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Informationen zum Bereich Restless-Legs-Syndrom (RLS)

Das Restless-Legs-Synrom (RLS), auch Wittmack-Ekbom-Syndrom oder Willis-Eckbom disease, ist eine recht häufige neurologische Störung. So sind in Deutschland 5-10% der Bevölkerung an ...

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Informationen zum Bereich Restless-Legs-Syndrom (RLS)

Das Restless-Legs-Synrom (RLS), auch Wittmack-Ekbom-Syndrom oder Willis-Eckbom disease, ist eine recht häufige neurologische Störung. So sind in Deutschland 5-10% der Bevölkerung an RLS erkrankt, wobei lediglich 20% der Betroffenen so starke Beschwerden zeigen, dass eine Behandlung nötig wird. Frauen sind hierbei doppelt so häufig erkrankt wie Männer. Das Restless-Legs-Syndrom ist die „Erkrankung der ruhelosen Beine“. Je nach Schweregrad des Syndroms sind weite Differenzen im Krankheitsempfinden der Betroffenen möglich. RLS ist charakterisiert durch einen erheblichen Bewegungsdrang, vor allem der Beine, der hauptsächlich in Ruhe auftritt und durch Bewegung gelindert werden kann. Abends und nachts sind die Beschwerden besonders ausgeprägt.

Das Schwierige bei diesem Krankheitsbild ist, dass das Leiden der Patienten für Außenstehende schwer nachvollziehbar ist. Auch wird die Unruhe, der Bewegungsdrang von den Erkrankten meist nicht als Krankheitssymptom erkannt. Sie leiden eher unter den Folgeerscheinungen wie Schlafstörungen, fehlender Entspannung und Leistungsminderung. Bei ausgeprägten Krankheitszeichen vermeiden die Patienten jegliche Situationen in denen sie zu langem Stillsitzen gezwungen wären, z.B. Theaterbesuch, Flugreise, Sitzungen, wodurch es zu schweren Einschränkungen des Soziallebens kommt.

Was sind Symptome des Restless-Legs-Syndroms?

Patienten mit RLS leiden unter gesteigertem Bewegungsdrang der Beine (teils auch der Arme) der in etwa 88% der Fälle mit unangenehmen Empfindungen korreliert ist. Diese sind z.B. Kribbeln, Ziehen, Stechen oder krampfartige Schmerzen der betroffenen Körperteile. Die Symptome sind von den Betroffenen oft schwer in Worte zu fassen. Unter Bewegungsdrang versteht man ein unangenehmes, qualvolles Unruhe-, Spannungs- oder Druckgefühl der Körperteile, das meist in der Tiefe lokalisiert ist und nur durch Bewegung Linderung erfährt. Die Krankheitszeichen treten in der Regel auf wenn der Körper zur Ruhe kommt, also meist abends und nachts. Bei 80% der Patienten können im Schlaflabor (durch Polysomnografie) sogenannte „periodische Beinbewegungen“ (Periodic Limb Movements, PLM) nachgewiesen werden. Das sind über Minuten bis Stunden anhaltende, wiederkehrende zuckende Beugebewegungen der Beine. Das RLS ist für die Erkrankten vor allem durch die symptombedingten Folgeerscheinungen sehr belastend. So kommt es zu Schlafstörungen, allgemeiner Leistungsminderung und Einschränkung der Lebensqualität. Es kommt durch die chronische Erschöpfung vermehrt zu Unfällen in Haushalt oder Verkehr.

Im Durchschnitt beginnen die Beschwerden vor dem 30. Lebensjahr. Da die Krankheit sich meist chronisch über die Jahre verstärkt, werden die Betroffenen meist zwischen 50.-60. Lebensjahr therapiebedürftig. Die Erkrankung kann sehr variabel ausgeprägt sein und auch weitgehend symptomfreie Intervalle sind möglich.

Wie entsteht das RLS?

Die genaue Ursache dieser Erkrankung ist bis heute unbekannt. Man vermutet, dass sie teils durch Defekte bei der Signalübertragung in den Nervenbahnen bedingt ist. Man unterscheiden bei dieser Krankheit idiopathische von symptomatischen Formen. Beim idiopathischen RLS ist keine auslösende Ursache bekannt. Bei der symptomatischen RLS-Form ist das Syndrom durch eine andere Grunderkrankung erworben, wie z. B. durch schwere Niereninsuffizienz, Schilddrüsenstörungen, Schwangerschaft, Eisenmangel oder Medikamente (v. a. bestimmte Antidepressiva).

