Spezialisten für Prostataerkrankungen
3 Spezialisten gefunden
Informationen zum Bereich Prostataerkrankungen
Was ist die Prostata?
Die Prostata wird auch „Vorsteherdrüse“ genannt (von gr. prostátes – Vorsteher), da sie sich direkt unterhalb der Blase am Eingang der Harnröhre des Mannes befindet. Sie besitzt ungefähr die Größe einer Kastanie und stellt etwa ein Drittel von der Menge der Samenflüssigkeit her. Das Sekret der Prostata ist dünnflüssig milchig und alkalisch, was die Spermien vor dem sauren Milieu der Scheide schützen kann. Zudem fördert das die Beweglichkeit der Spermien und verleiht dem Sperma seinen typischen Geruch. Die Ausführungsgänge aus den Hoden und Samenbläschen münden, innerhalb der Prostata, in die Harnröhre.
Welche Prostataerkrankungen gibt es?
Als häufige Prostataerkrankungen treten zum einen gutartige Vergrößerungen (Benigne Prostatahyperplasie, BPH), zum anderen Entzündungen (Prostatitis) und des Weiteren bösartige Entartungen (Prostatakarzinom) auf.
Letzteres ist eine vor allem unter älteren Männern verbreitete Erkrankung, die aufgrund von fehlender oder spät auftretender Symptome oft im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen entdeckt wird. Dabei ist meist die sogenannte periphere Zone der Prostata betroffen, die in der digital rektalen Untersuchung (DRU) gut zu tasten ist. Heutzutage wird zur Früherkennung neben der DRU auch das prostataspezifische Antigen (PSA) eingesetzt.
Die BPH dagegen spielt sich in der Regel in der inneren Zone der Prostata ab, die die Harnröhre umgibt. Durch hormonellen Einfluss vergrößert sich die Prostata und kann so die Harnröhre einengen und den Urinfluss behindern.
Entzündungen schließlich können wie bei einem Harnwegsinfekt durch Bakterien ausgelöst werden, akut oder chronisch verlaufen, aber auch ohne Erregernachweis unter dem Namen chronischen Beckenschmerzsyndrom vorkommen.
Prostataleiden: Ursachen und Risikofaktoren im Überblick
Prostataleiden entstehen durch eine Kombination aus dem natürlichen Alterungsprozess, den dadurch entstandenen hormonellen Veränderungen, sowie beeinflussbaren Lebensstil- und Umweltfaktoren, die das Risiko für folgende Erkrankungen beeinflussen können.
BPH
Die genaue Ursache der BPH bleibt nach wie vor unklar. Es wird vermutet, dass ein komplexes Zusammenspiel zwischen hormonellen Faktoren, familiärer Disposition und übermäßiger Ausschüttung bestimmter Wachstumsfaktoren in der Prostata besteht. Zu den beeinflussbaren Lebensstilfaktoren gehören:
- Übergewicht
- Hohes Lebensalter
- Erhöhte Blutzuckerspiegel (beispielsweise bei Diabetes mellitus)
- Erhöhte Blutfettwerte (beispielsweise erhöhtes Cholesterin)
Prostatitis
Bei der Prostatitis sind die am häufigsten verantwortlichen Erreger Escherichia coli und andere Bakterien, die normalerweise im Darm vorkommen. Dazu gehören unter anderem Klebsiella pneumoniae, Proteus mirabilis und Enterococcus faecalis. Beim chronischen Beckenschmerzsyndrom lässt sich oft kein bestimmter Erreger nachweisen. Daher werden schwer nachweisbare Infektionen der Prostata, neuropathische Schmerzen und Dysfunktionen des Immunsystems als Ursachen diskutiert. Weitere Risikofaktoren für eine Prostatitis sind Entleerungsstörungen der Blase und iatrogene Manipulationen am Urogenitaltrakt, beispielsweise vergangene Operationen oder das Vorliegen eines Blasenkatheters.
