Spezialisten für Ganzkörperhyperthermie bei Krebs
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Informationen zum Bereich Ganzkörperhyperthermie bei Krebs
Was ist eine Ganzkörperhyperthermie?
Eine Ganzkörperhyperthermie ist ein medizinisches Verfahren, bei dem der gesamte Körper gezielt auf eine erhöhte Körpertemperatur gebracht wird. Im Gegensatz zu einer lokoregionalen Hyperthermie, bei der nur ein bestimmter Körperbereich gezielt erwärmt wird, verfolgt die Ganzkörperhyperthermie das Ziel, den gesamten Körper systemisch zu erwärmen.
Ebenso wie die lokoregionale Hyperthermie wird auch die Ganzkörperhyperthermie als Begleitmaßnahme bei Krebserkrankungen in spezialisierten Zentren eingesetzt. Da für die Ganzkörperhyperthermie im Vergleich zu klassischen Therapien noch keine standardisierten Leitlinienempfehlungen vorliegen (Stand August 2026), gilt sie weiterhin als ergänzende Methode und wird somit auch nicht routinemäßig empfohlen. Daher sollten sich Patienten vor einer solchen Behandlung ausführlich informieren.
Wie funktioniert die Ganzkörperhyperthermie?
Die Ganzkörperhyperthermie kann auf unterschiedliche Methoden zurückgreifen, um eine Erwärmung des gesamten Körpers zu erzielen. Zu den am häufigsten angewandten technischen Verfahren gehören unter anderem Infrarotkabinen, spezielle Wärmekammern oder Wärmeanzüge.
Die normale Körpertemperatur eines Menschen liegt bei etwa 37 Grad Celsius. Bei der Ganzkörperhyperthermie werden Temperaturen zwischen 38,5 und 42 Grad Celsius angestrebt. Je nach angestrebter Zieltemperatur unterscheidet man zwischen einer milden Hyperthermie (bis 38,5 Grad Celsius), einer moderaten Hyperthermie (38,5 bis 40 Grad Celsius) und einer extremen Hyperthermie (40 bis 42 Grad Celsius). Hier ist wichtig anzumerken, dass je höher die Körpertemperatur ist, desto höher auch das Risikoprofil der Behandlung liegt.
Welche Rolle spielt die Ganzkörperhyperthermie bei Krebs?
Ähnlich wie bei der lokoregionalen Hyperthermie handelt es sich auch bei der Ganzkörperhyperthermie um eine Begleittherapie, die mit anderen Krebstherapien kombiniert werden kann. Die Grundlage der Hyperthermie bei Krebs beruht auf der Theorie, dass Tumorzellen oft empfindlicher auf Wärme reagieren im Vergleich zu gesundem Gewebe, insbesondere nach einer Bestrahlung oder Chemotherapie.
Außerdem wird diskutiert, dass höhere Temperaturen einen positiven Einfluss auf die Wirksamkeit von bestimmten Chemotherapeutika haben und auch das Immunsystem stärker aktivieren. Jedoch sind diese Mechanismen nur durch wenige Beobachtungsstudien belegt und bedürfen weiterer Forschung, um die Hyperthermie als wirksame Krebstherapie zu etablieren. Nicht selten erfolgt eine Hyperthermie im Rahmen von klinischen Studien.
Wie läuft eine Ganzkörperhyperthermie ab?
Aufgrund des hohen Risikoprofils onkologischer Patienten sollte eine Ganzkörperhyperthermie stationär oder unter engmaschiger Überwachung in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden. Dort wird der Patient schrittweise auf die Zieltemperatur erwärmt. Während der gesamten Sitzung werden wichtige Vitalparameter und die Kernkörpertemperatur kontinuierlich überwacht.
Je nach Art des Verfahrens und gewünschter Zieltemperatur kann eine Sitzung zwischen 2 und 6 Stunden dauern. Bei höheren Temperaturen kann sogar eine Sedierung oder Vollnarkose notwendig werden. Auch nach der abgeschlossenen Sitzung ist eine strenge Nachbeobachtungsphase notwendig, da die körperliche Erwärmung den Kreislauf erheblich belastet.
Welche Nebenwirkungen und Risiken sind möglich?
