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Informationen zum Bereich Blasenentleerungsstörung

Kennzeichnend für das Krankheitsbild der Blasenentleerungsstörung ist der Harnverhalt („Unfähigkeit Wasser zu lassen“). Der Patient verliert dabei das Gefühl für den Füllungsgrad ...

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Informationen zum Bereich Blasenentleerungsstörung

Kennzeichnend für das Krankheitsbild der Blasenentleerungsstörung ist der Harnverhalt („Unfähigkeit Wasser zu lassen“). Der Patient verliert dabei das Gefühl für den Füllungsgrad seiner Harnblase und die Funktionsfähigkeit des Blasenmuskels nimmt ab. Daher kommt es zur unvollständigen Blasenentleerung und es verbleibt Restharn in der Blase. Die Blasenentleerungsstörungen entstehen durch eine fehlerhafte Kommunikation zwischen Gehirn und Blase.

Normalerweise scheiden Erwachsene täglich, je nach Trinkmenge, ca. 1-2l Urin aus. Dabei wird die Blasenleerung über Nerven im Rückenmark gesteuert. Die Blase besteht aus drei Muskelschichten, die in der Summe den „Detrusor“ bilden, die für das Zusammenziehen während des Wasserlassens zuständig sind. Ab einer Blasenfüllung von etwa 250ml wird ein Dehnungssignal ausgesandt, das die reflektorisch ablaufende Blasenentleerung auslöst. Bei der Miktion kann lediglich der äußere Schließmuskel an der Harnröhre willkürlich gesteuert werden und die weiteren Vorgänge können nicht bewusst beeinflusst werden.

Welche Formen der Blasenentleerungsstörungen gibt es?

Man unterscheidet ein akutes von einem chronischen Erkrankungsbild. Bei der akuten Entleerungsstörung kommt es zu plötzlichem schmerzhaften oder schmerzlosen über 24h dauernden Harnverhalt. Dabei wird eine Blasenkatheterisierung nötig, um das Harnvolumen zu reduzieren.

Die chronische Blasenentleerungsstörung entwickelt sich unbemerkt und schleichend. Hierbei verbleibt beim Wasserlassen eine Restharnmenge von min. 50% der maximalen Blasenkapazität in der Harnblase. Unter der maximalen Blasenkapazität versteht man das Füllvolumen, bei dem es zu maximalem Harndrang kommt. Bei Männern beträgt diese etwa 400-600ml, bei Frauen 300-400ml. Diese Werte können jedoch individuell stark schwanken und v.a. bei chronisch erhöhtem Restharnvolumen ansteigen („Blase leiert aus“). Zunächst bemerkt der Patient bei diesem Krankheitsbild eine erschwerte Miktion (Wasserlassen), kann aber durch bewusstes Pressen eine vollständige Entleerung der Blase erreichen. In fortgeschrittenem Krankheitsstadium kommt es zu unkontrollierten Blasenentleerungen, es entwickelt sich eine Überlaufinkontinenz (siehe: Harninkontinenz). Die Gefahr bei den Blasenentleerungsstörungen geht von den drohenden Folgeschäden aus. So entwickeln die Betroffenen häufig schwere Harnwegsinfekte („Blasenentzündung“). Das Zusammenspiel zwischen Blase und Schließmuskel ist bei dieser Erkrankung gestört (Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie, SDS). Wenn das Harnvolumen zunimmt, steigt der Druck in der Harnblase und der Harn kann fälschlicherweise in die Harnleiter zurückfließen. Durch den Rückstau des Urins aus der vollen Blase in die Harnleiter und Nieren kommt es langfristig zur Nierenschädigung bis hin zum Nierenversagen.

Was sind Symptome der Blasenentleerungsstörungen?

Die Betroffenen leiden bei verstärkter Füllung der Blase unter Bauchschmerzen, die sehr stark werden können. Die Entleerungsstörungen können auftreten als Problem bei der Harnspeicherung (verstärkter Harndrang, Urinverlust, gehäuftes Wasserlassen) oder als gestörte Harnentleerung (schwacher Harnstrahl, verzögerter Beginn der Miktion, Restharn, Bauchpresse zur Unterstützung beim Wasserlassen nötig). In Folge chronischer Restharnmengen in der Blase kommt es immer wieder zu Harnwegsinfekten bis hin zur Nierenbeckenentzündung. Durch die gestörte Harnentleerung kann es zu schweren Nierenschäden kommen.

Was sind die Ursachen von Entleerungsstörungen der Harnblase?