Prostatakarzinom
Für das Prostatakarzinom kann man, ebenso wie bei der BPH, zwischen beeinflussbaren und nicht-beinflussbaren Risikofaktoren unterscheiden. Zu den nicht-beeinflussbaren Risikofaktoren gehören fortgeschrittenes Alter, Wohnsitz in Nordeuropa oder Nordamerika, sowie eine familiäre Prädisposition. Die hohen Inzidenzen in nördlichen Ländern lassen sich teilweise durch intensive Prostatakrebs-Screening und Vorsorgeprogramme erklären. Außerdem gelten viele „westliche“ Lebensstilfaktoren als Risikofaktoren für das Prostatakarzinom. Dazu gehören:
- Rauchen
- Fleischreiche und fischarme Kost
- Fettreiche und kalorienreiche Kost
- Übergewicht und Adipositas
- Bewegungsmangel
- Erhöhte Blutzuckerspiegel und Blutfettwerte
- Geschlechtskrankheiten und chronische Prostatitis
Symptome bei Erkrankungen der Prostata
Generell stehen bei Erkrankungen der Prostata oft Beschwerden beim Wasserlassen im Vordergrund. Es kann zu Schwierigkeiten kommen, die Blase ganz zu entleeren, zu vermehrtem Harndrang, häufigen Toilettengängen mit jeweils geringen Urinmengen. Rückstau des Harns bis in die Nieren und dadurch weiteren Komplikationen. Bei Prostatitiden (Entzündungen der Prostata) auch zu Brennen beim Wasserlassen. Darüber hinaus kann es zu sexuellen Beschwerden kommen, zu Druckgefühl in der Beckengegend und unspezifischer zu Rückenschmerzen.
Wird ein Prostatakarzinom entdeckt, sind häufig bereits die Knochen befallen, sodass Knochenschmerzen in verschiedenen Körperregionen wie der Wirbelsäule oder den Rippen, als erstes Symptom auftreten können. Hierbei können weitere Symptome jedoch fehlen, da die Harnröhre durch den Tumor meist nicht verengt wird.
Wie erfolgt die Diagnose von Prostataerkrankungen?
Am Anfang der Diagnostik steht eine gründliche Anamnese, bei der der Patient unter anderem zu Symptomen, Vorerkrankungen und Risikofaktoren befragt wird. Anschließend erfolgt eine digital-rektale Untersuchung der Prostata, die oft schon wegweisend für die Diagnose sein kann, sowie eine Untersuchung des Genitals, um andere Ursachen für Probleme beim Wasserlassen, wie eine Vorhautverengung oder ein Peniskarzinom auszuschließen.
Weist die bisherige Diagnostik auf eine Prostatitis hin, stehen verschiedene Laboruntersuchungen zur Verfügung. Urin kann zur Keimbestimmung und für einen Schnelltest verwendet werden, der unter anderem das Vorhandensein von Bakterien oder Immunzellen anzeigt. Aus dem Blut können verschiedene Entzündungsparameter bestimmt werden. Bei Fieber sollten zusätzlich Blutkulturen zur Keimbestimmung entnommen werden, da es möglich ist, dass sich die Bakterien bereits im Blut verteilt haben.
Scheint keine Prostatitis vorzuliegen, werden ein transrektaler Ultraschall zur genaueren Beurteilung der Prostata, sowie eine Bestimmung des PSA-Werts (Prostataspezifisches Antigen) durchgeführt. Besteht der Verdacht auf ein Karzinom, wird die Diagnose mithilfe einer Biopsie gesichert. Liegt tatsächlich eine Krebserkrankung vor, müssen weitere bildgebende Untersuchungen, wie eine Skelettszintigraphie, eine MRT des Beckens, sowie eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens, durchgeführt werden, um die Ausdehnung des Tumors und die Operabilität zu beurteilen. Bei Verdacht auf Lymphknotenmetastasen können Beckenlymphknoten in einem laparoskopischen Eingriff entnommen und untersucht werden.
Ist die Vergrößerung der Prostata gutartig, liegt also eine BPH vor, sollte ebenfalls eine Ultraschalluntersuchung erfolgen, um Komplikationen auszuschließen, die sich an Blase und Nieren manifestieren können. Zudem können die Probleme beim Wasserlassen mit einer Uroflowmetrie objektiviert werden, was für die Therapieentscheidung relevant sein kann.
Therapie von Prostatakrankheiten
Je nach Art der Erkrankung gibt es unterschiedliche Behandlungsoptionen, darunter meist medikamentöse und chirurgische.
Das Prostatakarzinom wird oftmals versucht operativ zu entfernen. Teilweise kann aber auch unter regelmäßiger Kontrolle abwartend gehandelt werden. Zudem kommen verschiedene Bestrahlungsformen, Chemotherapie und antihormonelle Medikamente zur Anwendung. Dies richtet sich nach Stadium der Erkrankung, Alter und persönlicher Präferenz der Patienten.
Ähnliche Möglichkeiten gibt es bei der BPH. Hier kann bei geringem Leidensdruck und niedrigem Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung abgewartet werden. Bei starken Symptomen oder Progressionsrisiko stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die unter anderem die Blasenentleerung fördern und übermäßige Harndrangsymptomatik verbessern.
