Prostata MRT

Sie suchen Informationen zur Prostata-MRT und Spezialisten für die Untersuchung? Hier finden Sie ausschließlich erfahrene Fachärzte und Kliniken in Deutschland, Schweiz oder Österreich. Informieren Sie sich über Indikationen, Ablauf und Kosten oder kontaktieren Sie unsere Experten.

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Ärzteliste Prostata MRT


Informationen zum Bereich Prostata MRT

Definition: Was ist ein Prostata-MRT?

Die Magnetresonanztomographie , auch MRT oder Kernspintomographie, ist ein bildgebendes Verfahren der Medizin, das vor allem für die Darstellung von Struktur und Funktion des Gewebes und der Organe genutzt wird. Die Spezialisten für MRTs sind Radiologen, Strahlenmediziner. Als neueres Verfahren besteht die Möglichkeit der Prostatauntersuchung mittels Magnetresonanztomographie. Hierbei wird die Vorsteherdrüse auf Veränderungen in der Gewebebeschaffenheit und der Organstruktur und –größe untersucht.

Das Prostatakarzinom (Krebs der Vorsteherdrüse) ist mit 25,4% aller diagnostizierten Krebserkrankungen die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 60.000 Männer neu an diesem Tumor. Durchschnittlich erkranken die Patienten mit 69 Jahren. Dank exakterer Diagnostik werden die Tumoren inzwischen in immer früheren Stadien der Erkrankung erkannt und sind daher meist noch gut therapierbar. Vor allem Männer mit betroffenen Familienangehörigen (Bruder, Vater) weisen ein mehr als zweifach erhöhtes Risiko für Prostatakrebs auf.

Ab einem Lebensalter von 45 Jahren empfiehlt sich die Routineuntersuchung zur Früherkennung durch die Bestimmung des PSA-Wertes sowie die digital-rektale Untersuchung. Der PSA-Wert (Prostataspezifisches Antigen) kann, vor allem bei Veränderungen oder sehr hohen Werten, ein Wachstum und Umbauprozesse der Vorsteherdrüse anzeigen und damit einen Hinweis auf bösartiges Wachstum im Prostatagewebe liefern.

Bei der MRT-Untersuchung werden Schnittbilder des Körpers erzeugt. Die Bilder entstehen im Großen und Ganzen mithilfe eines großen Magnetfeldes, das auf den Körper einwirkt. Die Reaktionen der einzelnen Zellen und Gewebe auf dieses Feld sind aufgrund unterschiedlicher Zusammensetzung (Wassergehalt, Dichte, etc.) verschieden, wodurch sich die unterschiedlichen Gewebebereiche abgrenzen lassen. Es gibt verschiedenste Formen der MRT, die sich beispielsweise in ihrer sogenannten Gewichtung unterscheiden (z.B. T1-, T2-, Protonengewichtete Bilder). Die Gewichtung ist je nach Art des zu untersuchenden Organs oder Gewebes entscheidend bei der Bildbewertung.

Indikationen: Wann wird eine Prostata-Magnetresonanztomografie eingesetzt?

Bei hochgradigem Verdacht auf ein Prostatakarzinom trotz negativer Biopsie stellt die MRT-Untersuchung der Prostata eine Möglichkeit zur Diagnosesicherung dar. Die Prostata-MRT zeigt als neueres Verfahren bereits gute Ergebnisse bezüglich seiner Diagnosesicherheit. In der T2-Wichtung der MRT stellt sich der Prostatatumor als umschriebene dunkle Region mit relativ heller Umgebungszone dar.

Die in der Prostata-MRT detektierten Karzinomverdächtigen Herde sollten gezielt biopsiert werden, da die Diagnose des Prostatakarzinoms durch eine Gewebeprobe gesichert werden muss. Zusätzlich zur gezielten Biopsie sollte eine systematische Biopsieentnahme erfolgen. Bei der systematischen Biopsie werden nach Standardschema 10-12 Gewebestanzen mit lokaler Betäubung aus der Vorsteherdrüse entnommen. Die Gewebeprobe ist entscheidend für die Beurteilung der Tumorerkrankung und die weiteren Therapieschritte.

Arten der Prostata-MRT

Die MRT-Untersuchung der Prostata wird als sogenannte multiparametrische MRT durchgeführt. Die MRT der Vorsteherdrüse setzt sich aus 3 unterschiedlichen Magnetresonanzsequenzen zusammen. Die drei unterschiedlichen Untersuchungsteile beinhalten:

  • eine T2-gewichtete MR-Sequenz zur Beurteilung der Organstruktur (Prostata, Samenbläschen, umgebende Organe): Durch diesen Untersuchungsabschnitt kann beurteilt werden, ob es im Falle einer Tumorerkrankung bereits zu organüberschreitendem Wachstum oder weiteren Metastasen (Tumorabsiedelungen) in der Umgebung gekommen ist.
  • eine diffusionsgewichtete MR-Sequenz (DWI) zur Beurteilung der Zelldichte: Tumorgewebe stellt sich hierbei aufgrund höherer Zellanzahl auf gleichem Raum (Zelldichte) verändert dar. Diese Sequenz ist entscheidend für die Detektion und Charakterisierung des Prostatakarzinoms.
  • eine dynamische kontrastmittelangehobene MR-Sequenz („dynamic contrast enhanced“-MRI, DCE) zur Darstellung von Gewebe mit vermehrter Durchblutung bzw. Gefäßneubildung (tumorverdächtig). Bei dieser Untersuchung wird gadoliniumhaltiges Kontrastmittel injiziert. Eine Mehrdurchblutung ist charakteristisch für Tumoren, kann jedoch auch bei Entzündungen (Prostatitis) oder benigner Prostatahyperplasie auftreten.

