Immunonkologie

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Informationen zum Bereich Tumorimmunologie

Was ist eine Immuntherapie?

Unter Immuntherapie versteht man Behandlungen, die das Immunsystem des Menschen beeinflussen. Dabei unterscheidet man vier verschiedene Verfahren:

  • Stimulierend
  • Supprimierend
  • Substituierend
  • Modulierend

Zu den stimulierenden Therapien gehören Impfungen und die Gabe von generellen Immunstimulantien. Hier wird das Immunsystem dazu angeregt, mehr Abwehrmechanismen in Form von mehr weißen Blutzellen und spezifischen Antikörpern bereitzustellen. Weiße Blutzellen gehören zum angeborenen Immunsystem und bekämpfen allgemein alles Fremde im Körper, z.B. krankheitserregende Bakterien. Antikörper werden von einer Unterart der weißen Blutkörperchen, den sogenannten B-Zellen, produziert und binden spezifisch an eine Art von Zelle oder Virus. Durch diese Bindung werden die Eindringlinge unbeweglich und deren Gifte unschädlich gemacht. Außerdem hilft diese Bindung anderen Abwehrzellen diese fremden Substanzen aufzuspüren zu eliminieren. Impfungen bringen tote oder abgeschwächte Erreger in den Organismus, sodass der Körper angeregt wird Abwehrzellen und Antikörper gegen speziell diesen Erregertypen zu synthetisieren. Immunstimulanzien können körpereigene Stoffe sein wie Interleukine oder Interferone, die auch nach einer infektiösen Erkrankung wie einer Erkältung vom Körper selber ausgeschüttet werden. Aber auch gewisse Bakterien und Pflanzen stellen solche Immunstimulanzien her, die nach Extraktion und Aufbereitung zur Stärkung der körpereigenen Abwehr genutzt werden können.

Supprimierende Behandlungen werden bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und nach Organtransplantationen gegeben. Bei Autoimmunerkrankungen und Allergien kommt es zu einer fehlgerichteten und überschießenden Immunantwort auf harmlose und körpereigene Substanzen. Ziel bei der Behandlung dieser Krankheiten ist es, das Immunsystem herunterzufahren, sodass dieses keinen Schaden am eigenen Organismus anrichtet. Nach Organtransplantation kommt es zur Abstoßung des Transplantats, da es durch die Immunzellen des Körpers als fremd erkannt wird. Um diese Reaktion zu verhindern, muss das Immunsystem ebenfalls supprimiert werden.

Beim substituierenden Verfahren werden dem Körper fehlende und mangelnde Antikörper zugeführt. Dies geschieht bei einer passiven Impfung oder bei Gabe von monoklonalen Antikörpern, die spezifisch an den gewünschten Strukturen binden und diese zerstören oder unschädlich machen. Ein Beispiel hierfür ist das Medikament Abciximab , welches an der Oberfläche von Blutplättchen bindet und dadurch deren Aggregation verhindert. Abciximab wird erfolgreich bei gewissen Patientengruppen zur Vorbeugung von Herzinfarkten genutzt.

Modulierende Verfahren enthalten die Hyposensibilisierung und die Immunadsorption. Die Hyposensibilisierung ist bis heute die einzige kausale Therapie von Allergien. Hierfür werden dem Körper kleine Mengen des allergieauslösenden Stoffs, das sogenannte Allergen, zugeführt und die Dosis bei jeder Sitzung gesteigert, sodass sich das Immunsystem an den harmlosen Stoff gewöhnen kann und die Immunantwort immer schwächer ausfällt. Die Immunadsorption wird hauptsächlich zur Therapie von Autoimmunerkrankungen verwendet. Dabei wird Blut aus dem Körper geleitet und Antikörper gegen körpereigene Strukturen werden in Maschinen, sogenannten Adsorbern, herausgefiltert.

Welche Verfahren gibt es in der Krebstherapie?

