Spezialisten für Totale Pankreatektomie
7 Spezialisten gefunden
Informationen zum Bereich Totale Pankreatektomie
Was ist eine totale Pankreatektomie?
Unter einer totalen Pankreatektomie versteht man die operative Entfernung der gesamten Bauchspeicheldrüse. Der Begriff setzt sich zusammen aus dem medizinischen Begriff Pankreas für Bauchspeicheldrüse sowie dem altgriechischen Wort ektomie, was so viel wie „herausschneiden“ bedeutet. Um dieses Verfahren von der teilweisen Entfernung des Organs zu unterscheiden, spricht man von einer totalen Pankreatektomie.
Die Bauchspeicheldrüse liegt im linken Oberbauch und grenzt an den Zwölffingerdarm sowie die Milz. Sie ist unter anderem für die Produktion von Verdauungsenzymen sowie die Regulierung des Blutzuckerspiegels zuständig.
Bei welchen Erkrankungen wird die gesamte Bauchspeicheldrüse entfernt?
Die Entfernung des gesamten Organs wird in der Regel erst dann durchgeführt, wenn eine teilweise Organentfernung keine ausreichende Behandlungsoption ist. Somit kommt die totale Pankreatektomie in der Regel nur als letzte Therapiemöglichkeit bei fortgeschrittenen Erkrankungen zum Einsatz.
Die wichtigsten zwei Indikationen für eine teilweise oder komplette Entfernung des Pankreas sind Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie eine fortgeschrittene chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis).
Seltener können auch gutartige, zystische Tumore eine Organentfernung notwendig machen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn ein erhöhtes Risiko für eine bösartige Entartung besteht. Ebenso können auch bösartige Tumore anderer Organe, beispielsweise der Niere, Tumorabsiedlungen (Metastasen) in der Bauchspeicheldrüse bilden. Bei einem ausgedehnten Befall kann auch dann eine totale Pankreatektomie notwendig sein.
Wie läuft die totale Pankreatektomie ab?
Grundsätzlich ist bei der totalen Pankreatektomie sowohl ein offenes als auch ein minimal-invasives Vorgehen möglich. In beiden Fällen sind jedoch eine Vollnarkose sowie ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig.
Bei einer offenen Operation wird das Operationsgebiet direkt dargestellt, sodass hierfür ein größerer Hautschnitt notwendig ist. Im Gegensatz dazu werden bei einem minimal-invasiven Eingriff kleinere Hautschnitte vorgenommen, durch die dann die Operationsinstrumente sowie eine Kamera eingeführt werden. Der Operateur betrachtet das OP-Feld somit nicht direkt, sondern auf einem Bildschirm. Sowohl die Bauchspiegelung, die sogenannte Laparoskopie, als auch robotisch-assistierte Verfahren gehören zu den minimal-invasiven Eingriffen an der Bauchspeicheldrüse.
Das genaue chirurgische Vorgehen hängt vom vorliegenden Krankheitsbild ab. Bei einigen Erkrankungen, beispielsweise Bauchspeicheldrüsenkrebs, kann es notwendig sein, neben der Bauchspeicheldrüse auch weitere Organe mitzuentfernen. Davon kann beispielsweise die Milz, ein Teil des Dünndarms oder die Gallenblase betroffen sein.
Nach Herauslösen der entsprechenden Organe aus den umgebenden Strukturen werden diese aus dem Bauchraum entfernt und anschließend an ein Labor zur Untersuchung versandt. Die Hautschnitte werden wieder zugenäht und der Patient kann in den Aufwachraum zur weiteren Überwachung gebracht werden. Die Länge des stationären Aufenthaltes hängt von Art und Ausmaß des Eingriffs ab.
Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?
Bei einer totalen Pankreatektomie handelt es sich um einen größeren chirurgischen Eingriff, sodass immer auch ein gewisses Risiko für das Auftreten von Komplikationen besteht. Dabei muss stets beachtet werden, dass die Funktion der Bauchspeicheldrüse nach der Entfernung des gesamten Organs nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Daher besteht nach der Operation in jedem Fall ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) und Verdauungsenzyme müssen von außen zugeführt werden.
Zu den möglichen Komplikationen einer totalen Pankreatektomie gehören unter anderem:
- Blutungen und Nachblutungen
- Thrombosen
- Verletzung umgebender Strukturen wie Organe oder Gefäße
- Infektionen
- Wundheilungsstörungen
- Magenentleerungsstörung
Warum entsteht nach der vollständigen Pankreasentfernung Diabetes?
