Morbus Bechterew

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Informationen zum Bereich Morbus Bechterew

Was ist Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew ist eine chronische entzündlich-rheumatische Erkrankung der Wirbelgelenke und Kreuzdarmbeingelenke. Die Krankheit kann mit der Zeit zu einer Versteifung und der Wirbelsäule führen. Sie ist nach dem Entdecker der Erkrankung, dem russischen Arzt Wladimir von Bechterew, benannt. Ein anderer Begriff für die Krankheit ist ankylosierende Spondylitis ­(versteifende Wirbelentzündung).

Männer sind häufiger betroffen als Frauen und die Erkrankung verläuft bei Frauen oft milder als bei Männern. Sie beginnt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

Erste Anzeichen der Erkrankung sind in der Regel Kreuzschmerzen, die schubweise und besonders nachts auftreten. Typischerweise bessern sich die Schmerzen durch Bewegung, aber nicht durch Ruhe. Viele Patienten klagen über Morgensteifheit und Gesäßschmerzen. Auch Beschwerden anderer Gelenken können vorkommen.

Bei manchen Patienten äußert sich die Erkrankung zusätzlich durch eine Sehnenansatzentzündung, eine Entzündung des Auges, eine Schuppenflechte oder eine entzündliche Darmerkrankung.

In den ersten Jahren zeichnet sich die Erkrankung vor allem durch Schmerzen aus. Im späteren Verlauf können die Wirbelgelenke verknöchern. Dadurch wird die Beweglichkeit der Wirbelsäule zunehmend eingeschränkt.

Wie entsteht ein Morbus Bechterew?

Bei Morbus Bechterew löst eine Fehlsteuerung des Immunsystems Entzündungsprozesse aus. Die Gründe für die diese Fehlsteuerung, sind bis heute nicht bekannt. Erbliche Einflüsse spielen jedoch eine Rolle. Die meisten Patienten (80 Prozent) mit Morbus Bechterew tragen das Erbmerkmal HLA-B27. Aber viele Menschen tragen das Erbmerkmal und erkranken nicht und auch Patienten ohne dieses Merkmal können erkranken. Erbliche Anlagen sind daher nicht allein für die Erkrankung verantwortlich. Patienten mit einer familiären Veranlagung erkranken früher als Patienten, bei denen die Erkrankung spontan auftritt.

Die Krankheit beginnt mit einer Entzündung der kleinen Gelenke der Wirbelsäule und der Kreuzdarmbeingelenke. Manchmal sind zusätzlich weitere Gelenke betroffen, vor allem größere Gelenke der Beine wie die Hüftgelenke, seltener die kleinen Gelenke der Finger und Zehen.

Als Folge der Entzündung verknöchert bei vielen Patienten das sogenannte Achsenskelett. Darunter versteht man die Wirbelsäule und die Kreuzdarmbeingelenke. An der Wirbelsäule verknöchern das Bindegewebe der Gelenkkapseln und die Längsbänder. So entstehen Knochenspangen, die die Spalten zwischen den einzelnen Wirbel überbrücken und die Wirbelsäule versteifen. Die Form der Wirbelsäule erinnert dann an einen Bambusstab und ist charakteristisch für die Erkrankung.

Wie wird Morbus Bechterew festgestellt?

Der Arzt fragt nach den Symptomen und untersucht die Patienten körperlich. Die typischen Schmerzen und eventuell vorhandene weitere Beschwerden geben erste Hinweise auf die Erkrankung. Auf Röntgenaufnahmen sind für die Erkrankung charakteristischen knöchernen Veränderungen an der Wirbelsäule, den Kreuzdarmbeingelenken und den Hüftgelenken gut zu sehen. Zusätzlich wird eine Blutuntersuchung durchgeführt: In 80 Prozent der Fälle ist ein HLA-B-27-Test positiv.

Im Frühstadium der Erkrankung kann es sein, dass noch keine knöchernen Veränderungen auf dem Röntgenbild zu erkennen sind. In diesen Fällen kann eine Magnetresonanztomogragfie (MRT) Aufschluss geben: Mit der MRT kann eine Entzündung in der Wirbelsäule, den Gelenken und den Sehnenansätzen sichtbar gemacht werden.

Wie wird Morbus Bechterew behandelt?

In der Regel wird eine Bewegungstherapie mit einer medikamentösen Therapie kombiniert.

