Spezialisten für BRCA-Test
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Informationen zum Bereich BRCA-Test
Was ist ein BRCA-Test und was wird dabei untersucht?
BRCA steht für Breast Cancer related Gene und beschreibt ein bestimmtes Gen, das mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs einhergeht. Bei einem BRCA-Test wird untersucht, ob eine Mutation, d.h. eine Veränderung in diesem Gen vorliegt, sodass ggf. ein erhöhtes Krebsrisiko besteht.
Jährlich erkranken in Deutschland knapp 75 000 Frauen an Brustkrebs, wodurch es die häufigste Krebserkrankung der Frau darstellt. Für eine Brustkrebserkrankung gibt es verschiedene Ursachen und in vielen Fällen kann kein genauer Auslöser ermittelt werden. Man hat jedoch herausgefunden, dass Veränderungen in bestimmten Genen den Ausbruch der Erkrankung begünstigen können.
Die wichtigsten Gene in diesem Zusammenhang sind das BRCA-1 und das BRCA-2-Gen. Bestimmte Mutationen in diesen Genen können nicht nur das Risiko für Brustkrebs, sondern auch für andere Tumore wie Eierstockkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Prostatakrebs erhöhen. Weil diese Genveränderungen vererbt werden, tritt die Erkrankung oft familiär gehäuft auf. Durchschnittlich sind die Patientinnen bei Erkrankung dann auch jünger als Patientinnen ohne die Genveränderung.
Für wen ist ein BRCA-Test sinnvoll?
Für wen eine BRCA-Testung sinnvoll ist, muss stets individuell entschieden werden. Er kann sowohl bei gesunden Ratsuchenden mit erhöhtem Risiko als auch bei bereits an Brustkrebs erkrankten Frauen durchgeführt werden, beispielsweise um die Behandlung anzupassen.
Genetische Testungen unterliegen strengen Richtlinien, die festlegen, in welchen Fällen ein Gentest durchgeführt werden kann. In jedem Fall findet vor einer genetischen Testung immer eine ausführliche Beratung der Ratsuchenden, möglichst in einem spezialisierten Zentrum statt. Hier werden unter anderem die Art der Testung, die möglichen Konsequenzen sowie auch immer die Möglichkeit, den Test nicht durchzuführen, erörtert.
Für jede Patientin muss dabei das individuelle Risiko erfasst werden, in Zukunft an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Dafür wird eine ausführliche Familienanamnese über mindestens drei Generationen erhoben. Dabei kann beispielsweise das gehäufte Auftreten dieser Krebserkrankungen in einer Linie der Familie das Risiko erhöhen. Grundsätzlich ist eine genetische Testung bei einem individuellen Risiko von über 10% sinnvoll. Nach der Beratung erhalten die Patientinnen dann eine gewisse Bedenkzeit, bevor die endgültige Entscheidung für oder gegen den Test gefällt wird.
Folgende Kriterien können beispielsweise auf eine genetische Ursache für Brust- oder Eierstockkrebs hinweisen, sodass eine genetische Testung sinnvoll sein kann:
- Brustkrebserkrankung bei Patientinnen vor dem 36. Geburtstag
- beidseitige Brustkrebserkrankung bei Patientinnen; die erste vor dem 50. Geburtstag
- Brustkrebserkrankung bei Schwestern, Töchtern oder Nichten vor dem 36. Geburtstag
- beidseitige Brustkrebserkrankung bei Schwestern, Töchtern oder Nichten; die erste vor dem 50. Geburtstag
Wie läuft ein BRCA-Test ab?
Haben sich Ratsuchende nach der ausführlichen Beratung für eine genetische Testung entschieden, dann wird diese vorzugsweise bei einem bereits erkrankten Familienmitglied durchgeführt. Alternativ kann sie auch bei einer gesunden Person durchgeführt werden, wenn bereits eine krankhafte Genveränderung in der Familie bekannt ist.
Der Test selbst ist kaum schmerzhaft, denn er besteht für die Patienten lediglich aus einer Blutabnahme. Alternativ kann bei bereits erkrankten und operierten Personen auch eine Gewebeprobe aus der Brust bzw. dem Eierstock auf die genetische Veränderung untersucht werden. Da die Laboruntersuchungen bei genetischen Tests komplex sind, dauert es häufig einige Wochen, bis die endgültigen Ergebnisse vorliegen und besprochen werden können.
Was bedeuten ein positiver oder negativer BRCA-Test?
