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Informationen zum Bereich Angiom

Unter den Begriff Angiom fallen verschieden Arten von Gefäßfehl-, beziehungsweise Gefäßneubildungen. Das Wort aus der Medizinischen Fachsprache lässt sich folgendermaßen herleiten: der vordere Teil "Angio" hat mit Gefäßen zu tun und die Endung -om bedeutet Geschwulst, Tumor oder Neubildung, wobei hier noch nicht zwischen gut- und bösartig unterschieden wird. Somit ist ein Angiom eine geschwulstartige Gefäßneubildung. Prinzipiell können diese am und im ganzen Körper vorkommen. Auf die am häufigsten im Gehirn vorkommende Variante, die Arteriovenöse Malformation soll hier genauer eingegangen werden.

Die Arteriovenöse Malformation stellt eine angeborene Gefäßfehlbildung dar. Bereits in der Schwangerschaft entsteht hier eine oder mehrere direkte Verbindungen zwischen einer Arterie (sauerstoffreiches) und einer Vene (sauerstoffarmes Blut), wobei die Arterie ohne zwischengeschaltete Kapillaren, ihr Blut ungenutzt direkt in eine Vene schleust.

Dadurch entsteht in der Vene (normal niederer Blutdruck) ein höherer Druck als üblich, was dort zu Aussackungen der Wand (Aneurysmabildung) führen kann, da die Gefäßwände der Angiome zudem  deutlich schwächer bzw. dünner gebaut sind und einfacher einreißen.

Dies kann zu gefährlichen Blutungen in umliegendes Gewebe führen, im schlimmsten Fall zu einem  ausgedehnten Schlaganfall (Hirninfarkt). Die Gefahr hierfür liegt pro Jahr bei unter fünf Prozent, steigt aber, bei bereits stattgehabter Blutung.

Grundsätzlich sind Männer etwas häufiger als Frauen von arteriovenösen Angiomen betroffen. Obwohl die Angiome schon vor der Geburt angelegt sind, werden sie meist erst um das 30. Lebensjahr herum auffällig.

Was sind die Ursachen für das Angiom?

Das Angiom ist eine vorgeburtlich angelegte Missbildung. Es entsteht folglich während der Schwangerschaft, wobei genaueres dazu nicht bekannt ist.

Was sind die Symptome dieser Erkrankung?

Angiome können ganz unterschiedlich bezüglich ihrer Größe sein und dies wirkt sich auch auf ihre Symptomatik aus. Kleine Angiome führen meist früh zu einer Blutung. Große Angiome schleusen oft eine größere Menge an Blut vorbei an wichtigen Hirnbereichen (Steal-Phänomen), dort kann es zu Krampfanfällen und starken Kopfschmerzen kommen oder wenn sie über Jahre bestehen zur Hirnatrophie (Gehirnschwund aufgrund Mangelernährung des Gehirns) kommen.

Diese Minderversorgung (an Sauerstoff und Nährstoffen, die essentiell für das Gehirn sind) können auch zu verschiedenen neurologischen Ausfällen, wie Seh- oder Gangstörungen, führen.

Was sind die Diagnoseverfahren?

Die Diagnose kann durch einen Radiologen erstellt werden. Das Angiom wird häufig spontan im Routine-CT entdeckt, ohne dass der Patient über irgendwelche Symptome klagt (oft bleiben Angiome auch ein Leben lang unentdeckt).

Hat man Symptome, ist die Methode der Wahl zur Diagnosefindung entweder die CT (Computertomografie) oder die MRT (Magnetresonanztomografie).

Im akuten Fall einer Blutung kann das CT nicht immer aussagekräftige Ergebnisse bringen, da das Blut das Gebiet der Gefäßmissbildung überlagert und somit das Angiom nicht zu identifizieren ist.

Zur endgültigen Diagnosesicherung ist die selektive zerebrale Angiografie nötig. Hierbei handelt es sich um eine Darstellung spezifischer Hirngefäße, indem man mittel eines Drahtes (Katheter) über die hirnzuführenden Gefäße direkt zum Bereich des vermuteten Angioms vordringt. Dort kann dann Kontrastmittel über den Katheter gespritzt werden und so das Angiom genau in seiner Lage und Gestalt dargestellt werden. Zusätzlich findet man (für die Therapie wichtig) auch das zuführende Gefäß, auch Feeder (vom englischen:feed = füttern) genannt.

Wie wird das Angiom behandelt?

