vor. Im Falle der Schlittenprothese hängt die Haltbarkeit vor allem davon ab, ob sich im Laufe der Zeit die Notwendigkeit ergibt, das gesamte Gelenk durch eine Prothese zu ersetzen.  

Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten für eine Schlittenprothese am Knie?

Spezialisiert auf den Einsatz einer Schlittenprothese am Kniegelenk sind Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie mit einem Schwerpunkt im Bereich Endoprothetik. Sie sind die kompetentesten Ansprechpartner zu allen Fragen rund um den Eingriff sowie die Nachbehandlung.

Der Erfolg einer Operation hängt immer auch maßgeblich von der Erfahrung und Expertise des Behandlungsteams ab. Wir haben sämtliche hier gelisteten Fachärzte und Kliniken sorgfältig überprüft und nach strengen Kriterien ausgewählt. Sie alle sind Experten ihres jeweiligen Fachbereiches und verfügen über langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Endoprothetik. Überzeugen Sie sich gerne persönlich von der Kompetenz unserer Experten und vereinbaren Sie schnell und unkompliziert ein erstes individuelles Beratungsgespräch. 

Quellen: