Cholangitis (Gallengangsentzündung)

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Ärzteliste Cholangitis


Informationen zum Bereich Cholangitis

Was ist eine Cholangitis?

Eine Cholangitis bezeichnet eine Entzündung der Gallenwege. Die Gallenwege führen von der Leber über die Gallenblase in den Zwölffingerdarm und leiten die Gallenflüssigkeit. In der Gallenflüssigkeit sind Stoffe gelöst, die der Körper über den Darm ausscheiden möchte. Gleichzeitig löst die Gallenflüssigkeit im Darm Fette und Vitamine, sodass diese in den Körper aufgenommen werden können.

Akute Gallengangsentzündung

Die akute Gallengangsentzündung wird durch Besiedelung mit Bakterien ausgelöst. Dabei handelt es sich um Bakterien, die im Darm leben und aus verschiedenen möglichen Gründen entlang der Gallenwege in Richtung Gallenblase und Leber vermehren und wandern.

Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)

Die PSC ist eine chronische Form der Cholangitis. Diese Form ist sehr selten und die Hintergründe zur Entstehung dieser Erkrankung sind noch nicht ganz geklärt. Es ist bekannt, dass häufig Personen, die eine chronisch entzündliche Darmerkrankung aufweisen, an PSC erkranken. Bei der PSC entzünden sich dauerhaft sowohl die Gallengänge innerhalb der Leber als auch die Gallenwege zur Gallenblase und zum Zwölffingerdarm. Dadurch können Vernarbungen und Verengungen entstehen, welche den Durchfluss der Gallenflüssigkeit behindern. Es kann zu einem Verschluss des Gallenwegs kommen, sodass sich Gallenflüssigkeit in Richtung Leber und Gallenblase staut.

Ursachen und Symptome

Die häufigste Ursache einer akuten Cholangitis sind Gallensteine . Diese bilden sich in der Gallenblase und können durch den Fluss der Gallenflüssigkeit weitergeschwemmt werden und auf dem Weg in den Zwölffingerdarm stecken bleiben. Somit wird der weitere Abfluss von Gallenflüssigkeit verstopft und Gallenflüssigkeit staut sich an. Dieser Zustand begünstigt die Vermehrung und Verbreitung von Bakterien aus dem Darm. Seltenere Gründe für so einen Zustand sind Tumore und Parasiten im Gallenweg.

Betroffene Personen verspüren unspezifische Symptome wie u.a. Müdigkeit, Übelkeit mit Erbrechen, ein allgemeines Krankheitsgefühl und Juckreiz der Haut. Typische Symptome sind bei der akuten Cholangitis hohes Fieber mit Schüttelfrost, starke Schmerzen im rechten Oberbauch, sowie nach einigen Tagen eine Gelbverfärbung der Haut, eine Verdunklung des Urins und eine Aufhellung des Stuhls. Dies liegt daran, dass der Stoff Bilirubin, der normalerweise über die Gallenflüssigkeit in den Darm gelangt, nicht mehr über diesen Weg aus dem Körper ausgeschieden werden kann. Das Abbauprodukt des Bilirubins sorgt normalerweise für die dunkle Farbe des Stuhls sorgt. Der Körper scheidet bei einer Verlegung der Gallenwege über den Urin das Bilirubin aus, jedoch lagert sich ebenso Bilirubin in die Haut ein. Dadurch kommt es zu einer Gelbfärbung der Haut und einer Verdunklung des Urins.

Da sich die chronische Form langsam entwickelt, fehlen oft spezifische Symptome. Betroffene können an Juckreiz leiden, sowie eine Gelbverfärbung der Haut bemerken.

Diagnose

Zur Diagnostik der Cholangitis stehen verschiedene Techniken zur Verfügung:

  • Blutuntersuchung im Labor
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraums
  • Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP)
  • Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikographie (MRCP)

Behandlung

Nachdem die Ursache der Cholangitis feststeht, kann eine gezielte Therapie stattfinden. Ist ein Gallenstein der Grund für eine Abflussstörung und immer noch im Gallengang, muss dieser entfernt werden. Eine Möglichkeit dafür ist die ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie), bei der ein Endoskop über die Speiseröhre, den Magen und Zwölffingerdarm in den Gallengang eingeführt wird und mit dem der Gallenstein geborgen werden kann. Findet sich weitere Gallensteine in der Gallenblase, sowie eine Entzündung dieser, kann eine Entfernung der Gallenblase durch eine Operation in Erwägung gezogen werden. Zusätzlich erfolgt eine Antibiotika-Therapie, um die bakterielle Infektion zu bekämpfen.

Bei der chronischen Form kann die Ursache nicht behandelt, da diese bisher nicht bekannt ist. Es wird eine Autoimmunerkrankung als Ursache vermutet. Es stehen nur symptomatische Therapien zur Verfügung. Bei einem Entzündungsschub kann eine antibiotische Behandlung durchgeführt werden. Die Engstellen durch Vernarbungen können mit einer ERCP aufgedehnt werden und bei Bedarf mit einem Stent gesichert werden. Die chronische Form der Cholangitis kann nur durch eine Lebertransplantation , nachdem sich eine Leberzirrhose gebildet hat, geheilt werden, da somit alle kranken Gallenwege mit der Leber ausgetauscht werden.

Krankheitsverlauf und Prognose

Wenn eine akute Cholangitis zeitnah behandelt wird und die Ursachen beseitigt werden, ist die Prognose sehr gut. In den meisten Fällen bleibt es ein einmaliger Vorfall für die Betroffenen. Bei länger weilender Entzündung erhöht sich das Risiko für Vernarbungen und damit Verengungen des Gallenwegs. Betroffene mit PSC haben erhöhtes Risiko für eine Leberzirrhose und Gallengangkrebs. Ihre mittlere Lebenserwartung ist verringert und beträgt ohne Lebertransplantation 10 bis 20 Jahre. Entscheidend ist eine frühzeitige Erkennung dieser Erkrankung und eine engmaschige Überwachung.

Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten für eine Cholangitis?

Wer einen Arzt benötigt, möchte für sich die beste medizinische Versorgung. Darum fragt sich der Patient, wo finde ich die beste Klinik für mich? Da diese Frage objektiv nicht zu beantworten ist und ein seriöser Arzt nie behaupten würde, dass er der beste Arzt ist, kann man sich nur auf die Erfahrung eines Arztes verlassen.

Wir helfen Ihnen einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden. Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns auf Ihre herausragende Spezialisierung im Bereich Cholangitis überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.

Quellen :

  • Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7.
  • Müller: Chirurgie (2014/15). 11. Auflage Medizinische Verlags- und Informationsdienste 2011, ISBN: 3-929-85110-5.


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