Das Angiom wird operativ durch den Neurochirurgen und nicht-operativ durch die Strahlentherapie behandelt. Operationsindikation ist abhängig von Patientenalter, Gesundheitszustand, vorherige Blutungen und der bestehenden Symptomatik.

Besteht die Symptomatik nur aus zeitweise epileptischen Anfällen, kann konservativ, das heißt ohne Operation und nur mit Medikamenten zu Therapie des Anfalls, behandelt werden. Jüngere Patienten sprechen jedoch oft nur schlecht auf diese Medikamente an, was eine Operation eventuell doch nötig macht.

Bei zu Blutungen neigenden Angiomen sollte eine Operation vorgenommen werden. Die Operation erfolgt mikrochirurgisch, das bedeutet die Wahl eines kleinstmöglichen Zugangsweges mit einer deutlich geringeren Gefahr von Komplikationen. Ziel ist dabei die komplette Entfernung des Angioms. Trotz der Komplikationsminimierung durch ein geübtes Team und einer minimalinvasiven Prozedur, zählt diese, wie die meisten Operationen am Gehirn zu den schwierigen OPs. Häufig kommt es zu Blutungen und in seltenen Fällen, gerade bei älteren Patienten, kann dies lebensbedrohlich sein.

Alternativ zur Operation gibt es weitere Behandlungsmethoden, wobei die OP die Methode der Wahl ist und die Alternativen nur dann verwendet werden, wenn keine Operation durchgeführt werden kann.

Eine Alternative ist die Embolisation. Hierbei handelt es sich um eine künstlich herbeigeführte Verstopfung der Gefäßmissbildung durch einen spezielle Klebstoff oder kleine Platinspiralen. Die Embolisation ist heute als alleinige Methode obsolet und wird nur noch präoperativ verwendet, um den arteriellen Blutfluss des zuführenden Gefäßes zum Operationsgebiet zu verringern und dadurch das Blutungsrisiko zu senken.

Eine weitere Alternative ist die Bestrahlung der Gefäße. Hierbei mutieren die Angiomzellen, vergrößern sich und verschließen mit der Zeit das Gefäß. Diese Methode wird dann angewandt, wenn Hirngebiete betroffen sind, welche für den Operateur schlecht zugänglich sind. Zudem ist es nur bei kleinen Angiomen möglich. In der Regel dauert diese Therapie mehrere Monate bis zu mehreren Jahren, in denen das Angiom über die Zeit kleiner wird. Ein vollständiger Erfolg kann hier nicht von vornherein versprochen werden.

Wie sind die Prognosen und die Krankheitsverläufe bei einem Angiom?

Bleibt das Angiom unbehandelt kann es über die Zeit zur Verkümmerung von Gehirnteilen aufgrund von Mangelversorgung kommen (Hirnatrophie). Dies ist meist  nur bei größeren Angiomen der Fall. Die größte Gefahr besteht in der Blutung, welche im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

Um dem Vorzubeugen, ist die Operation in vielen Fällen ratsam und dann eine endgültige Therapie. Alternativ dazu kann eine Bestrahlung vorgenommen werden, welche aber eventuell nicht zur vollständigen Rückbildung des Angioms führt und das Blutungsrisiko somit bestehen bleibt.

Grundsätzlich ist aber von einem geringeren Blutungsrisiko als bei einem Hirnaneurysma (welches auch mit einem Angiom vergesellschaftet sein kann) auszugehen.

Als Folgen der Operation am Gehirn können, wie bei den meisten Operationen, in bis zu 30 % der Fälle verschiedene Nervenschädigungen, die zum Teil reversibel (bilden sich über die Zeit zurück) sind, erfolgen. Diese sind je nach operiertem Gebiet unterschiedlicher Ausprägung und Größe, werden aber vor der Operation im Detail mit dem behandelnden Arzt besprochen.

Mithilfe der erfolgreichen Operation, kommt es zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität, einer Minimierung der epileptischen Anfälle und - besonders wichtig - auch des Blutungsrisikos.

Trotzdem sollte nach der Operation für mindestens ein halbes Jahr eine antikonvulsive Therapie (Medikamente gegen Epilepsie) gegeben werden, da Operationen am Gehirn oft zu einem elektrischen Durcheinander in den Nervenzellen des Gehirns führen können, was mit einer erhöhten Gefahr für Anfälle einhergeht.

 

Quellen:

Henne-Bruns, Doris ; Dürig, Michael ; Kremer, Bernd ; Bruns, Doris Henne-: Chirurgie. 2. Aufl.. Stuttgart: Thieme, 2003.

Siewert, Jörg Rüdiger: Chirurgie. Berlin, Heidelberg: Spri


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