Zur Behandlung von onkologischen Erkrankungen kommen drei klassische Behandlungsformen und deren Kombinationen zur Anwendung:

  • Chemotherapie
  • Operative Resektion
  • Strahlentherapie

Bei der Chemotherapie werden meist Medikamente in die Blutbahn gegeben, die im gesamten Körper an allen sich schnell vermehrenden Zellen wirken. Durch Zufügen von verschiedenen DNA-Fehlern werden diese Zellen geschädigt. Da sich im Körper nicht nur Tumorzellen schnell teilen sondern auch u.a. Zellen der Schleimhäute und Haarfollikel, werden diese Gewebe ebenfalls durch die Chemotherapie angegriffen.

Die operative Resektion ermöglicht das Entfernen eines soliden Tumors. Hierbei wird krankhaftes Gewebe mit einem Sicherheitssaum an gesunden Gewebe entnommen. Für die weitere histologische Abklärung des Tumors wird das entnommene Gewebe immer pathologisch untersucht. Anschließend können weitere Therapiemaßnahmen bestimmt werden.

In der Strahlentherapie werden gezielt Photonen- oder Protonenstrahlen auf den zu behandelnden Tumor gelenkt. Die DNA der Tumorzellen wird dadurch in unterschiedlichen Graden geschädigt, abhängig von der Zyklusphase der Zelle während der Bestrahlung. Da die Strahlung bis zum Auftreffen auf den Tumor noch weiteres Gewebe passiert, können dort als Nebenwirkung Beschwerden verursacht werden, z.B. Radiodermatitis nach Brustbestrahlung oder Kontinenzstörung nach Prostatabestrahlung.

Neben den drei klassischen Behandlungsmethoden haben sich neuere Verfahren zusätzlich im klinischen Alltag bei der Therapie von Krebserkrankungen etabliert. Dazu gehören:

  • Immuntherapie
  • Therapie mit Radiopharmaka

Wie wirkt die Immuntherapie bei Krebs?

Das Immunsystem hat einen signifikanten Einfluss auf den Verlauf der Krebserkrankung, doch leider können sich die meisten Krebsarten dem Immunsystem entziehen. Die onkologische Immuntherapie setzt an diesem Punkt an und wendet das stimulierende und das substituierende Therapieverfahren an.

Stimulierende Immuntherapie

Das stimulierende Verfahren kann unterteilt werden in spezifische und unspezifische Therapie. Durch Erstere werden nur bestimmte Zellen im Körper angeregt bzw. wird das Immunsystem nur gegen bestimmte Zielstrukturen aktiviert. Im Gegensatz dazu stimuliert die unspezifische Therapie das gesamte Immunsystem. Vielversprechend in diesem Ansatz ist die Verabreichung von sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren. Tumorzellen können diese Kontrollpunkte des Immunsystems so verändern, dass eine Immunantwort ausbleibt. Durch die Gabe der Checkpoint-Inhibitoren kann diese Wirkung der Tumorzellen verhindert werden.

Passive Krebsimmuntherapie

Die passive Krebsimmuntherapie umfasst die Behandlung mit monoklonalen Antikörpern. Darunter versteht man Antikörper, die sich gegen eine einzige Oberflächenstruktur (Epitop) richten. Körpereigene Antikörper spielen in der Abwehr von Krebszellen nur eine untergeordnete Rolle, da diese vom Organismus nicht als fremd oder gefährlich erkannt werden. Monoklonale Antikörper spielen sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie von Krebserkrankungen eine Rolle. Durch markierte Antikörper können spezifische Epitope und damit verbunden spezifische Zellen detektiert werden. Dieser diagnostische Schritt gibt Auskunft über die Größe, Verteilung und Lokalisation der Tumorerkrankung. 1997 wurde in den Vereinigten Staaten mit Rituximab der erste monoklonale Antikörper für therapeutische Zwecke zugelassen. Therapeutische Antikörper binden an Oberflächenstrukturen, die für die Tumorzelle spezifisch sind oder an Botenstoffe die für das Tumorwachstum zuständig sind. Eine Wirkung von Antikörpern ist die Vernetzung von Tumorzellen zu Komplexen, welches wachstumshemmende oder abbauende Signale in den Tumorzellen auslöst. Eine andere Wirkung ist die Bindung der Antikörper gegen Wachstumssignale, sodass das Wachstum gehemmt oder gestoppt wird.

