Krebsvorsorge: Nutzen, Kosten, IGeL Leistungen und Spezialisten

spezialisierte Ärzte und medizinische Zentren für Krebsvorsorge

Informationen zum Bereich Krebsvorsorge

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Informationen zum Bereich Krebsvorsorge

Sie suchen einen erfahrenen Facharzt für die Durchführung von Untersuchungen zur Krebsvorsorge? Bei PRIMO MEDICO finden Sie ausschließlich Spezialisten, Kliniken und Zentren in Ihrem Fachgebiet in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darüber hinaus informieren Sie sich über gesetzliche und IGel Leistungen zur Krebsvorsorge.

Was ist Krebsvorsorge?

Als Krebsvorsorge oder Krebsfrüherkennung bezeichnet man Untersuchungen, die Krebserkrankungen erkennen, noch bevor sie zu Symptomen (Schmerzen, Blutungen, Funktionsstörungen) führen oder sich im Körper ausbreiten (Metastasen). Ideal ist die Früherkennung von Krebsvorstufen, gutartigen Tumoren, die ein hohes Risiko zur Entartung besitzen, aber noch kein Krebs sind. Das Ziel ist anhand dieser Informationen eine frühe Behandlung der Erkrankung mit besseren Resultaten beginnen zu können. Die Krebsvorsorge dient der Früherkennung und senkt nicht die Wahrscheinlichkeit an einem Krebs zu erkranken.

In Deutschland gesetzlich garantierte Krebsvorsorgeuntersuchungen

Krebsvorsorge für Frauen

Die Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung ist für Frauen ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich zu empfohlen. Dabei werden die inneren und äußeren Geschlechtsorgane begutachtet und ein „Pap“-Abstrich des Zervixschleims gemacht. Dieser vom griechischen Arzt George Papanicolaou entwickelte Abstrich verbesserte die Früherkennung wesentlich. So sank die Häufigkeit dieser Erkrankung in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich, es versterben aber heutzutage nur noch halb so viele Frauen daran als noch vor 40 Jahren. Aktuell gibt es Bestrebungen bei Frauen über 35 den PAP-Test nur noch alles drei Jahre durchzuführen. Zusätzlich soll dann noch ein Abstrich auf HPV-Viren hinzukommen.

Ab dem 30. Lebensjahr haben Frauen einmal jährlich Anspruch auf Abtastung der Brüste und der Achselhöhlen. Die Brustkrebsvorsorge ist deshalb von großer Bedeutung, weil Brustkrebs ein Drittel der Krebserkrankungen von Frauen ausmacht und damit der häufigste Krebs ist. Zwischen dem 50. bis 69. Lebensjahr, bei familiärer Vorbelastung auch früher, haben Frauen Anspruch auf eine Mammographie. Dabei wird ein Röntgenbild der Brust erstellt und auffällige Strukturen erkannt werden, die nicht tastbar sind.

Krebsvorsorge für Männer

Ab dem 45. Lebensjahr wird Männern geraten einmal jährlich ihre Prostata untersuchen zulassen. Prostatakrebs ist der häufigste Krebs bei Männer (28% der Krebserkrankung). Die Untersuchung erfolgt über den After und der Arzt kann so über den Darm Vergrößerungen der Prostata tasten. Zudem werden die Geschlechtsteile untersucht und die Lymphknoten in der Leiste begutachtet.

Krebsvorsorge für Männer und Frauen

Ab dem 35. Lebensjahr können Männer und Frauen alle zwei Jahre ein Hautkrebsscreening bei einem Hautarzt durchführen lassen. Der Arzt untersucht die gesamte Haut (auch Bereiche die selten der Sonne ausgesetzt sind) nach Auffälligkeiten, insbesondere Leberflecken.

Die Darmkrebsvorsorge erfolgt durch zwei Methoden. Ab dem 50. Lebensjahr können Patienten einmal jährlich Stuhlproben auf kleinste Mengen von Blut untersuchen lassen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind (okkultes Blut). Ist der Test positiv, ist eine Darmspiegelung empfohlen. Darmspiegelungen sind auch ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre als Vorsorge empfohlen. Bei einer Darmspiegelung wird der gesamte Dickdarm mit einem Kameraschlauch untersucht, der über den After eingeführt wird. Oft können dabei Polypen, kleine Geschwulste im Darm, entdeckt und entfernt werden. Jeder zweite Mensch in Westeuropa entwickelt im Laufe seines Lebens einen Polypen im Dickdarm. Polypen selbst sind nicht gefährlich, entwickeln sich aber häufig über einen langen Zeitraum von circa 10-15 Jahre zu einem Krebs fort.

