Diabetischer Fuß - kleine Wunden am Fuß nicht ignorieren


Diabetisches Fußsyndrom

Die Stoffwechselstörung Diabetes begünstigt die Entstehung von Verkalkungen der Blutgefäße und chronischen Wunden, die lebensbedrohlich sein können.

Susanne Amrhein, PRIMO MEDICO

 

Harald F. musste ein Kieselstein aus dem Großzehknochen entfernt werden. Aufgrund seines Diabetes sind die Nerven seiner Fußsohlen geschädigt und haben kein Schmerzempfinden ausgelöst, als sich der eckige kleine Kieselstein zunächst im Schuh und später im großen Zeh festgesetzt hat. Wohl ist dem 78-Jährigen ein kleines Loch im Strumpf aufgefallen, das er zunächst nicht weiter beachtet hat. Erst, als er bei helleren Socken Blutflecken bemerkte, hat er seinen Arzt aufgesucht. Da hatte er sich den Kieselstein bereits durch Haut und Gewebe bis in den Knochen eingetreten. Operiert wurde er von Dr. med. Clemens Fahrig Spezialist für Gefäßkrankheiten und Leiter des Gefäßzentrums Berlin-Brandenburg. „ Eine Stoffwechselstörung wie Diabetes kann vielfältige Probleme auslösen. Typisch sind zum einen eine Minderdurchblutung der Beine und Füße aufgrund von Verkalkungen und Engstellen. Gleichzeitig schädigt Diabetes das Nervensystem, so dass Schmerzreaktionen ausbleiben. Unsere Füße werden häufig stiefmütterlich behandelt und nur wenig beachtet, so dass die Gefahr von Druckstellen und offenen Wunden hier besonders groß ist.“

 

Diabetischer Fuß als gefürchtete Folge der Zuckerkrankheit

Etwa 250.000 Menschen erkranken jährlich an einem sogenannten „Diabetischen Fußsyndrom (DFS)“. Viele Betroffene realisieren dies erst, wenn sich Geschwüre oder schwer heilende Wunden bilden. Aufgrund der mangelhaften Durchblutung und der gestörten Heilungsprozesse setzen sich in diesen Wunden rasch Bakterien fest, die zu gefährlichen Infektionen und Blutvergiftungen führen können. Dann ist es in vielen Fällen schon zu spät, erklärt Dr. Fahrig. „Die Amputationsrate ist hoch: sie liegt bei etwa 30.000 Fällen pro Jahr. Deshalb ist rasches Handeln angesagt, sobald Druckstellen oder andere Verletzungen am Fuß von Diabetikern bemerkt werden.“  Auch nach einer erfolgten Amputation ist die Gefahr noch lange nicht ausgestanden. 25 Prozent der Patienten, die sich einer Amputation unterziehen mussten, überleben das erste Jahr nicht. Das Tückische ist, dass viele Symptome von betroffenen Patienten meist nicht ihrer Diabetes bzw. einem Diabetischen Fußsyndrom zugeordnet werden. Dazu gehören Muskelschmerzen bei längeren Gehstrecken, Gefühlsstörungen in den Unterschenkeln oder ein ein unangenehmes Wärmegefühl in der Nacht, bei dem die Füße unter der Decke herausgestreckt werden, weil sie sich plötzlich heiß anfühlen.

 

Regelmäßige Fußpflege und Vorsorge wahrnehmen

Diabetiker sollten ihre Füße besonders gut pflegen. Haut und Fußsohlen sollten eingecremt werden, um eine spröde Haut und Einrisse zu vermeiden. Dabei müsse unbedingt auch die Fußsohle kontrolliert werden, betont Dr. Fahrig. Eine professionelle Fußpflege verhindert, dass sich Hornhäute oder Druckstellen bilden. Auch bequeme, anatomisch angepasste Schuhe seien wichtig. „Billige, unpassende Plastikschuhe oder zu enge Riemchen und Schnallen verursachen mehr Probleme, als man denkt“ so der Gefäßspezialist. „Um die Durchblutung zu fördern, sollten auch ältere Menschen mindestens 6000 Schritte pro Tag zurücklegen. Dafür sind adäquate Schuhe eine zwingende Voraussetzung.“ Er rät Diabetikern zudem, ihre Durchblutung besonders in den Beinen und Füßen mindestens alle zwei Jahre kontrollieren zu lassen.

 

Erste Hilfe beim Diabetischen Fußsyndrom

So dramatisch die Folgen auch sein können, so einfach lassen sich erste Warnsignale behandeln, wenn Patienten rechtzeitig Hilfe suchen. „Eine professionelle Wundpflege wirkt Wunder. Der Erfolg stellt sich meist innerhalb weniger Tage ein. Und selbst wenn verkalkte Arterien die Probleme verursachen, können wir diese häufig ohne Operation per Katheter lösen. Sollte das nicht ausreichen, legen wir einen Bypass, um die Durchblutung wieder zu gewährleisten.“ Bei Nervenschäden können hochdosierte Vitaminverordnungen etwas Linderung schaffen. Patienten mit Verdacht auf ein Diabetisches Fußsyndrom sollten am besten direkt ein Gefäßzentrum aufsuchen, rät der erfahrene Mediziner. „Ein diabetischer Fuß ist immer ein Thema für ein interdisziplinäres Zentrum, bei dem Gefäßchirurgen und Internisten Hand in Hand arbeiten und bei Bedarf noch weitere Fachbereiche in die Behandlung einbeziehen können.“

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