Wirbelkörperersatzoperation

Sie suchen einen erfahrenen Facharzt für den medizinischen Bereich Wirbelkörperersatzoperation? Bei PRIMO MEDICO finden Sie ausschließlich Spezialisten, Kliniken und Zentren in Ihrem Fachgebiet in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

SPEZIALIST FINDEN

Spezialisten für Wirbelkörperersatzoperation

2  Spezialisten gefunden

Prof. Dr. med. Guido Saxler

Robotergestützte Hüft-, Knie- und Schulterchirurgie

Dormagen

Informationen zum Bereich Wirbelkörperersatzoperation

Was ist eine Wirbelkörperersatzoperation?

Im Rahmen einer Wirbelkörperersatzoperation wird ein krankhaft veränderter Wirbelkörper entfernt und anschließend durch ein Transplantat ersetzt. Ziel der Operation ist es, die Stabilität der Wirbelsäule zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Zum Einsatz kommen dabei verschiedene Implantate, die jeweils individuell ausgewählt werden.

Die Wirbelsäule besteht aus verschiedenen miteinander verbundenen Segmenten. Ein Bewegungssegment besteht dabei jeweils aus einem Wirbelkörper, den dazwischen liegenden Bandscheiben sowie verschiedenen Bändern. So vermittelt die Wirbelsäule Stabilität, Beweglichkeit und schützt das von ihr eingeschlossene Rückenmark. 

Man unterscheidet verschiedene Abschnitte, in denen die einzelnen Wirbel perfekt an die jeweiligen Anforderungen angepasst sind. Die Halswirbelsäule trägt den Kopf und ermöglicht einen großen Bewegungsradius. Die Brustwirbelsäule trägt die Rippen und verleiht vor allem Stabilität. In der Lendenwirbelsäule sind die Wirbelkörper sehr kräftig ausgebildet, da sie das Gewicht der oberen Körperhälfte tragen müssen. An die Lendenwirbelsäule schließen sich dann schließlich Kreuz- und Steißbein an.  

Eine Wirbelkörperersatzoperation erfolgt häufig im Bereich der Lendenwirbelsäule, aber auch Eingriffe an der Hals- oder Brustwirbelsäule sind möglich. 

Wann ist ein Wirbelkörperersatz notwendig?

Ein Wirbelkörperersatz ist dann notwendig, wenn ein Wirbelkörper durch eine krankhafte Veränderung seiner Funktion nicht mehr ausreichend nachkommen kann. Also beispielsweise dann, wenn die Stabilität der Wirbelsäule nicht mehr aufrechterhalten oder das Rückenmark verletzt werden kann. 

Die häufigsten Erkrankungen, die einen Wirbelkörperersatz erfordern, sind komplizierte Frakturen (Knochenbrüche), bösartige Tumore der Wirbelsäule oder entzündliche Veränderungen. Ein Implantat kommt dabei meist erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien zum Einsatz, wenn konservative oder weniger invasive operative Verfahren nicht mehr ausreichend hilfreich sind. 

Welche Implantate kommen zum Einsatz und wie wird die Wirbelsäule stabilisiert?

Verwendet werden vor allem drei verschiedene Arten von Implantaten: körpereigenes Knochenmaterial, Knochen von einem anderen Spender oder künstliche Wirbelkörper, sogenannte Cages. Die Auswahl erfolgt jeweils individuell. 

Knochenmaterial aus dem Körper des Spenders hat den Vorteil, dass es sich dabei um körpereigenes Material handelt und eine Unverträglichkeit somit ausgeschlossen werden kann. Die Knochensubstanz wird meist aus dem Beckenkamm entnommen, aber auch das Schienbein, die Rippen, das Wadenbein oder der Oberschenkelknochen sind mögliche Entnahmestellen. Aus dem entnommenen Knochen wird dann ein neuer Wirbelkörper geformt. 

Die sogenannten Cages sind metallische Wirbelkörperimplantate, die entweder einen starren Aufbau haben oder sich selbst aufrichten können. Man spricht in diesem Zusammenhang von nicht-expandierbaren und expandierbaren Implantaten. In den bisher durchgeführten Studien waren diese beiden Optionen gleichwertig, sodass auch hier eine individuelle Auswahl getroffen werden muss.

Wie läuft die Operation ab?

