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Informationen zum Bereich Hodenkrebs

Der männliche Hoden setzt sich zusammen aus Keimzellen (Spermien und ihren Vorstufen) und Zellen des umliegenden Gewebes (Stützfunktion und Ernährung der Spermienvorstufen). ...

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Informationen zum Bereich Hodenkrebs

Der männliche Hoden setzt sich zusammen aus Keimzellen (Spermien und ihren Vorstufen) und Zellen des umliegenden Gewebes (Stützfunktion und Ernährung der Spermienvorstufen). Im Gegensatz zur Frau, deren Eizellen nach der Geburt quasi reif sind, reifen beim Mann das ganze Leben lang neue Spermien heran.

Dieser Ort des großen Zellwachstums und der Produktion von Erbmaterial ist aber gleichzeitig der Ort, an dem bösartige Zellklone (Krebszellen) entstehen können. Je nach der Ursprungszelle entwickeln sich verschiedene Arten von Hodenkrebs, die unterschiedlich therapiert werden. Der erste Therapieschritt ist bei allen Hodenkrebsarten aber die Hodenkrebs-Operation.

Die bösartigen Hodentumoren machen ca. 1-2% der bösartigen Krebserkrankungen des Mannes aus. Das ist nicht viel. Im Alter zwischen 20 und 40 ist Hodenkrebs jedoch die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Seltener tritt der Hodenkrebs auch noch im Alter um die 60 Jahre auf.

Meist fällt diese Krebserkrankung durch eine Vergrößerung bzw. einen Knoten/Vorwölbung im Hoden auf. Sie ist oft härter und schmerzlos. Durch die Möglichkeit der Tasterkennung, sollten Männer im jungen Erwachsenenalter sich in regelmäßigen Abständen selbst untersuchen. Beispielsweise lässt sich einfach beim Duschen auf Unregelmäßigkeiten wie feste Knoten oder eine schmerzlose Größenzunahme eines Hoden achten.

Bei Unsicherheit ist der baldige Gang zum Urologen unerlässlich. Lieber dreimal unnötig, als einmal zu spät einen Hodentumor diagnostiziert, ist die Devise.

Was sind die Gründe für die Hodenkrebs-Operation?

Hodenkrebs wird egal, ob es sich um einen Keimzelltumor oder um Krebszellen des Stützgewebes im Hoden, immer an erster Stelle operiert. Vor der Operation steht der dringende Verdacht auf einen Hodentumor. Sicher festgestellt werden kann der Hodentumor aber erst während der Operation. Eine frühere Gewebeprobenentnahme ist nicht möglich, da die Gefahr einer Verschleppung von Krebszellen zu groß ist.

Warum es überhaupt zur Hodenkrebsentstehung kommt ist häufig unklar. Es konnte jedoch eine familiäre Häufung festgestellt werden. Auch eine unvollständige Wanderung des Hodens in den Hodensack (Maldescensus testis) in der Entwicklungsphase ist mit einem deutlich höheren Risiko für Hodenkrebs verbunden. Die Therapie desselbigen, durch operative Fixierung des Hodens im Hodensack, kann zwar die Fruchtbarkeit des Mannes retten, das Risiko für Hodenkrebs wird dadurch jedoch nicht gemindert.

Wie läuft die Hodenkrebs-Operation ab?

Im ersten Schritt vor der wirklichen Hodenkrebs-Operation wird der Urologe die Ausbreitung und Art des Tumors soweit möglich abklären. Bestimmte Tumormarker (Proteine im Blut, die bei verschiedenen Erkrankungen ansteigen können) geben erste Hinweise auf die Art des Tumors. Genaue Sicherheit kann dadurch aber nicht erlangt werden, da die Tumormarker unspezifisch sind und auch für andere Ursachen im Körper sprechen können.

Ob sich Krebszellen schon in anderen Organen angesiedelt haben (Metastasierung) wird durch Computertomographieaufnahmen von Bauch- und Brustbereich überprüft (CT-Abdomen, CT-Thorax). Insbesondere die Lymphabflusswege benutzt der Hodenkrebs für seine Ausbreitung.

