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Informationen zum Bereich Tief infiltrierende Endometriose
Was ist eine tief infiltrierende Endometriose eigentlich genau?
Die Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Inseln von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle auftreten. Häufig befindet sich diese Schleimhaut im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane wie beispielsweise den Eierstöcken oder Eileitern, prinzipiell können die Herde aber überall im Körper auftreten – also zum Beispiel auch im Bereich des Darms oder der Lunge.
Eine tief infiltrierende Endometriose ist eine Sonderform der Endometriose, bei der die Herde in benachbarte Gewebe oder Organe mit einer Eindringtiefe von mindestens 0,5cm einwachsen. Dies macht die Behandlung oft komplizierter.
Welche Symptome verursacht sie – und warum sind Darm, Blase oder Ischias betroffen?
Die Symptome einer Endometriose entstehen vor allem dadurch, dass die Schleimhautinseln auch außerhalb der Gebärmutterhöhle hormonabhängig wachsen und sich somit im Rahmen des weiblichen Zyklus verändern. Dies verursacht das Hauptsymptom der Erkrankung: starke Schmerzen im Zusammenhang mit der Regelblutung, die sogenannte Dysmenorrhoe. Je nach dem wo sich die Endometrioseherde befinden, sind weitere Beschwerden im Bereich anderer Organe möglich. Hierzu zählen beispielsweise Schmerzen beim Wasserlassen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Schmerzen beim Stuhlgang oder Verdauungsbeschwerden.
Bei einer tief infiltrierenden Endometriose befinden sich die Schleimhautinseln häufig im Bereich des Septum rectovaginale, einer dünnen Trennwand zwischen Scheide und Mastdarm aus Bindegewebe. Somit infiltrieren die Herde von hier aus häufig die Scheide, den Darm oder auch die Harnleiter. Daher können auch im Bereich dieser Organe Beschwerden auftreten. Auch der Ischiasnerv kann durch Endometrioseherde befallen sein und bei den Betroffenen Sensibilitätsstörungen und ausstrahlende Schmerzen im Rücken oder den Beinen auslösen.
Wie erkennt man eine tief infiltrierende Endometriose im MRT oder Ultraschall?
Die Diagnostik einer Endometriose kann sehr schwierig sein und sich teilweise über einen langen Zeitraum erstrecken, da die Beschwerden oft unspezifisch und die Endometrioseherde sehr klein sind. Eine gynäkologische Tastuntersuchung findet häufig zu Beginn der Diagnostik statt. Im Falle einer tief infiltrierenden Endometriose bietet sich zusätzlich eine rektale Tastuntersuchung an, da sich hier oft Herde befinden.
Als primäres bildgebendes Verfahren wird in der Regel die Ultraschalluntersuchung eingesetzt. Diese kann sowohl durch die Scheide (transvaginaler Ultraschall) als auch durch den Mastdarm (transrektaler Ultraschall) erfolgen. Obwohl die Endometrioseherde im Ultraschall nicht immer sichtbar sind, lassen sie sich im Falle einer tief infiltrierenden Endometriose oft etwas besser erkennen.
Um Endometrioseherde in tieferen Gewebeschichten besser detektieren zu können, kann eine MRT-Untersuchung erfolgen. Dieses nicht-invasive Verfahren eignet sich daher sehr gut, um eine tief infiltrierende Endometriose zu diagnostizieren.
Wann ist eine Operation notwendig – und wie läuft sie ab?
Das Therapiekonzept muss bei jeglichen Formen der Endometriose individuell festgelegt werden. Oberstes Behandlungsziel ist stets der Erhalt bzw. die Verbesserung der Lebensqualität der Patientin. Da eine vollständige Heilung in der Regel nicht erreicht werden kann, liegt der Fokus vor allem auf der Linderung von Symptomen.
Grundsätzlich kommen bei einer Endometriose konservative Ansätze wie Hormonbehandlungen und operative Techniken zum Einsatz. Bei einer tief infiltrierenden Endometriose ist in der Regel eine operative Behandlung mit Entfernung der Endometrioseherde notwendig, um die Beschwerden ausreichend zu lindern. Diese wird häufig mit einer Hormontherapie kombiniert.
Das operative Vorgehen hängt davon ab, an welchem Ort sich die entsprechenden Schleimhautinseln befinden. Da die Herde bei einer tief infiltrierenden Endometriose in benachbarte Gewebe und Organe einwachsen, ist deren Entfernung oft komplizierter und erfordert ein besonders sorgsames Vorgehen. Dementsprechend handelt es sich meist um längere und aufwändigere Operationen, deren Ablauf sehr individuell an die jeweilige Erkrankung angepasst werden muss.
