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VATS Lobektomie

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Spezialisten für VATS Lobektomie

Informationen zum Bereich VATS Lobektomie

Was ist eine VATS?

VATS ist die englische Abkürzung für video-assisted thoracoscopic surgery (dt. videoassistierte thorakoskopische Chirurgie) und beschreibt eine minimalinvasive Operationsmethode. Diese kann sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung von verschiedenen Erkrankungen in der Brusthöhle eingesetzt werden. Hauptsächlich werden damit Erkrankungen der Lunge behandelt, doch auch andere Organe wie die Speiseröhre können durch eine VATS operiert werden.

Bei dieser Technik müssen lediglich kleine Hautschnitte gesetzt werden (minimalinvasiv), über die spezielle Instrumente sowie eine Kamera durch den Brustkorb (Thorax) hindurch in die Brusthöhle eingeführt werden. Somit kann das Operationsgebiet auf einem Bildschirm betrachtet werden. Das Verfahren steht damit im Gegensatz zu einer klassischen offenen Operation, bei der das Operationsgebiet durch einen größeren Hautschnitt eröffnet und somit in Gänze dargestellt wird. 

Wann wird eine videoassistierte Lobektomie durchgeführt?

Die menschliche Lunge setzt sich aus einem linken und rechten Lungenflügel zusammen, die jeweils in mehrere Lungenlappen unterteilt werden. Rechts befinden sich drei Lappen, links nur zwei. Die Lungenlappen wiederum bestehen aus mehreren Segmenten, die jeweils über eine eigene Blutversorgung sowie einen eigenen Abschnitt der Luftwege (Bronchien) verfügen.

Eine VATS-Lobektomie dient der operativen Entfernung eines ganzen Lungenlappens. Werden nur Lappensegmente entfernt, ist dies als Segmentresektion definiert. Diese Eingriffe kommen dann zur Anwendung, wenn sich eine Erkrankung auf bestimmte anatomische Bereiche, also Segmente oder Lappen, beschränkt und das restliche Lungengewebe gesund ist. 

In erster Linie werden Krebserkrankungen der Lunge im Frühstadium durch solche Lobektomien oder Segmentresektionen behandelt. Meist handelt es sich dabei um sogenannte nicht-kleinzellige Lungenkarzinome im Stadium I oder II. Sowohl Bronchialkarzinome (Lungenkrebs) als auch Metastasen ausgehend von einem Tumor außerhalb der Lunge können minimalinvasiv im Rahmen einer VATS entfernt werden, solange sie gewisse Kriterien erfüllen. 

Vorbereitung vor der VATS-Lobektomie 

Bevor eine VATS-Lobektomie durchgeführt wird, muss zunächst eine ausführliche Diagnostik erfolgen. Hierbei muss geklärt werden, ob der Patient voraussichtlich von der Therapie profitieren wird. Zum Einsatz kommen dann Untersuchungen zur Lungenfunktionsdiagnostik sowie bildgebende Verfahren. Zur Sicherung der Diagnose erfolgt dann eine Probeentnahme mit gründlicher feingeweblicher Untersuchung des verdächtigen Gewebes. In einigen Fällen muss die Probeentnahme ebenfalls im Rahmen einer VATS durchgeführt werden. 

Nach Abschluss der Diagnostik wird die Krebserkrankung einem Stadium zugeordnet. Ein Team aus Ärzten bespricht dann die Befunde und entwickelt schließlich gemeinsam mit dem Patienten ein Therapieschema. Kommt hierbei eine Lobektomie in Frage, kann die VATS geplant werden. 

Die Patienten werden sowohl durch den Operateur als auch durch einen Narkosearzt gründlich über den geplanten Eingriff aufgeklärt. Dabei wird der Ablauf erläutert und eventuell bestehende Fragen geklärt. 

Zur eigentlichen Operation sollten die Patienten nüchtern erscheinen. Zudem kann es sein, dass bestimmte Medikamente vorher nicht eingenommen werden dürfen. Dies wird jedoch stets im Rahmen der Aufklärung besprochen. In der Regel erhalten die Patienten eine Vollnarkose, bei der eine maschinelle Beatmung während des Eingriffs erfolgt. In einigen Fällen kann jedoch auch auf eine Intubation verzichtet werden und die Patienten atmen selbstständig. Sie erhalten jedoch trotzdem starke Schmerzmittel und werden in einen Dämmerschlaf versetzt. Dann erfolgt die Durchführung der verschiedenen operativen Schritte.  

Ablauf und Dauer

Die Operation beginnt mit mehreren kleinen Hautschnitten, die in der Regel 3-5 cm messen. Über diese Öffnungen werden eine Kamera sowie spezielle endoskopische Instrumente in die Brusthöhle eingeführt. Die hochauflösende Kamera überträgt das Video in Echtzeit auf einen Bildschirm, auf dem der Chirurg das Geschehen vergrößert verfolgen kann. Dadurch kann wie mit einer Lupe sehr präzise gearbeitet werden, da sämtliche Strukturen sehr deutlich dargestellt werden. 

Bei der Entfernung eines Segments oder Lappens müssen immer auch die zugehörigen Gefäße und Luftröhrenäste durchtrennt und verschlossen werden. Bei einer VATS-Lobektomie kommen daher chirurgische Klammergeräte (auch Stapler genannt) zum Einsatz, die Gewebe zeitgleich sowohl durchtrennen als auch sicher verschließen können. Dadurch wird die Blutung minimiert und auch die Luftröhrenäste können luftdicht versiegelt werden.

