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Informationen zum Bereich Pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH)

Der Lungenkreislauf ist im Gegensatz zum Körperkreislauf ein Niederdruckgebiet. Dementsprechend liegt der Blutdruck im rechten Herzen und in den Lungenarterien bei nur ...

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Informationen zum Bereich Pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH)

Der Lungenkreislauf ist im Gegensatz zum Körperkreislauf ein Niederdruckgebiet. Dementsprechend liegt der Blutdruck im rechten Herzen und in den Lungenarterien bei nur 1/10 der Höhe des linken Herzens und der Arterien im restlichen Körper (hier ca. 120/80 mmHg)

Viele verschiedene Erkrankungen können dazu führen, dass der Druck in den Lungengefäßen ansteigt. Dies ist sehr gefährlich, denn der höhere Druck, bedeutet eine große Belastung für das schwächere und dünnwandige rechte Herz. Mit der Zeit kann das Herz die Überbelastung nicht mehr kompensieren und es beginnen sich erste Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz zu zeigen.

Je früher die Diagnose und eine geeignete Therapie beim Lungenfacharzt (Pneumologe), desto besser sind die Überlebenschancen.

Was sind die Ursachen für Pulmonale Hypertonie?

Von pulmonaler Hypertonie spricht der Pneumologe, wenn der Blutdruck in der Lungenarterie im Mittel mehr als 25 mmHg in Ruhe oder über 30 mmHg bei Belastung beträgt.

Man unterscheidet die akute pulmonale Hypertonie. Hier kommt es zur Engstellung der Lungenarterien die sich aber wieder zurückbilden kann.

Bei der chronischen pulmonalen Hypertonie verdicken sich zuerst die Muskeln der Lungenarterie, später findet ein bindegewebiger Umbau statt. Letzteres nennt man fixierte pulmonale Hypertonie, da dieser Zustand permanent ist und sich nicht mehr zurückbilden kann.

Eine der Hauptursachen der pulmonalen Hypertonie ist die COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), auch verschieden Arten von angeborenen Herzfehlern können unbehandelt zur pulmonalen Hypertonie führen. Des Weiteren gehören auch die Lungenembolie, Lungenfibrose, Sarkoidose und einige weitere Erkrankungen zu den Ursachen der pulmonalen Hypertonie.

Was sind die Symptome dieser Erkrankung?

Ab einer pulmonalen Hypertonie von 30 mmHg treten erste Symptome auf. Folgen sind eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Kreislaufkollaps. Später, ab 50 mmHg treten auch Folgen der eingeschränkten Herzpumpleistung zusätzlich zu den Zeichen des Sauerstoffmangels auf. Dazu gehören Wassereinlagerungen in den Beinen und Angina Pectoris (Brustenge).

Was sind die Diagnoseverfahren?

Die direkte Messung der pulmonalen Hypertonie erfolgt mit Hilfe der Herzkatheter-Technik. Durch einen speziellen Katheter (Draht, der über ein Gefäß zum Herzen vorgeschoben wird) kann der mittlere Lungenarteriendruck gemessen werden. Ab 25 mmHg liegt eine pulmonale Hypertonie vor.

Indirekt kann der Druck in den Lungengefäßen auch durch den Herzultraschall (Echokardiografie) überprüft werden.

Des Weiteren geben auch Veränderungen im Röntgenbild des Brustkorbes und Blutwerte Hinweise auf eine pulmonale Hypertonie.

Liegt der Verdacht auf eine bestimmte Krankheit (Bsp. Sarkoidose) als Ursache der pulmonalen Hypertonie vor, kann der Pneumologe eine Gewebeprobenentnahme veranlassen.

Im Verlauf werden auch verschieden Tests durchgeführt, die die individuelle körperliche Verfassung objektivieren sollen (z.B. 6-min. Gehtest).

Wie wird die Pulmonale Hypertonie  behandelt?

Wurde vom Pneumologen eine Ursache Ihrer pulmonalen Hypertonie identifiziert, sollte wenn möglich die auslösende Krankheit therapiert werden. Angeborene Herzfehler beispielsweise können frühzeitig operativ behandelt werden.

Wichtig ist in jedem Fall die rechtzeitige Behandlung bevor ein nicht mehr reversibler Umbau der Lungengefäße stattgefunden hat.

Zusätzlich, oder alternativ, wenn die Ursache nicht mehr behandelt werden kann, wird der Pneumologe die Symptome der pulmonalen Hypertonie medikamentös therapieren.

Dazu gehören verschieden Medikamente um das rechte Herz zu entlasten. Auch die Sauerstoff-Therapie kann hilfreich sein.

Sie selbst sollten den Nikotinkonsum einstellen, da dieser die Lungenfunktion zusätzlich deutlich einschränkt. Auch ein vorhandenes Übergewicht kann die Beschwerden verstärken.

Letzte Möglichkeit der Heilung besteht in einer Lungen bzw. Herz-Lungen-Transplantation.

Wie sind die Prognosen und die Krankheitsverläufe bei der Pulmonalen Hypertonie?

Die frühzeitige Therapie bei einem erfahrenen Lungenspezialisten bietet die einzige erfolgversprechende Heilungschance.

Ohne Therapie liegt die Lebenserwartung bei unter 3 Jahren. Meist ist die Todesursache das Herzversagen. Je höher der Druck in der Lungenarterie desto schlechter ist die Prognose.

Angeborene Herzfehler beispielsweise können schon im Kindesalter operativ behoben werden und so die Ausbildung der fixierten pulmonalen Hypertonie verhindern.

Sollten Sie weiterführende Fragen bezüglich der Therapiemöglichkeiten der pulmonalen Hypertonie haben, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Lungenfachspezialisten.

 

Quellen:

http://www.apotheken-umschau.de/pulmonale-hypertonie

http://www.pneumologie.de/fileadmin/pneumologie/downloads/LL_Pulmonale_Hypertonie.pdf?cntmark

Arastéh, Keikawus; Baenkler, Hanns-Wolf : Innere Medizin. 2., vollst. überarb. und erw. Aufl. Stuttgart: Thieme 2009.

Herold, Gerd: Innere Medizin. Köln, Eigenverlag 2012.


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