Kardio-CT kann Herzkatheter immer öfter ersetzen


Interview mit dem Internisten und Kardiologen Prof. Dr. med Dietrich Baumgart.

Es muss nicht immer direkt ein Herzkatheter sein. In vielen Fällen kann eine präzise Diagnose der Herzkranzgefäße heute im Computer-Tomografen und ohne operativen Herzkatheter erfolgen. Dies belegen die Erhebungen des deutschen Kardio-CT-Registers. Demnach konnten 42 Prozent aller invasiven Angiografien durch eine CT-Untersuchung ersetzt werden (Quelle: Deutsches Register kardiale Computertomographie, Prof. Dr: S. Achenbach, DGK-Pressetext 09-2015). Das bringt viele Vorteile für den Patienten, weiß auch Professor Dietrich Baumgart vom Preventicum in Essen und Düsseldorf.

 

Aus welchen Gründen wird überhaupt ein Herzkatheter gemacht?

Baumgart: “Vielfach werden Herzkatheter zur präzisen Diagnostik gemacht, zum Beispiel um die Herzkranzgefäße genau zu beurteilen. Eine frühzeitige und präzise Diagnostik von Engstellen in den Koronararterien ist sehr wichtig, denn ein Verschluss könnte leicht zu einem Herzinfarkt führen. Auch vor operativen Eingriffen erfolgt meist eine Diagnostik im Katheter. Darüber hinaus gibt es Herzkatheter, bei denen direkt eine Therapie erfolgt: Es werden Stents gesetzt, Gefäße erweitert, oder Herzklappen transplantiert.”

In welchen Fällen kann ein Herz-Ct den Katheter ersetzen?

Baumgart: “Insbesondere bei der Diagnostik können moderne Computer-Tomografen den Katheter ersetzen. Die mittlerweile sehr hoch entwickelten CT-Geräte liefern immer aussagekräftigere Bilder. Früher haben wir sie in erster Linie verwendet, um den Koronarkalk in den Herzkranzgefäßen zu messen. Mittlerweile finden sie in der Herzdiagnostik einen deutlich erweiterten Einsatz. Neben der sogenannten Angiografie, also der Beurteilung der Herzkranzgefäße, ersetzt das Kardio-CT vielfach auch den Katheter bei der Vorbereitung kardiologischer Eingriffe. So liefert es zum Beispiel wertvolle Informationen vor komplexen kardiologischen Operationen.”

Welche Vorteile bringt das für den Patienten?

Baumgart: “Ein Herzkatheter ist und bleibt ein operativer Eingriff, der bei aller medizinischen Präzision mit gewissen Restrisiken verbunden ist. Das gilt besonders, wenn die betroffenen Patienten durch weitere Nebenerkrankungen zu einer Risikogruppe gehören. Ein Herz-Ct ist da wesentlich schonender und risikoärmer. Moderne Low-Dose-Tomografen können mit relativ geringer Strahlenbelastung die Verkalkungen der Herzkranzgefäße und mögliche Verengungen ebenso exakt abbilden. Für die Untersuchung im CT ist kein Krankenhausaufenthalt nötig. Auch eine Umstellung der Medikation – etwa bei der Einnahme blutverdünnender Präparate – entfällt. Wir beraten unsere Patienten immer sehr ausführlich zu den möglichen Alternativen und raten zu der individuell schonendsten Untersuchungsmethode.”

Mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu Prof. Dr. Baumgart finden Sie hier.

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