TUR-P (Transurethrale Prostataresektion)

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Informationen zum Bereich TUR-P (Transurethrale Prostataresektion)

Was ist die Transurethrale Prostataresektion (TUR-P)?

Die Transurethrale Prostataresektion (TUR-P) ist ein Standardverfahren zur Behandlung von gutartigen Vergrößerungen der Prostata. Die TURP ist ein minimal-invasiver Eingriff, der bei Männern mit mäßigen bis schweren Harnbeschwerden, durchgeführt wird. Sie zu gehört zu den häufigsten urologischen Eingriffen. 

Die Prostata ist eine wichtige Drüse der männlichen Genitalorgane. Sie ist etwa so groß wie eine Kastanie und produziert ein Sekret, das ein Bestandteil des Ejakulats bildet. Die Prostata liegt direkt unterhalb der Harnblase und umschließt die Harnröhre. Mit dem zunehmenden Alter wächst das Drüsengewebe der Prostata und kann die Harnröhre von außen einengen.

Dabei wird ein spezielles Instrument, das Resektoskop, über die Harnröhre eingeführt und bis zur Prostata vorgeschoben. So kann der behandelnde Arzt nicht nur die Prostata von innen begutachten, sondern auch mit Hilfe einer elektrischen Schlinge überschüssiges Gewebe, das die Beschwerden verursacht, abtragen. 

Bei welchen Beschwerden ist eine TUR-P sinnvoll?

Die häufigste Ursache für Harnbeschwerden beim Mann ist die benigne Prostatahyperplasie (BPH), eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die den Harnabfluss behindert. Eine BPH verursacht Beschwerden des unteren Harntrakts. Dazu gehören Speicherbeschwerden, Entleerungsbeschwerden und postmiktionelle Beschwerden. 

Speicherbeschwerden betreffen die Fähigkeit der Harnblase, den Urin zu speichern. Typische Symptome sind daher häufiger und schwer kontrollierbarer Harndrang, sowie nächtliches Wasserlassen. Entleerungsbeschwerden treten infolge einer mechanischen Behinderung des Harnflusses aus. Dazu gehört ein spürbar abgeschwächter Harnstrahl, eine Verzögerung beim Beginn des Wasserlassens und notwendiges Pressen. Postmiktionelle Beschwerden treten unmittelbar nach dem Wasserlassen auf, beispielsweise beim Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung und lästigem Nachträufeln von Urin.

In manchen Fällen können chronische Harnbeschwerden auch zu wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, Blasensteinen und einer Nierenschädigung führen. Die häufigste und gefährlichste Komplikation ist ein akuter Harnverhalt, bei dem der Patient nicht mehr in der Lage ist, die Blase zu entleeren. 

Voraussetzungen und Diagnostik vor einer TUR-P

Die Indikation für eine TUR-P wird erst dann gestellt, wenn die Diagnose einer symptomatischen BPH feststeht. Zunächst erfolgt eine detaillierte Anamnese, bei der insbesondere die LUTS-Beschwerden erfragt werden. Dazu gibt es einen speziellen urologischen Fragebogen, den IPSS (International Prostate Symptom Score), der zur Schweregradbestimmung der Beschwerden dient. Andere wichtige Punkte sind außerdem die urologische Vorgeschichte und bisherige Maßnahmen, die bereits durchgeführt wurden.

Auch die Medikation wird erfragt, denn viele Medikamente können auch Harnsymptome verursachen. Dazu gehören beispielsweise Anticholinergika, Diuretika, Calciumantagonisten und Antidepressiva. Erst nachdem alle Ursachen ausgeschlossen wurden und die konservative Therapie keine ausreichende Besserung zeigt, kommt die TUR-P infrage. 

Zur klinischen Untersuchung gehört eine digitale rektale Untersuchung, bei der die Prostata auf eine Vergrößerung und auf bösartige Knoten abgetastet werden kann. Zuerst muss eine bösartige Erkrankung der Prostata ausgeschlossen werden. Das erfordert eine Ultraschalluntersuchung, gegebenenfalls auch eine Biopsie. 

Ablauf der TUR-P-Operation 

Bei der TUR-P handelt es sich um einen stationären Eingriff bei dem der Patient ein paar Tage im Krankenhaus verbleibt. Die Prostataresektion wird entweder in Vollnarkose oder unter einer Spinalanästhesie durchgeführt. Letzteres ist eine regionale Betäubung der Lendenwirbelsäule, bei der die Nerven des unteren Teils des Körpers betäubt werden und der Patient wach verbleibt. 

