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Informationen zum Bereich Herztransplantation

Das menschliche Herz ist die Pumpe, die uns am Leben erhält. Es befördert täglich ca. 7200l Blut durch den menschlichen Körper und das ein Leben lang. Es versorgt damit das Gehirn, die Muskeln, die Organe mit dem nötigen Sauerstoff und Nährstoffen. Doch was passiert, wenn das Herz nicht mehr genug Kraft für diese große Aufgabe hat? Was für Möglichkeiten bleiben den Betroffenen dann noch?

Wenn Patienten aufgrund verschiedenster Ursachen eine irreversible Herzschwäche (Herzinsuffizienz) entwickeln und diese durch Medikamente nicht mehr zu bewältigen ist, bleibt als letzte Therapieoption oft nur noch eine Herztransplantation. Bei einer Herztransplantation (HTX) wird das geschwächte Herz in entfernt und gegen das Herz eines Organspenders ausgetauscht. In Deutschland werden pro Jahr etwa 400 Herztransplantationen durchgeführt, es stehen aber doppelt so viele Patienten auf Wartelisten für ein Spenderorgan.

In Deutschland wurde 1969 die erste HTX durchgeführt. Zu Beginn der Transplantationsoperationen verstarben die Patienten jedoch meist durch Abstoßungsreaktionen innerhalb weniger Tage. In den 1980er Jahren wurden mit der Entdeckung von Ciclosporin, einem hochwirksamen Immunsuppressivum, die Erfolgsraten bei Transplantation deutlich erhöht.

Wann wird eine Herztransplantation nötig?

Wenn Patienten an einer Herzinsuffizienz im Endstadium leiden und alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind, muss eine Organtransplantation erwogen werden. Die meisten Transplantationspatienten leiden an Herzmuskelerkrankungen, koronarer Herzkrankheit (Engstellen oder Verschlüsse der herzversorgenden Gefäße) oder schweren Herzklappenstörungen. Wenn die medikamentöse Therapie ausgereizt ist und auch chirurgische Eingriffe, wie z.B. eine Herzklappenoperation oder eine Bypass-Operation, nicht erfolgsversprechend sind, sind die Voraussetzungen für eine HTX gegeben.

Eine Herzinsuffizienz entwickelt sich entweder akut innerhalb von Stunden bis Tagen oder chronisch über Jahre hinweg. Spenderpatienten leiden meist an einer chronischen Herzschwäche. Die Betroffenen beklagen eine allgemein verringerte Leistungsfähigkeit, Erschöpfung, Luftnot, Wassereinlagerungen (v.a. an den Beinen), Herzrhythmusstörungen oder stechende Herzschmerzen. Eine Sonderstellung bei der Herztransplantation nehmen Kinder ein. Wenn Säuglinge mit schweren angeborenen Herzfehlern zur Welt kommen, verschlechtert sich deren Gesundheitszustand meist wesentlich schneller als bei Erwachsenen, sodass eine Transplantation eher nötig wird.

Um auf die Warteliste für eine Organspende aufgenommen zu werden, dürfen die Patienten auch bestimmte Merkmale nicht aufweisen. So müssen Erkrankungen ausgeschlossen werden, die die Lebensdauer des Transplantates oder des Empfängers unverhältnismäßig einschränken. Dazu gehören z.B. aktive Krebsleiden, erhöhtes Lebensalter (Altersgrenze etwa 70 Jahre), insulinpflichtiger Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Alkohol- oder Drogenabhängigkeit oder eine mangelnde Kooperationswilligkeit des Patienten. Zur Überbrückung der Wartezeit benötigen manche Patienten kreislaufunterstützende Systeme, z.B. ein Kunstherz, einen Mini-Defibrillator. Damit können die Wartenden oft mehrere Jahre überleben.

Wie erfolgt die Organtransplantation und was sind mögliche Komplikationen des Eingriffes?