Über die Hälfte der Patienten haben weitere Betroffene mit RLS in der Familie (positive Familienanamnese). So sind inzwischen einige genetische Risikovarianten bekannt, die bei Erkrankten gehäuft nachgewiesen werden. Das Restless-Legs-Syndrom ist aber, wenn es familiär bedingt ist, eine komplexe genetische Erkrankung, d. h. es gibt nicht nur ein einzelnes Gen an dem man sieht, ob das Syndrom entsteht oder nicht.

 Wie wird das Restless-Legs-Syndrom diagnostiziert?

Die Diagnose der RLS ist eine „klinische Diagnose“. Das heißt, es gibt keine technischen Untersuchungen, die klar anzeigen, ob die Erkrankung vorliegt. Zur Sicherung des Befundes ist eine ausführliche und gezielte Patientenbefragung richtungsweisend. Die Feststellung des RLS ist deshalb auch teils erschwert, da sie auf den subjektiven Patientenangaben beruht und der Bewegungsdrang meist nicht als Erkrankungszeichen wahrgenommen wird. Die Beschwerden der Betroffenen entstehen weitgehend durch die Schlafstörungen. Zusätzlich zur exakten Befragung ist eine neurologische Untersuchung, die in der Regel unauffällig ist, und eine Laboruntersuchung der Blutwerte durchzuführen.

Da es einige Grunderkrankungen gibt, die zu einem RLS führen, sind diese bei der Syndrom-Diagnostik zu beachten. So tritt RLS gehäuft auf bei Eisenmangel, Urämie (durch Niereninsuffizienz), Polyneuropathie (Nervenleiden), Depression und Angsterkrankungen. Auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente kann sich ein Restless-Legs-Syndrom entwickeln. In der Schwangerschaft, vermutlich unter anderem durch den Eisenmangel bedingt, entwickelt etwa jede 3.-4. Frau diese Erkrankung. Nach der Geburt tritt aber in der Regel wieder eine Besserung bis zur Symptomfreiheit ein.

Bereits im Kindesalter sind teils Krankheitszeichen der RLS nachweisbar. Jedoch kommt es hier leider sehr häufig zu Fehldiagnosen („hyperaktives Kind“).

Wie kann man Patienten mit RLS therapieren?

Je nach Leidensdruck und Ausmaß des Bewegungsdranges und der Schlafstörungen wird die Entscheidung für die Krankheitsbehandlung getroffen. So können bei leichten Formen bereits Massage, Fußbäder, Kniebeugen oder das Vermeiden RLS-verstärkender Faktoren (z.B. Kaffee, Alkohol, Wärme, schwere körperliche Belastung, Stress) hilfreich sein.

Die Therapie des RLS ist eine reine Symptombehandlung. Die Krankheit selbst kann nicht ursächlich behandelt werden. So stehen bei der Therapie sogenannte dopaminerge Medikamente (z.B. L-Dopa, Dopaminagonisten) im Vordergrund. Diese modellieren im Gehirn des Patienten die Menge an Dopamin (Signalstoff der Nervenbahnen) und können so den Bewegungsdrang der Betroffenen abmildern. Die Dosiseinstellung erfolgt hierbei für jeden Patienten individuell. Als Nebenwirkungen sind vor allem bei den Dopaminagonisten Übelkeit, Benommenheit und Schwindel möglich. In wenigen Fällen kommt es zur Entwicklung von Suchtverhalten (Esssucht, Verschwendungssucht, Libidosteigerung, Spielsucht…). Diese potentiellen Nebenwirkungen müssen vor Behandlungsbeginn mit den Patienten besprochen werden.

Als wichtigste Komplikation der Behandlung des RLS ist die sogenannte „Augmentation“ zu nennen. Dabei kommt es zur „Gewöhnung“ des Körpers an das dopaminerge Medikament, d.h. die Symptome der Erkrankung treten wieder früher nach Einnahme auf und können sogar zunehmen. Hierbei ist vor allem die täglich vom Patienten eingenommene Dosis des Medikaments entscheidend für das Auftreten der Augmentation.

Betroffene mit Restless-Legs-Syndrom finden heute zahlreiche Unterstützung unter anderem in Selbsthilfegruppen. Falls Sie unter den oben genannten Beschwerden leiden oder weitere Fragen zum RLS haben, wenden Sie sich auch gerne an einen unserer Neurologen oder Schlafmediziner (Somnologen).

 

Quellen

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Restless-Legs-Syndrom (RLS) und Periodic Limb Movement Disorder (PLMD), 2012

Taschenatlas der Neurologie, Rohkamm, R; Georg Thieme Verlag, 2008

http://www.restless-legs.org/

 

 


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