Dysplasie

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Informationen zum Bereich Dysplasie

Was ist eine Dysplasie?

Eine Dysplasie bezeichnet bestimmte Veränderungen der Zellen, die unter anderem Vorstufen einer bösartigen Erkrankung sein können. Unter dem Mikroskop lassen sich dysplastische Zellen anhand von unterschiedlichen Zellgrößen innerhalb derselben Zellschicht, atypischen Zellkernformen oder anderen Auffälligkeiten erkennen. Ein klinisches Beispiel hierfür wäre die zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN), eine Gewebeveränderung des Gebärmutterhalses (Zervix), die eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs darstellt.

Wie entsteht eine zervikale Dysplasie? 

Eine zervikale Dysplasie beschreibt die krankhafte Veränderung der Schleimhautzellen im Gebärmutterhals. Dieser Bereich ist besonders anfällig für die Entstehung von Dysplasien, da sich hier zwei Schleimhauttypen treffen: das Plattenepithel der Vagina und das Zylinderepithel des Zervikalkanals. 

In den meisten Fällen entsteht eine zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) aus einer anhaltenden Infektion mit den humanen Papillomviren (HPV). Eine HPV-Infektion begünstigt die Entstehung bösartiger Zellveränderungen, da die viralen Proteine zu einem beschleunigten Zellwachstum der Schleimhautzellen führen. 

Die zervikale intraepitheliale Neoplasie lässt sich nach dem mikroskopischen Erscheinungsbild in drei Schweregrade einteilen:

  • CIN 1: Leichte Dysplasie. Abnormale Zellen im unteren Drittel der Schleimhaut.
  • CIN 2: Mäßige Dysplasie. Abnormale Zellen reichen bis zum mittleren Drittel.
  • CIN 3: Schwere Dysplasie. Abnormale Zellen in dem gesamten Epithelbereich, die normalen Zellschichten lassen sich nicht mehr erkennen. Die Dysplasie ist lokal begrenzt durch eine intakte Basalmembran. 

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Zervixdysplasie? 

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die das Entstehen einer Dysplasie des Gebärmutterhalses begünstigen. Die wichtigste Rolle spielen HPV-Infektionen, insbesondere relevant sind Hochrisiko-Virustypen der Gruppen 16 und 18. Die Infektion erfolgt meist durch direkten Schleimhautkontakt im Intimbereich beim vaginalen Geschlechtsverkehr. 

Auch Faktoren wie Zigarettenrauch, früher erster Geschlechtsverkehr oder häufig wechselnde Sexualpartner können ein Risiko für die Entstehung von Zervixdysplasien erhöhen. Ebenfalls spielen eine schlechte Genitalhygiene oder andere Genitalinfektionen eine Rolle. 

Symptome einer Dysplasie des Gebärmutterhalses

Anders als beim Gebärmutterhalskrebs verursachen Dysplasien in der Regel keine direkten Beschwerden. Viel eher werden sie im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen durch Gynäkologen entdeckt. Manche Frauen bemerken unspezifische Symptome, die jedoch auch viele andere Ursachen haben können. Dazu gehören, unter anderem:

  • Zwischenblutungen oder Schmierblutungen
  • Blutungen oder Schmerzen (Dyspareunie) nach dem Geschlechtsverkehr
  • Veränderter Ausfluss

Diagnose einer Zervikalen Intraepithelialen Neoplasie

In den meisten Fällen wird eine Dysplasie im Rahmen einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung, der Zervixkarzinom-Früherkennung, diagnostiziert. In der Regel macht der niedergelassene Gynäkologe bei Frauen über 20 regelmäßig einen Pap-Abstrich. Dabei werden Schleimhautzellen aus dem Gebärmutterhalskanal mit einem kleinen Bürstchen entnommen und ins Labor zur Untersuchung geschickt. 

Im Labor werden diese Zellen unter einem Mikroskop genau betrachtet und in verschiedene Stadien eingeteilt. Diese Einteilung beschreibt, wie stark die betrachteten Zellen verändert sind und ob ein Verdacht auf Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs besteht. Bei wiederholt auffälligen Pap-Abstrichen oder einem positiven HPV-Test werden die Patientinnen zu einer Dysplasiesprechstunde zur weiteren Abklärung überwiesen.

Ähnlich wie beim niedergelassenen Gynäkologen wird auch hier eine ausführliche Anamnese und gynäkologische Untersuchung durchgeführt. Anschließend wird eine Kolposkopie durchgeführt. Mithilfe eines Vergrößerungsmikroskops (Kolposkop) wird der Gebärmutterhals von außen betrachtet. Dabei wird der Gebärmutterhals mit Essiglösung oder Jod angetupft und auffällige Areale dargestellt. 

