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Informationen zum Bereich ThuLEP
Was ist die ThuLEP und wann wird sie angewendet?
Die Thulium-Laser-Enukleation der Prostata (ThuLEP) ist ein modernes, minimal-invasives Verfahren zur Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen, auch medizinisch bezeichnet als benigne Prostatahyperplasie (BPH). Sie kommt besonders für die Patienten infrage, die unter BPH bedingter Harnbeschwerden leiden.
Die Prostata ist eine etwa kastaniengroße Drüse des männlichen Genitaltraktes. Sie liegt direkt unter der Harnblase und ihre Ausführungsgänge münden in die Harnröhre. Das Sekret der Prostata ist ein wichtiger Bestandteil des Ejakulats. Mit dem zunehmenden Alter wächst das Drüsengewebe der Prostata, was eine Verengung der umgebenden Harnröhre verursachen kann.
Bei der ThuLEP wird ein spezielles Instrument eingeführt und mit Hilfe eines Thulium-Lasers kann überschüssiges Prostatagewebe gezielt abgetragen werden. Der Laser ist hochpräzise, sodass dies eine schonendere Alternative gegenüber größeren Operationen darstellt.
Welche Erkrankung wird mit der ThuLEP behandelt?
Die ThuLEP wird hauptsächlich bei der Behandlung einer symptomatischen benignen Prostatahyperplasie angewandt. Dabei handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata, welche die häufigste Ursache für Harnbeschwerden bei Männern über 50 Jahren ist.
Aufgrund der anatomischen Lage drückt das wachsende Drüsengewebe häufig die umgebende Harnröhre ab und behindert den Harnfluss. Das Ziel der ThuLEP ist genau dieses störende Gewebe, das die Harnbeschwerden verursacht, minimalinvasiv zu entfernen. Somit können die Symptome gelindert werden und die Lebensqualität zurückgewonnen werden. Die ThuLEP ist vor allem für Prostatavolumina über 80 mL der klassischen transurethralen Resektion (TURP) überlegen.
Ursachen und typische Symptome der Prostatavergrößerung
Die genaue Ursache der BPH ist bislang nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch hypothesiert, dass die hormonelle Veränderung bei Männern mit zunehmendem Alter eine zentrale Rolle für das Wachstum der Prostata spielen.
Insbesondere Androgene und die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron wirken wachstumsfördernd. Außerdem steigt das Verhältnis von Östrogenen zu Testosteron mit dem Alter, was ebenfalls das Wachstum fördert. Zu den weiteren Risikofaktoren gehören Übergewicht, erhöhtes Bauchfett und ein niedriger HDL-Cholesterin-Wert.
Zu den typischen Symptomen der BPH gehören:
- häufiges und nächtliches Wasserlassen
- Harndrang
- ein abgeschwächter Harnstrahl
- verzögerter Miktionsbeginn
- verlängerte Miktionszeit
- Nachträufeln
- Restharngefühl
In schweren Fällen kann es zu einem Harnverhalt kommen, bei dem der Betroffene nicht mehr urinieren kann, trotz voller Blase und Harndrang. Auch das Risiko für die Bildung von Blasensteinen und wiederkehrenden Harnwegsinfektionen steigt.
Diagnostik vor einer ThuLEP-Behandlung
Bevor eine ThuLEP durchgeführt werden kann, muss die Diagnose einer störenden beziehungsweise symptomatischen BPH gestellt werden. Dafür gibt es einen speziell angefertigten urologischen Fragebogen, der bei der Schweregradbestimmung der Harnbeschwerden hilft. Dieser nennt sich IPSS (International Prostate Symptom Score) und beinhaltet 8 Fragen.
Natürlich werden auch bei der Anamnese nochmal alle Beschwerden sorgfältig dokumentiert und die bisherigen Therapien und aktuellen Medikamente überprüft. Besonders Letzteres ist wichtig, da viele Medikamente ähnliche Symptome verursachen können. Dazu gehören bestimmte Anticholinergika, Diuretika, Calciumantagonisten und Antidepressiva.
Zur klinischen Untersuchung gehört eine digitale rektale Untersuchung, bei der die Prostata auf eine Vergrößerung und auf bösartige Knoten abgetastet werden kann. Vor jeder interventionellen Behandlung einer BPH müssen bösartige Veränderungen der Prostata ausgeschlossen werden. Dafür kann eine Gewebeprobe (Biopsie) notwendig werden.