Mit diesem Stapler wird das krankheitstragende Lungengewebe nun Schritt für Schritt abgetrennt. Ein wichtiger Bestandteil der VATS-Lobektomie ist zudem die präzise Darstellung und Entfernung regionaler Lymphknoten, denn durch Untersuchung der entfernten Strukturen können später gegebenenfalls weiterführende Maßnahmen wie etwa eine Chemotherapie eingeleitet werden.

Ist der erkrankte Gewebeanteil vollständig abgetrennt, kann dieser mit einem Plastikbeutel aufgenommen und über einen der Hautschnitte aus der Brusthöhle entfernt werden. Anschließend werden alle Operationsinstrumente wieder entfernt und die Hautschnitte mit Nähten verschlossen. Das entnommene Gewebe wird zur Untersuchung in ein Labor geschickt. 

Die Dauer der Operation ist abhängig vom Umfang und der Lokalisation des erkrankten Gewebes und auch der Gesundheitszustand der Patienten spielt eine Rolle.

Nach der OP: Nachsorge und Lebensqualität

In der Regel verbleiben die Patienten nach Durchführung der Lobektomie noch für einige Tage im Krankenhaus. Hier erfolgen eine Schmerztherapie sowie die schrittweise Mobilisierung, sodass die Patienten schließlich nach Hause entlassen werden können. Der weitere Behandlungsverlauf hängt maßgeblich vom Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung ab. 

Um die postoperative Lebensqualität zu erhöhen, wird Patienten nach der Lobektomie in der Regel eine Rehabilitationsmaßnahme angeboten. Diese dauert meist etwa drei Wochen und umfasst verschiedene Maßnahmen, mit deren Hilfe eine Wiederherstellung und Verbesserung beeinträchtigter Körperfunktionen erreicht werden soll. Das Behandlungsspektrum beinhaltet dabei unter anderem: 

  • Atemtherapie und -gymnastik
  • Bewegungstherapie
  • Psychologische Unterstützung
  • Aufklärungsangebote und Kurse 

Risiken und Nebenwirkungen

Im Gegensatz zur offenen Lobektomie erfordert die minimal-invasive VATS-Lobektomie deutlich kleinere Inzisionen und zudem kann auf eine Rippenspreizung verzichtet werden. Dies führt zu einer verminderten Schädigung des Gewebes, einer zügigeren Rehabilitation der Patienten sowie deutlich weniger Schmerzen nach der Operation. Daher ist die VATS-Lobektomie zwar die patientenfreundlichere Alternative zur offenen OP, allerdings ist sie technisch anspruchsvoller und wird nur in bestimmten Zentren durch speziell geschultes chirurgisches Personal durchgeführt.

Eine spannende Weiterentwicklung der VATS ist zudem die roboter-assistierte Thoraxchirurgie, die sogenannte RATS. Hierbei werden spezielle Roboterarme zur Durchführung der Operationsschritte genutzt. Diese werden durch den Operateur mit Hilfe einer speziellen Konsole gesteuert, in der das OP-Gebiet in 3D betrachtet werden kann. Die Vorteile liegen unter anderem in der verbesserten Sicht des Operateurs sowie der großen Bewegungsfreiheit der Roboterarme.

Heilungsverlauf und Prognose

Da sich Patienten vergleichsweise schnell von der VATS-Lobektomie erholen, ist eine frühzeitige Mobilisation möglich. Dies führt zu einem verminderten Komplikationsrisiko, wodurch der stationäre Aufenthalt meist kürzer ausfällt und die Patienten das Krankenhaus schon nach wenigen Tagen verlassen können.

Da die minimalinvasive VATS-Lobektomie langfristig ähnliche Ergebnisse erzielt wie die offene Operation, ist sie der offenen Lobektomie in vielen Fällen vorzuziehen, insofern die technischen Voraussetzungen erfüllt werden können. 

Die Prognose des Patienten hängt maßgeblich vom Ausmaß der Erkrankung sowie davon ab, ob das erkrankte Gewebe vollständig entfernt werden konnte. Weitere wichtige Einflussfaktoren diesbezüglich sind molekulare Veränderungen des Tumorgewebes, der Allgemeinzustand des Patienten sowie das Vorliegen möglicher begleitender Erkrankungen. Eine VATS wird meist bei einem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom im Stadium I oder II durchgeführt. Die durchschnittlichen 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeiten liegen hier bei etwa 70% (Stadium I) bzw. 45-50% (Stadium II).

Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten im Bereich VATS Lobektomie?

Wer einen Arzt benötigt, möchte für sich die beste medizinische Versorgung. Darum fragt sich der Patient, wo finde ich die beste Klinik für mich? Da diese Frage objektiv nicht zu beantworten ist und ein seriöser Arzt nie behaupten würde, dass er der beste Arzt ist, kann man sich nur auf die Erfahrung eines Arztes verlassen.

Wir helfen Ihnen, einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden. Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns auf Ihre herausragende Spezialisierung im Bereich VATS Lobektomie überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.

Quellen

  • medonline.at/198212/2017/die-thorakoskopische-lobektomie-zur-chirurgischen-behandlung-des-lungenkarzinoms/
  • www.aerzteblatt.de/archiv/165184/Lungenkarzinom-Minimal-invasive-Lobektomie-nicht-schlechter-als-offene
  • Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. https://next.amboss.com/de/article/nh07ef?q=bronchialkarzinom#v2aAjP [zuletzt aufgerufen am 01.12.2025]
  • Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms Version 4.0 – April 2025 AWMF-Registernummer: 020-007OL. Link: https://register.awmf.org/assets/guidelines/020-007OLl_S3_Praevention-Diagnostik-Therapie-Nachsorge-Lungenkarzinom_2025-04.pdf [zuletzt aufgerufen am 01.12.2025]
  • Gerd Herold und Mitarbeiter: Innere Medizin 2024. Eigenverlag 2024. ISBN: 978-3-11-132040-3