Radikal gegen Krebs - schonend für die Patientin


Endometriumkarzinome

Moderne Operationsmethoden bieten selbst für Risikopatientinnen mit Gebärmutterkrebs sichere und umfassende Therapieoptionen.

Susanne Amrhein, PRIMO MEDICO

 

Das Endometriumkarzinom, die Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut, ist der häufigste gynäkologische Tumor. In der Regel führt er zu einer radikalen Entfernung der inneren weiblichen Geschlechtsorgane, um einer Metastasenbildung und einem Wiederauftreten der Erkrankung vorzubeugen. Ausnahmen bestehen lediglich bei ausgeprägtem Kinderwunsch bzw. einem früh erkannten und gut abgegrenztem Tumor. In der Regel treten Endometriumkarzinome ab einem Alter von 55 Jahren auf, nach der Menopause (Wechseljahre). Lediglich 5 Prozent aller Betroffenen sind jünger als 40 Jahre. Die Krebserkrankung wird in der Regel nicht im Rahmen der üblichen Vorsorgeuntersuchungen erkannt. Typische Symptome sind Blutungsstörungen bzw. plötzlich auftretende Blutungen nach der Menopause. Die Diagnose erfolgt per Ultraschall bzw. durch eine Gewebsentnahme aus der Gebärmutter oder eine Gebärmutterspiegelung. Univ-Prof. Dr. Dr. med. K. Rainer Kimmig ist Spezialist für Krebserkrankungen der Frau und Leiter der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Essen. Er hat 2014 als erster Gynäkologe in Europa eine Gebärmutter mit dem Operationsroboter „Da Vinci XI“ erfolgreich entfernt und setzt mit seinem Team vorwiegend auf minimale Operationstechniken, um Krebserkrankungen bestmöglich und patientenschonend zu heilen.

 

Kaum noch Bauchschnitte notwendig

Prof. Kimmig ist von den Vorteilen der minimalinvasiven Chirurgie überzeugt: „Unsere Patientinnen erholen sich deutlich schneller als bei der offenen Operationsmethode. In der Regel können Sie die Klinik nach  wenigen Tagen verlassen, müssen sich dann noch ein bis zwei Wochen schonen und sind nach vier Wochen wieder völlig hergestellt. Sie haben weniger Schmerzen, profitieren von einem geringeren Blutverlust während des Eingriffs und es bleiben nur winzige Narben zurück. Auch für uns Operateure bietet die robotergestützte Chirurgie viele Vorteile: Durch den Vergrößerungseffekt der Kamera und die gute Ausleuchtung sehen wir ein präzises 3-dimensionales Bild des Operationsbereiches, wir sind mit Hilfe der Linse ja nur Millimeter vom Gewebe entfernt. Die Roboterarme lassen sich sogar noch exakter steuern als die eigenen Hände und gleichen ein mögliches Zittern aus. Gerade bei langen OPs ist es natürlich auch von Vorteil, dass wir nicht stundenlang in Vorbeuge über der Patientin stehen müssen, sondern ergonomisch optimal an der Steuerungskonsole sitzen können. Dies beugt einer Ermüdung vor und verbessert die Konzentration“. Prof. Kimmig und sein Team operieren wann immer möglich minimalinvasiv bzw. robotergestützt. Bei kürzeren Eingriffen biete sich durchaus auch die klassisch endoskopische Operationstechnik an, so Prof. Kimmig. Dieses werde jeweils im Einzelfall entschieden.

 

Die besondere Rolle der Wächterlymphknoten (Sentinel)

Die besondere Gefahr einer Krebserkrankung besteht darin, dass sich Tumorzellen im Körper ausbreiten und andere Organe befallen können. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Lymphknoten, durch die Tumorflüssigkeit abfließt. Die Abwägung, ob und wie viele Lymphknoten entfernt werden, sei daher von entscheidender Bedeutung, erläutert Prof. Kimmig: „Bei uns in Essen markieren wir während des Eingriffs die Lymphknoten mit einem fluoreszierenden Farbstoff, dem Indocyaningrün (ICG), das auch in der Augenheilkunde zur Darstellung der Gefäße des Augenhintergrunds verwendet wird. So können wir während des Eingriffs feststellen, ob ein umliegender Lymphknoten  in den Lymphabfluss des Tumors eingeschaltet ist. Ist das nicht der Fall kann er ggf. erhalten bleiben.. Bei positivem Nachweis wird er entfernt. Das heißt, dass wir selbst während der Operation darauf achten können, nur Gewebe zu entfernen, das tatsächlich ein Risiko für einen Krebsbefall darstellt und gesunde Lymphknoten schonen“. Auch hier leistet die robotergestützte Technik hervorragende Dienste, z.B. wenn es um die Entfernung von Lymphknoten entlang der Hauptschlagader geht, bei der äußerste Präzision gefordert ist. Das gynäkologische Team des Universitätsklinikums Essen führt pro Jahr bis zu 250 robotergestützte Eingriffe durch. Zwei Drittel davon leitet Prof. Kimmig persönlich.

 

Besser lehren, besser vergleichen, besser weiterentwickeln

Prof. Kimmig betont, dass der Operationsroboter durch seine Doppelkonsole auch den Vorteil bietet, junge Chirurgen leichter mit der Technik vertraut machen zu können: „Während der Ausbildung können die jungen Ärzte damit beginnen, Teile der Operation eigenständig durchzuführen. Anschließend übernimmt der erfahrene Operateur bzw. er kann im Zweifelsfall sofort eingreifen. Der Roboter bietet also auch im Rahmen der Ausbildung größtmögliche Sicherheit. Durch die Aufzeichnung des Operationsverlaufs können wir Vorgänge dokumentieren und für den Austausch mit anderen Fachärzten verwenden. Dies ist ebenfalls sehr wertvoll, wenn es um Anregungen zur Weiterentwicklung der Technik geht“. Prof. Kimmig geht davon aus, dass sich die minimalinvasiven Operationstechniken und vor allem auch die robotergestützte Chirurgie in Zukunft weiter verbreiten werden: „Deutschland ist ja sehr  genau und im positiven Sinne sehr konservativ in seinen Forschungen und deren Auswertung. Ich hoffe, wir können durch unsere Dokumentationen unseren Teil dazu beitragen“. Wenn in zwei bis drei Jahren erste Konkurrenten zu den zur Zeit noch recht teuren Operationsrobotern auf den Markt kommen, könnten sicher bald mehr Patientinnen von der neuen, schonenden Technik profitieren.

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