Im Anschluss können kleine Gewebeproben (Biopsien) aus den verdächtigen Stellen entnommen werden. Dieser Schritt ist kurz unangenehm und führt zu einer leichten Blutung, die schnell nachlässt. Das entnommene Gewebe wird ins Labor geschickt und nach CIN-Graden klassifiziert. 

Wie wird eine Dysplasie der Zervix behandelt?

Die Behandlung einer Dysplasie der Zervix richtet sich immer nach dem festgestellten Schweregrad (CIN 1-3) der Zellveränderungen sowie dem Alter und Allgemeinzustand der Patientinnen. Bei leichten Dysplasien (CIN 1) ist meist ein abwartendes Verhalten ausreichend. Vor allem bei jungen, gesunden Frauen kann sich der Befund von selbst wieder zurückbilden. Erneute Kontrolluntersuchungen mit Pap-Abstrich und/oder HPV-Test sowie Kolposkopie werden in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt. Normalisiert sich der Befund nicht über einen längeren Zeitraum, wird der Arzt weitere Therapieschritte einleiten.

Bei anhaltenden mittelgradigen Veränderungen (CIN 2) oder bei hochgradigen Dysplasien (CIN 3) wird die operative Entfernung empfohlen. Dabei wird ein kegelförmiges Stück von Muttermund und Gebärmutterhals entfernt. Man spricht von einer sogenannten Konisation mittels Elektroschlinge oder Laser. Die Operation wird durch die Scheide durchgeführt, meist unter Kurznarkose oder seltener in lokaler Betäubung. Dieser Eingriff dient der Prävention der Entartung in ein invasives Gebärmutterhalskarzinom und ermöglicht den Erhalt der Gebärmutter, falls im weiteren Verlauf ein Kinderwunsch besteht. 

Präventive Maßnahmen und HPV-Impfungen

Die wichtigste präventive Maßnahme zur Vorbeugung von Zervixdysplasien sowie Gebärmutterhalskrebs ist die HPV-Impfung. Der Schutz beinhaltet unter anderem die Hochrisiko HPV-Typen 16 und 18. Die Impfung wird nach aktuellem Stand (2025) allen Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren angeboten, möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Bis zum 18. Lebensjahr werden alle HPV-Impfungen von den Krankenkassen übernommen.

Auch Erwachsene und Patientinnen nach einer behandelten Dysplasie können sich freiwillig nachimpfen lassen, um das Risiko für Neu- oder Wiedererkrankungen zu senken. Außerdem wird als präventive Maßnahme empfohlen, ungeschützten Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern zu meiden.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mit Pap-Abstrichen bleiben dennoch unverzichtbar. Frauen zwischen 20-34 Jahren wird bei unauffälligen Befunden ein jährlicher Abstrich empfohlen, Frauen ab 35 Jahren alle drei Jahre in Kombination mit einem HPV-Test.

Wie ist die Prognose bei einer bekannten Gebärmutterhals-Dysplasie?

Grundsätzlich spricht man bei einer Gebärmutterhalsdysplasie noch nicht von einer bösartigen Krebserkrankung. Die Veränderungen lassen sich bei rechtzeitiger Diagnose in den meisten Fällen vollständig beherrschen. Leichte Dysplasien (CIN 1) des Gebärmutterhalses normalisieren sich bei der hälfe bis zu zwei Drittel der Frauen innerhalb von 1-2 Jahren von selbst. Daher ist in diesem Fall die Prognose auch ohne direkte Therapie gut.

Je länger eine höhergradige Dysplasie (CIN 2-3) besteht, desto höher ist das Risiko der Progression zu Gebärmutterhalskrebs. Daher werden diese Dysplasien präventiv entfernt. Auch nach einer chirurgischen Konisation gilt die Patientin nach Entfernung der Dysplasien als geheilt. Es besteht zwar ein Rezidivrisiko, dieses liegt nur bei wenigen Prozent. Trotz Konisation können die oftmals jungen Patientinnen, die häufig noch einen Kinderwunsch haben, weiterhin schwanger werden und das Kind austragen. Jedoch besteht hier ein leicht erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt und eine engmaschige geburtshilfliche Betreuung wird empfohlen.

Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten im Bereich Dysplasie?

Wer einen Arzt benötigt, möchte für sich die beste medizinische Versorgung. Darum fragt sich der Patient, wo finde ich die beste Klinik für mich? Da diese Frage objektiv nicht zu beantworten ist und ein seriöser Arzt nie behaupten würde, dass er der beste Arzt ist, kann man sich nur auf die Erfahrung eines Arztes verlassen.

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Quellen: