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Informationen zum Bereich Hernienchirurgie

Der Begriff Hernie kommt aus dem Griechischen (hernios) und bedeutet Knospe. Es handelt sich bei Hernien um Ausstülpungen von Körpergewebe (z.B. Darm) ...

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Informationen zum Bereich Hernienchirurgie

Der Begriff Hernie kommt aus dem Griechischen (hernios) und bedeutet Knospe. Es handelt sich bei Hernien um Ausstülpungen von Körpergewebe (z.B. Darm) durch angeborene oder erworbene Lücken (Bruchlücken). Im Deutschen wird eine Hernie oft als Bruch oder Eingeweidebruch bezeichnet. Je nach Lage der Bruchlücke erhält eine Hernie ihren Namen (z.B. Leistenbruch).

Hernien können im Bereich von Bauchdecke, Zwerchfell, Beckenboden, Rückenmuskulatur oder im inneren Bauchraum auftreten. Dabei treten Bauchfell, Organwände, Organteile oder das ganze Organ durch die Lücke.

2-4% unserer Bevölkerung sind von Hernien betroffen. Leistenhernien sind mit 75% am häufigsten vertreten, wobei in diesem Fall 90% der Betroffenen Männer sind.

Die Entstehung von Hernien wird begünstigt durch einen hohen Druck im Bauchraum, wie es bei Schwangerschaft oder freier Flüssigkeit im Bauch (Aszites) vorkommt. Auch das vermehrte Bauchpressen bei Verstopfung oder ein erschwertes Urinieren durch Prostatavergrößerung können, wie auch große Tumoren im Bauchraum, eine Hernienausbildung begünstigen.

Man unterteilt die Hernien in äußere und innere Hernien. Äußere Hernien sind von außen sichtbar, Innere liegen im Körperinneren und können daher nicht ohne weiteres erkannt werden.

Wann wird eine Hernienchirurgie durchgeführt?

Die verschiedenen Hernienarten: Leistenhernie, Schenkelhernie, Narbenhernie, Nabelhernie, Zwerfellhernie etc. könne verschieden ausgeprägt sein. Von Ausprägung und Art hängt auch die Notwendigkeit der Hernienchirurgie ab.

Hernien können durch Druck entstehen und nach Druckentlastung immer wieder zurückgehen oder zurückverlagert werden (reponible Hernie). In manchen Fällen jedoch kommt es zur Einklemmung des Bruchsackes. Erfolgt keine Rückverlagerung kann es zum Absterben des Inhaltes (z.B. Darmgewebe) kommen. Dies führt zur Entzündung und Reizung des Bauchfells und kann bis hin zu Blutvergiftung und Tod führen.

Zeichen dafür sind zunehmende Schmerzen, gerötete Vorwölbung, Reizung des Bauchfells, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsprobleme. Dies verlangt eine notfallmäßige Hernienchirurgie durch den Viszeralchirurgen (Bauchchirurgen).

Kann die eingeklemmte Hernie reponiert werden, erfolgt die Operation zu einem naheliegenden Zeitpunkt (elektiver Eingriff).

Nabelhernien im Kindesalter verschließen sich oft spontan. Im Erwachsenenalter ist dagegen eine Operation nötig. Leistenhernien verlangen dagegen immer eine operative Versorgung im Sinne der Hernienchirurgie. Die axiale Gleithernie, eine Form der Zwerchfellhernie, bei der der Magen oder Teile davon durch die Zwerchfelllücke für die Speiseröhren in den Brustraum wandern, müssen nur wenn sie Beschwerden machen Hernienchirurgisch versorgt werden. Dies ist aber nur bei 30-40% der Betroffenen der Fall. Eine andere Form der Zwerchfellhernie (Paraösophageale Hernie) muss wegen der Gefahr der Komplikationen in jedem Fall operiert werden.

Wie läuft die Hernienchirurgie ab?

Zugangsweg und Narkoseart hängen stark von der Art und Lokalisation einer Hernie ab.

Leistenhernien können meist in lokaler Betäubung oder Rückenmarksanästhesie behandelt werden. Dabei erfolgt die Operation offen oder über Bauchspiegelung (minimal-invasive Laparoskopie). Beide Varianten können ambulant oder in einem kurzen stationären Aufenthalt durchgeführt werden. Schenkelhernien unterscheiden sich dabei nicht groß von Leistenhernien.

Während der Operation wird der Bruchsack dargestellt und der Inhalt beurteilt. Danach erfolgt die Reposition (Rückverlagerung) des Bruches. Der Viszeralchirurg beobachtet nun, ob sich das Organ und betroffene Gewebe erholt und wieder gut durchblutet wird. Ist dies der Fall, kann die Bruchlücke verschlossen werden. Erholt sich das Gewebe nicht, muss beispielsweise das geschädigte Darmstück entfernt werden.

Der Verschluss der Bruchlücke erfolgt durch Doppelung der vorhandenen Muskelhüllen (Fasziendopplung) oder durch Verstärkung der Bauchwand mit einem synthetischen Netz.

Zwerchfellhernien verlangen im Gegensatz zu Leistenhernien eine Hernienchirurgie in Vollnarkose. Auch hier wird zu Beginn der Magen in seine ursprüngliche Lage gebracht. 

Je nach Hernienform kann dann in der offenen oder laparoskopischen Operation die Zwerchfelllücke verengt werden (Hiatoplastik), der Wand um die untere Speiseröhre durch Magengewebe verdoppelt wird (Funduplikatio - damit ein Hochrutschen nicht mehr möglich ist) oder der Magen an der vorderen Bauchwand fixiert werden (Fundopexie / Gastropexie).

Wie sind die Prognosen und Krankheitsverläufe nach einer Hernienchirurgie?

Nach einer Leistenhernien-Operation darf der Bauch über einen kurzen Zeitraum (ca. 10 Tage) nicht stark belastet werden. Die Rezidivraten (erneutes Auftreten einer Hernie) liegen zwischen 2 und 10% je nach Operationsmethode. Folgeoperationen sind immer deutlich schwieriger, da es im Bereich der vorangegangenen Operation zu Verwachsungen kommt.

Bei Zwerchfellhernien liegt die Rezidivrate bei bis zu 20%.

Die Gefahr bei einem operativen Eingriff, wie auch in der Hernienchirurgie besteht immer in der möglichen Verletzung umliegender Strukturen. Dazu gehören im Bauchbereich Darmverletzungen, Nervenverletzungen und Blutgefäßverletzungen, im Leistenband insbesondere Samenstrangverletzungen. Im Zwerchfellbereich kann zudem die Lunge verletzt werden. In einem geschulten Team sollte dies jedoch äußerst selten vorkommen.

Sollten Sie weitere Fragen bezüglich der Hernienarten und Therapieoptionen in der Hernienchirurgie haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren behandelnden Bauchchirurgen (Viszeralchirurgen).

 

Quellen:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/61737/Hernienchirurgie-Die-Qualitaet-haengt-am-Chirurgen-nicht-an-der-Technik

http://www.aerztekammer-hamburg.de/funktionen/aebonline/pdfs/1223912532.pdf

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/006-030.html

Henne-Bruns, Doris; Barth, Harald (2012): Chirurgie. 4., aktualis. Aufl. Stuttgart [u.a]: Thieme (Thieme Electronic Book Library).

Herold, Gerd (2014): Innere Medizin. Eine vorlesungsorientierte Darstellung ; unter Berücksichtigung des Gegenstandskataloges für die Ärztliche Prüfung ; mit ICD-10 Schlüssel im Text und Stichwortverzeichnis. Köln: Herold.


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