Eine aktive und passive Bewegungstherapie erhält die Beweglichkeit, reduziert die Schmerzen, verbessert die Haltung und kann eine Versteifung in Fehlhaltung verhindern. Eine regelmäßige Bewegungstherapie kann die Beschwerden soweit verringern, dass die Patienten weniger Schmerzmittel benötigen.

Das Ziel der medikamentösen Therapie ist, die Schmerzen der Patienten zu lindern und die Entzündungsprozesse zu hemmen.

Gewöhnlich werden nichtsteroidale Antirheumatika gegen die Schmerzen und die Entzündung gegeben. Bei Patienten, bei denen diese Medikamente nicht ausreichen, kann eine Behandlung mit Biologika helfen. Biologika sind künstliche hergestellte Antikörper, die bestimmte Botenstoffe hemmen.  Bei Morbus Bechterew kommen sogenannte TNF-alpha-Blocker und IL-17-Inhibitoren zum Einsatz: Diese hemmen die Entzündung und wirken gut bei Morbus Bechterew-Patienten.

Bei Gelenksschmerzen außerhalb der Wirbelsäule kann der Arzt ein Glukokortikoid in das Gelenk spritzen. Das hilft gegen die Entzündung und die Schmerzen.

Eine rechtzeitige umfassende Therapie kann den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen.

In seltenen Fällen kommt eine Operation in Frage:

  • Wenn die Hüftgelenke durch die Erkrankung stark geschädigt sind, kann ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden.
  • Bei Patienten, bei denen sich die Wirbelsäule stark verformt und in einer vorgebeugten Haltung versteift hat, kann eine Aufrichtungsoperation die Wirbelsäule begradigen.

Welche Spätfolgen können bei Morbus Bechterew auftreten?

Durch die Schmerzen in der Wirbelsäule nehmen viele Patienten eine vorgebeugte Haltung ein. Die Brustwirbelsäule kann in dieser Haltung verknöchern. Die Folge ist ein Rundrücken (Kyphose) , den die Patienten nicht mehr aufrichten können. Durch eine gezielte Bewegungstherapie können die Patienten dies jedoch verhindern.

Im Spätstadium übernehmen bei Morbus Bechterew verknöcherte Gelenke und Bänder die Tragefunktion der Wirbelsäule. Als Folge nimmt die Knochendichte der Wirbelkörper ab. Dadurch steigt das Risiko einer Wirbelfraktur. Bei einem Sturz brechen die Wirbel leichter als bei gesunden Menschen. Die Frakturen sind häufig instabil und das Risiko einer Lähmung ist hoch.

Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten für Morbus Bechterew?

Erster Ansprechpartner ist meistens der Hausarzt. Bei Verdacht auf Morbus Bechterew verweist er die Patienten an einen Rheumatologen.

Eine Aufrichtungsoperation sollte nur von einem erfahrenen Chirurgen in einem spezialisierten Wirbelsäulenzentrum durchgeführt werden. Ebenso sollte ein Wirbelbruch bei Morbus Bechterew nur von erfahrenen Spezialisten operiert werden.

Wer einen Arzt benötigt, möchte für sich die beste medizinische Versorgung. Darum fragt sich der Patient, wo finde ich die beste Klinik für mich? Da diese Frage objektiv nicht zu beantworten ist und ein seriöser Arzt nie behaupten würde, dass er der beste Arzt ist, kann man sich nur auf die Erfahrung eines Arztes verlassen.

Wir helfen Ihnen einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden. Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns auf Ihre herausragende Spezialisierung im Bereich Morbus Bechterew überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.

Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften und weiterer Organisationen (2019). Langfassung zur S3- Leitlinie Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen. Link: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/060-003l_S3_Axiale-Spondyloarthritis-Morbus-Bechterew-Fruehformen-2019-10.p. Aufgerufen am 22.02.2021
  • Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew und Deutsche Rheuma-Liga. Patientenleitlinie zur S3-Leitlinie Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen. Link: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/060-003p_S3_Axiale-Spondyloarthritis-Morbus-Bechterew-Fruehformen-2019-08.pdf. Aufgerufen am 22.02.2021
  • Grifka J., Krämer J. (2013), Orthopädie Unfallchirurgie, 9.Auflage, Springer Verlag, Berlin Heidelberg

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