Wenn der Herzerkrankte die Voraussetzungen für eine HTX erfüllt, wird er auf die Warteliste für Spenderorgane gesetzt. Bei der Vergabe der Organe sind unter anderem der Schweregrad der Erkrankung und die Überlebenschancen ohne neues Organ mitbeeinflussend wie schnell ein Patient ein Transplantat erhält. Beim Organspender muss von 2 unabhängigen Ärzten der Hirntod festgestellt werden. Damit ein Herz für den Empfänger möglichst geeignet ist, müssen Spender und Patient die gleiche Blutgruppe haben und der Patient darf keine Antikörper gegen bestimmte Zellzeichen des Spenderherzes im Blut aufweisen. Spender und Empfänger müssen auch eine ähnliche Körpergröße und Gewicht haben (+/- 15%), damit das verpflanzte Herz die benötigte Pumparbeit auch zu leisten vermag. Bei dem Eingriff wird der Brustkorb des Patienten am Brustbein eröffnet und sein Herz-Kreislauf-System an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Dann wird das kranke Herz entfernt und durch das Spenderorgan ersetzt. Nach der HTX muss der Patient lebenslang eine hochdosierte Immunsuppression (= Medikamente, die das Immunsystem des Transplantierten unterdrücken) einnehmen, um zu verhindern, dass das Immunsystem das Fremdorgan abstößt und irreversibel schädigt.

Bei dieser Herzoperation gelten, wie bei allen Operationen, die allgemeinen Operationsrisiken. Es kann zu Wundheilungsstörungen, Blutungen oder Gefäßverschlüssen kommen. Diese sind aber mit der heutigen Medizin sehr gut therapierbar. Bei weitem wichtiger sind die Komplikationen, die speziell durch eine Organtransplantation hervorgerufen werden können, und diese sind deshalb genau mit dem Patienten zu besprechen. Es kann im Laufe nach dem Eingriff zu einer Abstoßungsreaktion des Körpers gegen das Spenderherz kommen. Diese kann akut, zeitnah nach der Transplantation, oder chronisch, erst nach Jahren, auftreten. Pro Jahr entwickelt bis zu 10% der Transplantierten eine chronische Abstoßungsreaktion, weshalb diese auch die Haupttodesursache im Langzeitverlauf nach HTX ist. Auch durch die hochdosierte immunsuppressive Therapie kann es zu Nebenwirkungen kommen. So treten beispielsweise vermehrt schwere Infektionen, Krebsleiden hervorgerufen durch die Medikamenteneinnahme (bei ca. 6%) oder Osteoporose auf.

Wie erkennt man eine Abstoßungsreaktion?

Da vor allem die Langzeitkomplikation einer Abstoßung des Spenderherzens verhindert bzw. frühzeitig erkannt werden sollte, ist es wichtig, dass die Herzoperierten regelmäßig Kontrolluntersuchungen durch Herzspezialisten durchführen lassen. Genauso sind eine exakte Medikamenteneinnahme und vor allem ein gutes Beobachten der Körperzeichen hilfreich. So sind Symptome einer möglichen Abstoßungsreaktion eine geringere Belastbarkeit, Luftnot, Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen, unregelmäßiger Herzschlag oder Fieber. So ist es zu empfehlen, dass die Patienten täglich ihre Körpertemperatur, ihren Blutdruck und ihr Gewicht messen und dokumentieren. Eine Abstoßungsreaktion nach HTX ist nicht ungewöhnlich, sie muss aber schnell diagnostiziert und behandelt werden, um die Funktionsfähigkeit des Spenderorgans nicht zu gefährden. Zur exakten Diagnose wird dabei ein EKG angefertigt, ein Herzultraschall (Echokardiografie) durchgeführt und eine Biopsie aus dem Herzmuskel über einen Herzkatheter entnommen.

Wie ist die Prognose mit einem Spenderherz?

Unbehandelt sterben im Spätstadium der Herzinsuffizienz 50% der Patienten innerhalb eines Jahres. Durch eine leitliniengerechte konservative (medikamentös, Versorgung mit ICD, etc.) Behandlung lässt sich diese Prognose um 50% verbessern.

Bei Herztransplantierten sind diese Zahlen um ein vielfaches positiver. So leben 1 Jahr nach der HTX noch 90% der Patienten, nach 5 Jahren noch etwa 80% und nach 10 Jahren noch 70%. Auch sind 90% der lebenden Patienten wieder in der Lage ein aktives Leben zu führen.

Zuletzt sei allerdings gesagt, dass die Transplantationszahlen infolge des Mangels an Spenderorganen weltweit rückläufig sind.

 

Quellen

Innere Medizin, Gerd Herold, 2014

Innere Medizin, Duale Reihe, Arastéh, Keikawus; Baenkler, Hanns-Wolf; Bieber, Christiane; et al.: 2013

http://www.transplantation-verstehen.de/organe/herz/ (22.09.2015)


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