Welche Krebserkrankungen können mittels Immuntherapie behandelt werden?

Immun-Checkpoint-Inhibitoren werden derzeit zur Behandlung u.a. folgender Krankheiten eingesetzt:

  • Melanom
  • Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)
  • Klarzelliges Nierenzellkarzinom
  • Plattenepithelkarzinom

Folgende monoklonale Antikörper werden derzeit zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt (Liste nicht vollständig). Die Endung –mab steht für drei Buchstaben des Wortes m onoclonal a nti b ody (engl.: Monoklonaler Antikörper).

  • Alemtuzumab: Akute lympathische Leukämie (ALL) und chronische lymphatische Leukämie (CLL)
  • Bevacizumab: Darmkrebs, Brustkrebs, NSCLC
  • Cetuximab: Darmkrebs, Kopf- und Halstumore
  • Dinutuximab: Neuroblastom
  • Ipilimumab: Malignes Melanom
  • Nivolumab: Malignes Melanom und NSCLC
  • Ofatumumab: CLL
  • Olaratumab: Sarkom
  • Panitumumab: Epithelial growth factor (EGF)-Rezeptor exprimierende Tumore
  • Pembrolizumab: Mesotheliom, Malignes Melanom, NSCLC
  • Rituximab: Non-Hodgkin-Lymphome
  • Ramucirumab: fortgeschrittenes Magen- und Kolonkarzinom
  • Trastuzumab: Brustkrebs, Magenkrebs

Welche Fachärzte und Kliniken sind Spezialisten für die Tumorimmunologie?

Wer einen Arzt benötigt, möchte für sich die beste medizinische Versorgung. Darum fragt sich der Patient, wo finde ich die beste Klinik für mich? Da diese Frage objektiv nicht zu beantworten ist und ein seriöser Arzt nie behaupten würde, dass er der beste Arzt ist, kann man sich nur auf die Erfahrung eines Arztes verlassen.
Wir helfen Ihnen einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden. Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns auf Ihre herausragende Spezialisierung im Bereich Tumorimmunologie überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.

Quellen:

L. Zhang u. a.: Intratumoral T Cells , Recurrence, and Survival in Epithelial Ovarian Cancer. In: NEJM 348, 2003, S. 203–213. PMID 12529460

Hodi, F. S. et al. Improved survival with ipilimumab in patients with metastatic melanoma. N Engl J Med 363, 711–723 (2010). doi:10.1056/NEJMoa1003466, PMID 20525992; PMC 3549297

Brahmer, J. et al. Nivolumab versus Docetaxel in Advanced Squamous-Cell Non-Small-Cell Lung Cancer. N Engl J Med 373, 123–135 (2015). doi:10.1056 / NEJMoa1504627

R. J. Motzer et al. Nivolumab versus Everolimus in Advanced Renal-Cell Carcinoma. In: The New England journal of medicine. Band 373, Nummer 19, November 2015, S. 1803–1813, doi:10.1056 / NEJMoa1510665, PMID 26406148

European Commission Approves Bristol-Myers Squibb’s Opdivo (nivolumab) for Squamous Cell Cancer of the Head and Neck in Adults Progressing On or After Platinum-based Therapy PM BSM vom 28. April 2017

Paul Ehrlich Institut: Monoklonale Antikörper (12.07.2017), http://www.pei.de/DE/arzneimittel/immunglobuline-monoklonale-antikoerper/monoklonale-antikoerper/monoklonale-antikoerper-node.html


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