Die Ursachen für die Entstehung von Blasenentleerungsstörungen sind vielfältig. Die Ursachen lassen sich grob in neurologische (die Nerven betreffende), mechanische oder auch psychogene Ursachen unterteilen. So treten sie oft nach radikalen Operationen im kleinen Becken (Krebsoperationen) auf. Dabei ist eine Schädigung oder zwischenzeitliche Störung der Blasennerven (Plexus pelvicus) unvermeidlich. Es kommt danach zu gestörtem Füllungs- oder Entleerungsgefühl und gestörter Blasenentleerung durch Verlust der Beweglichkeit des Blasenmuskels. Nach langjährigem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) entwickeln bis zu 50% der Betroffenen eine Entleerungsstörung, eine sog. „diabetische Zystopathie“. Deshalb muss bei Diabetikern stets auch die Harnblasenfunktion mitbeobachtet werden. Diverse neurologische Erkrankungen, wie Multiple Sklerose, M. Parkinson, Schlaganfall, Bandscheibenvorfall, usw., gehen regelmäßig mit gestörter Blasenfunktion einher. Weitere Risikofaktoren für die Entwicklung dieser Erkrankung sind z.B. vaginal-operative Entbindung, Medikamenteneinnahme (z.B. Antidepressiva) oder chronischer Alkoholmissbrauch. Mechanische Ursachen sind z.B. Harnröhrenverengungen, ausgeprägte Phimose, Blasensteine oder Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, Prostatakarzinom)

Wie wird dieses Krankheitsbild diagnostiziert?

Zur Diagnose von Blasenentleerungsstörungen muss der Betroffene vom Spezialisten für Urologie bzw. Neurourologie genau zu seinen Beschwerden befragt werden. Bei einer gründlichen körperlichen Untersuchung werden v.a. die äußeren Geschlechtsorgane, Harnblase und Nierenbecken untersucht. Mittels Ultraschalluntersuchung (Sonografie) können Blase, Nieren, Harnleiter und Prostata genauer beurteilt werden. Eine Urinuntersuchung ist bei der Diagnostik ebenso unerlässlich, da stets ein akuter Harnwegsinfekt auszuschließen ist. Eine urodynamische Untersuchung (Blasendruckmessung) untersucht die funktionellen Abläufe im Harntrakt und erlaubt eine Beurteilung der Harnspeicherungs- und Entleerungsfunktion. Eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) kann darüber hinaus bei der Krankheitserfassung hilfreich sein.

Wie können Blasenentleerungsstörungen behandelt werden?

Das Ziel der Behandlung bei Blasenfunktionsstörungen ist die Wiederherstellung einer regelmäßigen und vollständigen Blasenentleerung. Die angewandte Methode ist hierbei abhängig von der Erkrankungsursache. Bei vorübergehenden Entleerungsstörungen (z.B. nach Geburt) helfen Parasympathomimetika (=Medikamente, die das Nervensystem, das die Blase versorgt, fördern) sehr gut. Auch Blasentraining ist eine sehr erfolgreiche Therapiemethode. Dabei wird mindestens alle 4h die Blase bewusst geleert, der Betroffene muss sich dabei viel Zeit lassen und eventuell die Bauchpresse zur vollständigen Entleerung mit anwenden. Die Bauchpresse ist ein bewusstes Anspannen der Bauchmuskulatur („Pressen“), das die Blasenentleerung unterstützt. Bei völliger Miktionsunfähigkeit ist eine Harnableitung durch einen Katheter nötig. Wenn es für den Patienten möglich ist, ist der Selbstkatheterismus die beste Methode. Sonst steht die Dauerableitung mittels Dauerkatheter zur Verfügung. Diese ist aber nicht ideal, da ein Dauerkatheter eine große Gefahr für Harnwegsinfektionen birgt. In manchen Fällen bringt eine Elektrostimulation der Blase das verlorene Blasenfüllungsgefühl zurück und macht spontanes Wasserlassen wieder möglich oder die Implantation eines „Blasenschrittmachers“ (sakraler Neuromodulator“) kann den Blasenmuskel wieder aktivieren.

 

Quellen:

Gynäkologie und Geburtshilfe; Thomas Weyerstahl, Manfred Stauber; Duale Reihe; 4. Auflage, 2013

http://www.glenwood.de/cms/deutsch/erkrankungen/blasenentleerungsstoerungen/ (03.10.2015)

http://www.das-kontinenzzentrum.de/blasenentleerungsstoerungen.html (03.10.2015)


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