IGel Leistungen zur Krebsvorsorge

Über die gesetzlich garantierten Maßnahmen zur Krebsvorsorge hinaus, bieten Ärzte verschiedener Fachrichtungen sogenannte Igel Leistungen an. Diese werden nicht von den Krankenkassen übernommen und müssen somit vom Patienten selbst bezahlt werden. Häufig angebotene Individuelle Gesundheitsleistungen zur Krebsvorsorge sind, Ultraschalluntersuchungen der Brust und Eierstöcke bei der Frau und PSA-Wert Bestimmung zur Früherkennung von Prostatakrebs beim Mann. Auch das Hautkrebsscreening wird bei einigen Ärzten als IGel angeboten. Der Unterschied zur Kassenleistung besteht darin, dass der Hautarzt nicht nur mit bloßem Auge die Haut auf Ausfälligkeiten hin überprüft, sondern ein Dermatoskop zur Untersuchung verwendet. Eine weitere Möglichkeit zur individuellen Krebsvorsorge bietet das Ganzkörper-MRT. Hierbei wird der ganze Körper strahlenfrei bildlich dargestellt. Schon kleinste Tumoren können so entdeckt werden.

Warum werden Individuelle Gesundheitsleitungen nicht von den Krankenkassen übernommen?

Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet wirtschaftlich zu arbeiten. Darum übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur Kosten für Leistungen, die statistisch nachweißlich einen Nutzen bei der Reduzierung der Krebssterblichkeit für eine große Zahl an Patienten haben. Bevor eine Leistung also in den Katalog der gesetzlichen Krebsvorsorge aufgenommen wird, muss bewiesen werden, dass diese Leistung die Krebssterblichkeit messbar senkt.

Wie hoch sind die Kosten für Krebsvorsorgeuntersuchungen?

Die gesetzlich garantierten Krebsvorsorgemaßnahmen werden von den Krankenkassen übernommen und sind somit für den Patienten kostenfrei. Die Kosten für individuelle Gesundheitsleistungen werden durch die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) geregelt. Um bei der Rechnung keine unliebsame Überraschung zu erleben, sollten Patienten einen transparenten Kostenvoranschlag verlangen.

Vorteile und Risiken der Krebsvorsorgeuntersuchungen

Der Nutzen mancher Vorsorgeuntersuchungen ist umstritten, da ihre Durchführung auch schädliche Wirkungen haben kann. Beispielsweise bei einer Mammographie (zur Brustkrebsvorsorge) wird mit Röntgenstrahlung gearbeitet, die selbst schädlich auf das Gewebe wirkt und mit einer geringen Wahrscheinlichkeit die Entwicklung einer Krebserkrankung in einer gesunden Person auslösen kann.

Deshalb ist es sinnvoll eine Mammographie nur bei Personen durchzuführen bei denen der Nutzen überwiegt. Männer und junge Frauen sind selten von Brustkrebs betroffen. Ihnen würde eine Mammographie mehr schaden als nutzen. 

Eine Grunduntersuchung auf Hautkrebs findet durch Betrachtung statt und ist somit harmlos. Sie kann ohne Bedenken bei jedem durchgeführt werden. Allgemein gilt, dass ein Test mit hohen Risiken auch nur empfohlen ist, wenn die Vorteile ebenfalls groß sind.

Die Sensitivität eines Tests, also die Genauigkeit der Ergebnisse einer Vorsorgemethode, ist ein weiteres Risiko. Ein Test kann falsch-negativ ausfallen, was bedeutet das ein vorhandener Krebs mit einer Methode nicht erkannt wird oder falsch-positiv, wenn ein Untersuchungswert fälschlicherweise auf einen Krebs hindeutet, obwohl keiner vorhanden ist. Das kann sehr belastend für den Patienten sein, wenn er sich weiteren Untersuchungen unterziehen muss und mit Ängsten konfrontiert wird, obwohl diese unbegründet sind.

Vorsorgeuntersuchungen werden nur als nützlich betrachtet, wenn der Krebs, auf den man testet, auch therapierbar ist. Ist der Patient bereits schwer krank oder sehr alt, ist eine Krebsvorsorge nicht sinnvoll. Würde ein Krebs gefunden werden, wäre er unter diesen Umständen ohne Bedeutung für die Gesundheit des Patienten, wenn er bereits eine geringe Lebenserwartung hat oder wenn die Krebstherapie so belasten wäre das der Patient sie nicht überleben könnte. Der Patient hätte keinen Nutzen von dem Testergebnis, die Diagnose wäre trotzdem emotional sehr belastend. So kann das „Übersehen“ einer Krebserkrankung die Lebensqualität dieser Patienten schützen.

Nicht jeder Krebs der diagnostiziert wird führt zwangsläufig noch zu Lebzeiten zu Beschwerden (z.B. Brustkrebs, Prostatakrebs). So ist es möglich, dass in seltenen Fällen Menschen mit einem diagnostizierten Krebs eine belastende und schädliche Behandlung auf sich nehmen ohne dass sie nötig gewesen wäre. Diese mit der Vorsorge einhergehende Problematik bezeichnet man als „überdiagnostizieren“.

Quellen:

https://www.cancer.org/cancer/cervical-cancer/about/key-statistics.html

https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/frueherkennung/frueherkennung.php

https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/141708/Datei/681/Broschuere-Frueherkennung-von-Gebaermutterhalskrebs.pdf.

http://emedicine.medscape.com/article/773832-overview

https://www.verbraucherzentrale.de/kosten-von-igel-leistungen--informieren-spart-geld

Heiner Greten – Innere Medizin 12. Auflage

Thieme – Duale Reihe – Innere Medizin 2009

 


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