Bei einer Wirbelkörperersatzoperation handelt es sich um einen großen Eingriff, sodass eine Vollnarkose und ein kurzer stationärer Krankenhausaufenthalt empfohlen werden. Grundsätzlich besteht die Operation immer aus der Entfernung des kranken Wirbelkörpers samt Bandscheibe sowie dem Einbringen des Implantates. Häufig ist eine zusätzliche Stabilisierung der Wirbelsäule mittels Stangen und Schrauben notwendig. 

Der operative Zugangsweg hängt von der Lage des erkranken Wirbelkörpers ab. Im Bereich der Halswirbelsäule wird oft ein vorderer, an der Brust- und Lendenwirbelsäule häufig ein seitlicher Zugangsweg gewählt. Insgesamt kann die Operation mehrere Stunden dauern. Anschließend wird die Narkose beendet und die Patienten noch einige Tage im Krankenhaus überwacht. Meist ist das erste Aufstehen bereits am ersten oder zweiten Tag nach der Operation möglich. Eine frühzeitige physiotherapeutische Beübung erleichtert die Mobilisation. In einigen Fällen ist zudem das zeitweise Tragen eines Stützkorsetts notwendig. 

Welche Risiken und Komplikationen sind möglich?

Wie jeder operative Eingriff birgt auch der Einsatz eines Wirbelkörperimplantates ein gewisses Risiko für das Auftreten von Komplikationen. Ein sorgfältiges Vorgehen durch ein erfahrenes Operationsteam minimiert dabei das Komplikationsrisiko. 

Mögliche Komplikationen einer Wirbelkörperersatzoperation sind: 

  • Blutungen während der Operation und Nachblutungen
  • Wundinfektionen
  • Wundheilungsstörungen
  • Verletzung von umliegendem Gewebe, beispielsweise des Rückenmarks
  • Verrutschen des Implantates
  • Bruch des Materials
  • Komplikationen an der Entnahmestelle, falls körpereigenes Knochenmaterial verwendet wird 

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation und was hilft?

Da es sich bei einem Wirbelkörperersatz um einen größeren chirurgischen Eingriff handelt, kann es nach der Operation zu Schmerzen im Bereich der Wunde kommen. In der Regel erhalten die Patienten hierfür aber eine adäquate Schmerzmedikation. Anfangs werden die Schmerzmittel oft über die Vene verabreicht, im Verlauf kann auf Tablettenform umgestiegen werden, sodass die Medikamente auch zu Hause eingenommen werden können. 

Zudem sollten im Alltag einige Verhaltensweisen beachtet werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen und somit auch Beschwerden zu lindern. So sollte auf das Heben und Tragen von schweren Gegenständen in den ersten Wochen verzichtet und tiefes Bücken möglichst gemieden werden. 

In der Regel nehmen die Schmerzen nach der Operation sukzessive ab, sodass schließlich keinerlei Schmerzmittel mehr notwendig sind. Sollten sich jedoch erneut Schmerzen entwickeln, bestehende Schmerzen stark zunehmen oder sich in ihrem Charakter verändern, dann sollte sicherheitshalber eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden. 

Wie verläuft die Reha nach einem Wirbelkörperersatz?

In der Regel verbleiben Patienten nach einem Wirbelkörperersatz für etwa 7 bis vierzehn Tage im Krankenhaus. Eine Rehabilitationsmaßnahme kann als sogenannte Anschlussheilbehandlung (AHB) entweder unmittelbar an den Krankenhausaufenthalt angeschlossen oder nach einem kurzen Aufenthalt zu Hause durchgeführt werden. Meist wird hierfür ein stationäres Setting gewählt. 

Das Ziel der Rehabilitationsmaßnahme ist es, die Patienten optimal auf ihren privaten und/ oder beruflichen Alltag vorzubereiten. Es werden verschiedene Anwendungen angeboten, um die Wirbelsäule zu stabilisieren sowie Kondition, Kraft und Koordination zu stärken. Neben physiotherapeutischen Übungsprogrammen gibt es häufig ergänzende Angebote wie Schulungs- und Informationsveranstaltungen oder Entspannungsübungen. 

Meist dauert die Rehamaßnahme etwa 3 bis 4 Wochen, sie kann aber auch individuell um einige Wochen verlängert werden. 

Was ist nach der Operation im Alltag zu beachten?