Die Bauchspeicheldrüse ist das wichtigste Organ zur Regulierung des Blutzuckers, da hier wichtige Hormone für diesen Stoffwechsel produziert werden. Das Insulin wird ausgeschüttet, um eine Aufnahme von Zucker in die verschiedenen Zellen des Körpers zu bewirken, sodass der Blutzuckerspiegel sinkt. Das sogenannte Glucagon wiederum erhöht den Blutzuckerspiegel, wenn dieser zu niedrig ist. Die beiden Hormone wirken in einem komplexen Zusammenspiel miteinander.
Wird die gesamte Bauchspeicheldrüse entfernt, dann können diese Hormone nicht mehr produziert und ausgeschüttet werden. In der Folge fehlt die Regulierung des Blutzuckerspiegels und es entsteht ein Diabetes. Die Patienten sind dann auf die Zufuhr von Insulin angewiesen. Dieses kann beispielsweise über spezielle Spritzen in den Bauch oder den Oberschenkel erfolgen. Häufig handelt es sich um einen schwer einstellbaren Diabetes, der eine regelmäßige Anpassung der Insulinzufuhr und der Ernährung notwendig macht. Eine engmaschige Begleitung der Patienten nach dem Eingriff ist daher besonders wichtig.
Wie funktionieren Verdauung und Ernährung ohne Bauchspeicheldrüse?
Das Pankreas produziert wichtige Enzyme, die in den Dünndarm abgegeben werden. Sie dienen der Aufspaltung der Nahrung, wodurch vor allem die Aufnahme von Fetten verbessert wird. Nach einer Organentfernung fehlen diese Enzyme und es kommt in der Folge zur vermehrten Ausscheidung von Fetten mit dem Stuhl und einer mangelhaften Aufnahme fettlöslicher Vitamine.
Um diese sogenannte exokrine Pankreasinsuffizienz zu behandeln, müssen die Patienten Medikamente einnehmen, die diese Enzyme beinhalten. Meist sind sie in Kapselform und werden zusammen mit den Mahlzeiten eingenommen. Für jeden Patienten muss dabei die passende Dosis ermittelt werden.
Wie sind Prognose und Lebenserwartung nach einer totalen Pankreatektomie?
Die Prognose und Lebenserwartung nach einer totalen Pankreatektomie hängen vor allem von der jeweiligen Grunderkrankung und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Zudem ist die Behandlung der nach der Operation bestehenden diabetischen Erkrankung und der exokrinen Pankreasinsuffizienz entscheidend für die Lebensqualität der Patienten.
Wurde die gesamte Bauchspeicheldrüse infolge einer chronischen Pankreatitis durchgeführt, dann kann diese Erkrankung nicht wieder auftreten. Bauchspeicheldrüsenkrebs hat je nach Krankheitsstadium eine unterschiedliche Prognose. Die 10-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit liegt insgesamt aber nur bei etwa 9%. Die Prognose wird maßgeblich dadurch bestimmt, ob der Tumor im Ganzen entfernt werden konnte und ob weitere Tumorabsiedelungen (Metastasen) bestehen.
Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten für die totale Pankreatektomie?
Spezialisiert auf die Durchführung einer totalen Pankreatektomie sind Fachärzte für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit langjähriger Erfahrung im Bereich Pankreaschirurgie. Sie sind die kompetentesten Ansprechpartner zu allen Fragen rund um die verschiedenen Operationstechniken.
Alle hier gelisteten Fachärzte und Kliniken haben sich auf die Durchführung einer totalen Pankreatektomie spezialisiert und verfügen über langjährige Erfahrung in diesem Bereich. Sie begleiten ihre Patienten engmaschig während des gesamten Behandlungsprozesses von der Operationsvorbereitung bis hin zur langfristigen Nachbetreuung. Überzeugen Sie sich gerne persönlich von der Kompetenz unserer Spezialisten und vereinbaren Sie direkt ein erstes individuelles Beratungsgespräch.
Quellen:
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/3S0Sz2 [zuletzt aufgerufen am 04.08.2026]
- Kuesters, S., Karcz, W., Hopt, U. et al. Laparoskopisch-assistierte totale Pankreatektomie. Chirurg 86, 276–282 (2015). doi.org/10.1007/s00104-014-2761-7






