Laut Doktor Reza Ghotbi sind die meisten Schlaganfälle vermeidbar


Gefäßchirurgie

Ein Fünftel der rund 250.000 Schlaganfälle pro Jahr entwickelt sich aufgrund einer Einengung der Halsschlagader (Karotisstenose). Und das, obwohl sich das Risiko eines Schlaganfalls durch eine vernünftige Prävention deutlich einschränken lässt, sagt Dr. med. Reza Ghotbi, Spezialist für Gefäßchirurgie und Leiter des Aortenzentrums am Helios Klinikum München West.

Interview: Susanne Amrhein, PRIMO MEDICO

 

Welche Patientengruppen sind besonders gefährdet, einen Schlaganfall zu erleiden?

Dr. Ghotbi: „Generell sind Patienten mit Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Diabetes und Verkalkungen der Halsschlagader häufiger von einem Schlaganfall betroffen. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache der Invalidität im Alter. Folgeerkrankungen sind häufig und im Alter über 75 Jahren versterben 50% der Patienten nach einem Jahr.“

 

Was können Menschen im Alltag tun, um einen Schlaganfall zu vermeiden?

Spezialist für Gefäßchirurgie Dr. med. Reza Ghotbi

Dr. Ghotbi: „Mit Best Medical Treatment lässt sich selbst bei den Patienten, die zu den Risikogruppen gehören, vielfach das fatale Ereignis vermeiden. Dazu gehört unter anderem, die kardiologischen Faktoren zu behandeln. Bei Herzrhythmusstörungen helfen blutverdünnende Medikamente, auch Bluthochdruck kann medikamentös gut eingestellt werden, um so das Risiko eines Schlaganfalls zu verringern. Bei einer Arteriosklerose, einer Ablagerung von Fett, Blutgerinnseln, Bindegewebe oder Kalk in den Blutbahnen, können Lipidsenker dazu beitragen, die Veränderungen zu stabilisieren. Wichtig ist, dass die jeweilige Behandlung individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst wird.“

 

Welche Vorsorge-Angebote sollte man wahrnehmen?

Dr. Ghotbi: „Mir einer gründlichen kardialen Untersuchung sowie regelmäßiger Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern können zwei der wesentlichen Ursachen eines Schlaganfalls mit wenig Aufwand erfasst werden. Eine vernünftige Prävention verhindert großes Leid.“

 

Welche vorsorgliche Therapie kann helfen, einen drohenden Schlaganfall abzuwenden?

Gefäßchirurg Dr. med. Reza Ghotbi mit seinem Team

Dr. Ghotbi: „Im Falle einer hochgradigen Einengung der Halsschlagader (Arteria Karotis) kann man mit einer wenig belastenden Operation das Risiko halbieren. Etwa 20 Prozent aller Schlaganfälle ereignen sich aufgrund einer Einengung der Halsschlagader. Viele ältere Menschen leiden unter einer solchen Karotisstenose. Je stärker die Halsschlagader verengt ist, desto größer ist das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Bei uns im Gefäßzentrum München West operiere ich pro Jahr etwa 250 Karotisstenosen in schonender Lokalanästhesie. Durch unsere Erfahrung in einem spezialisierten Zentrum ist das Risiko für die Patienten bei einem chirurgischen Eingriff äußerst gering. Sofern Herzrhythmusstörungen als Risiko für einen Schlaganfall diagnostiziert werden, können diese heutzutage gut mit Medikamenten bzw. mit Hilfe hochmoderner Herzschrittmacher behandelt werden. Wer diese Risiken im Griff hat, kann einen Schlaganfall in den meisten Fällen verhindern.“

 

Mit welchen Warnsignalen kündigt sich ein Schlaganfall an?

Dr. Ghotbi: „Nicht jeder Schlaganfall kündigt sich an. Aber in ca. 40% der Fälle hatten die Patienten bereits ein oder mehrere neurologische Ereignisse (transitorische ischämische Attacken, TIA), die spätestens nach 24 Stunden wieder verschwinden. Dazu gehören u.a. ein plötzlich auftretender Sprachverlust, motorische Störungen, wie z.B. die Unfähigkeit, einen Löffel zu halten, oder hängende Mundwinkel. Ursache sind meist kleinere Thromben, die kurzfristig die Blutbahnen verstopfen. Diese Signale müssen sehr ernst genommen werden und sollten Anlass zu einer schnellen Behandlung sein.“

 

Welche Behandlung ist nach einem erfolgten Schlaganfall notwendig?

Dr. Ghotbi: „Nach einem erlittenen Schlaganfall haben die Patienten ein bis zu 25-prozentiges Risiko für ein erneutes Ereignis innerhalb der ersten Monate. Daher stehen in der ersten Linie die bereits erläuterte Ursachenbehandlung und Frührehabilitierung im Vordergrund, um das Ausmaß der Ausfälle einzuschränken.“

 

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