Kann ich mit tief infiltrierender Endometriose schwanger werden?
Grundsätzlich ist eine Schwangerschaft bei Frauen mit tief infiltrierender Endometriose möglich. Bei der Festlegung eines Behandlungskonzeptes sollte immer auch berücksichtigt werden, ob ein Kinderwunsch besteht und falls ja, in welchem Zeitraum. Bei Frauen, die sich eine baldige Schwangerschaft wünschen, wird zunächst oft auf eine radikale Operation mit Entfernung größerer Gewebeanteile verzichtet. Stattdessen findet erst oft nur ein kleinerer Eingriff statt. Nach Abschluss der Familienplanung kann dann ggf. ein weiterer Eingriff mit weiträumigerer Entfernung der Endometrioseherde erfolgen.
Was bedeutet die ENZIAN-Klassifikation bei dieser Erkrankung?
Die ENZIAN-Kriterien dienen der Klassifikation der tief infiltrierenden Endometriose sowie der Endometriose mit Herden außerhalb der weiblichen Geschlechtsorgane. Die Klassifikation erlaubt es, einen Zusammenhang zwischen Ausmaß der Erkrankung und Komplexität der operativen Behandlung sowie der Symptome herzustellen.
Der ENZIAN-Score besteht aus einer Kombination von Buchstaben und Zahlen, wobei die Buchstaben die Lokalisation der Endometriose und die Zahl die Ausprägung der Herde angibt. Je höher die Zahl, desto größer sind in der Regel auch die Endometrioseherde. Der Score kann sowohl vor einer Operation durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall- oder MRT-Untersuchung als auch intraoperativ erhoben werden. Er sollte bei jeder Patientin mit Verdacht auf eine Endometriose bestimmt werden.
Bekomme ich bei tief infiltrierender Endometriose einen Grad der Behinderung (GdB)?
Eine tief infiltrierende Endometriose kann bei den Betroffenen zu erheblichem Leiden und Einschränkungen im beruflichen und privaten Alltag führen. Der Grad der Behinderung (GdB) gibt an, wie stark eine Person durch gesundheitliche Beeinträchtigung in ihrem Alltag eingeschränkt ist. Er wird in Zehnerschritten ohne Einheit angegeben und kann zwischen 0 und 100 liegen, ab einem Wert von 50 gilt man in Deutschland als schwerbehindert.
Bei einer Endometriose kann ein Grad der Behinderung je nach Ausprägung der Erkrankung bewilligt werden. Ein entsprechender Antrag muss von der Patientin selbst beim zuständigen Amt gestellt werden. Wird dem Antrag stattgegeben, hat die Betroffene Anspruch auf bestimmte Leistungen, die die Nachteile durch die gesundheitliche Beeinträchtigung ausgleichen sollen. Dies können beispielsweise Erleichterungen am Arbeitsplatz oder finanzielle Unterstützung sein.
Welche Ärzte und Kliniken sind auf tief infiltrierende Endometriose spezialisiert?
Spezialisiert auf die Behandlung einer tief infiltrierenden Endometriose sind Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe. Sie begleiten ihre Patientinnen engmaschig während des gesamten Behandlungsprozesses und sind kompetente Ansprechpartner zu allen Fragen rund um die Diagnostik und Therapie.
Die tief infiltrierende Endometriose kann bei den Betroffenen zu erheblichem Leidensdruck und einer starken Einschränkung der Lebensqualität führen. Daher ist die individuelle Betreuung durch kompetente Fachärzte und Kliniken besonders wichtig. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Patienten mit den jeweils passendsten Behandlern zusammenzubringen. Sämtlich hier gelisteten Ärzte wurden daher sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Erfahrung in der Behandlung einer Endometriose ausgewählt. Vereinbaren Sie daher gerne schnell und unkompliziert ein erstes persönliches Beratungsgespräch.
Quellen:
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/-k0DqT [zuletzt aufgerufen am 18.03.2026]
- Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. www.endometriose-vereinigung.de/diagnose/ [zuletzt aufgerufen am 18.03.2026]
- Thomas Römer; Andreas D. Ebert (2019) Endometriose – Ein Wegweiser für die Praxis, 5. Auflage, De Gruyter Wissenschaftsverlag