Ablauf der ThuLEP-Operation
Die ThuLEP wird im Rahmen eines stationären Aufenthalts durchgeführt. Dazu erhält der Patient entweder eine Vollnarkose oder eine Spinalanästhesie. Letzteres ist ein regionales Narkoseverfahren der Lendenwirbelsäule, bei dem der untere Körperbereich betäubt ist und der Patient wach bleiben kann.
Zunächst wird ein spezielles Instrument in die Harnröhre eingeführt. Das sogenannte Resektoskop ist im Vergleich zu dem Instrument, das bei der TURP verwendet wird, mit einem zusätzlichen Laseraufsatz ausgerüstet. Mit Hilfe dieses Lasers wird überschüssiges Prostatagewebe, das die Harnröhre einengt, enukleiert (entfernt). Erst werden die Reste temporär in die Blase geschoben und gegen Ende des Eingriffs über die Harnröhre entfernt.
Um die Sicht während des gesamten Eingriffs zu ermöglichen, werden die Harnröhre und Harnblase kontinuierlich mit einer Spülflüssigkeit gespült. Zum Schluss wird für die ersten Tage ein Blasenkatheter eingelegt, über welchen verbliebene Gewebereste abfließen können.
ThuLEP oder HoLEP – wo liegen die Unterschiede?
Die HoLEP (Holmium-Laser-Enukleation der Prostata) ist, ebenso wie die ThuLEP, ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung einer BPH. Beide Verfahren nutzen einen Laser, um überschüssiges Prostatagewebe zu entfernen und den Harnfluss wiederherzustellen.
Der Unterschied liegt tatsächlich hauptsächlich im verwendeten Laser. Während bei der ThuLEP ein Thulium-Laser verwendet wird, kommt beim HoLEP ein Holmium-Laser zum Einsatz. Die Unterschiede sind von technischer Natur und haben ihre eigenen Vor- und Nachteile.
Der Thulium-Laser arbeitet kontinuierlich und ermöglicht ein ganz feines und oberflächliches Schneiden. Der Holmium-Laser hingegen arbeitet in Pulsen und kann viel tiefer in das Gewebe eindringen. Der Letztere eignet sich somit besser bei größeren Prostatavolumina. Jedoch sind beide Methoden gleich effektiv und gleich sicher. Meistens hängt es von der Präferenz und Erfahrung des Operateurs sowie der Ausstattung des Krankenhauses, ab. Kein Laser ist in dieser Hinsicht dem anderen überlegen.
Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für die ThuLEP?
Die Thulium-Laser-Enukleation der Prostata (ThuLEP) wird von Fachärzten der Urologie durchgeführt. Diese sind auf Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane, darunter die Prostata, und der Harnwege spezialisiert.
Die ThuLEP ist ein hochspezialisiertes Verfahren, das eine spezielle technische Ausstattung erfordert. Wer eine ThuLEP benötigt, braucht Spezialisten, die besonders viel Erfahrung mit laserbasierten Prostataeingriffen haben. Es wird in die zertifizierten Prostatazentren oder spezialisierten urologischen Abteilungen großer Krankenhäuser angeboten.
Wir möchten Ihnen dabei helfen, einen geeigneten Spezialisten zu finden. Alle unsere gelisteten Ärzte und Kliniken wurden sorgfältig auf ihre Erfahrung und Expertise im Bereich der ThuLEP überprüft. Nehmen Sie direkt mit unseren Spezialisten Kontakt auf, um sich individuell beraten zu lassen.
Quellen:
- AMBOSS Knowledge Library. ThuLEP und HoLEP bei BPH. AMBOSS; 2026 [cited 2026 Feb 25]. Available from: www.amboss.com/de/wissen/benigne-prostatahyperplasie.
- Bach T, Muslumanoglu AY, de la Rosette J, et al. A European multicenter randomized noninferiority trial comparing 120 W GreenLight laser therapy versus transurethral resection of the prostate for the treatment of benign prostatic obstruction. J Endourol. 2014;28(3):323-9. Thieme.
- Wani MM, Sriprasad S, Bhat T, Madaan S. Is Thulium laser enucleation of prostate an alternative to Holmium and TURP surgeries - A systematic review? Turk J Urol. 2020;46(6):419-26. PMID: 33021434.