Das Labor untersucht das BRCA-1- und BRCA-2-Gen auf mögliche Veränderungen, sogenannte Mutationen. Ein positives Ergebnis bedeutet in diesem Fall, dass eine Genveränderung vorliegt und ggf. ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Diese Mutation kann fünf verschiedenen Klassen zugeordnet werden, wobei Klasse 1 eine gutartige Veränderung meint, während Klasse 5 eine Genveränderung beschreibt, die eindeutig krankheitsverursachend ist.
Von einem negativen Ergebnis des BRCA-Tests spricht man dann, wenn keine Veränderung im BRCA-1 oder BRCA-2-Gen festgestellt werden konnte.
Welche Folgen hat eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation?
Bei einem positiven Gentest mit Genveränderungen der Klasse 4 oder 5 sollten intensivierte Früherkennungsmaßnahmen durchgeführt werden, sodass eine Krebserkrankung möglichst frühzeitig erkannt werden kann. Sie können aber auch bei Patientinnen mit negativem BRCA-Test und erhöhtem Risiko sinnvoll sein.
Dazu gehören je nach Risikoprofil folgende Maßnahmen:
- regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust
- ärztliche Abtastung und Ultraschalluntersuchung der Brust alle sechs bis zwölf Monate
- jährliche MRT-Untersuchung der Brust
- Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust) alle ein bis zwei Jahre
Bei BRCA-Mutationen werden diese intensivierten Früherkennungsmaßnahmen etwa ab dem 25. Lebensjahr empfohlen.
Darüber hinaus können weitere prophylaktische Maßnahmen durchgeführt werden. Dabei besteht beispielsweise die Möglichkeit der Entfernung einer oder beider Brüste oder die prophylaktische Entfernung von Eierstöcken und Eileitern. Diese Maßnahmen sollten jedoch nur bei hohem Risiko und ausführlicher Abwägung durchgeführt werden, sodass es sich dabei stets um eine Einzelfallentscheidung handelt.
Was kostet ein BRCA-Test und wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
In Deutschland werden die Kosten für einen BRCA-Test von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, wenn hierzu eine medizinische Notwendigkeit besteht. Das heißt, dass bei Patientinnen mit erhöhtem Risiko für das Vorliegen einer BRCA-Mutation eine Kostenübernahme stattfindet. Voraussetzung ist dafür stets die vorherige genetische Beraung der Betroffenen.
Wenn ein BRCA-Test außerhalb dieser Kriterien, also beispielsweise bei geringem Risiko durchgeführt werden soll, dann müssen die Kosten von den Betroffenen selbst getragen werden. Diese liegen meist zwischen 3000 und 6000 Euro.
In jedem Fall empfiehlt es sich für Patienten, sich vor Durchführung des Tests mit der jeweiligen Krankenversicherung in Verbindung zu setzen, um mögliche Fragen diesbezüglich zu klären.
Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für BRCA-Tests?
Beratungen zu BRCA-Tests sowie die Durchführung der eigentlichen Testung sollten möglichst in spezialisierten Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs durchgeführt werden. Hier arbeiten verschiedene Fachärzte aus den Bereichen Gynäkologie, Humangenetik, Onkologie und Psychoonkologie zusammen, um den Patienten ein umfassendes Leistungsspektrum zu bieten.
Alle hier gelisteten Fachärzte und Kliniken wurden von uns sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Erfahrung im Bereich BRCA-Test ausgewählt. Sie alle sind Spezialisten ihres jeweiligen Fachgebietes und verfügen über eine hohe Expertise. Überzeugen Sie sich gerne persönlich von der Kompetenz unserer Ärzte und vereinbaren Sie direkt ein erstes individuelles Beratungsgespräch.
Quellen:
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/_k05qT [zuletzt aufgerufen am 18.08.2026]
- Deutsches Konsortium familiärer Brust- und Eierstockkrebs www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/betreuungskonzept/molekulare-diagnostik/indikationen-gentest/ [zuletzt aufgerufen am 18.08.2026]
- brustkrebs.de www.brustkrebs.de/was-ist-brustkrebs/brca [zuletzt aufgerufen am 18.08.2026]
- BRCAplus Themenreise www.brca-infotour.de/faq/ [zuletzt aufgerufen am 18.08.2026]
- BRCA-Netzwerk e.V. www.brca-netzwerk.de/familiaere-krebserkrankungen/brustkrebs/ursache-risikofaktoren-und-einschlusskriterien [zuletzt aufgerufen am 18.08.2026]