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. der Rehabilitationseinrichtung sollte die dort begonnene Physiotherapie fortgeführt werden, um den weiteren Muskelaufbau und die Stabilisierung der Wirbelsäule zu fördern. Dazu sollte neben den Anwendungen am besten auch ein Eigenübungsprogramm in der Häuslichkeit durchgeführt werden. 

Bis das Implantat richtig eingewachsen ist, dauert es meist etwa drei bis vier Monate, sodass in dieser Zeit auf eine rückenschonende Arbeitsweise geachtet werden sollte. Schwere Lasten sollten weder angehoben noch getragen werden. Häufiges Bücken sollte vermieden werden. Hilfsmittel wie Greifzangen, Anziehhilfen oder Sitzerhöhungen können den Alltag während dieser Phase erleichtern. 

In den ersten drei Monaten nach der Operation sollte auf die meisten Sportarten verzichtet werden, längere Spaziergänge oder Nordic Walking sind aber in der Regel möglich. Danach kann die sportliche Betätigung schrittweise wieder zunehmen. Sportarten wie Schwimmen oder Joggen sind meist wieder gut möglich, auf Sportarten mit ruckartigen Bewegungen sowie stärkeren Stoß- oder Drehbewegungen sollte aber zunächst möglichst verzichtet werden. Am besten besprechen Sie dies individuell mit Ihrem behandelnden Arzt. 

Wie unterscheiden sich Eingriffe an der Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule?

Das Grundprinzip des Wirbelkörperersatzes ist in den verschiedenen Abschnitten der Wirbelsäule gleich. Unterschiede gibt es vor allem bei den operativen Zugangswegen, da die Wirbelkörper hier unterschiedlich gut erreichbar sind. Die Halswirbelsäule kann meist gut über die vordere Halsseite erreicht werden. Da sich hier weniger umgebende Rückenmuskulatur befindet, ist ein gewebeschonendes Vorgehen möglich. 

An der Brustwirbelsäule erfolgt meist zunächst die Stabilisierung des entsprechenden Wirbelsäulenabschnittes von hinten, sodass die Patienten dabei auf dem Bauch gelagert werden. Anschließend erfolgt eine Umlagerung, sodass ein seitlicher Zugang entlang der Rippen möglich ist, um den erkrankten Wirbelkörper zu entfernen und das Implantat einzubringen. 

Auch im Bereich der Lendenwirbelsäule beginnt die Operation in der Bauchlagerung des Patienten, sodass die entsprechenden Wirbelkörper von hinten stabilisiert werden können. Nachdem die Patienten auf den Rücken gelagert wurden, können die weiteren Operationsschritte über einen vorderen Zugang durchgeführt werden. 

Grundsätzlich sind bei einem Wirbelkörperersatz verschiedene Zugangswege und Operationstechniken möglich, deren Auswahl individuell erfolgen sollte. Hierüber wird Sie der Operateur vor dem Eingriff ausführlich aufklären. 

Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für die Wirbelkörperersatzoperation?

Spezialisiert auf die Durchführung einer Wirbelkörperersatzoperation sind Fachärzte für Neurochirurgie oder für Orthopädie und Unfallchirurgie, die eine Zusatzweiterbildung im Bereich Wirbelsäulenchirurgie absolviert haben. Sie sind die kompetentesten Ansprechpartner zu allen Fragen rund um die verschiedenen Implantate und Operationstechniken. 

Wer sich für einen operativen Wirbelkörperersatz entscheidet, möchte für diesen Eingriff verständlicherweise auch das kompetenteste Operationsteam. Dies kann Betroffene vor eine große Herausforderung stellen. Daher haben wir sämtliche hier gelisteten Fachärzte und Kliniken bereits sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Expertise auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie ausgewählt. Vereinbaren Sie gerne direkt einen ersten Termin zur persönlichen Beratung. 

Quellen:

  • Kandziora, F., Schnake, K.J., Klostermann, C.K. et al. Wirbelkörperersatz in der Wirbelsäulenchirurgie. Unfallchirurg 107, 354–371 (2004). doi.org/10.1007/s00113-004-0777-z
  • Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/R60lkS [zuletzt aufgerufen am 19.06.2026]
  • Joachim Grifka: Orthopädie Unfallchirurgie. 10. Auflage. Springer-Verlag 2021. ISBN: 978-3-662-60520-2.