Die Fruchtbarkeitsdiagnostik (Fertilitätsdiagnostik) ist ein weiterer Prä-operativer Schritt. In 50% der Hodenkrebs-Fälle besteht bereits vor OP eine eingeschränkte Spermienzahl bzw. Spermienbeweglichkeit. Diese kann durch die spätere Chemo- bzw. Strahlentherapie noch weiter eingeschränkt werden. In bestimmten Fällen ist daher die Spermienentnahme mit Kryokonservierung (Einfrieren) für die Erfüllung eines späteren Kinderwunsches unabdingbar.

Die Hodentumor-Operation selbst erfolgt in stationärem, manchmal auch ambulantem Aufenthalt. Nach der Narkose setzt der Urologe einen Schnitt im Bereich der Leiste. Darüber wird der Leistenstrang aufgesucht und der Hoden aus dem Hodensack nach oben geholt (inguinale Orchidektiomie). Warum man diesen Umweg über die Leiste nimmt? Die direkte Schnittführung über den Hodensack würde mit großer Wahrscheinlichkeit zur Tumorzellverschleppung über der Lymphwege des Hodens führen. Über den Leistenschnitt können alle zu- und abführenden Gefäße zu Beginn der Operation identifiziert und zu jedem Zeitpunkt durchtrennt werden.

Unter den Hoden legt der Urologe nun ein steriles Tuch und eröffnet die Hodenhüllen und den tumorverdächtigen Bereich. Der erfahrene Urologe kann nur mittels Blickdiagnose erkennen ob und um welche Art des Hodentumors es sich handelt. Zur Verifizierung wird eine Gewebeprobe im Schnellschnittverfahren von einem Pathologen während der Operation untersucht. Dann wird der Hoden mitsamt dem Samenstrang an der Leiste entfernt.

Da in 5% der Fälle bereits im Nachbarhoden eine Vorstufe von Hodenkrebs vorhanden ist, wird in der gleichen Operation auch eine Gewebeprobe aus dem Gegenhoden entnommen.

Wie sind die Prognosen und die Krankheitsverläufe nach einer Hodenkrebs-Operation?

Nach der Operation erfolgt je nach Art des Hodentumors eine Bestrahlung und/ oder Chemotherapie, eine breite Lymphknotenentfernung oder in besonderen Frühstadien eine kontrollierte Überwachung.

Je nach Stadium liegen die 5- Jahres-Überlebensraten in Stadium I und II zwischen 95 und 100% bzw. in Stadium III bei 70-90%.

Durch die Gefahr, auf der anderen Hodenseite innerhalb der nächsten Jahre einen weiteren Hodentumor zu entwickeln, sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen erfolgen.

Für viele Männer ist der Verlust eines Hodens eine Einschränkung ihrer Männlichkeit, besonders auch im ästhetischen Bereich. Um das zu beheben gibt es sogenannte Hodenprothesen, also künstliche Hoden, die in den Hodensack eingesetzt werden können. Hierdurch kommt es aber in vielen Fällen zu Entzündungen bzw. nicht dem gewünschten Effekt, so dass die künstlichen Hoden oftmals wieder entfernt werden.

Sollten Sie weitere Fragen bezüglich der Prognose und Therapiemöglichkeiten von Hodenkrebs haben, zögern Sie nicht und fragen Sie den Urologen Ihres Vertrauens.

 

Quellen:

http://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/hodenkrebs/frueherkennung.html

http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/016_hoden.pdf

Gasser, Thomas (2009): Basiswissen Urologie. Mit 13 Tabellen. 4., vollst. überarb. Aufl. Heidelberg: Springer (Springer-Lehrbuch).

Rübben, Herbert (2009): Uroonkologie. Mit 269 Tabellen. 5. vollst. überarb. Aufl. Heidelberg: Springer Medizin Verl.


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