Bei unzureichender Besserung durch Medikamente oder bei Komplikationen durch den Harnverhalt, der z.B. auch die Nieren betrifft, besteht eine Indikation zur operativen Therapie. Hierbei kann in vielen Fällen auch durch die Harnröhre gearbeitet werden, statt den Bauch eröffnen zu müssen.
Bei der Prostatitis richtet sich das Vorgehen nach der Ursache der Erkrankung, bei bakteriellen Entzündungen werden Antibiotika verabreicht. Chronische und nicht-infektiöse Verläufe erfordern meist andere oder zusätzliche Maßnahmen wie Medikamente, die die Blasenentleerung erleichtern, und entzündungshemmende Medikamente.
Wie ist der Verlauf und die Prognose von Prostataerkrankungen?
Die schlechteste Prognose hat das Prostatakarzinom bei Tumoren mit einem hohen Malignitätsgrad (hoher Gleason-Score) und dem Vorliegen von Metastasen. Bei einem früh erkannten, lokal begrenzten Tumor liegt die 5-Jahre Überlebensrate bei über 95%. Fortgeschrittene Stadien hingegen gehen mit einer deutlich ungünstigeren Prognose einher. Das mittlere Erkrankungsalter des Prostatakarzinoms liegt bei 70 Jahren.
Bei der BPH gibt es stagnierende Verläufe, aber auch solche, die langsam voranschreiten. Wird der Leidensdruck unter medikamentöser Therapie zu groß, kann die Erkrankung durch eine Operation vollständig geheilt werden, wobei eine Operation selbst mit Risiken einhergeht.
Eine akute Prostatitis kann durch antibiotische Therapie meist innerhalb weniger Tage geheilt werden. Die Behandlung der chronischen Entzündung dauert länger. Hier werden 60% der Patienten innerhalb von 6 Monaten beschwerdefrei, 20% sind weiterhin von Symptomen betroffen, weitere 20% erleiden Rezidive, also erneute Entzündungsschübe im Intervall.
Welche Ärzte und Kliniken sind Prostata Spezialisten in Deutschland und der Schweiz?
Mit Erkrankungen der Prostata beschäftigt sich vornehmlich die Urologie. Wir helfen Ihnen einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden. Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns auf Ihre herausragende Spezialisierung im Bereich Prostataerkrankungen überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.
Quellen:
- Kluge F. (2002), Etymologisches Wörterbuch der dt. Sprache; 24. Auflage, De Gruyter, Berlin/New York
- Hautmann, R. (2014): Urologie, 5.Aufl. Springer, Heidelberg
- Yoon BI, Kim S, Han DS, Ha US, Lee SJ, Kim HW et al.: Acute bacterial prostatitis: how to prevent and manage chronic infection? J Infect Chemother 2012;18(4):444-450 doi: 10.1007/s10156-011-0350-y
- de la Rosette JJ, Hubregtse MR, Meuleman EJ, Stolk-Engelaar MV, Debruyne FM: Diagnosis and treatment of 409 patients with prostatitis syndromes. Urology 1993;41(4):301-307 doi: 10.1016/0090-4295(93)90584-w.
- Bartoletti R, Cai T, Mondaini N, Dinelli N, Pinzi N, Pavone C et al.: Prevalence, incidence estimation, risk factors and characterization of chronic prostatitis/chronic pelvic pain syndrome in urological hospital outpatients in Italy: results of a multicenter case-control observational study. J Urol 2007;178(6):2411-2415 (discussion 2415) doi: 10.1016/j.juro.2007.08.046.
- Coker TJ et al.: Acute Bacterial Prostatitis: Diagnosis and Management. Am Fam Physician. 2016; 93: 114-20
- next.amboss.com/de/article/Ji0ssf
- Michel et al.: Die Urologie. Springer 2016, ISBN: 978-3-642-39939-8
- Der Urologe. Band: 47, Nummer: 2, 2008, doi: 10.1007/s00120-008-1624-6
- Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. Stand: 2019
Fachbeiträge
Männer und Sex: PD Dr. Marco Randazzo
Männliche Sexualität im Wandel – Meilenstein Viagra und das Internet, was die moderne Urologie leistet, um Lebensqualität und Sex bis ins hohe Alter…
Lasertherapie bei vergrößerter Prostata: Dr. Armin Secker
Prostatahyperplasie Laserverfahren mit wenig Risiko und guten Ergebnissen bei einer Prostatavergrößerung. „Bei einer gutartig vergrößerten Prostata…
Prostata-Vergrößerung-Therapie: Urologie St. Anna
Dank Prostata-Ablation mit Wasserdampf ist bei einer gutartigen Prostatavergrößerung endlich wieder normales Wasserlassen möglich. Die Therapie wirkt…