Die Ganzkörperhyperthermie ist ein insgesamt sehr körperlich anstrengendes und belastendes Verfahren mit einem nicht zu unterschätzenden Risikoprofil. Die bedeutendsten Nebenwirkungen sind eine erhebliche Belastung des Kreislaufs und Blutdrucks. Durch starkes Schwitzen kommt es schneller zu Dehydration und Elektrolytstörungen.
Während oder nach den Sitzungen kann die Ganzkörperhyperthermie auch zu Übelkeit, Erbrechen und ausgeprägter körperlicher Erschöpfung führen. In schweren Fällen wurden auch Bewusstseinsstörungen oder Hitzeschäden an den inneren Organen in der Literatur beschrieben.
Aufgrund des hohen Risikoprofils würde für viele Patienten die Ganzkörperhypertonie gar nicht erst in Frage kommen. Zu den absoluten Kontraindikationen gehören unter anderem: schwere Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Nieren- oder Leberinsuffizienz, Herzschrittmacher oder Metallimplantate sowie eine Schwangerschaft.
Wie ist die Wirksamkeit wissenschaftlich einzuschätzen?
Die Ganzkörperhyperthermie blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Die Idee, eine Krankheit mit Fieber zu bekämpfen, wie es der Körper z.B. auch selbstständig bei Infekten und Entzündungen macht, ist an sich Jahrtausende alt. Um jedoch in eine deutsche oder europäische Leitlinie mit aufgenommen zu werden, erfordert jede Behandlung eine solide Studienlage und eine ausreichende Evidenz.
Diese fehlen noch bei der Ganzkörperhyperthermie. Obwohl im Labor der Effekt von Hyperthermie auf Krebszellen sehr gut belegen lässt, ist die aktuelle Studienlage (Stand August 2026) in der echten klinischen Praxis nicht ausreichend. Es gibt viele kleine Studien und Erfolgsberichte, die die Vorteile der Therapie beschreiben. Jedoch erfordert die wissenschaftliche Schulmedizin große Vergleichsstudien mit Hunderten bis Tausenden von Patienten, um eine verlässliche Wirksamkeit evidenzbasiert nachzuweisen und das Verfahren in die offiziellen Leitlinien aufzunehmen.
Was kostet eine Ganzkörperhyperthermie und werden die Kosten übernommen?
Da eine Ganzkörperhyperthermie aktuell nicht leitliniengemäß ist und somit kein Standardverfahren darstellt, wird diese in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland nicht übernommen. Eine Kostenübernahme wird nur in äußersten Ausnahmefällen genehmigt. Daher ist es immer ratsam, einen Kostenvoranschlag zu beantragen und sich ausgiebig bei der Krankenkasse über eine Erstattung zu erkundigen.
Die meisten Patienten, die sich für eine Ganzkörperhyperthermie entscheiden, tragen die Kosten selbst. Je nach Verfahren und Einrichtung kann eine Sitzung zwischen 500 und 1500€ ausfallen. Da die Ganzkörperhyperthermie als Begleittherapie angewandt wird, werden mehrere Sitzungen benötigt. Meist werden diese parallel zur Strahlen- oder Chemotherapie geplant.
Welche Ärzte und Kliniken bieten Ganzkörperhyperthermie an?
Die Ganzkörperhyperthermie ist ein hochspezialisiertes und technisch anspruchsvolles Verfahren, das aufgrund des hohen Risikoprofils eine engmaschige Überwachung erfordert. In der Regel kann sie an hochspezialisierten, zertifizierten Krebszentren durchgeführt werden und wird durch Fachärzte für Onkologie mit Erfahrung in der Durchführung der Hyperthermiebehandlung überwacht. Wir möchten Ihnen dabei helfen, ein vertrauensvolles und wissenschaftlich hochkontrolliertes Zentrum zu finden. Unsere gelisteten Fachärzte und Kliniken wurden somit auf ihre Erfahrung im Bereich der Ganzkörperhyperthermie überprüft und stehen Ihnen für eine Behandlungsanfrage oder Beratung zur Verfügung.
Quellen:
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- Gorbaslieva I, Quisenaerts T, Bogers JJPM, Peeters M, Saldien V, Ysebaert D. Temperature-dependent effects of induced hyperthermia, including whole-body hyperthermia, on the hallmarks of cancer: a systematic review. Cancers (Basel). 2025;17(23):3824. doi:10.3390/cancers17233824.
- Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen. Version 2.0. Berlin: Leitlinienprogramm Onkologie; 2024.