Für die Operation wird ein spezielles Instrument verwendet, dass mit einer kleinen Kamera und einer elektrischen Schlinge ausgestattet ist. Dabei handelt es sich um das sogenannte Resektoskop. Das wird über die Harnröhre bis zur Prostata vorgeschoben, und mit der elektrischen Schlinge wird überschüssiges Prostatagewebe abgetragen. Gleichzeitig wird das Operationsgebiet mit einer speziellen Spülflüssigkeit gespült und gereinigt. 

Am Ende des Eingriffes wird ein Blasenkatheter mit kontinuierlicher Spülung eingelegt, die in den ersten Tagen die verbliebenen Gewebereste ausspült und beim Wasserlassen hilft. Dieser bleibt meistens 2-3 Tage liegen, bis der Patient wieder eigenständig Wasser lassen kann.

Ergebnisse und Erfolgsaussichten der TUR-P

Die TUR-P hat sich als der Goldstandard für die Behandlung einer symptomatischen BPH erwiesen und ist heutzutage ein Routineverfahren. Sie führt bei bis zu 90% der Fälle zu einer signifikanten Verbesserung der Harnsymptomatik und somit zu einer spürbaren Steigerung der Lebensqualität.

Insgesamt bessern sich Symptome wie ein abgeschwächter Harnstrahl, sowie häufiges und nächtliches Wasserlassen, da der Harn wieder uneingeschränkt fließen kann und auch die Menge des verbleibenden Urins in der Blase deutlich abnimmt. Der Erfolg liegt bei mittleren Prostatavolumina am höchsten und die Rezidivrate bei unter 5%. 

Risiken, Nebenwirkungen und Grenzen der TUR-P

Wie jeder andere operative Eingriff, trägt auch die TUR-P intraoperativen Risiken wie Blutungen, Verletzungen der umgebenden Strukturen und Infektionen. In seltenen Fällen kann ein TUR-Syndrom auftreten, bei dem Spülflüssigkeit während des Eingriffes in das Blut kommt und Elektrolytstörungen verursacht. Diese sind jedoch bei erfahrenen Spezialisten sehr selten, da die TUR-P ein insgesamt sicheres Verfahren ist.

Zu den postoperativen Nebenwirkungen gehört die retrograde Ejakulation, bei der Ejakulat in die Harnblase gelangt. Das ist die häufigste Nebenwirkung, ist jedoch medizinisch harmlos. Nach dem Eingriff kann es zu einer vorübergehenden Blutbeimischung im Urin kommen. Postoperative Erektionsstörungen oder Harnkontinenz sind hingegen sehr seltene Komplikationen. 

Die TUR-P wird grundsätzlich bei mittleren Prostatavolumina eingesetzt, was in der Regel einem Volumen von 30 bis 80 ml entspricht. Bei sehr großen Volumina, beispielsweise über 100 ml stößt die TUR-P an ihre Grenzen, da die Risiken mit der Größe zunehmen. In solchen Fällen empfiehlt sich ein anderes operatives Verfahren.

Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für die TUR-P?

Die Transurethrale Prostataresektion wird von Fachärzten der Urologie durchgeführt. Sie sind auf Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane und der Harnwege spezialisiert. Dazu gehört vor allem die Prostata.

Dieses Verfahren kann meist in den urologischen Fachabteilungen in großen Krankenhäusern oder auch in spezialisierten Prostatazentren durchgeführt werden. Letztere verfügen über die modernsten Geräte und bieten die meiste Erfahrung mit der TUR-P. Besonders geeignet sind Kliniken mit hoher Operationszahl.

Wir möchten Ihnen dabei helfen, einen geeigneten Spezialisten zu finden. Alle unsere gelisteten Ärzte und Kliniken wurden sorgfältig auf ihre Erfahrung und Expertise im Bereich der Transurethrale Prostataresektion überprüft. Nehmen Sie zu einem Beratungsgespräch direkt Kontakt mit den Spezialisten auf. 

Quellen:

  • McVary KT, Roehrborn CG, Avins AL, et al. American Urological Association guideline: management of benign prostatic hyperplasia (BPH). J Urol. 2010;183(6):2271-8. (Springer/Thieme-ähnlich via Leitlinie).
  • Amboss Knowledge. Transurethrale Resektion der Prostata. AMBOSS; 2026. Verfügbar unter: www.amboss.com/de/wissen/Transurethrale_Prostataresektion.
  • Mayo Clinic Staff. Transurethral resection of the prostate (TURP). Mayo Clinic; 2024 Mar 21. Verfügbar unter:  https://www.mayoclinic.org/tests-procedures/turp/about/pac-20384880.