Diese Sequenzen geben in Kombination exakte Informationen über Lokalisation und Ausbreitung eines möglichen Tumors, ohne von außen in den Körper eindringen zu müssen und ohne den Körper mit radioaktiver Strahlung zu belasten.

Ablauf und Dauer: Wie läuft eine MRT Untersuchung der Prostata ab?

Die Dauer einer MRT-Untersuchung hängt vom untersuchten Körperbereich, der klinischen Fragestellung und dem verwendeten Gerät ab. Je höher die gewünschte Detailauflösung, desto länger ist die zu veranschlagende Untersuchungszeit. Die Prostata-MRT nimmt in der Regel knapp 30 Minuten in Anspruch. Häufig werden zwei Aufnahmeserien erstellt, zuerst eine ohne Kontrastmittel, danach mit Kontrastmittel.

Neuere Entwicklungen versprechen, die Untersuchungszeit durch die parallele Aufnahme des MR-Signals mit zahlreichen Empfangsspulen deutlich zu verkürzen, sodass im Extremfall Aufnahmezeiten von unter einer Sekunde möglich sind.

Vorteile der Prostata-MRT

Die MRT-Untersuchung der Prostata gehört inzwischen zum Goldstandard bei der Primärdiagnostik oder weiterführenden Beobachtung (Aktive Überwachung) des Prostatakarzinoms. Bei negativer Biopsie und gleichzeitig hoher Wahrscheinlichkeit für das Bestehen einer Tumorerkrankung, unter anderem durch hohe PSA-Werte, sollte eine Bildgebung mittels MRT durchgeführt werden.

Die MRT-Untersuchung hat den großen Vorteil der Strahlungsfreiheit bei guter Darstellung des Gewebes. Durch immer weitere Verbesserung der Technik sowie Erfahrungszunahme der Radiologen wird die Vorhersagesicherheit vermutlich immer weiter steigen.

Aktuelle Studien (siehe Quelle des „The New England Journal of Medicine“) zeigen, dass die Prostata-MRT bei der Aufklärung auffälliger Veränderungen den bisherigen Untersuchungen mittels PSA-Wert, Tastbefund und systematischer Biopsie überlegen ist. Die MRT erlaubt die Diagnostik eines Prostatakarzinoms mit einer etwa 80%igen Sicherheit.

Dank der fehlenden Strahlenbelastung kann die MRT auch gut für Verlaufskontrollen nach Therapie eingesetzt werden.

Nachteile der Prostata-MRT

Das Prostatakarzinom hat unbehandelt meist einen eher langsamen Verlauf, sodass lediglich Männer mit einer Lebenserwartung von über 10-15 Jahren noch von einer Therapie profitierten. Durch die Früherkennung mittels MRT werden teilweise auch Tumoren entdeckt, die für die Patienten vermutlich nie problematisch geworden wären.

Auch ein unauffälliges MRT birgt ein Restrisiko für kleine Tumoren, weshalb auch bei negativem MRT-Befund eine PSA-gestützte Kontrolle sowie eine systematische Biopsie angeboten werden sollten.

Die Prostata-MRT hat sich der transrektalen Ultraschalluntersuchung als etwa gleichwertig erwiesen, ist jedoch wesentlich aufwändiger und kostenintensiver. Darüber hinaus werden die Kosten der Prostata-MRT bisher nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Wenn es den Patienten nicht mehr möglich ist über längere Zeit ruhig zu liegen (ca. 30 Minuten) kann die Bildqualität eingeschränkt sein.

Trotz immer besser werdender Technik kommt es bei der Magnetresonanztomographie der Prostata auch zu Fehlern. So werden ca. 10% der Prostatatumoren bei der MRT-Untersuchung als solche nicht erkannt und ca. 10% der Patienten werden als fälschlicherweise positiv (krebsverdächtig) eingestuft und somit unnötigerweise biopsiert.

Da bei der Prostata-MRT in der Regel auch Kontrastmittel genutzt wird, kann es hierbei zu allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock mit Herz-Kreislauf-Stillstand kommen. Wenden Sie sich bei erhöhtem Allergierisiko oder bekannten Allergien vertrauensvoll an unsere Spezialisten!

Prostata MRT: Kosten und Kostenübernahme der Krankenkassen

Nach aktuellem Stand werden die Kosten dieser aufwändigen Untersuchung durch die gesetzlichen Krankenkassen nicht standardmäßig übernommen. Private Krankenkassen erstatten die Kosten meist in voller Höhe. Die Kosten liegen bei etwa 400€ für die Untersuchung. Wenden Sie sich bei Rückfragen hierzu auch vertrauensvoll an unsere Spezialisten mit langjähriger Erfahrung!

Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten für eine Prostata-MRT?

Die folgenden Ärzte sind Spezialisten für die Prostata-MRT:

  • Prof. Dr. med. Christoph M. Bamberger (Hamburg)
  • Dr. med. Beat Porcellini (Zürich)

Quellen:

  • Supplement: Perspektiven der Onkologie, Multiparametrische Prostata-MRT: Vorzüge und Grenzen, Dtsch Arztebl 2018; 115(47), DOI: 10.3238/PersOnko.2018.11.23.01, Schlemmer, Heinz-Peter
  • https://www.die-radiologie.de/kompetenzzentren/prostatadiagnostik.html
  • Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms: Version 5.1–Mai 2019
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Prostatakrebs#Magnetresonanztomographie
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Magnetresonanztomographie
  • https://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1801993

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